Letzte Aktualisierung: 05.01.2023

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Neue Pipeline aus Norwegen: Erst blauer, dann grüner Wasserstoff

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Deutschland will aus Norwegen neben Erdgas zukünftig auch Wasserstoff beziehen. Dazu soll eine neue Pipeline gebaut werden. Equinor und RWE haben hierzu bereits Vereinbarungen getroffen. Bis 2030 soll aber zunächst eine Kapazität von 2 Gigawatt zur Produktion von blauem Wasserstoff aufgebaut werden. Dieser soll dann in von RWE betriebenen Gaskraftwerken das norwegische Erdgas ersetzen.

In wasserstofffähigen Gaskraftwerken von RWE in Deutschland soll zuerst weiteres norwegisches Erdgas verstromt werden, das dann durch blauen und später durch grünen Wasserstoff aus Norwegen ersetzt werden soll. (Grafik: RWE)

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Norwegen hat nach Zahlen des European Hydrogen Backbone 2030 Erzeugungspotentiale von bis zu 50 THW grünem Wasserstoff und 150 THW bis 2040, demgegenüber steht ein relativ geringer Eigenverbrauch von grünem Wasserstoff. Mittelfristig ist daher geplant grünen Wasserstoff aus Norwegen nach Deutschland zu importieren.

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Habeck vereinbart Wasserstoff-Kooperation mit Norwegen

Norwegen und Deutschland wollen deshalb ihre Zusammenarbeit im Energiebereich verstärken. Dazu unterzeichneten heute Wirtschaftsminister Habeck und Minister Aasland ein Joint Statement zur Kooperation bei Wasserstoff sowie eine Joint Declaration mit Minister Vestre. Im Joint Statement bekräftigen Norwegen und Deutschland ihre gemeinsame Absicht bis 2030 eine großflächige Versorgung mit Wasserstoff und das Ziel, die dafür notwendige Infrastruktur von Norwegen nach Deutschland aufzubauen.

"Heute beziehen wir den Großteil unseres Erdgases aus Norwegen, in Zukunft wollen wir zunehmend Offshore-Windenergie und Wasserstoff importieren; zunächst blauen, dann immer mehr grünen Wasserstoff. Dafür gilt es jetzt gemeinsam, eine europäische Netz- und Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen und die Produktion anzuschieben. Außerdem wollen wir wichtige Felder der grünen Industriepolitik stärken, wie die Batteriezellenproduktion, die Mikroelektronik oder der Rohstoffgewinnung", so Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz.

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Neue Pipeline soll erst blauen, dann grünen Wasserstoff liefern

In diesem Zusammenhang haben heute Anders Opedal, CEO von Equinor, ein börsennotierter Erdöl- und Erdgaskonzern mit Sitz in Stavanger, und Dr. Markus Krebber, CEO von RWE, eine strategische Energiepartnerschaft zwischen ihren Unternehmen geschlossen.

Equinor plant in Norwegen die Produktion von Wasserstoff für Europa. Die Kapazität soll bis 2030 zunächst 2 Gigawatt (GW) blauen Wasserstoff und bis 2038 bis zu 10 GW umfassen. Der Wasserstoff soll in eine Pipeline nach Deutschland eingespeist werden, die derzeit von Gassco, Equinor und Dritten geprüft wird. Über diese Pipeline würde Equinor den blauen Wasserstoff transportieren, RWE würde ihn abnehmen und in wasserstofffähigen Gaskraftwerken verstromen.

Darüber hinaus werden RWE und Equinor bei Projekten zur Erzeugung von grünem Wasserstoff zusammenarbeiten. Beide Unternehmen wollen Möglichkeiten in Norwegen, Deutschland und in Ländern, die an die geplante Wasserstoffpipeline angrenzen, ausloten, um dort mithilfe von Windkraft auf See grünen Wasserstoff zu produzieren.

Beide Unternehmen arbeiten bereits an AquaSector, einem Projekt in der Nordsee, das auf die Errichtung eines Offshore-Windparks mit einer Leistung von 300 Megawatt (MW) abzielt. Der Windpark soll dort mit Elektrolyseuren verbunden werden und so direkt auf dem Meer grünen Wasserstoff produzieren.

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Wasserstofffähige Gaskraftwerke sollen zuerst mit norwegischem Erdgas laufen

Gemeinsam wollen RWE und Equinor zudem in flexible, wasserstofftaugliche Gaskraftwerke (H2ready) in Deutschland investieren. Die Anlagen mit einer Kapazität von rund 3 GW sollen bis 2030 errichtet werden. Die wasserstofffähigen Gaskraftwerke sollen die volatile Einspeisung von Erneuerbaren Energien ausgleichen und dazu beitragen, eine schwankende Stromnachfrage auszubalancieren.

Wie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vorgesehen, sollen die Anlagen zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme zu 50 % mit Wasserstoff betrieben werden können. Beide Unternehmen streben an, bis Mitte der 2030er Jahre einen 100%igen Wasserstoffbetrieb zu erreichen.

Durch die Partnerschaft zwischen RWE und Equinor wird die Versorgung der geplanten H2ready-Gaskraftwerke im Einklang mit diesem Dekarbonisierungspfad sichergestellt: Dazu will Equinor zunächst das Erdgas liefern, das zur Deckung des Eigenbedarfs der gemeinsamen Kraftwerke benötigt wird. Um die vollständige Umstellung auf Wasserstoff zu ermöglichen, wird in einem ersten Schritt Erdgas durch blauen Wasserstoff ersetzt.

Mit dem Anschluss von Offshore-Wasserstoffproduktionsanlagen an die geplante Pipeline wird grüner Wasserstoff nach und nach sein blaues Pendant bei den Importen nach Deutschland ergänzen und schließlich ersetzen. Der grüne Wasserstoff aus den gemeinsamen Projekten von RWE und Equinor wird so die gemeinsame Flotte an H2ready-Gaskraftwerken beliefern, um die Dekarbonisierung abzuschließen.

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