Als Konsequenz aus der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko plant Kommissar Oettinger, die Offshore-Ölindustrie europaweit stärker zu kontrollieren und dafür höhere Sicherheitsstandards aufzustellen. Als Sofortmaßnahme stellt er ein Moratorium für neue Bohrungen unter extremen Bedingungen und Parametern zur Diskussion, das bis zur Klärung der Ursachen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gelten soll. Weitere Überlegungen beziehen sich auf die Verschärfung der Genehmigungsverfahren mit europaweit verbesserten Sicherheitsstandards, Notfallplänen und Haftungsvorschriften.
Einzelheiten sollen heute in Gesprächen zwischen EU-Energiekommissar Günther Oettinger und Vertretern derjenigen nationalen Behörden der Mitgliedstaaten erörtert werden, die für Fragen der Sicherheit der Offshore-Ölindustrie zuständig sind. Konkrete Empfehlungen sollen dann nach der Sommerpause vorliegen.
Der deutsche Offshore-Sektor bleibt mit nur zwei kleineren Fördereinrichtungen in Seegebieten mit einer Wassertiefe von unter 60 Metern weit hinter der Offshore-Förderung von Erdöl etwa durch Norwegen, Dänemark, die Niederlande und das Vereinigte Königreich zurück. Gerade aber wegen der ungleichen geografischen Verteilung der Offshore-Ressourcen und der an sie gebundenen Risiken ist eine europaweit abgestimmte Vorgehensweise aus deutscher Sicht dringend geboten.
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)