Letzte Aktualisierung: 16.08.2022

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Geld fürs Gassparen: Kommt jetzt der Gasspar-Bonus für alle?

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Deutschland muss Gas einsparen, um sicher über den Winter zu kommen. Neben Vorschriften könnte es auch Anreize geben, Gas zu sparen. Erste Gasversorger wie MVV und EnBW bieten ihren Kunden jetzt einen Gasbonus an, wenn sie weniger verbrauchen. Die Idee des Gas-Sparbonus ist auch eine politische Option. SPD und FDP haben hierzu Vorschläge gemacht.

Wer im Winter auf Sparflamme lebt, könnte dafür Geld bekommen. Denn reine Sparvorschriften werden nicht ausreichen. Unternehmen und Politik haben bereits Lösungen für einen Gasspar-Bonus erarbeitet. (Foto: Sergey Gorbachev - Pixabay)

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Die Gasflüsse aus der Nord Stream 1 liegen derzeit bei etwa 20 % der Maximalleistung. Ohne Gas einzusparen, könne es laut Bundesnetzagentur auch zu Einschränkungen bei der Gasversorgung im Winter kommen. Auch der EU Notfall-Plan fordert jetzt: Alle EU-Mitgliedstaaten sollen 15% Erdgas einsparen, um auf weitere Verzögerungen russischer Gaslieferungen vorbereitet zu sein.

Robert Habeck hat bereits reagiert und schwört Wirtschaft und Bürger auf einen gemeinsamen Energiesparkurs ein. „Wir stehen vor einer nationalen Kraftanstrengung“, so Habeck. Laut einer neuen Verordnung, die noch vom Kabinett beschlossen werden muss, sollen öffentliche Gebäude – außer Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder soziale Einrichtungen – u.a. ihre Raumtemperatur um 1°C auf nur noch 19°C absenken und Durchgangsbereiche gar nicht mehr heizen.

Im privaten Bereich sollen in Mietverträgen geregelte Mindesttemperaturen unterschritten werden dürfen und private Pools nicht mehr mit Gas oder Strom geheizt werden. Weitere Anreize zum Gassparen soll auch die neue Gasumlage bringen, die auch darum so konzipiert wurde, um weitere Preisanreize zum Gassparen zu setzen.

Preisanreize setzen nun auch erste Gasversorger: Kunden sollen einen Bonus bekommen, wenn sie weniger Gas verbrauchen. So werden nicht nur Gaskosten eingespart, man kann sogar zusätzlich etwas verdienen!

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Mannheimer MVV zahlt bis zu 165 Euro Gasbonus

Mannheimerinnen und Mannheimer werden von der MVV Energie AG beim Gassparen unterstützt: Bis zu 165 Euro Gasbonus werden ausgezahlt, wenn sie im kommenden Herbst und Winter weniger Gas verbrauchen als in den beiden Vorjahren. Für jede eingesparte Kilowattstunde Gas, die zwischen 1. Oktober 2022 und 31. März 2023 eingespart wurde, bekommt man 5 Cent brutto gutgeschrieben.

Maximal sind 125 Euro Bonus möglich. Mit einem zusätzlichen „Communitybonus“, der sich aus der Einsparsumme aller Teilnehmenden, also der „Community“, zusammensetzt, werden 20 Euro brutto zusätzlich pro Teilnahmeberechtigten ausgeschüttet, wenn die Gasersparnis der Community zusammengerechnet größer als 10 Prozent ist. Sparen die Teilnehmenden gemeinsam mehr als 15 Prozent ein, gibt es 40 Euro brutto extra. Inklusive Communitybonus können die Teilnehmer also bis zu 165 Euro brutto Gasbonus von MVV erhalten.

An der Gasbonus-Aktion können sich alle beteiligen, die sich im Gas-Netzgebiet der MVV Netze GmbH oder in Heddesheim befinden und über einen Gaszähler mit aktivem Liefervertrag verfügen – also auch Personen, die nicht Kunde von MVV sind. Die Teilnahme an der Gasbonus-Aktion ist allerdings auf 1.500 Teilnehmer begrenzt.

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EnBW bietet Kunden 100 Euro Gassparprämie

Auch die EnBW will eine Gassparprämie von einmalig 100 Euro für Gas-Bestandskund*innen der EnBW einführen, die im Vergleich zur Heizperiode des Vorjahrs mindestens zehn Prozent weniger Gas verbrauchen.

Teilnehmen können dabei Kund*innen der EnBW, die einen seit spätestens 1. August 2022 laufenden Gasvertrag haben. Hierfür registrieren sie sich zwischen dem 20. September 2022 und dem 1. Oktober 2022 in der EnBW zuhause+ App. Nach der Registrierung tragen die Nutzer*innen ihre Zählerstände jeweils zum 1. Oktober 2022 und dann zum 31. März 2023 ein.

Um die Gasspar-Prämie in Höhe von 100 Euro zu erhalten, müssen die Kund*innen ihren Gasverbrauch um zehn Prozent oder mehr reduzieren. Dabei wird der Temperaturverlauf berücksichtigt. Den Verbrauch des letzten Jahres (1. Oktober 2021 bis 31.März 2022) ermittelt die EnBW dabei aus den ihr bereits vorliegenden Informationen. Das sind etwa die letzte Rechnung bzw. die vom örtlichen Netzbetreiber übermittelten Informationen.

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SPD und FDP schlagen ebenfalls Gas-Sparbonus vor

Die Idee des Gas-Sparbonus ist auch eine politische Option. So erarbeitete die Umwelt- und Energiepolitikerin der SPD Nina Scheer mit Unterstützung durch Prof. Jens Südekum das Modell des Energiesparbonus. Die Idee: Jede individuelle prozentuale Einsparung im Jahresverbrauch wird als verhältnismäßiger Nachlass in den Preisanstiegen ausgezahlt. "Eine solche Entlastung wäre gerecht und ein zielgenauer Anreiz: Er würde nur die begünstigen, die wirklich Einspareffekte erzielen", so Scheer auf ihrer Webseite.

Mit dem Vorschlag eines Energiesparbonus als Diskussionspapier werden der Anreiz Gas Einsparen und eine ökonomische Entlastung verbunden. Das skizzierte Modell ist geeignet, die vorliegenden Vorschläge vonseiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz zu ergänzen, da letztere bislang die Privathaushalte jenseits von Einsparinformationen noch nicht adressieren und ökonomische Entlastungsanreize zum Gassparen nur für die Industrie vorsehen, und zwar in Form eines Auktionsmodells.

Der Energiesparbonus von Scheer war auch bereits Thema in der gemeinsamen Sitzung der AG Wirtschaft und der AG Klima und Energie der SPD-Bundestagsfraktion mit Robert Habeck.

Der FDP-Politiker Lukas Köhler schlug Ende Juli zudem einen Gas-Sparbonus für Hartz-IV-Empfänger vor. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, will Lukas damit finanzielle Anreize für Bezieher von Arbeitslosengeld II schaffen, da deren Heizkosten in der Regel vollständig vom Jobcenter übernommen werden.

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