Zur Realisierung der ambitionierten Klimaschutzziele wird es künftig noch stärker darauf ankommen, den Sanierungsprozess über die Einzelgebäude hinaus auf eine breitere städtebauliche Basis zu stellen. Die Bundesregierung startete deshalb am 15.11.2011 die erste Phase des neuen KfW-Programms "Energetische Stadtsanierung". In einem weiteren Schritt werden nun ab 01.02.2012 mit dem Programm "Energetische Stadtsanierung – Energieeffiziente Quartiersversorgung" Investitionen zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz der kommunalen Versorgungssysteme mit Zins vergünstigten Darlehen finanziell unterstützt.
Integrierte Quartierskonzepte zeigen unter Beachtung der relevanten städtebaulichen, denkmalpflegerischen, baukulturellen, wohnungswirtschaftlichen und sozialen Aspekte die Potenziale zur Energieeinsparung und Minderung des CO2-Ausstoßes auf. Diese Potenziale können neben den gebäudebezogenen Sanierungsmaßnahmen zum Beispiel über eine gemeinsame Wärmeversorgung mehrerer Gebäude und deren effizienten Betrieb erschlossen werden. Eine zentrale Wärmeversorgung kann zudem vielfach effizienter mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Auch Anlagen zur Nutzung von Erdwärme (Tiefengeothermie) können zur Anwendung kommen.
Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer: "Mit dem neuen KfW-Förderprogramm "Energetische Stadtsanierung" stellen wir den Sanierungsprozess auf eine viel breitere städtebauliche Basis: vom Einzelgebäude zum Quartier. Denn neben der energetischen Gebäudesanierung sind Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in unseren rund 12.000 Kommunen dringend erforderlich. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Ziele, die sich die Bundesregierung mit dem Energiekonzept gesteckt hat."
Dr. Axel Nawrath, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe: "Um die Ziele des Klimaschutzes und der Energiewende zu erreichen, sind umfangreiche Verbesserungen der kommunalen Energieeffizienz durch Ansätze erforderlich, die die Stadtquartiere als Ganzes im Auge haben. Dabei kommt dem Ausbau von Wärmenetzen und der Errichtung von effizienten KWK-Anlagen als energiesparende, umweltschonende und dezentrale Energiesysteme eine wesentliche Bedeutung zu."
Das Programm ist der zweite Baustein der Programmfamilie "Energetische Stadtsanierung". Die Darlehen werden aus dem Sondervermögen "Energie- und Klimafonds" der Bundesregierung für die Dauer von maximal 10 Jahren im Zins verbilligt. Die Laufzeiten liegen wahlweise bei 10, 20 oder 30 Jahren. Im November 2011 war bereits die Zuschussförderung zur Erstellung von integrierten Quartierskonzepten und der Beschäftigung von Sanierungsmanagern gestartet. Bislang werden in Abstimmung mit den Ländern 84 Pilotprojekte zur Erstellung integrierter Quartierskonzepte gefördert. Im Rahmen eines Monitorings werden diese Pilotprojekte aus allen Bundesländern zukünftig intensiv begleitet.
Der erste Baustein des KfW-Programms "Energetische Stadtsanierung" fördert die Erstellung vertiefter integrierter Quartierskonzepte zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur sowie die Finanzierung eines Sanierungsmanagers, der unter Beteiligung der Eigentümer das Sanierungskonzept erstellt und die Umsetzung der energetischen Sanierungsmaßnahmen für maximal 2 Jahre begleitet. Die integrierten Quartierskonzepte sollen aus integrierten Stadt-(teil)-entwicklungskonzepten oder aus wohnwirtschaftlichen Konzepten bzw. kommunalen Klimaschutzkonzepten der jeweiligen Kommune unter Berücksichtigung der kommunalen energetischen Ziele abgeleitet werden. Auf diesem Weg werden auch Selbstnutzer und private Vermieter zukünftig noch stärker in umfassende Sanierungsmaßnahmen und den Prozess der energetischen Stadterneuerung einbezogen.