Letzte Aktualisierung: 26.10.2011

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Saarland definiert Waldkodex

Der Wald ist viel mehr als ein Wirtschaftsfaktor, er darf nicht nur als reine Produktionsstätte des nachwachsenden Rohstoffes Holz betrachtet werden. Als Speicher für Kohlendioxid dient er dem Klimaschutz, er ist Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und erfüllt eine wichtige Funktion als Erholungsort. Um diese vielfältigen Funktionen des Waldes zu sichern ist eine naturnahe und schonende Bewirtschaftung des Ökosystems Wald Voraussetzung. Über die Definition eines Waldkodex will das Saarland nun die Grundsätze einer naturnahen Waldwirtschaft für die Nutzer des saarländischen Bürgerwaldes verstehbar und die Arbeit der Förster, Waldarbeiter und Unternehmer transparent machen.

Der vom saarländischen Umweltministerium erarbeitete Waldkodex erläutert die Standards einer konsequent naturnahen Waldwirtschaft. Dabei wird davon ausgegangen, dass bei allen Maßnahmen der Waldwirtschaft die ökologische, die volkswirtschaftliche und die soziale Dimension des Waldes berücksichtigt werden muss. Der Waldkodex bedeutet einerseits den Waldbesitzern die Standards naturnaher Waldwirtschaft näher zu bringen, andererseits sollen sie bei den Bürgerinnen und Bürgern dafür Verständnis wecken, dass die Berücksichtigung der vielfältigen Aufgaben zu Kompromissen bei der Waldbewirtschaftung und bei der Nutzung des Waldes zwingt. Bei der Produktion des ökologisch wertvollen Rohstoffes Holz wird es in diesem Spannungsfeld immer wieder zu unterschiedlichen Wertungen der beteiligten Interessensgruppen kommen. Um Transparenz und Akzeptanz herzustellen, sollen über den Waldkodex die Grundsätze naturnaher Waldwirtschaft allgemeinverständlich definiert werden.

Der Waldkodex richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger, die den Wald in unterschiedlicher Art nutzen. Folgende Grundsätze verfolgt der saarländische Waldkodex:

  • Kahlschlag vermeiden
  • Natürliche Verjüngung des Waldes mit heimischen Baumarten fördern
  • Auf das Ausbringen von Düngemitteln und Pestiziden sowie gentechnisch manipuliertes Pflanzmaterial verzichten
  • Nach dem Grundsatz "Wald vor Wild" einen waldverträglichen Wildbestand mit heimischen Arten sicherstellen
  • Befahren der Waldböden mit schweren Erntemaschinen beschränken, um so die Bodenzustände zu verbessern
  • Durch gezielte Maßnahmen Artenvielfalt fördern
  • Wald als "Grüner Arbeitsplatz" für nachfolgende Generationen bewahren
  • Für ungehinderten Zugang des Waldes durch Pflege und Instandsetzen der Waldwege sorgen
  • Zertifizierungen und Kontrollen sollen die Einhaltung der Grundsätze sicherstellen

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