Letzte Aktualisierung: 30.11.2011

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Studie belegt Wärmepumpenpotenzial zur Lastverlagerung im Strommarkt

Studie belegt Waermepumpenpotenzial zur Lastverlagerung im Strommarkt_Grafik_BMWi

Studie belegt Wärmepumpenpotenzial zur Lastverlagerung im Strommarkt (Grafik: BMWi)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat heute eine Studie zu den "Potenzialen der Wärmepumpe zum Lastmanagement im Strommarkt und zur Netzintegration erneuerbarer Energien" veröffentlicht. Die Studie, die Ecofys und Prognos im Auftrag des BMWi durchgeführt haben, kommt zu dem Ergebnis, dass stromgeführte Wärmepumpen mit Pufferspeicher zur Lastverlagerung im Strommarkt beitragen können. Damit können sie auch einen Beitrag zur Entlastung eines zunehmend von volatilen Erzeugungsformen wie der Windkraft geprägten Stromversorgungssystems leisten.

Potenzial zum Lastmanagement entspricht Pumpspeicherwerk

Das nutzbare Potenzial der Wärmepumpen lässt sich in den untersuchten Ausbauszenarien etwa mit der Größenordnung eines großen Pumpspeicherwerks vergleichen. Die Gutachter machen Vorschläge, welche Hemmnisse im Strommarkt adressiert werden müssen, um die notwendigen technischen, organisatorischen und ökonomischen Voraussetzungen zu schaffen, damit Wärmepumpen ihr Potenzial zum Lastmanagement im Strommarkt und zur Netzintegration erneuerbarer Energien entfalten können. Insbesondere braucht man dafür ein intelligentes Stromsystem.

Handlungsempfehlung zum Lastmanagement mit Wärmepumpen

  1. Die Flexibilisierung der Stromnachfrage durch stromgeführte Wärmepumpen sollte genutzt werden, soweit sich ein positives Kosten/ Nutzenverhältnis ergibt. Da der erforderliche Rollout von Smart Metern von den Ergebnissen umfassenderen Kosten/ Nutzen Analyse abhängt, kann keine isolierte Aussage dazu getroffen werden. Die ermittelten Nutzeffekte der Stromführung von Wärmepumpen sind bei Erstellung der Kosten-Nutzen-Analyse zu berücksichtigen. Auf der Kostenseite ist die Notwendigkeit einer bidirektionalen Kommunikationseinrichtung zu veranschlagen.
  2. Die bislang zur Steuerung der Wärmepumpen genutzte Rundsteuertechnik sollte nicht weiter verbreitet werden, sobald eine Entscheidung über den Rollout von Smart Metering Systemen gefallen ist.
  3. Die Entwicklung und Etablierung von technischen Standards der Fernwirktechnik sollte vorangebracht werden, um Lieferanten zu ermöglichen, auf die Wärmepumpen ihrer Kunden steuernd zuzugreifen. Diese Standards müssen offen, einheitlich und verbindlich sein, um eine Zersplitterung des Marktes zu vermeiden und Wettbewerb bestmöglich zu fördern.
  4. Es sollte eine viertelstundenscharfe Lastgangbilanzierung für Wärmepumpenkunden, die bislang mit temperaturabhängigen Standardlastprofilen abgerechnet werden, eingeführt werden.
  5. Es sollten Richtlinien für rechtliche Vereinbarungen zur Koordination zwischen Lieferanten und Netzbetreibern sowie ggfls. Messstellenbetreibern etabliert werden. Diese betreffen die Nutzung von Steuerungseinrichtungen sowie die Koordination von Einsatzzeiten bzw. Unterbrechungszeiten von Wärmepumpen.
  6. Es sollten Richtlinien für die Präqualifikation von Wärmepumpen auf den Regelenergiemärkten festgelegt bzw. klargestellt werden wie mit bestehenden Abschaltvereinbarungen der Netzbetreiber umzugehen ist.
  7. Es sollte geprüft werden, inwieweit rechtliche Vorgaben für die Einführung von zeitlich variablen Netzentgelten gemacht werden können, um die Markteinführung von flexiblen, stromgeführten Wärmepumpensystemen zu beschleunigen.
  8. Im Rahmen der Forschungsförderung sollten Untersuchungen unterstützt werden, die zur Identifikation von geeigneten Konfigurationen von Gebäuden, Wärmepumpenanlagen und einer Optimierung der Regelungstechnik führen, bei denen die Flexibilität der Stromnachfrage optimiert wird.

Die Studie "Potenziale der Wärmepumpe zum Lastmanagement im Strommarkt und zur Netzintegration erneuerbarer Energien" steht » hier zum Download zur Verfügung.

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