Letzte Aktualisierung: 03.08.2022

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Heizlüfter-Blackout: Experten warnen vor längeren Stromausfällen im Winter!

Raus aus der Gaskrise, rein in die Stromkrise? Experten warnen vor einer möglichen Überlastung des Stromnetzes durch Heizlüfter! Werden die Direktheizgeräte während eines Stromausfalls nicht von der Steckdose getrennt, hat der Betreiber kaum Möglichkeiten, die Netze wieder schnell und zuverlässig hochzufahren. Ein langer Stromausfall kann die Folge sein.

Viele Gaskunden wollen einem Gasausfall im Winter vorbeugen. In vielen Baumärkten sind daher Heizlüfter ausverkauft. Kommen sie zum Einsatz, drohen aber längerfristige Stromausfälle. (Foto: energie-experten.org)

In den Elektronik- und Baumärkten sind sie derzeit besonders gefragt: Die sogenannten „mobilen elektrischen Direktheizgeräte“ als vermeintliche Helfer bei knapper werdendem Gas. Dazu zählen z. B. Heizlüfter, Heizstrahler, Wärmekonvektoren oder Radiatoren. Sie werden an die Haushaltssteckdose angeschlossen und haben üblicherweise eine Leistung zwischen 1000 und 3000 Watt.

Doch was passiert, wenn sehr viele Deutsche im Winter statt der Gasheizung den Heizlüfter anwerfen? Experten warnen: Dann kann es zu einem längerfristigen Stromausfall ("Blackout") kommen.

Wie verursachen Heizlüfter einen Stromausfall?

Denn das deutsche Stromnetz ist ein fein aufeinander abgestimmtes System, das auf den üblichen Verbrauch ausgelegt ist, wenn auch mit einer Sicherheitsreserve. Wird das Stromversorgungsnetz mit gleichzeitigen, plötzlichen und ungewöhnlich hohen Überlastungen konfrontiert, greifen sofort Schutzmaßnahmen.

Im Klartext heißt das: Betroffene Netzbereiche werden bei einer Überlastung durch z. B. viele tausend nicht eingeplante Heizlüfter automatisch abgeschaltet, es fließt kein Strom mehr. Für alle Kundinnen und Kunden in diesen Bereichen kommt es dann zum Stromausfall.

Daher raten auch der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) in einer aktuellen Pressemitteilung von einem vermehrten Einsatz von Heizlüftern und Co. ab:

"Etwa 50 Prozent der ca. 40 Millionen Haushalte in Deutschland heizen derzeit mit Gas. Bei der einfachen Annahme, dass an einem sehr kalten Wintertag im Mittel in der Hälfte dieser Haushalte ein elektrisches Heizgerät mit einer typischen Leistungsaufnahme von 2000 Watt in Betrieb wäre, kommt man überschlägig zu einem zusätzlichen elektrischen Verbrauch von rund 20 Gigawatt. Dies entspricht einer Steigerung der aktuellen Jahreshöchstlast in Deutschland um ein Viertel, was weder die Stromnetze noch die vorhandenen Kraftwerke leisten könnten, zumal Gaskraftwerke in einer Gasmangellage ebenfalls nicht verfügbar wären."

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Heizlüfter könnten Hochfahren des Stromnetzes verhindern

Und es könnte noch schlimmer kommen: Anders als z. B. Nachtspeicher-Heizungen oder Wärmepumpen können die mobilen Heizgeräte nämlich bei einer drohenden Überlastung nicht vom Netzbetreiber abgeschaltet werden. Denn sie stecken eingeschaltet in der Steckdose.

Kommt es nun zum Stromausfall und versucht der Netzbetreiber das Stromnetz dann wieder zu starten, würden sofort wieder die Heizlüfter anspringen und das Stromnetz sofort wieder überlasten.

Das bedeutet: Werden die Geräte während eines Stromausfalls nicht direkt von den Benutzerinnen und Benutzern ausgeschaltet, hat der Betreiber kaum Möglichkeiten, die Netze wieder schnell und zuverlässig hochzufahren.

Alle Bürger des betroffenen Netzgebietes müssten dann theoretisch benachrichtigt werden, ihre Heizlüfter wieder vom Stromnetz zu trennen – also den Stecker aus der Steckdose zu ziehen oder das Gerät auszuschalten – bevor das Stromnetz wieder hochgefahren werden kann. Ein langer Stromausfall kann die Folge sein.

Gas-Mangellage ist für Private eher unwahrscheinlich

Tatsache ist allerdings: Private Gaswärme-Kundinnen und -Kunden sind gesetzlich besonders geschützt. Auch in einer Mangellage werden sie weiter versorgt. Zudem füllen sich gerade die Gasspeicher weiter. Bundesweit sind wieder rund 67 Prozent erreicht. Zum 1. Oktober sollen die Speicher zu 85 Prozent gefüllt sein, bis November zu 95 Prozent.

"Wer sich effektiv vorbereiten möchte, sollte statt Heizlüfter zu kaufen bereits jetzt mit Energiesparmaßnahmen beginnen. Und Wartungen an Gasheizungen werden am besten vor dem Winter durchgeführt", raten Energie-Experten.

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Alleine für die Beheizung eines Raumes drohen Kosten von rund 264 Euro pro Monat

Zudem ist das Heizen mit Heizlüftern noch deutlich teurer als das Heizen mit einer Gasheizung: Auch wenn man heute einen neuen Gasliefervertrag abschließt, zahlt man mit 26 Cents pro Kilowattstunde immer noch weniger als wenn man Strom für z.B. 32 Cent einfach 1:1 verheizt.

Michael Conradi von der Initiative Wärme+ warnt daher: „Wenn diese Geräte über einen längeren Zeitraum benutzt werden, können sich die Stromkosten massiv erhöhen!“ Das lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Ein Heizlüfter mit einer Leistung von 2.000 Watt verbraucht pro Stunde zwei Kilowattstunden (kWh)Strom. Der Gesamtstromverbrauch ist abhängig von der Anschlussleistung und der Betriebsdauer.

"Ein Heizlüfter, der pro Tag zwölf Stunden lang betrieben wird, verursacht einen Stromverbrauch von 24 kWh", rechnet Conradi vor. "Beim aktuellen Strompreis von rund 37 Cent macht das 8,80 Euro am Tag." Alleine für die Beheizung eines Raumes muss man demnach mit Kosten von rund 264 Euro pro Monat rechnen. Ein Dauerbetrieb in allen Wohnräumen wäre also sehr teuer.

Es ist also unwahrscheinlich, dass Gaskunden im Winter im Umfang von 20 Gigawatt Heizlüfter in Betrieb nehmen und so das Stromnetz lahmlegen.

Es gibt laut Wärme+ aber durchaus elektrische Direktheizungen, die als Alternative zur konventionellen Heizung geeignet sind, beispielsweise Fußbodentemperierungen oder Infrarot-Panels. Diese Panels werden an der Wand oder Decke angebracht und erzeugen eine besonders angenehme Wärme, die den Sonnenstrahlen gleicht.

Eine elektrische Fußbodentemperierung lässt sich mit wenig Aufwand unter fast jedem Bodenbelag nachrüsten. Die effiziente Wärme erzeugen flache Heizmatten, die direkt auf den Estrich oder den bestehenden Untergrund verlegt werden. Es gibt sogar Systeme, die in Feuchtebereichen wie der Dusche eingebaut werden können. Allerdings sollten die genannten Heizungen nur in gut gedämmten Gebäuden, in denen der Wärmebedarf gering ist, als Vollheizsystem eingesetzt werden.

Gaskrise könnte sich ab Anfang 2023 entspannen

Überdies könnte sich die Gaskrise bereits ab dem Jahreswechsel in einigen Teilen Deutschlands wieder entspannen und für freiwerdende Gaskapazitäten sorgen. So hat SH Netz umfangreiche technische Maßnahmen gestartet, um die Versorgung weiter Teile Schleswig-Holsteins mit LNG-Gas von Brunsbüttel aus zu ermöglichen.

SH Netz baut jetzt einen sogenannten Schieberplatz in Brunsbüttel. Von dort aus wird das Gas aus einer drei Kilometer langen Leitung von Gasunie Deutschland (GUD) in zwei Richtungen geleitet. Entweder nach Klein Offenseth, wo das Gas in der Gasübernahmestation an GUD zurückgeben wird, damit es von dort aus deutschlandweit Verwendung findet. Oder es wird in Richtung Norden und Westen weitergeleitet, um die eigenen Gaskunden zu versorgen. Zudem baut SH Netz eine Reihe von Odorierungsanlagen, die das LNG-Gas aus Sicherheitsgründen mit Geruchsstoff versetzen.

Ziel der Maßnahmen ist es, bereits zum Jahreswechsel möglichst viel LNG-Gas aus dem neuen schwimmenden Gasterminal in Brunsbüttel übernehmen zu können und zur Versorgung von Bevölkerung und Industrie einzusetzen. Danach könnten über die umgebauten Leitungen nach derzeitigen Hochrechnungen im Optimalfall bis zu 2,7 Millionen Durchschnittshaushalte (15.000 kWh) ein Jahr lang versorgt werden.

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