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Letzte Aktualisierung: 11.12.2025
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Wir sparen für Sie bis zu 37% - durch unseren Experten-Vergleich!Immer mehr Menschen steigen auf Wärmepumpen oder Fernwärme um. Daraus folgt: Das hunderttausende Kilometer lange Gasnetz muss von immer weniger Gaskund:innen finanziert werden. Die schrittweise Gasnetz-Stilllegung wird spätestens ab 2040 richtig teuer.
Die vom Umweltinstitut München e.V. beauftragte Studie des Fraunhofer-Instituts „Kosteneinsparungen einer frühen Gasnetzstilllegungsplanung“ hat das enorme Kostenrisiko für Gaskund:innen nun erstmals konkret beziffert: Bis 2045 könnten die Netzgebühren für einen typischen Drei-Personen-Haushalt auf bis zu 4.000 Euro pro Jahr steigen. Das entspricht einer Verzehnfachung der Netzgebühren!
Das Fraunhofer-Institut IFAM hat im Auftrag des Umweltinstituts München die Kostenfolgen der Gasnetz-Stilllegung untersucht – und kommt zu einem klaren Befund: Wer die Gasnetzstilllegungsplanung aufschiebt, treibt die volkswirtschaftlichen Kosten in die Höhe und belastet am Ende vor allem die letzten, häufig vulnerablen Haushalte.
Kernbotschaft der Kurzstudie: Eine frühe, verbindliche Stilllegung der Gasnetze kann die diskontierten Gesamtkosten der Netze um bis zu 20 Prozent senken und den später nötigen staatlichen Förderbedarf mehr als halbieren.
Auslöser der Analyse ist die neue EU-Gasbinnenmarktrichtlinie (EU 2024/1788). Sie verlangt, dass Gasverteilnetzbetreiber Stilllegungspläne vorlegen, sobald ein deutlicher Rückgang der Erdgasnachfrage absehbar ist. Deutschland setzt dies über eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG-E) um.
Der Entwurf von November 2025 knüpft die Pflicht zur Gasnetzstilllegungsplanung an Langfristprognosen der Nachfrage. Genau hier sieht die Studie ein zentrales Risiko: Die Prognosen bieten Spielräume und Unsicherheiten. Netzbetreiber entscheiden damit weitgehend selbst, wann sie den Startschuss für die Gasnetz-Stilllegung geben – ohne selbst ein Kostenrisiko zu tragen. Denn dank flexibler Abschreibungsregeln können sie ihre gesamten Kapitalkosten, inklusive ineffizienter Investitionen, auf die Netzentgelte umlegen.
Die Forscher:innen sprechen von einer „Risiko-Asymmetrie“ zwischen Netzbetreibern und Netznutzern: Späte Gasnetz-Stilllegung verursacht Zusatzkosten, die von einer immer kleineren Kundengruppe getragen werden müssen, während Netzbetreiber finanziell abgesichert sind.
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Die Grafik auf Seite 14 (Abbildung 1) zeigt, wie sich verschiedene Nachfrageverläufe – konvex, konkav oder „geteilt“ – auf den Gasausstiegspfad auswirken.
Für die zentrale Analyse wird ein geteilter Verlauf angenommen: Zunächst sinkt die Nachfrage nur langsam, beschleunigt sich aber deutlich, sobald die Gasnetz-Stilllegung angekündigt ist. In allen Varianten steigen die Netzentgelte massiv an.
Laut Abbildung 3 auf Seite 17 klettern sie von heute rund 2,33 ct/kWh auf etwa 22 ct/kWh in der letzten Regulierungsperiode vor 2045 – eine Verzehnfachung.
Ursache: Die Netzkosten sind weitgehend fix, werden aber auf immer weniger Gaskund:innen verteilt.
Der zentrale Vergleich der Studie: Eine frühe Stilllegungsplanung ab 2027 wird einer späten Planung ab 2035 gegenübergestellt – bei gleichem Enddatum der Gasnetz-Stilllegung im Jahr 2045.
Die Balkengrafik in Abbildung 5 (Seite 18) macht deutlich: Wird die Gasnetzstilllegungsplanung erst 2035 angestoßen, steigen die diskontierten Gesamtnetzkosten um rund ein Viertel gegenüber einem Planungsbeginn 2027. Die Forscher bringen das auf die Formel: Frühzeitige Gasnetz-Stilllegung „vermeidet volkswirtschaftliche Zusatzkosten“.
Der Mechanismus dahinter wird in Abbildung 6 (Seite 19) sichtbar:
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Unsere Experten erstellen Dir in wenigen Minuten ein Wärmepumpen-Angebot nach Deinen Wünschen. Digital & kostenlos.Die Studie arbeitet mit dem Konzept der „geordneten Stilllegung“: Ab dem Planungszeitpunkt reagiert der Verteilnetzbetreiber systematisch auf den angekündigten Rückzug aus dem Gasnetz.
Dazu gehören vier zentrale Effekte:
Gerade CAPEX- und OPEX-Effekt sind entscheidend für die Kostensenkung. Die Sensitivitätsgrafik in Abbildung 11 (Seite 23) zeigt: Wenn diese Effekte regulatorisch oder faktisch blockiert sind, lassen sich die Netzkosten kaum reduzieren, selbst wenn eine Stilllegungsplanung existiert. Die Gasnetz-Stilllegung würde dann zwar formal erfolgen, ökonomisch aber weitgehend wirkungslos bleiben.
Besondere Aufmerksamkeit widmet die Studie den sozialen Folgen der Gasnetz-Stilllegung. Denn am Ende bleiben in vielen Netzen vor allem Haushalte zurück, die sich den schnellen Umstieg auf Wärmepumpe oder Fernwärme nicht leisten können.
Die Doppelgrafik in Abbildung 7 auf Seite 20 zeigt, wie viele Haushalte im Gasnetz verbleiben und welche Netzkostenbelastung ein typischer Drei-Personen-Haushalt trägt. Bei später Gasnetzstilllegungsplanung steigen die jährlichen Netzkosten für die letzten Haushalte um den Faktor zehn – auf zusätzliche 3.000 bis 4.000 Euro pro Jahr.
Bei einem Planungsstart 2027 profitieren die vulnerablen Kundengruppen gleich doppelt:
Damit wird klar: Frühzeitige Gasnetz-Stilllegung ist nicht nur eine Effizienzfrage, sondern auch eine sozialpolitische Schutzmaßnahme.
Um die sozialen Härten im Gasnetz-Rückbau zu dämpfen, skizziert die Studie eine mögliche „Netzentgeltbremse“. Kernidee: Der Staat setzt eine Preisobergrenze (POG) für Netzentgelte, beispielsweise 8 ct/kWh. Die Haushalte zahlen maximal diesen Betrag; alles darüber hinaus wird den Netzbetreibern aus öffentlichen Mitteln erstattet.
Mit folgenden Förderkosten wäre in Deutschland zu rechnen:
Je niedriger die Preisobergrenze, desto stärker klaffen die Kosten auseinander: Bei 4 ct/kWh würden sich die Förderkosten bei später Gasnetz-Stilllegung auf rund 12 Mrd. € summieren, gegenüber 5 Mrd. € bei früher Planung.
Die Botschaft der Autor:innen ist eindeutig: Wer die Gasnetz-Stilllegung hinausschiebt, treibt auch die notwendigen Ausgleichszahlungen in die Höhe – zulasten des Staatshaushalts oder anderer Kundengruppen.
Die Studie ordnet ihre Ergebnisse in den aktuellen Regulierungsrahmen ein:
Dennoch bleiben laut Gutachten entscheidende Lücken:
Die Autor:innen schlagen daher vor, verbindliche Einreichfristen für Stilllegungsplanungen einzuführen – analog zur kommunalen Wärmeplanung –, um die Risiko-Asymmetrie zwischen Netzbetreibern und Kund:innen zu verringern.
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Zum Vergleich führt die Studie ein „Business-as-usual“-Szenario ohne Gasnetzstilllegungsplanung durch. Die Mehrfachgrafik in Abbildung 14 (Seite 28) zeigt: Netzentgelte steigen auch hier stark an, zugleich bleiben nach 2045 erhebliche Restwerte im Netz („stranded assets“) zurück, die nicht mehr refinanziert werden können.
Die Kurzstudie des Fraunhofer IFAM liefert eine klare Botschaft für Politik, Regulierung, Kommunen und Netzbetreiber:
Für die Wärmewende bedeutet das: Gasnetz-Stilllegung ist nicht nur eine technische oder juristische Frage, sondern ein aktiver Steuerungsprozess. Wer heute ambitioniert plant, schützt morgen Haushalte, Kommunen und Staatshaushalt – und macht die Transformation bezahlbarer.