Letzte Aktualisierung: 19.07.2022

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Holzpellet-Preise steigen um 125,5 Prozent - Pellet-Verband rät vom Kauf ab

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Der Preis für Holzpellets gilt eigentlich als recht stabil. Aber die Energiekrise hat auch diesen Markt erfasst, obwohl die Hersteller ihre Produktionskapazitäten kontinuierlich erhöht haben. So ist der Preis für eine Tonne Holzpellets förmlich explodiert. Um satte 125,5 Prozent ist der Preis für Pellets im Vergleich zum Juli 2021 gestiegen! Der deutsche Pellet-Verband DEPI rät daher vom Kauf ab: Wer aktuell keine Pellets benötigt, sollte Preise „nicht durch unnötige Bestellungen weiter anheizen.“

Diese Grafik zeigt die Preis-Entwicklung von Holzpellets in den letzten 12 Monaten

Die Unruhe an den Energiemärkten beeinflusst den Pelletmarkt weiter in nicht vorhersehbarem Ausmaß: Seit Juli 2021 sind die Holzpellets-Preise in Deutschland um 125,5 Prozent gestiegen! (Grafik: Deutsches Pelletinstitut GmbH (DEPI))

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Laut des Preisindex des Deutschen Pelletinstituts DEPI lag der Durchschnittspreis für Holzpellets in Deutschland im Juli 2022 mit 507,83 Euro pro Tonne 17,7 Prozent über dem Preis im Vormonat Juni. Betrachtet man das Vorjahr, fällt der Preissprung noch mehr ins Auge: Der Preis für die modernen Presslinge ist im Vergleich zum Juli 2021 um 125,5 Prozent gestiegen! Umgerechnet kostet ein Kilo Pellets heute durchschnittlich 50,78 Cent, was pro Kilowattstunde etwa 10,16 Cents entspricht.

Die höchsten Pellet-Preise zahlen dabei die Nordlichter: In Nord- und Ostdeutschland muss man mittlerweile 519,84 Euro pro Tonne bei einer Abnahmemenge von 6 Tonnen zahlen. In der Mitte der Republik beträgt der Durchschnittspreis 505,38 Euro pro Tonne Holzpellets. Etwas günstiger noch ist es in Süddeutschland. Dort kosten Pellets im Juli 2022 „nur“ 504,02 Euro pro Tonne. Bei größeren Mengen von mehr als 20 Tonnen, muss man laut DEPI im Süden mit 490,83 pro Tonne am meisten zahlen und im Norden 488,87 Euro. Am günstigsten kommt Mitte Deutschlands weg. Hier zahlt man 483,95 Euro pro Tonne bei größeren Abnahmemengen.

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„Drang zur Bevorratung“ treibt Pellet-Preise nach oben

Die aktuelle Nachfrage nach Pelletfeuerungen ist so hoch wie noch nie. Das betrifft sowohl Pelletheizungen, die anders als in den zurückliegenden Jahren nun auch Gasheizungen ersetzen, als auch Pelletkaminöfen, deren Verkäufe als Ergänzung zur fossilen Heizung dieses Jahr eine sehr hohe Steigerung erfahren.

Der Pellet-Verband sieht die Gründe für die exorbitante Pellet-Preissteigerung einerseits in einer großen Verbraucherverunsicherung und einem auch durch die Politik motivierten Drang zur Bevorratung. Andererseits wirken die steigenden Rohstoff- und Produktions- insbesondere Energiekosten weiter preistreibend.

Pelletproduzenten reagieren schon seit geraumer Zeit mit Werkserweiterungen und Neubauten auf die wachsende Nachfrage. Eine Produktionsmenge von über 1,75 Mio. t wie in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 gab es noch nie in einem Halbjahr. Deutschland festigt damit seine Position als größter Pelletproduzent in Europa. Im laufenden Jahr ist der Export heimischer Ware zudem auf 11,0 Prozent gesunken.

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Trotz hoher Preise: Kilowattstunde immer noch 33 Prozent günstiger

Weiterhin bestünde laut Pellet-Verband ein deutlicher Preisvorteil zu den fossilen Energieträgern Heizöl und Erdgas von rd. 33 Prozent. „Dass Pellets immer noch deutlich günstiger sind als fossile Brennstoffe, zeigt, dass das Konzept auch in Krisenzeiten funktioniert“, erklärt Martin Bentele, Geschäftsführer beim Deutschen Pelletinstitut (DEPI)-

Bestandskunden mit Restmengen im Lager müssen mit längeren Lieferzeiten rechnen, werden aber zur Heizsaison versorgt werden. Der Verband rät daher Verbrauchern: Wer aktuell keine Pellets benötigt, sollte diese Entwicklung nicht durch unnötige Bestellungen weiter anheizen. Zudem sollte nicht auf Billiganbieter mit minderer Qualität ausgewichen werden. Industriepellets minderer Qualität sind nicht für kleinere Zentralheizungen und Pelletkaminöfen geeignet. Sie können den Ausfall der Heizung verursachen. Pellets der höchsten Qualitätsklasse ENplus A1 gibt es nur im zertifizierten Handel.

Leserreaktionen: Pellet-Preise für Viele unzumutbar

Hinter der Preisindexierung vom DEPI verstecken sich aber auch viele Einzelschicksale, die noch von drastisch höheren Pelletpreis-Steigerungen betroffen sind. Und teilweise sind sie in der prekären Lage, in den kommenden Wochen Holzpellets bestellen zu müssen.

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"Preissteigerungen innerhalb eines Wochenendes von 500 Euro auf 800 Euro machen den Betroffenen Angst"

Johann S. schrieb uns: "Es gibt derzeit viele Besitzer einer Pelletsheizung, die nicht wie von Ihnen vorgeschlagen abwarten und auf einen besseren Preis warten können! Viele warten meist auf den Sommer, um dann ihre Speicher aufzufüllen! Die Bevorratungen sind ja meist auf den Jahresbedarf ausgelegt, damit vor einer neuen Lieferung, die Speicher von Staub gereinigt werden können, um die Anlage damit zu schützen! Ergo haben viele Besitzer von Pelletsöfen derzeit vielleicht noch 2-3 Tonnen in Ihren Bunkern und müssen jetzt bestellen! Preissteigerungen innerhalb eines Wochenendes von 500 Euro auf 800 Euro machen den Betroffenen Angst, was dann erst im Herbst los sein wird, wenn sie dann bestellen!"

"Eine Warenknappheit als Begründung mit heranzuziehen, schlägt dem Fass den Boden raus!"

S. weiter: "Die derzeitige Lage für dieses eigentlich super Produkt Pellets, ist leider katastrophal! Mir wurde in 2003 gesagt, dass mich eine Pelletsheizung zwar weitaus mehr kostet als eine Öl- oder Gasheizung, dies aber durch den günstigen Brennstoff kompensiert wird! Bisher gab es zwar seitdem immer wieder Preisangleichungen. Aber was jetzt passiert ist eine Frechheit! Preissteigerungen die inflationsbegründet sind ok! Aber eine Warenknappheit als Begründung mit heranzuziehen, schlägt dem Fass den Boden raus! Diese Form der Energieversorgung ist meines Erachtens genau jetzt Geschichte, weil die Verlässlichkeit für das Produkt, zumindest beim Verbraucher, spätestens jetzt verloren gegangen ist!"

"Was hier grad läuft sind durch Gier getriebene Preise der Energiewirtschaft!"

Auch Richard P. berichtete uns von deutlich höheren Preissteigerungen: "Ich weiß ja nicht, woher die ihre Preise haben, aber das geht vollkommen an der Realität vorbei! Vor ca. 1 Woche kostete die Tonne Pellets hier in Baden-Württemberg bei rund 700 Euro. Wir haben 2021 die Tonne Pellets für unter 200€ geliefert bekommen. Wie kommen die bei einer mehr als Verdreifachung des Preises bitte auf nur 125,5% Steigerung?? Mathe 6 setzen!! Was hier grad läuft sind durch Gier getriebene Preise der Energiewirtschaft!"

"Für mich ein Fall für das Kartellamt"

"Die Preissteigerung bei den Pellets sind wirtschaftlich nicht nachvollziehbar. Klar, im Winter und für das nächste Jahr sind höhere Preise zu erwarten, immerhin benötigt man bei der Produktion von Pellets Energie. Diese Energie wird aber erst für die Produzenten zukünftig teurer - nicht jetzt alle auf einmal. Für mich ein Fall für das Kartellamt - auf dem Markt finden Preisabsprachen statt - anders nicht zu erklären. Nur wie aktiviert man das Kartellamt?" (Autor TT)

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