Letzte Aktualisierung: 10.03.2022

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McKinsey: So versorgen wir 5 Millionen Wärmepumpen mit Öko-Strom!

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Laut des Energiewende-Index von McKinsey zum März 2022 bedarf es fast 5 Mal mehr Wärmepumpen, um im Einklang mit den gesteckten Klimazielen 2030 zu heizen. Um den steigenden Strombedarf zu decken und die erwartete Bedarfslücke von 200 Gigawatt Erneuerbarer Energien zu schließen, muss sich daher die Ausbaugeschwindigkeit von Windparks an Land verdoppeln, auf See verdreifachen und die von Solaranlagen mehr als vervierfachen.

Ausbaubedarf von Wärmepumpen, Wind- und Solarkraft zur Erreichung der Klimaziele 2030 (Grafik und Quelle: McKinsey Energiewende-Index)

Ausbaubedarf von Wärmepumpen, Wind- und Solarkraft zur Erreichung der Klimaziele 2030 (Grafik und Quelle: McKinsey Energiewende-Index)

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Umsetzung der Klimaziele erhöht Strombedarf

Die konsequente Umsetzung der neuen Klimaziele der Bundesregierung erhöht den Strombedarf in den Wirtschaftssektoren deutlich: Daher hat die Bundesregierung ihre Strombedarfsprognose für 2030 von ursprünglich 520 Terrawattstunden (TWh) auf jetzt 715 TWh nach oben korrigiert.

Verkehr, Wärme und Industrie sind laut des Energiewende-Index von McKinsey zufolge die Sektoren mit dem größten zusätzlichen Strombedarf in diesem Jahrzehnt.

  • Bis 2030 strebt die Bundesregierung 15 Mio. vollelektrische Pkw an. Damit kommt der Sektor auf einen zusätzlichen Strombedarf von über 40 TWh (plus 7% gegenüber 2021).
  • In den energieintensiven Industrien sind die Auswirkungen auf den Stromverbrauch relativ schwer abzuschätzen. Tatsächlich könnte die Dynamik des Sektors und der damit verbundene Strombedarf noch deutlich größer ausfallen als aktuell angenommen.
  • Der zusätzliche Strombedarf für jährlich rund 500.000 neue Wärmepumpen beziffert McKinsey nach ersten Schätzungen auf über 20 TWh (plus 4% gegenüber 2021).

Um die von der Bundesregierung angehobenen Ausbauziele für Erneuerbare Energien zu erreichen und den durch die Energiewende steigenden Strombedarf zu decken, muss der Ausbau von Wind und Solar bis 2030 laut des aktuellen Energiewende-Index von McKinsey & Company viel schneller erfolgen als bisher:

  • Die Ausbaugeschwindigkeit von Windparks an Land muss sich in den nächsten acht Jahren verdoppeln,
  • auf See verdreifachen und
  • die von Solaranlagen vervierfachen.
Tabelle: Ausbaubedarf von Wärmepumpen, Wind- und Solarkraft zur Erreichung der Klimaziele 2030 (Quelle: McKinsey Energiewende-Index)
Erneuerbare Energien Status Quo 2021 Ziel 2030 Notwendiger Zubau-Faktor
Wärmepumpen 1,2 Mio. installierte Wärmepumpen 4,1 - 6 Mio. installierte Wärmepumpen 4,9 X
Solar 59 GW 200 GW 4,7 X
Offshore-Wind 7,8 GW 30 GW 3,2 X
Onshore-Wind 56 GW 100 GW 1,8 X
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500.000 Wärmepumpen müssten jährlich eingebaut werden

Die Hälfte des Wärmebedarfs soll nach den Plänen der Politik bis 2030 mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Deren Anteil lag 2020 jedoch noch bei knapp 15,6%. Um die Lücke zu den geplanten 50% zu schließen, müssten mehr Gebäude saniert und mit Wärmepumpen ausgestattet werden.

Für das Jahr 2021 meldet der Bundesverband Wärmepumpe einen Absatz dieser klimafreundlichen Wärmetechnologie von 154.000 Wärmepumpen. Der Verkauf müsste jedoch auf jährlich fast eine halbe Million ansteigen, wenn das Ziel des Bundeswirtschaftsministeriums von 4,1 bis 6 Mio. Wärmepumpen in 2030 erreicht werden soll.

Der zusätzliche Strombedarf für diese jährlich rund 500.000 neuen Wärmepumpen läge laut McKinsey nach ersten Schätzungen bei über 20 TWh (plus 4% gegenüber 2021).

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Solaranlagen-Zubau muss sich vervierfachen!

Aktuell sind Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 59 GW installiert. Die neue Bundesregierung strebt nun eine Vervierfachung auf 200 GW bis 2030 an.

Um dieses Ziel zu erreichen, wäre ein Ausbau der Solarkapazität von über 15 GW pro Jahr nötig. In den vergangenen zehn Jahren waren es im Durchschnitt etwa 4 GW. Das Gesamtpotenzial für häusliche Solaranlagen in Deutschland wird auf ungefähr 240 GW geschätzt.

Prinzipiell umsetzbar wäre das ambitionierte Solarausbauziel demnach schon – jedoch nur, wenn das Solarpotenzial der Privathäuser wesentlich stärker als bisher ausgeschöpft wird und zugleich auch bislang ungenutzte Gewerbe- und Freiflächen einbezogen werden.

Um den Solaranlagen-Ausbau weiter zu forcieren, bedarf es laut McKinsey weiterer Anreize für Hauseigentümer.

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Klimaziel-Erreichung wird immer unrealistischer

Laut McKinsey steht es um die deutsche Energiewende insgesamt eher schlecht: Anhand von halbjährlich erhobenen 15 Indikatoren, die den aktuellen Status der Energiewende in Deutschland mit Blick auf die für das Jahr 2030 gesetzten Ziele charakterisieren, kommt McKinsey zu einem schlechten Fazit:

  • Nur noch drei der 15 untersuchten Indikatoren sind in ihrer Zielerreichung stabil realistisch,
  • sieben stehen auf der Kippe,
  • fünf sind unrealistisch.

Mögliche Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Energieversorgung in Deutschland sind dabei noch nicht berücksichtigt.

„Um den Wegfall von Stromkapazitäten durch den bislang geplanten Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft zu kompensieren und weiterhin Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wird zudem der Bau von zwei bis drei neuen, flexibel einsetzbaren Kraftwerken pro Jahr nötig sein“, erläutert McKinsey Senior Partner Thomas Vahlenkamp die Analyse.

Hierfür kommen laut McKinsey vor allem Gas- bzw. mittelfristig Wasserstoffkraftwerke in Betracht; ein Teil der Kapazität könnte allerdings auch durch den Neubau von Biomassekraftwerken gedeckt werden.

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