Im Gartenbau sind es noch Einzelfälle, doch Betriebe, die bereits die Geothermie nutzen, zeigen sich sehr zufrieden damit. Sicher einer der Gründe, warum sich insgesamt rund 60 Interessierte der Gartenbau-Branche am Dienstag, 6. Juli, in Finsing bei der Veranstaltung "Energie aus der Tiefe – Geothermie für die Beheizung von Gewächshäusern" über das vielschichtige Thema informierten.
In Bayern erfährt die tiefe Geothermie aktuell einen starken Zuspruch. Zahlreiche neue Anlagen sind im Bau oder in Planung. Dies zeigten die Ausführungen von Rainer Zimmer vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Tilo Wachter von RENERCO verdeutlichte, welchen Herausforderungen sich ein Projektentwickler gegenübersieht und wies auf die Möglichkeit hin, dass Gartenbaubetriebe sich bei entstehenden Geothermieprojekten durch Kontaktaufnahme zu den beteiligten Kommunen als potenzielle Wärmeabnehmer anbieten können.
Konkret wurde es beim Praxisbericht von Markus Baumgärtner, der seinen Zierpflanzenbetrieb in Neustadt-Glewe mit der Abwärme der dortigen Geothermieanlage beheizt, wobei der niedrig temperierte Rücklauf genutzt wird. Als Pilotprojekt wurde es von Beginn an von der Technischen Universität München wissenschaftlich begleitet. Professor Dr. Joachim Meyer verdeutlichte, dass die Beheizung eines Gewächshauses mit niedrigen Temperaturen bei angepasstem Heizungssystem und angemessener Isolierung erfolgreich möglich ist.
Anschaulich wurden die Darstellungen der Referenten bei den anschließenden Besichtigungen der Geothermieanlage Erding sowie der Gärtnerei Strohmair & Hirsch in Erding. Die Vorträge der Veranstaltung sind im Energieportal unter >> www.energieportal-hortigate.de abrufbar.
Quelle: Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG)