Letzte Aktualisierung: 01.08.2013

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Rostschäden an Heizungsrohren vermeiden

Bei der Verwendung von C-Stahlrohren kam es in den letzten Jahren häufiger zu Rost mit darauffolgendem Wasserschaden. Ursächlich für diese Rostschäden an Heizungsrohren aus C-Stahl ist vielfach die korrosive Zersetzung der metallischen Komponenten durch äußere Feuchteeinwirkung. Während wasserseitige oder abgasseitige Korrosionsschäden an Heizungsanlagen eher auf Fehler von Planern und Installateuren zurückzuführen sind, beruht die Außenkorrosion auch auf einer nicht sachgerechten Ausführung anderer Gewerke wie Bodenkanäle, Fußböden und Bodenbelägen.

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Rostschäden an Heizungsrohren vermeiden - hier: Rostanfällige Mauerdurchführung eines Heizungsrohres (Foto: energie-experten.org)

Rostschäden an Heizungsrohren vermeiden - hier: Rostanfällige Mauerdurchführung eines Heizungsrohres (Foto: energie-experten.org)

Kupfer wird im Heizungsbau traditionell als Rohrmaterial eingesetzt. Es ist gut formbar, zäh und rostet nicht. Da Kupfer allerdings nicht ganz billig ist, setzen viele Heizungsbauer seit vielen Jahren auf C-Stahlrohre für die Verrohrung von Warmwasser-Heizungsanlagen. Doch bei der Verwendung von C-Stahlrohren kam es in den letzten Jahren häufiger zu Rost mit darauffolgendem Wasserschaden. Woran es liegt, dass in letzter Zeit häufiger Rostschäden an Heizungsrohren aus Stahl auftreten und wie diese verhindert werden können, haben wir versucht zu recherchieren.

Außenkorrosion relativ neues Problem

Obwohl der Einsatz kraftschlüssiger Verbindungstechnik mit Pressfittingsystemen wie Presshülsen und Schiebehülsen in Verbindung mit galvanisch verzinktem C-Stahl seit Langem Stand der Technik ist, ist die gehäufte Zunahme der Außenkorrosion von Heizungsrohren ein relativ neues Problem. Ursächlich für diese Rostschäden an Heizungsrohren aus C-Stahl ist vielfach die korrosive Zersetzung der metallischen Komponenten durch äußere Feuchteeinwirkung. Dabei reagieren die metallischen Komponenten von den Installationssystemen mit Sauerstoff bei Einwirkung von Feuchtigkeit und dies führt immer zu Veränderungen der mechanischen Eigenschaften bis hin zum Korrosionsschaden.

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Beispiele für korrodierte Heizungsrohre

Undichtigkeiten an Heizungsrohrleitungen zeigen sich häufig, wenn die Heizungsrohre mit einer Dämmfilzhülle ummantelt ohne wasserdicht untereinander verklebte Ummantelung verlegt sind. Dann kann durch die Bodendurchstoßpunkte Spritzwasser eindringen und die Rohre in der Folge korrodieren. Daneben können C-Stahlrohre auch in mit Bitumenpappe ausgekleideten Rohrkanälen in der Betonsohle durch Regenwassereintritt rosten. Dies kann auftreten, wenn bei der Bauphase Feuchtigkeit an die Rohrleitungen gelangt. Anfällig sind aber auch z. B. in Bodenkanälen verlegte Rohre ohne Korrosionsschutz, die mit einer Perlite- oder auch Sandschüttung verfüllt wurden.

Vermeidung von Rost und Wasserschäden

Während wasserseitige oder abgasseitige Korrosionsschäden an Heizungsanlagen eher auf Fehler von Planern und Installateuren zurückzuführen sind, beruht die Außenkorrosion auch auf einer nicht sachgerechten Ausführung anderer Gewerke wie Bodenkanäle, Fußböden und Bodenbelägen. Daher sollte bei einer Verlegung von C-Stahlrohren einschließlich aller Pressfittinge in Feuchträumen auf einen diffusionsdichten Korrosionsschutz geachtet werden. Zudem bilden Kupfer, Blei, Aluminium und Zink an der Luft eine so dichte Oxidschicht, dass keine weitere Korrosion stattfinden. Diese Metalle können deshalb überall dort eingesetzt, wo die Rohrleitungen mit Luft und Feuchtigkeit in häufiger Verbindung stehen. In der Bauphase sollte zudem von allen Beteiligten darauf geachtet werden, dass die installierten C-Rohre in trockener Umgebung verlegt werden. Während des Betriebs der Heizungsanlage sollte hingegen eindringendes Wasser im Bereich von Rohren frühzeitig erkannt werden. Eine solche Überprüfung sollte einmal jährlich im Rahmen der Heizungswartung durchgeführt werden.

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Schuldfrage gewerkeübergreifend klären

Kommt es zu Rost an den Heizungsrohren, so steht primär trotzdem der Planer bzw. Installateur der Stahlrohre in der Kritik. Kommt es z. B. zu Schäden am Rohrmaterial durch korrosiv wirkende Reinigungsmittel oder korrosiv wirkende Baustoffe wie z. B. Spachtelmasse zwischen Isolierummantelung und Stahlrohr, so ist dies zwar ein Fehler des Bodenlegers bzw. des Verlegewerkstoffherstellers. Rostet dann ein galvanisch verzinktes Stahlrohr, so ist das Rosten trotzdem die Folge des mangelnden Korrosionsschutzes des Stahlrohrs. Denn nach Angaben der Rohrhersteller dient die galvanische Verzinkung des Stahlrohres lediglich als Transport- und Lagerschutz. Eine nur 10 bis 20 Mikrometer dünne Zinkschicht kann keinesfalls die Dauerhaftigkeit des Rohrs in einer korrosiven Umgebung gewährleisten. Trotzdem muss auch der Bodenleger auf der Baustelle die Augen offen halten und Situationen melden, bei denen durch sein Gewerk später Rostschäden an den C-Stahlrohren der Heizung auftreten könnten.

Richtlinien und Normen helfen bei Planung

Um Schäden zu vermeiden, empfiehlt der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e. V. (BVS) Heizungsbauern, sich an der VDI Richtlinie 2035 Blatt 2 "Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizanlagen - wasserseitige Korrosion" zu orientieren, die für Warmwasser-Heizungsanlagen nach DIN EN 12828, deren Betriebstemperaturen 100°C nicht überschreiten, gilt. Für Warmwasser-Heizungsanlagen im Verbund von Heißwasser-Heizungsanlagen und Heizungsanlagen mit Temperaturen von über 100°C gilt das AGFW-Arbeitsblatt FW 510 (VdTÜV-AGFW-Merkblatt TCH 1466) bzw. 5/15 "Richtlinien für das Kreislauf-Wasser in Heizwasser- und Warmwasserheizungsanlagen".

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