Letzte Aktualisierung: 23.10.2020

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Mobile Luftreiniger: Welche Geräte helfen gegen Corona?

Mobile Luftreiniger werden in vielen Bereichen wie z.B. in Schulklassen, in der Gastronomie, in Arztpraxen, Ladengeschäften und Büroräumen uvm. als ideale Ergänzung zu vorhandenen Lüftungssystemen genannt, weil sie mit HEPA-Filtern Corona-Viren aus der Luft filtern und somit das Infektionsrisiko deutlich senken können. Als Teil eines Hygienekonzepts können Luftreiniger somit auch dazu beitragen, dass Schulen und Kindergärten geöffnet bleiben oder auch Sportveranstaltungen – je nach Inzidenzwert – auch mit Zuschauern erlaubt werden. Aber: Luftreiniger müssen sachgerecht verwendet und regelmäßig professionell gewartet werden, sonst verlieren sie schnell ihre Wirksamkeit!

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Der gefährlichste Infektionsweg des SARS-CoV-2-Virus geht über die Luft: Beim Niesen oder Husten etwa schleudern Infizierte verhältnismäßig große Tröpfchen von sich, die allerdings im Umkreis von zwei Metern zu Boden sinken. Wichtig sind auch die Aerosolpartikel, viel kleinere Flüssigkeitströpfchen, die wir auch beim Sprechen oder Atmen absondern.

Studien zeigen, dass infektiöse SARS-CoV-2-Viren in solchen Aerosolen auch mehr als drei Stunden nach der Emission noch nachgewiesen werden können und dies mehrere Meter weit entfernt von Patienten. Die Flüssigkeit in solchen Aerosolpartikeln verdampft schnell, wodurch sie kleiner werden und sich innerhalb von wenigen Minuten in einem Raum ausbreiten können.

"Lüften, lüften, lüften" lautete daher die Devise der letzten Monate, um das Corona-Infektionsrisiko in Innenräumen zu senken. Doch mit den sinkenden Außentemperaturen werden die Fenster seltener geöffnet. Gleichzeitig erkranken wieder mehr Menschen an Covid-19. Die Hersteller von Luftfiltergeräten versprechen Abhilfe.

Helfen mobile Luftreiniger gegen Corona?

Joachim Curtius, Professor für Experimentelle Atmosphärenforschung an der Goethe-Universität Frankfurt, hat zusammen mit seinem Team eine Woche lang vier Luftreiniger in einer Schulklasse mit Lehrern und 27 Schülern getestet. Die Luftreiniger verfügten über einen einfachen Vorfilter für groben Staub und Flusen sowie über einen HEPA- und einen Aktivkohlefilter. Die Luftreiniger setzten zusammen zwischen 760 und 1460 Kubikmeter Luft pro Stunde um. Neben der Aerosolbelastung bestimmten die Wissenschaftler die Feinstaubmenge und die CO2-Konzentration und untersuchten die Lärmbelastung durch das Gerät.

Das Ergebnis: Luftreiniger der Filterklasse HEPA (H13) können die Aerosolkonzentration in einem Klassenzimmer in einer halben Stunde um 90 Prozent senken. Weil damit das Risiko einer Aerosolinfektion mit dem SARS-CoV-2 Virus deutlich verringert wird, empfehlen die Wissenschaftler das Aufstellen entsprechender Luftreiniger in Klassenräumen. Die Lärmbelastung durch den Reiniger beurteilten Schüler und Lehrer überwiegend als nicht störend.

Prof. Curtius erklärt: „Auf Basis unserer Messdaten haben wir eine Modellrechnung angestellt, anhand der sich abschätzen lässt: Ein Luftreiniger reduziert die Menge an Aerosolen so stark, dass in einem geschlossenen Raum auch die Ansteckungsgefahr durch eine hoch infektiöse Person, einen Superspreader, sehr deutlich reduziert würde. Deshalb empfehlen wir den Schulen in diesem Winter den Einsatz von HEPA-Luftreinigern mit einem ausreichend hohen Luftdurchsatz.“ Neben der Infektionsgefahr senkte der Luftreiniger noch die Allergen- und Feinstaubbelastung, maßen die Forscher.

Joachim Curtius: „Ein Luftfilter ersetzt allerdings nicht das regelmäßige Öffnen des Fensters, wodurch die CO2-Konzentration im Raum wieder gesenkt wird. Unsere Messungen in den Klassenzimmern haben gezeigt, dass die Werte häufig über den empfohlenen Grenzwerten lagen. Hier empfehlen wir die Installation von CO2-Sensoren, damit Schüler und Lehrer dies kontrollieren können.“

Mobile Luftreiniger mit HEPA-Filter im Überblick

Luftreiniger KA-520 mit HEPA-Filter H14

In den Luftreinigern KA-520 von Kampmann befindet sich ein HEPA-Luftfilter der Klasse H14, der 99,995 Prozent aller Schwebstoffe in der Luft entfernt und dadurch zuverlässig die Ausbreitung von Partikeln und Organismen wie Viren und Bakterien reduziert. Deshalb wurde der Luftreiniger KA-520 von Kampmann kürzlich beim Handball-Länderspiel der Frauen Deutschland gegen die Niederlande Anfang Oktober in der EmslandArena in Lingen eingesetzt, um die Spielerinnen in den Kabinen vor Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu schützen.

Der Kampmann KA-520 verfügt dabei – im Vergleich zu herkömmlichen Luftreinigern am Markt – über eine überdurchschnittlich große Filterfläche. Zudem wurde auf ein geschlossenes Filtersystem geachtet, um zu gewährleisten, dass die angesaugte Luft vollständig gereinigt an die Raumluft zurückgegeben werden kann. Der Filterwechsel erfolgt einfach und werkzeuglos. Die Geräte arbeiten mit einem energieeffizienten EC-Ventilator, und durch die zwei Reinigungsstufen ist unter anderem ein sehr leiser Betrieb möglich.

Der Luftreiniger ist in drei Baugrößen erhältlich, für eine individuelle und passgenaue Auslegung lassen sich alle Modelle miteinander kombinieren.

PuriClean mit HEPA H13-, Aktivkohlefilter und UV-C-Sterilisation

Den mobilen Luftreiniger PuriClean, der auch Corona- und Grippeviren sicher aus der Raumluft filtern und abtöten kann, hat im Oktober 2020 der Lüftungs- und Klimatechnikhersteller AiolosAir auf den Markt gebracht. Die antimikrobielle Wirksamkeit wird durch eine kaskadische Anordnung von 4-Luftreinigungsstufen erreicht. Ausgestattet ist PuriClean mit einem Vorfilter sowie einem HEPA H13- und einem Aktivkohlefilter. Darüber hinaus wird eine UV-C-Sterilisation zusammen mit einem beschichteten Reflektor eingesetzt, durch den die Wirkung deutlich verstärkt wird.

Entscheidend für die sichere Funktion von PuriClean ist dabei die optimale Luftführung und das Ausblasprofil, das mittels einer aufwendigen Computersimulation ermittelt wurde. Die Luftansaugung erfolgt auf der Unterseite des Luftreinigers. Dabei werden alle Partikel und Aerosole in der Raumluft in Richtung Fußboden umgelenkt. Bereits hierdurch wird das Übertragungsrisiko im Raum reduziert. Die Auslassdüsen sind für ein optimales Strömungsbild entworfen und so angeordnet, dass eine zugfreie Luftinduktion auf der Oberseite des Gerätes ermöglicht wird. Der hocheffiziente und geräuscharme EC-Ventilatormotor ist bedarfsgerecht in fünf Lüfterstufen regelbar. Die Bedienung kann u.a. durch die wahlweise Zuschaltung der UV-Lampe, eine separate Filterüberwachung der einzelnen Filterstufen und weitere Features überzeugen.

Der antimikrobiell beschichtete Vorfilter dient in erster Linie zum Schutz und zur Standzeitverlängerung des HEPA Filters. Er ist waschbar, sodass Wartungskosten reduziert werden. Der HEPA Schwebstofffilter der Klasse H13 weist einen Abscheidegrad von ca. 99,95 % auf. Das Ergebnis ist Atemluft in Reinraum- bzw. OP-Qualität. Der darüber hinaus eingesetzte Aktivkohlefilter beseitigt zudem unangenehme Gerüche in der Atemluft. Die UV-C Sterilisation mit ultraviolettem Licht erfasst als nachgeschaltetes Element hinter den Filtern wirksam alle Keime und Bakterien, die eventuell durch die Filter gelangt sein könnten. Durch die UV-Strahlung wird die DNA-RNA-Struktur von Viren und Bakterien aufgebrochen und zerstört. Anders als in konventionellen Luftreinigern mit Elektrofiltern wird hierbei nur sehr wenig Ozon erzeugt.

Typische Einsatzbereiche für PuriClean sind alle öffentlichen Gebäude wie Schul- und Versammlungsräume, die Gastronomie, Arztpraxen, Friseure, Ladengeschäfte und Büroräume sowie Hotelzimmer. Das Gerät steht in zwei Leistungsgrößen mit Luftvolumenströmen von 70 bis 910 m3/h zur Verfügung. Im Marktvergleich sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die angegebenen maximalen Luftvolumenströme einschließlich der eingesetzten Filterstufen gelten.

Verbraucherzentrale: Nur funktionierende HEPA-Filter können Viren herausfiltern

Luftreiniger müssen sachgerecht verwendet und regelmäßig professionell gewartet werden, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. "Luftreiniger sind kein Selbstläufer. Wer möchte, dass die Geräte ordentlich arbeiten und keinen Schaden anrichten, muss Zeit und Geld investieren", sagt Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg. Den Tausch der potenziell verseuchten Filter sollten am besten Profis übernehmen. Der Umweltexperte rät, sich vor dem Kauf eines Luftreinigers sehr genau zu informieren und Räume auch in der kalten Jahreszeit gut zu lüften.

Die Leistungsdaten des Geräts sollten von unabhängiger und seriöser Stelle getestet und bestätigt worden sein. Nicht jeder Luftreiniger hält Viren oder mit Viren beladene Aerosole zurück. "Nur Geräte mit HEPA-Filtern der Klasse H13 oder H14 können die Krankheitserreger herausfiltern", so Jorde. Gerade kleine Partikel seien besonders schwer in den Griff zu bekommen. So liegen beispielsweise für die Wirksamkeit von Luftreinigern, die mit energiereicher ultravioletter Strahlung (UV-Licht) arbeiten, laut Umweltbundesamt bisher keine ausreichenden Informationen vor. Geräte, die die Luft ionisieren, machen Viren nicht vollständig unschädlich.

Sollen Luftreiniger effizient arbeiten, muss ihre Filterleistung zur Raumgröße und Personenzahl passen, ihr Standort im Zimmer gut gewählt sein und meist die höchste Leistungsstufe gewählt werden. "Doch Letzteres braucht in der Regel viel Strom und sorgt für reichlich Lärm", so Jorde. Auch Schadstoffe können zu einem Problem werden. Bestimmte Geräte reichern die Raumluft mit dem Reizgas Ozon an.

"Beim Säubern von Luft sollte man sich nicht nur auf die Technik verlassen", meint Jorde. Geräte mit dem richtigen Filter würden zwar die Luftqualität verbessern und die Viruslast minimieren, doch eine sichere Bank wären sie nicht. "Sicher sind den Nutzern hingegen eine höhere Stromrechnung, Lärm und Kosten für den professionellen Filterwechsel."

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