Der Strom- und Erdgasverbrauch ist in 2010 insgesamt um vier Prozent gestiegen. Vorläufigen Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge stieg der Gasverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf 942 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) und der Stromverbrauch um 3,8 Prozent auf 530 Mrd. kWh. Die Industrie bleibt nach BDEW-Angaben der größte Verbraucher von Erdgas und Strom. Ihr Anteil am Netto-Stromverbrauch lag 2010 bei 46 Prozent. In absoluten Zahlen stieg der Stromverbrauch der Industrie im vergangenen Jahr um 6,9 Prozent auf 243 Mrd. kWh (2009: 227 Mrd. kWh). 37 Prozent des gesamten Erdgases wurde 2010 an die Industrie geliefert. Der Erdgasabsatz an die Industrie nahm um 4,5 Prozent auf 345 Mrd. kWh (2009: 330 Mrd. kWh) zu.
Trotz nach wie vor unklaren politischen Rahmenbedingungen will die deutsche Energiewirtschaft weiter in die Erneuerung des Kraftwerksparks investieren, so der BDEW. Konkret sind derzeit der Bau und die Modernisierung von 51 großen Stromerzeugungsanlagen bis zum Jahr 2019 geplant. Die geplanten Projekte entsprechen einer Leistung von 30.250 Megawatt. 14 dieser Vorhaben sind große Regenerativanlagen. Derzeit sind bereits 18 große Erzeugungsanlagen im Bau. Für 13 weitere Projekte liegen die notwendigen Genehmigungen vor; darunter sind allein zehn große Windenergieanlagen, die vor den deutschen Küsten entstehen. Bei den drei übrigen bereits genehmigten Projekten handelt es sich um neue Erdgaskraftwerke. Zahlreiche Bauvorhaben werden inzwischen von Stadtwerken oder von Stadtwerke-Kooperationen durchgeführt. Zu den 51 konkreten Kraftwerksbauten kommen 15 weitere hinzu, deren Termin für die Inbetriebnahme noch offen ist. Das Investitionsvolumen für alle 66 großen Kraftwerksprojekte schätzt der BDEW auf rund 50 Milliarden Euro.
Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)