Letzte Aktualisierung: 27.08.2025

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Neue Studie: Dynamische Stromtarife lohnen sich nicht - Kosten übertreffen eingesparte Stromkosten

Dynamische Stromtarife gelten als entscheidender Baustein zur Flexibilisierung des Strommarktes und zur besseren Integration erneuerbarer Energien. Stromverbraucher – gerade jene mit Wärmepumpe und Elektroauto – können dann günstigen Strom nutzen, wenn gerade viel Ökostrom eingespeist wird und die Strompreise an der Börse sehr niedrig sind. So die Idee. Doch die Rechnung geht (noch) nicht auf. Gerade für normale Stromverbraucher lohnen sich dynamische Tarife nicht, so die aktuelle Studie „Dynamische Stromtarife zur Regelung EE-versorgten Stromverbrauchs“ von Prof. Dr.-Ing. Markus J. Löffler. Sein Ergebnis: Dynamische Tarife halten derzeit nicht, was sie versprechen.

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass sich dynamische Stromtarife für normale Verbraucher nicht lohnen. Um diese Tarife sinnvoll zu nutzen, seien Stromspeicher nötig. Ohne diese müssten „inakzeptable Verwerfungen im Tagesablauf“ hingenommen werden, um von günstigeren Strompreisen an der Börse zu profitieren. (Foto: energie-experten.org)

Seit 01. Januar 2025 sind alle Stromanbieter ab 100.000 Kunden verpflichtet, mindestens einen dynamischen Stromtarif anzubieten. Durch den neuen §41 EnWG soll sich der Stromverbrauch deutlich stärker und flexibler als bisher an der wetterabhängigen Verfügbarkeit erneuerbarer Energien orientieren und so die Stromnetze entlasten.

Prof. Löffler vom Westfälischen Energieinstitut aus Gelsenkirchen hat nun in der Studie „Dynamische Stromtarife zur Regelung EE-versorgten Stromverbrauchs“ 243 Szenarien simuliert wie sich Stromverbraucher verhalten, wenn sie ausschließlich dynamische Tarife nutzen und wie sich diese Tarife auf den Lastverlauf sowie auf die Kosten an der Strombörse auswirken.

Er kommt u.a. zu dem Schluss, dass die kostenoptimierende Stromverbrauchsanpassung nur mit Hilfe zusätzlicher Kurzzeitspeicher, Batterien, umsetzbar ist. Anderenfalls wären inakzeptable Verwerfungen im Tagesablauf privater und institutioneller Stromverbraucher die Folge.

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Kosten für Stromspeicher übersteigen eingesparte Stromkosten

Die Ergebnisse der Studie sind enttäuschend:

  • Die Stromverteilnetze werden durch eine strompreismotivierte Lastoptimierung nicht entlastet; zumeist werden sie sogar aufgrund des zulässigen Stromverbrauch-Zuschaltpotenzials mit bis zu 83 GWh/h stärker belastet wie im nicht-optimierten Fall mit ursprünglich 75 GWh/h.
  • Die Kapazität der erforderlichen Kurzzeitspeicher nimmt mit zunehmender Ausgleichsperiode ebenfalls zu. Je nach Szenario bewegen sich die erforderlichen Kapazitäten im Bereich zwischen knapp 200 GWh und, im Extremfall, bis zu 1600 GWh. In den realitätsnächsten Szenarien liegen die Werte zwischen 252 GWh und 823 GWh.
  • Die erforderliche Backup-Leistung (Spitzenwert der positive Residualleistung) wird im Vergleich zum nicht-optimierten Fall mit 58,4 GWh/h um bis zu 25,8% reduziert. In den realitätsnächsten Szenarien liegen die abgesenkten Werte zwischen 47,1 GWh/h und 49,1 GWh/h entsprechend einer relativen Absenkung um 15,9% bis 19,3%.
  • Bei den realitätsnächsten Szenarien liegen die Jahresstromkosten beim lastoptimierten Fall um 2,1 Mrd. € bis 4,8 Mrd. € niedriger als beim nicht-optimierten Lastfall, entsprechend einer relativen Abnahme zwischen 9,8% und 36,9%.
  • Der Investitionsbedarf zur Installation der erforderlichen Ausgleichsbatterien übertrifft die eingesparten Stromverbrauchskosten nach heutiger Preislage um ein Vielfaches. Weitere Kosten entstehen zum Beispiel durch „intelligente“ Stromzähler und andere erforderlich werdende Infrastruktur.

Dynamische Stromtarife bieten keine wesentlichen Vorteile

Aus systemischer Sicht ließen sich keine wesentlichen Vorteile dynamischer Stromtarife feststellen, sofern diese unter den Stromverbrauchsbedingungen des Jahres 2024 deutschlandweit gewirkt hätten. Dies deckt sich im Wesentlichen mit den heuristischen Befunden der Vorgängerstudie Löffler (2024b).

Da die Befunde dieser Studie auf einem idealen Stromverbraucherverhalten beruhen, sei in der Praxis eher von geringeren Stromkostenersparnissen auszugehen. Der zusätzliche technische und finanzielle Aufwand zur Nutzbarmachung dynamischer Stromtarife im Sinne einer wettergerechten Lastoptimierung erscheint immens.

Da im avisierten Stromversorgungssystem des Jahres 2045 von ungefähr dem doppelten Stromdirektverbrauch wie im Jahr 2024 auszugehen ist (eventuell zuzüglich eines spürbaren Anteils an stark verlustbehafteten Elektrolyseuren), wobei dieser zur Winterszeit durch Wärmepumpen und Elektro-Fahrzeuge noch durch zusätzliche Lastspitzen überhöht wird, ist a priori nicht von einer Verringerung des Aufwands beim Umbau und Betrieb des Stromversorgungssystems durch dynamische Stromtarife auszugehen.

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Potenzial für Steigerung der Akzeptanz und neue Geschäftsmodelle

Trotz dieser Einschränkungen sieht Löffler Chancen in neuen Produkten rund um dynamische Tarife sowie in deren psychologischer Wirkung auf Verbraucherinnen und Verbraucher – sie könnten das Bewusstsein für die Energiewende schärfen und zur Akzeptanz beitragen.

Prof. Löfflers Fazit: „Die Flexibilisierung des Strommarktes über dynamische Preismechanismen ist grundsätzlich eine Form der Energierationierung, die strukturelle Probleme im Energiesektor sichtbar offenlegt – als alleiniges Instrument sind flexible Tarife kein ‚Game-Changer‘.“ Vielmehr bedürfe es ergänzender technischer Lösungen, um den Paradigmenwechsel wirklich zu ermöglichen.

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