Letzte Aktualisierung: 07.11.2022

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Expertenrat für Klimafragen: Klimaziele 2030 nicht mehr erreichbar!

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Pünktlich zur 27. UN-Klimakonferenz COP27 im ägyptischen Sharm El-Sheikh legte der Expertenrat für Klimafragen zum ersten Mal sein Zweijahresgutachten vor. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Klimaziele 2030 nicht mehr erreicht werden. Generell reichten die bisherigen Emissions-Reduktionsraten bei weitem nicht aus. Das liegt auch daran, dass Effizienzgewinne zum Teil durch das allgemeine Wirtschaftswachstum, größere Wohnfläche oder gestiegene Transportleistungen einfach zunichte gemacht worden sind.

Der Bericht des Expertenrats für Klimafragen richtet sich insbesondere an Verkehrsminister Wissing. Um die beschlossenen Klimaziele zu erreichen, müssten die Emissionen hier rund 14-mal so schnell sinken wie bisher. Allein mit Prämien und Anreizen, wie es sich vor allem die FDP vorstellt, ist das nicht zu machen. (Foto: energie-experten.org)

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Gemäß dem gesetzlichen Auftrag untersuchte das unabhängige Gremium in dem Zweijahresgutachten 2022 "Gutachten zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen, Trends der Jahresemissionsmengen und zur Wirksamkeit von Maßnahmen" die bisherigen Entwicklungen der Treibhausgasemissionen, Trends bezüglich der Jahresemissionsmengen und die Wirksamkeit von Maßnahmen mit Blick auf die Zielerreichung nach dem Bundes-Klimaschutzgesetz.

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Bisherige Emissions-Reduktionsraten reichen bei weitem nicht aus

Während der langfristige Trend (abgeleitet auf Basis der Entwicklung von 2000 bis 2021) in allen Sektoren auf sinkende Emissionen bis zum Jahr 2030 hinweist, zeigen sich bei Industrie und Verkehr in der Trendfortschreibung der Entwicklung der letzten Jahre vor der Covid-19-Pandemie (2010 bis 2019) ansteigende Emissionen.

Generell reichen die bisherigen Emissions-Reduktionsraten bei weitem nicht aus, um die Klimaschutzziele für das Jahr 2030 zu erreichen – weder in der Summe noch in den einzelnen Sektoren.

"Die bisherigen Emissions-Reduktionsraten reichen bei weitem nicht aus, um die Klimaschutzziele für 2030 zu erreichen – weder in der Summe noch in den einzelnen Sektoren," stellt Ratsmitglied Thomas Heimer fest.

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Emissionen im Verkehr müssten sogar um das 14-fache sinken

Bei den Gesamtemissionen müsste sich die durchschnittliche Minderungsmenge pro Jahr im Zeitraum von 2022 bis 2030 im Vergleich zur historischen Entwicklung im Zeitraum von 2011 bis 2021 mehr als verdoppeln. Im Industriesektor wäre etwa eine 10-fache und beim Verkehr sogar eine 14-fache Erhöhung der durchschnittlichen Minderungsmenge pro Jahr notwendig.

"Wir sehen, dass ein nahezu kontinuierlicher Zuwachs der Aktivitäten in allen Sektoren einschließlich Rebound-Effekten einer technisch möglichen stärkeren Absenkung der Emissionen entgegenwirkte," so der Vorsitzende Hans-Martin Henning. "Effizienzgewinne wurden also beispielsweise durch das allgemeine Wirtschaftswachstum, größere Wohnfläche oder gestiegene Transportleistungen konterkariert."

Ausbau-Tempo ist viel zu langsam, um Klimaziele zu erreichen

Auch mit den bis zum Jahr 2021 implementierten Politikinstrumenten wird laut Projektionsbericht der Bundesregierung in keinem Sektor das Sektorziel und auch nicht das Gesamtziel im Jahr 2030 erreicht.

Das bisherige Ausbautempo bei Solar- und Windenergieanlagen, Wärmepumpen oder der Elektromobilität wird laut dem Zweijahresgutachten bei weitem nicht ausreichen, um die jeweils anvisierten Ausbauziele der Regierung zu erreichen.

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"Fossiler Kapitalstock" muss schnellstens abgebaut werden

Zudem wird deutlich, dass im gleichen Maße der Abbau des fossilen Kapitalstocks im Gebäude- oder Verkehrssektor, beispielsweise von Öl- und Gasheizungen oder des fossilen Pkw-Bestands, notwendig wäre, um die Klimaziele auf diesem Wege zu erreichen.

"Gelingt es nicht, die Trendwende hin zu einem schnellen Umbau des Kapitalstocks zu realisieren, wird ein Erreichen der Klimaziele nur möglich sein, wenn weitere Hebel, wie die Aktivitätsentwicklung in Verbindung mit einer entsprechenden Änderung des Konsumverhaltens, ebenfalls stärker adressiert werden", so die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Knopf.

"Die Bundesregierung muss sich stärker darauf konzentrieren, all das aus dem Markt zu drängen, was uns die Klimakrise eingebrockt hat, ohne darüber den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren zu vernachlässigen. Öl- und Gasheizungen müssen früher aus den Kellern, Diesel und Benziner schneller von den Straßen verschwinden", kommentierte Greenpeace Energieexperte Tobias Austrup.

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