Letzte Aktualisierung: 25.06.2022

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Solar Decathlon in Wuppertal: Alle Sieger-Häuser auf einen Blick

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Die Sieger des Solar Decathlon Europe 21/22 in Wuppertal stehen fest: Platz 1 geht an das Team RoofKIT aus Karlsruhe. Auf dem zweiten Platz folgt das Team VIRTUe aus Eindhoven. Den dritten Platz teilen sich die Teams AuRA aus Grenoble und SUM aus Delft. Wir zeigen Ihnen hier noch einmal die Häuser und erklären, warum sie gewonnen haben.

Hausprototyp des Team RoofKIT aus Karlsruhe auf dem Gelände des Solar Decathlon in Wuppertal © RoofKIT / SDE 21/22

Hausprototyp des Team RoofKIT aus Karlsruhe auf dem Gelände des Solar Decathlon in Wuppertal © RoofKIT / SDE 21/22

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Gestern endete der Solar Decathlon Europe in Wuppertal. Über 70.000 Besucher*innen haben sich in den ersten sieben Veranstaltungstagen die klimafreundlichen Häuser der 16 internationalen Hochschulteams angeschaut. Im Rahmen der Finalzeremonie wurden das Gesamtsiegerteam des ersten Solar Decathlon in Deutschland verkündet.

1. Platz: Team RoofKIT

Platz 1 ging an das Team RoofKIT aus Karlsruhe. Das Team RoofKIT aus Karlsruhe hat die Deutschlandpremiere des weltweit größten universitären Wettbewerbs Solar Decathlon in Wuppertal gewonnen. Die Studierenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), unter Leitung von Prof. Dirk E. Hebel, haben in allen Disziplinen des solaren Zehnkampfs die meisten Punkte erzielt – und damit das überzeugendste Konzept für das klimafreundliche Weiterbauen unserer Städte präsentiert.

Team RoofKIT entwickelte am Beispiel des Café ADA in Wuppertal ein Konzept, das Ökologie, Ökonomie, Soziales und Ästhetik miteinander verbindet. Für das u.a. als Treffpunkt für Tangotanz bekannte Café schlug das Team eine dreigeschossige Aufstockung in Holzmodulbauweise vor, wobei die zwei oberen Geschosse zu Wohnzwecken genutzt werden sollen.

Um 100% erneuerbare Energien für das Gebäude nutzbar zu machen, schlossen sie einerseits Energiekreisläufe, indem sie Gebäuderückstände wie organische Abfälle und Abwässer zur Energie- und Wärmeerzeugung nutzten. Andererseits ernten sie Sonnenenergie auf allen möglichen Gebäudeflächen sowie durch zusätzliche Solaranlagen im Hinterhof wie den Solarbaum.

Die Nutzung vorgefertigter Holzmodule machte den Bauprozess schneller, effizienter und kostengünstiger. Alle Verbindungen der Konstruktion sind zudem lösbar, ohne Verwendung von Klebstoffen und Verbundmaterialien. Flexible Grundrisse und ein Sharing-Economy-Konzept im gesamten Gebäude ermöglichen eine maximale Raumnutzung.

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2. Platz: Team VIRTUe

Auf dem zweiten Platz folgt das Team VIRTUe aus Eindhoven, ein multidisziplinäres Team von der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden, das sich aus 63 Studierenden aus 16 Ländern zusammensetzt. Das Sieger-Konzept heißt "Ripple", zu deutsch "Welle". Das Haus, das eine Welle des positiven Einflusses erzeugen soll, widmete sich ebenfalls dem Café ADA in Wuppertal. Mit einer modularen Aufstockung von Flachdachgebäuden, die beide an verschiedene Szenarien angepasst werden können, ging das Team aus Eindhoven ins Rennen.

Das Design des Gebäudes, bei dem Holz als primäres Baumaterial eingesetzt wird, ist in drei Schichten konzipiert: fest, flexibel und beweglich. Das Design in Schichten, zusammen mit der Verwendung von biobasierten und recycelten Materialien, macht das Gebäude zerlegbar und somit fast vollständig kreislauffähig.

Die Fassade beherbergt einen Teil der Solaranlage im sogenannten Solargürtel. Die kombinierten PV- und PVT-Paneele zur Erzeugung von Strom und Warmwasser sind farblich auf das recycelte Holz abgestimmt. So wird gezeigt, dass Solaranlagen auf attraktive Weise in die Architektur integriert werden können. Zusätzlich befindet sich auf dem Dach ein Gemeinschaftsgarten, denn gerade Grünflächen sind in den meisten Städten rar. Das begrünte Dach fördert die Biodiversität und die soziale Interaktion der Bewohner*innen.

Durch den Einsatz von intelligenten Techniksystemen soll das Haus einen nachhaltigen Lebensstil seiner Bewohner*innen fördern. Durch das eigens entwickelte Smart System EQUI wird der Stromverbrach so wirtschaftlich wie möglich über den Tag verteilt. Ein Bildschirm im Gemeinschaftsraum zeigt den Bewohner*innen an, wann der beste Zeitpunkt ist, um z.B. die Waschmaschine oder den Geschirrspüler zu starten. Optional kann das System die Geräte auch selbst steuern, um zu gewährleisten, dass die Hausbatterien optimal genutzt werden.

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3. Platz: Team AuRA

Den dritten Platz teilte sich das Team AuRA aus Grenoble mit SUM aus Delft. Team AuRA setzt sich primär aus Studierenden der Nationalen Architekturschule von Grenoble (ENSAG) und Mitgliedern der Technikplattform Grands Ateliers Innovation Architecture (GAIA) zusammen. Gemeinsam mit den beiden

Das Sanierungsobjekt des französischen Teams befindet sich auf dem 1154 Meter hoch gelegenen Mittelgebirgspass Col de l'Arzelier, der seit der Schließung der Skilifte im Jahr 2018 einen wirtschaftlichen Niedergang erlebt. Das Team AuRA hat es sich zum Ziel gesetzt, dieses Gebiet neu zu beleben und somit Anreize für die Ansiedlung neuer Einwohner*innen zu schaffen.

Zu diesem Zweck entwickelt das Team ein Konzept zur Sanierung eines ehemaligen Hotels aus den 1970er Jahren. Durch Wohnungen, Gemeinschaftsräume und Aktivitätsangebote soll dem Gebäude neues Leben eingehaucht werden. Bei der Sanierung setzt das Team ausschließlich auf geo- oder biobasierte Stoffe sowie wiederverwendbare Materialien.

Das Projekt basiert auf der Auffassung des Teams, dass in Frankreich ein territoriales Gleichgewicht zwischen den großen Metropolen und den weniger dicht besiedelten Gebieten hergestellt werden muss. Deshalb geht es Team AuRA nicht um die Verdichtung der Stadt, sondern um das Konzept des „Distributed Urbanism“ (dt: Verteilter Städtebau). Im Vordergrund steht die Frage: Was ist heutzutage bei der Entwicklung von Stadtgebieten der nachhaltigste Weg?

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3. Platz: Team SUM

Das Team SUM (Symbiotic Urban Movement, dt. Symbiotische Stadtbewegung) besteht aktuell aus 78 Studierenden aus 27 Ländern und 10 verschiedenen Fachrichtungen der TU Delft und setzte sich im Solar Decathlon mit der typisch niederländischen Mietwohnung auseinander.

Das Projekt ist im Stadtteil Bouwlust in Den Haag angesiedelt. Die dortigen Wohnungen haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht; sie entsprechen nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen der Bewohner*innen. Zudem weisen die Gebäude eine schlechte Energiebilanz auf.

Die Hauptziele der Sanierung sind die Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes und die Anpassung der Grundrisse an eine modernere Lebensweise. Um die Energieeffizienz zu steigern, werden die vorhandenen Fenster ausgetauscht und das Gebäude mit einer Dämmschicht versehen. Auf das bestehende Gebäude wird eine Aufstockung in Leichtbauweise gesetzt, die die Nachbarschaft verdichtet und als Energiestation für das gesamte Gebäude dient. Die vorgefertigten Holzmodule, aus denen die beiden Geschosse der Aufstockung bestehen, können miteinander zu verschiedenen Wohnungstypen kombiniert werden.

Im Erdgeschoss ist außerdem ein Restaurant geplant, das Lebensmittel von der urbanen Farm auf der Freifläche hinter dem Gebäude verwendet. Die vom Restaurant und den Bewohner*innen gesammelten Lebensmittelabfälle werden kompostiert und als Dünger für die Pflanzen in der urbanen Farm verwendet. Dadurch ist eine nachhaltige Abfallwirtschaft garantiert. Abfälle, die das Potenzial haben recycelt zu werden, werden in der Kreativwerkstatt (Makerspace) gesammelt und für neue Zwecke verwendet.

Die Dachaufstockung sieht Studio- und 2-Zimmer-Wohnungen vor. Diese sind mit flexiblen Möbeln ausgestattet, um den Raum optimal zu nutzen. Photovoltaikmodule auf dem Dach und eine gebäudeintegrierte Solarfassade versorgen das gesamte Gebäude mit Strom und Warmwasser. Zusätzlich bietet das Dach Raum für Pflanzen und Tiere.

Über den Solar Decathlon Europe 21/22

Der Solar Decathlon ist der weltweit größte universitäre Wettbewerb für nachhaltiges Bauen und Wohnen. Seit zwanzig Jahren begeistert er Millionen Menschen mit innovativen Gebäuden zum Anfassen und hochkarätigen Events. Mit dem Solar Decathlon Europe 21/22 (SDE 21/22) in Wuppertal findet der Wettbewerb das erste Mal in Deutschland statt.

Veranstaltet und wissenschaftlich begleitet wird der SDE 21/22 von der Bergischen Universität Wuppertal. Projektpartner*innen sind die Stadt Wuppertal, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, Utopiastadt gGmbH, Neue Effizienz GmbH und die WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.

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