Windenergieanlagen auf See sind extremen Beanspruchungen infolge Wind, Wellen und Betrieb ausgesetzt. Sämtliche Bauteile der Offshore-Tragstrukturen müssen diesen Wechselbeanspruchungen standhalten. Hierzu gehören neben dem Turm auch die Rohr-in-Rohr-Steckverbindungen zwischen den in den Meeresboden gerammten Pfählen und der Tragstruktur. Als Verbindung kommt der Grouted Joint zum Einsatz, der aus zwei sich übergreifenden Stahlrohren besteht, wobei der Zwischenraum zwischen den Rohren mit hochfestem Feinkornbeton verfüllt wird.
Das Forschungsvorhaben "Überwiegend axial wechselbeanspruchte Grout-Verbindungen in Tragstrukturen von Offshore-Windenergieanlagen" (GROWup) untersucht nun das Trag- und Ermüdungsverhalten von Rohr-in-Rohr Verbindungen, deren Spalten mit hochfestem Mörtel verfüllt sind, unter vorwiegend axialer Wechselbeanspruchung, und versucht hieraus Bemessungsregeln sowie Ausführungshinweise aus Versuchen und Berechnungen abzuleiten.
Mit Hilfe von experimentellen und numerischen Untersuchungen wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover das Trag- und Ermüdungsverhalten erforschen. Neben Tests unter Druckschwellbelastung wird in einem eigens entwickelten Vergroutungsteststand das Fließverhalten von Mörteln über längere Strecken und beim Umfließen von Hindernissen sowie in einem weiteren Prüfstand das Materialverhalten unter realen Bedingungen mit Meerwasser nachgestellt und untersucht.