Letzte Aktualisierung: 17.08.2011

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Klimaschutz: Tolle Ideen und Projekte für Kinder

Energie beheizt unsere Wohnungen. Energie bringt unsere Lampen zum Leuchten. Energie hilft uns, unser Essen zu kochen. Auch das Radio, der Fön und der Fernseher brauchen Energie. Energie macht die Menschen mobil. Doch Energie verursacht auch viele CO2-Emissionen. Deshalb steht fast täglich in den Zeitungen, dass wir Energie sparen und dadurch den Ausstoß von CO2 reduzieren sollen. Doch wie bringt man gerade den Kleinsten unserer Gesellschaft bei, dass Energie wertvoll ist und nicht verschwendet werden darf? Wo doch auch die Erwachsenen oft ohne nachzudenken Fenster bei voll aufgedrehten Heizkörpern öffnen und Lichter in ungenutzten Räumen brennen lassen. Macht es überhaupt Sinn, die Kleinen mit dem komplexen Thema Klimaschutz zu konfrontieren? Können Begriffe wie Treibhauseffekt, Ozon-Loch oder Methangas altersgerecht aufbereitet werden? Nach der Erfahrung der Klimaschutz-Initiative CO2NTRA kann man diese Fragen eindeutig mit "ja" beantworten. Kinder verstehen bereits im Kindergartenalter, dass Wärme und Energie uns den Alltag erleichtern. Also warum die Kleinen nicht schon in diesem Alter an die Themen Umwelt und Klimaschutz heranführen?

Doch wie bringt man den Kleinen bei, sparsam mit Wasser, Strom und Energie umzugehen? Eine Möglichkeit ist, die Kinder im Rahmen von Projektarbeiten auf die Energieverschwendung aufmerksam zu machen. Denn hier können die Kleinen selbst tätig werden und durch eigene Erfahrungen und Entdeckungen lernen. Mit Hilfe von Messgeräten lässt sich zum Beispiel ganz einfach herausfinden, ob und wo Energie oder Wasser verschwendet wird. Im Rahmen des von CO2NTRA geförderten Projekts "Taschengeld-Contracting" des Freiburger Planetenkinder e. V. lernen die Kinder auf spielerische Weise, wie sie Energie sparen können. Dabei steht gerade das eigene Experimentieren im Vordergrund: Mit einem Strommessgerät können sie selbst den Stromverbrauch von Geräten testen und vergleichen. "Wir versuchen, den Kindern in unseren Seminaren mit spannenden Ideen und Spielen technische Inhalte zu vermitteln, um sie für das Energiesparen zu begeistern", erklärt Eva Georg, Projektleiterin der Planetenkinder e. V. "Bei dem ersten Einführungsseminar gab es einige Überraschungen. Denn nicht jedes Kind wusste, wie viel sparsamer eine Halogenlampe im Vergleich zu einer normalen Glühbirne ist, und dass sich beim Wasserkochen mit einem Wasserkocher viel mehr Energie sparen lässt als beim Erhitzen in einem Topf. Mit Strommessgeräten und einem Energiespar-Quiz bringen wir den kleinen Teilnehmern die Welt der Haushaltselektronik näher", so Georg.

Auch im Rahmen der Kampagne "Klimadetektive" des Umweltbüro Nord e. V. decken Kinder und Jugendliche selbstständig Energieeinsparmöglichkeiten in ihrem Schulgebäude auf. Anhand einer Anleitung wird die gesamte Schule einem "Klima-Check" unterzogen. Hierbei werden der Papierverbrauch, die Abfallentsorgung und auch der technisch anspruchsvolle Bereich der schulischen Energiewirtschaft untersucht. "Die Kinder lernen nicht nur theoretisch, sondern aktiv, wie Energie gespart werden kann. Dabei stellen sie mit Freude fest, wie sich der Verbrauch von Strom allein durch kleine Änderungen im Schulhaus reduzieren lässt", erklärt Tilman Langner, Vorsitzender des Umweltbüro Nord e. V.

Schon kleine Verhaltensänderungen tragen dazu bei, die Umwelt zu schützen. Dafür reichen Vorsätze wie "Licht aus in der Pause", "Fahr’ Fahrrad statt Auto", oder "Fenster zu beim Heizen", die sich schnell in den Köpfen der Kinder festsetzen, um danach konsequent umgesetzt zu werden. So sind Vorwürfe, die sich Erwachsene von umweltbewussten Kindern anhören müssen, keine Seltenheit mehr: "Mama, das rote Lämpchen muss ganz aus sein!", erwischt eine Tochter ihre Mutter, als diese das Fernsehgerät auf Standby lässt. Die Kinder sind bereit, sich für etwas einzusetzen und achten daher genau darauf, dass die erlernten Regeln eingehalten werden. Die frühe Umwelterziehung trägt somit Früchte. Dass die Kleinen das Gelernte in die Familie tragen, zeigt das Projekt der Planetenkinder e. V. Hier schließen die frisch gebackenen Energiespar-Detektive einen Vertrag mit den Eltern und spüren Energiefresser im Haushalt auf. Werden diese identifiziert, erhalten die Kinder eine Taschengelderhöhung, die den eingesparten Energiekosten entspricht. "Ich finde es toll, dass wir fürs Energiesparen mehr Taschengeld bekommen", berichtet ein Viertklässler einer Grundschule in Freiburg begeistert. "Zu Hause schaue ich jetzt immer, dass meine Eltern alle Lichter ausmachen, wenn sie den Raum verlassen". Und durch die Taschengelderhöhungen werden auch die Eltern auf Energieeinsparpotenziale aufmerksam gemacht.

Die Projekte zeigen, dass die Kleinen begeistert bei der Sache sind und sowohl Experimenten als auch technischen Versuchen aufgeschlossen gegenüber stehen. "Es macht Spaß, die technischen Geräte der Schule zu untersuchen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Computer so viel Strom verbraucht!", staunt ein Klimadetektiv einer 10. Klasse. Durch das eigene Erproben ist der Lerneffekt um ein Vielfaches größer gegenüber dem rein theoretischen Lernen. Und die Kinder werden mit viel Spaß und Spannung für den Klimaschutz sensibilisiert. Denn: Früh übt sich, wer ein großer Klimaschützer werden will.

Die Umweltbildung in Kindergärten, Schulen und Vereinen wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen. Denn um folgenden Generationen gute Lebensbedingungen zu bieten, ist es wichtig, alle Altersgruppen aktiv in den Klimaschutz einzubeziehen und mit der Aufklärung bereits im frühen Kindesalter zu beginnen. Die Klimaschutz-Initiative CO2NTRA hat seit Bestehen zwölf Klimaschutz-Projekte ausgezeichnet und finanziell unterstützt, die gerade den Kleinsten unserer Gesellschaft mit viel Spaß und Spannung das Thema Klimaschutz vermitteln und zum Mitmachen animieren. Dabei unterscheiden sich die Herangehensweisen und die Möglichkeiten, das komplexe Thema aufzubereiten. So kann die Teilnahme über die Gemeinde oder die Schule erfolgen und die Projekte werden auf regionaler, überregionaler und internationaler Ebene angeboten. Egal wie die Organisation der Projekte aussieht, am Ende beweisen alle Initiativen: Klimaschutz macht Spaß und ist nicht schwer.

Quelle: Initiative CO2NTRA

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