Das Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Brandenburg und die Prognos AG haben jetzt die Ergebnisse der dritten Studie vorgestellt, die zur Erstellung des Entwurfs der Energiestrategie 2030 in Auftrag gegeben worden war. Untersucht wurden dabei die regionalwirtschaftlichen und energiestrategischen Auswirkungen auf der Basis des Leitszenarios der Energiestrategie 2030. Nach Ansicht der Gutachter ist zu erwarten, dass es eine stetig wachsende Zahl neuer Beschäftigungsverhältnisse im Bereich der Erneuerbaren Energien bis 2030 geben wird. Bis zum Jahr 2030 werden im Bereich der regenerativen Stromerzeugung aus Wind, Sonne und Biomasse ungefähr 2.500 neue Arbeitsplätze hinzukommen. Insgesamt werden dann 12.000 Menschen im Bereich der Erneuerbaren Energien in Brandenburg arbeiten.
Nach Einschätzung der Gutachter werden in der Braunkohleindustrie Brandenburgs künftig weniger Menschen arbeiten. Dies sei vor allem auf Produktivitätssteigerungen bei der Braunkohleverstromung und -förderung und den Rückgang der Stromerzeugung in Braunkohlenkraftwerken zurückzuführen. Nach den Annahmen, die dem Entwurf für die Energiestrategie 2030 zu Grunde gelegt worden sind, würden bis zum Jahre 2030 insgesamt 4.200 Arbeitsplätze wegfallen, davon im direkten Beschäftigungsbereich 2.300 und im indirekten 1.900. Aufgrund der Alterspyramide der in der Braunkohleindustrie unmittelbar Beschäftigten sei dieser Rückgang weitgehend sozial verträglich gestaltbar, weil in den entsprechenden Jahren eine große Zahl von Mitarbeitern in Rente gehe. Derzeit sind in der Braunkohleindustrie und mit ihr verbundenen Branchen im Land Brandenburg mehr als 10.000 Menschen beschäftigt.
Brandenburgs Entwurf der Energiestrategie 2030 sieht vor, dass der Endenergieverbrauch bis 2030 um 23 Prozent gesenkt werden soll. Das entspricht ungefähr 1,1 Prozent pro Jahr. Der Primärenergieverbrauch soll um 22 Prozent sinken. Die erneuerbaren Energien sollen bis 2030 einen Anteil von mindestens 30 Prozent am Primärenergieverbrauch haben, am Endenergieverbrauch soll der Anteil 50 Prozent betragen. Der Netzausbau und die Entwicklung der Speichertechnologien sollen zudem verstärkt werden, um die Systemintegration der erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Um den sozialverträglichen Umbau der Energieversorgung und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, soll die zunächst Braunkohleverstromung effizient und CO2-arm fortgesetzt werden. Die CO2-Emissionen sollen so insgesamt bis 2030 um 72 Prozent auf 25 Mio. Tonnen gegenüber dem Referenzjahr 1990 gesenkt werden.