Letzte Aktualisierung: 08.01.2023

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Heizkörperventilatoren im Test: Ist ein Heizkörperverstärker sinnvoll?

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Heizkörperventilatoren – auch teilweise Heizkörperverstärker genannt – werden unter dem Heizkörper montiert und verstärken die Luftzirkulation durch den Heizkörper. So gelangt die erwärmte Luft schneller nach oben und die kalte Luft schneller nach unten zum Heizkörper. Auf diese Weise soll der Raum schneller aufgeheizt werden. Wir haben 4 Ventilatoren eines bekannten Herstellers getestet.

Das Prinzip ist einfach: Kleine Ventilatoren sorgen für eine stärkere Luftumwälzung (Konvektion) und sollen so die Heizkörperwärme effizienter nutzbar machen. Heizkörperventilatoren sollen so einfach Heizkosten sparen. (Foto: energie-experten.org)

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Das Interesse an Heizkörperventilatoren ist in der Energiekrise enorm gestiegen. SpeedComfort, ein holländischer Hersteller aus Rotterdam, wirbt damit, dass ihre Ventilatoren einen Raum in der Hälfte der Zeit beheizen und bis zu 22 % des Gasverbrauchs einsparen könnten. Ein fast unglaubliches Versprechen. Wir wollten uns von der Funktionsweise selbst überzeugen und haben die Heizkörperventilatoren von SpeedComfort getestet.

Unboxing: Überschaubares Set auch für Anfänger geeignet

Wenn man die quaderförmigen Pakete öffnet, so sehen die sogenannten Heizkörperverstärker zuerst aus wie flache Steckdosenleisten, aber statt Steckplätzen haben sie drei kleine Ventilatoren. Nach wenigen Augenblicken hat man auch bereits verstanden, wie welche Kabel zusammengesteckt werden. Alles ist (fast) selbsterklärend.

Die Anzahl der Lüfter, die man braucht, hängt von der Größe des Raums ab. Ein SpeedComfort Heizkörperverstärker bewegt ungefähr 30 m3 Luft pro Stunde. In der Regel reicht es aus, einmal pro Stunde die gesamte Raumluft umzuwälzen.

Für ein kleines (Schlaf-)Zimmer von ca. 12 m2 reicht 1 SpeedComfort. Wenn der Raum größer ist, brauchen Sie entsprechend mehr Heizkörperventilatoren. Ein Wohnzimmer von 5 Metern Breite, 8 Metern Länge und 3 Metern Höhe hat ein Volumen von 120 m3. Sie benötigen dann 4 Heizkörperverstärker.

Ein Heizkörperverstärker von SpeedComfort kostet rund 50 Euro, im Dreierpack gibt’s diese schon für 140 Euro. Die günstigsten Preise haben wir bei Amazon* gefunden. Auf den SpeedComfort und den Adapter bekommen Sie zehn Jahre Garantie! Zudem werden die SpeedComforts von einem niederländischen Betrieb montiert, der mit am Arbeitsmarkt schwer vermittelbaren Personen arbeitet.

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Einfache Montage mit verstellbaren Magneten

Bevor man Heizkörper mit Ventilatoren ausrüstet, sollte man sicherstellen, dass der Heizkörper sauber ist, da sonst der Staub in die Luft geblasen wird, was besonders für Menschen mit Allergien problematisch sein kann.

Eine spezielle Heizkörperbürste ist am besten geeignet, um den Heizkörper zu reinigen. Aber auch ein langer Staubwedel reicht vollkommen aus. Positiver Nebeneffekt: Wenn der Heizkörper sehr verschmutzt ist, kann die Reinigung auch dazu beitragen, die Effizienz zu erhöhen, da Staubschichten isolierend wirken.

Die Lüfter werden danach einfach an der Unterseite des Heizkörpers befestigt. Ein Heizkörperventilator von SpeedComfort ist 34 cm lang, 7 cm breit und 2,3 cm hoch. Um sie an der Unterseite der Radiatoren zu befestigen, haben die Heizkörperventilatoren Magnete an beweglichen, in geringem Umfang auch höhenverstellbaren Schienen.

Wir haben unterschiedliche Heizkörperbreiten getestet und an allen Plattenheizkörpern waren die Ventilatoren problemlos und stabil zu montieren. Die gesamte Montage dauerte nicht länger als 2 Minuten. Man kann die Heizkörperverstärker aber auch genauso gut oben am Heizkörper anbringen, sie funktionieren dann genauso gut.

Alte gusseiserne Rippenheizkörper eignen sich weniger für das Magnetschienen-System von SpeedComfort. Alternativ kann man die Heizkörperverstärker mit den mitgelieferten Füßen auf den Boden unter den Heizkörper stellen oder mit Kabelbindern darunter aufhängen. Nicht wirklich schön, aber es funktioniert.

Der einzige Nachteil: Man braucht für die Lüfter eine Steckdose in der Nähe der Heizung. Das mitgeliefert Stromkabel ist etwa 1,80 Meter lang. Ist die Steckdose weiter weg, braucht man ein Verlängerungskabel. Wiederaufladbare Akkus wären hier eine Lösung.

SpeedComfort begründet das Fehlen von Batterien jedoch mit Nachhaltigkeitsaspekten, was man auch wiederum nachvollziehen kann: „Wir haben uns für eine Speisung entschieden, die immer funktioniert. Obgleich der SpeedComfort nur wenig Strom verbraucht, müsste doch hin und wieder eine Batterie ausgetauscht werden. Das kostet Geld, ist nicht nachhaltig und kann ein Ärgernis darstellen.“

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Heizkörperventilator-Test: Unsere Erfahrungen nach 1 Monat

Der Heizkörperverstärker schaltet sich automatisch ein, sobald die Heizung eine festgelegte Betriebstemperatur erreicht. Die Ventilatoren springen automatisch an, sobald das Ventilator-Thermostat, das man ebenfalls einfach mit einem Magnet am Heizkörper befestigt, 33 Grad misst, bei 25 Grad schalten sie sich wieder ab. Der Ventilator ist damit nur im Betrieb, wenn der Heizkörper aufgeheizt wird.

Wird kein Thermostatschalter angebracht, dann arbeiten die SpeedComforts ohne Unterlass und können bei Bedarf über die Steckdose z. B. mit einem Smart Plug ein- und ausgeschaltet werden. So könnte man auch ein Kühlprogramm einer Wärmepumpe steuern.

Im Betrieb kann man die Heizkörperventilatoren fast nicht hören. Sitzt man ein paar Meter entfernt, kann man die Ventilatoren nicht mehr hören. Unser Test-Ergebnis deckt sich damit mit den Herstellerangaben von 20 Dezibel. Das ist ein geringerer Geräuschpegel als das Rascheln von Blättern.

Wer ganz nah am Heizkörper lauscht, kann nur ein ganz leises Surren hören. Wer dies immer noch als zu laut empfindet, der kann auch einen Adapter mit etwas niedrigerer Spannung bekommen. Dadurch dreht sich der Lüfter etwas langsamer, was auch weniger Lärm verursacht.

Auch der Stromverbrauch ist sehr gering. Der Hersteller gibt für einen Lüfter bei 1200 Betriebsstunden pro Jahr Kosten von 32 Cent an. Die zusätzlichen entstehenden Stromkosten sollen für einen großen Raum mit sechs Heizkörperventilatoren weniger als ein Euro betragen. Wenn die Heizkörperventilatoren nicht in Betrieb sind, verbraucht auch der Adapter keinen Strom.

Um zu messen, ob das Wohnzimmer mit den Ventilatoren tatsächlich doppelt so schnell durchgeheizt ist, fehlte uns das Profi-Messequipment. Gefühlt konnten wir aber feststellen, dass der Raum etwas schneller und gleichmäßiger aufgeheizt wurde.

Zudem haben wir festgestellt, dass der Test-Raum mit Heizkörperventilatoren schneller von Kondenswasser am Fenster befreit wurde bzw. sich weniger oder gar kein Kondenswasser bildete. Der Grund: Ein Fensterbrett verhindert das Aufsteigen der warmen Luft vom Heizkörper. Die Verstärker forcieren den Luftstrom am Fensterbrett vorbei und sorgen für eine bessere Luftumwälzung.

Unsere Erfahrung ist daher insgesamt positiv. Die Heizkörperverstärker selbst arbeiten einwandfrei und erfüllen voll und ganz ihren Zweck. Dass die Ventilation einen Effekt erzielt, dürfte unbestritten sein. In welchem Umfang sich die Verstärkung der Konvektion auf die Raumbeheizung auswirkt und ob diese den Preis der SpeedComfort Heizkörperverstärker rechtfertigt, können wir nach unserem Test nicht beurteilen.

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Sind Heizkörperventilatoren in Mietshäusern illegal?

In einigen Medien wird berichtet, dass der Einsatz von Heizkörperventilatoren in Mietwohnungen mit Messgeräten an Heizkörpern illegal sei. Es handele sich um eine Manipulation der Messtechnik, sodass quasi mehr Wärme abgegeben als abgerechnet würde. In Mehrfamilienhäusern mit Zentralheizung und einer solchen Heizkostenermittlung seien Heizkörperverstärker dann nicht erlaubt.

Wir können nicht beurteilen, ob es solche Verbote im Einzelfall gibt. Durch den Heizkörperventilator wird letztendlich aber die Leistungsfähigkeit des Heizkörpers erhöht, ohne dass der Heizkostenverteiler, der aus der Heizkörper- und Raumtemperatur sowie der Geometrie des Heizkörpers die entnommene Wärmeenergie berechnet, dementsprechend neu parametriert wurde.

Wenn die Leistungsfähigkeit des Heizkörpers erhöht wird und diese aber nicht in dem Zähler berücksichtigt wird, wird letztlich mehr Energie entnommen als vom Zähler registriert wird. Ein ähnlicher Fall tritt ein, wenn man den Heizkörper mit Vorhängen in seiner Leistung reduziert. Dann muss länger geheizt werden und man bezahlt über die tatsächlich verbrauchte Energie hinaus.

Wer also einen Heizkörperverstärker nutzt, wälzt Kosten auf seine Nachbarn ab. Die letztliche Heizkostenrechnung bleibt hingegen gleich. Um sicherzugehen, sollten Mieter mit Heizkostenverteilern an den Heizkörpern sicherheitshalber die Erlaubnis des Vermieters oder der Hausverwaltung einholen, bevor sie Heizkörperventilatoren anbringen.

Bei einer Heizkostenabrechnung mittels Wärmemengenzähler oder bei einem Einfamilienhaus können Heizkörperverteiler grundsätzlich eingesetzt werden, da Wärmemengenzähler die verbrauchte Wärme am Eingang der Leitungen in die Wohnung oder ins Haus messen und nicht direkt am Heizkörper.

Heizkörperverstärker können Wärmepumpen effizienter machen

Heizkörperverstärker können grundsätzlich auch eine sinnvolle Lösung sein, um die Effizienz von Wärmepumpen zu verbessern: Sie verstärken die Konvektion des Heizkörpers und steigern so seine Leistung. Bei einem 750-Watt-Heizsystem wird eine Leistung erreicht, die rund 850 bis 900 Watt entspricht. Also einer Leistungssteigerung von 15% bis 20%.

Normale Heizkörper werden durch die Ventilatoren quasi zum Gebläsekonvektor aufgerüstet und durch die Leistungssteigerung werden sie quasi größer. Man kann daher auch die Vorlauftemperatur absenken, sodass die Wärmepumpe effizienter arbeiten kann.

Auch Heizkörper-Hersteller nutzen dieses Prinzip und bieten spezielle Wärmepumpen-Heizkörper mit integrierten Ventilatoren an, sogenannten Aktivatoren an. Man findet diese Heizkörper deshalb auch unter der Bezeichnung Gebläsekonvektor im Handel.

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