Letzte Aktualisierung: 16.08.2022

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Holzpellets-Preis springt erstmals auf über 700 Euro pro Tonne!

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Der Holzpelletsmarkt kommt nicht zur Ruhe: Laut DEPV muss man im August 2022 bei Abnahme von 6 Tonnen im Durchschnitt nun pro Tonne stolze 682,98 Euro brutto bezahlen! Im Norden und Osten sogar über 700 Euro. Und damit rund 200 Euro mehr als im Vormonat. Der Verband versucht die Lage zu beruhigen und rät vom Kauf in der jetzigen Situation erneut ab.

Die Pelletpreise sind im August wieder gestiegen. In Regionen im Norden und Osten muss man nun – im Durchschnitt – schon mit über 700 Euro pro Tonne kalkulieren. (Foto: © Deutsches Pelletinstitut)

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Alleine im Vergleich zum Vormonat Juli, in dem es bereits zu horrenden Preissteigerungen auf 507,83 Euro kam, bedeutet der erneute Preissprung eine Steigerung von 34,5 Prozent. Im Vergleich zum August 2021 ist damit der Holzpellet-Preis um fast 200 Prozent (194,4 Prozent) gestiegen. Im Juli 2022 lag die Preissteigerung im Vorjahresvergleich noch bei 125,5 Prozent.

Nord und Ostdeutschland muss sogar mit über 700 Euro rechnen

Während der Osten und Norden Deutschlands in den vergangenen Monaten eher am unteren Pelletpreis-Limit lag, schlagen die Händler nun besonders hier zu und holen die Preisaufschläge nach. Rund 200 Euro muss man nun für eine Tonne Pellets mehr bezahlen!

Während man in Süddeutschland im August 2022 bei Abnahme von 6 Tonnen mit 675,58 Euro rechnen muss, kosten Pellets in Nord- und Ostdeutschland jetzt im Durchschnitt schon 714,38 Euro. In der Region Mitte kommt man im Durchschnitt auf 679,97 Euro.

Tabelle: Durchschnittliche Pelletpreise (brutto) im Juli und August 2022 bei Abnahme von 6 Tonnen (Quelle: DEPI)
Süd Mitte Nord
Juli 2022 504,02 € 505,38 € 519,84 €
August 2022 675,58 € 679,97 € 714,38 €
Veränderung (gesamt) 171,56 € 174,59 € 194,54 €
Veränderung (in Prozent) 34,04% 34,55% 37,42%
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Zum Vergleich: Beim Pelletpreis ergaben sich im Juli 2022 bei Abnahme von 6 Tonnen regional noch folgende Unterschiede:

  • In Süddeutschland kosteten Pellets brutto 504,02 Euro pro Tonne.
  • In der Mitte der Republik betrug der Durchschnittspreis 505,38 Euro/t,
  • in Nord-/Ostdeutschland 519,84 Euro/t.

Für größere Mengen von 26 Tonnen müssen in Süddeutschland im August 2022 662,59 Euro, in der „Mitte“ 663,74 Euro und in Nord- und Ostdeutschland 690,49 Euro bezahlt werden. Im Juli 2021 lag der Preis im Süden noch 490,83 Euro, in Gebiet Mitteldeutschland bei 483,95 Euro und im Nord-Osten bei 488,87 Euro pro Tonne.

Bei kleineren Abnahmemengen von 3 Tonnen schlagen noch höhere Kosten zu Buche. Wer sein Lager nur auffüllen will oder nur eine kleine Pelletbevorratung besitzt, muss in Nord- und Ostdeutschland mit stolzen 732,45 Euro pro Tonne inkl. Mehrwertsteuer rechnen.

Tabelle: Durchschnittliche Pelletpreise (brutto) im Juli und August 2022 bei Abnahme von 3 Tonnen (Quelle: DEPI)
Süd Mitte Nord
Juli 2022 518,44 € 520,73 € 536,42 €
August 2022 689,88 € 696,82 € 732,45 €
Veränderung (gesamt) 171,44 € 176,09 € 196,03 €
Veränderung (in Prozent) 33,07% 33,82% 36,54%
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Gründe: Treibt wirklich die Nachfrage den Pellet-Preis auf Rekordniveau?

„Viele Bestellungen verunsicherter Kunden treiben den Preis für Holzpellets auch im August weiter nach oben“, so der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) in seiner heutigen Pressemitteilung. Zudem seien die gestiegenen Rohstoffpreise und hohe Energiekosten in Produktion und Logistik schuld.

Martin Bentele, Geschäftsführer beim DEPI, ist jedoch zuversichtlich, dass die Pelletbranche unter stabileren Rahmenbedingungen mittelfristig ihre Stärken als klimafreundliche und wirtschaftliche Wärmelösung wieder voll ausspielen kann. „Denn Pellets sind nicht vom CO2-Preis auf fossile Brennstoffe betroffen, werden überwiegend aus Reststoffen regionaler Sägewerke hergestellt und der Heizungstausch hin zu Pellets wird in der Regel mit mind. 20 Prozent staatlich gefördert“, so Bentele.

Viele Pelletheizer sind jedoch alles andere als zuversichtlich. Denn unsere Redaktion erreichen täglich Rückmeldungen, die von verlorenem Vertrauen in die Pelletheizungsbranche zeugen. Viele bereuen auch, auf die Pelletheizung gesetzt zu haben und vermuten, dass Pelletshersteller und -händler die Marktlage ausnutzen, um die Preise zu treiben.

Worin letztlich die Gemengelage für die exorbitanten Preissteigerungen besteht, eins ist klar. Das Heizen mit Pellets wird in diesem Winter für sehr viele sehr teuer werden. Die Bundesregierung sollte ihr Augenmerk daher nicht auf Gasverbraucher richten, sondern auch auf die deutschen Pelletheizer.

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Sind Strohpellets eine Alternative zu Holzpellets?

In unserem Beitrag „Pellet-Preis-Explosion: Sind Strohpellets eine günstige Alternative?“ haben wir Strohpellets als Alternative vorgestellt. Als Nebenprodukt bei der Getreideernte bieten sie grundsätzlich Preisvorteile. Und auch der Heizwert ist vergleichbar. Allerdings lassen sich Strohpellets nicht in jeder Anlage in der gleichen Qualität verfeuern. Und auch die aktuelle Verfügbarkeit ist nicht klar zu beziffern.

Unser Fazit: Wer sein Pelletlager für die Heizperiode 2022/2023 mit Strohpelltes vollmachen will, sollte zuerst prüfen, inwieweit die eigene Pelletheizung auch Strohpellets verfeuern kann. Dabei muss darauf insbesondere geachtet werden, ob auch mit Strohpellets die vorgeschriebenen Abgasgrenzwerte eingehalten werden können. Erst dann sollte man sich auf die Suche nach einem seriösen Händler machen.

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