Letzte Aktualisierung: 16.01.2012

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Vattenfall muss Fernwärmenetz für Wettbewerber öffnen

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Vattenfall muss Fernwärmenetz für Wettbewerber öffnen - hier: Typischer Fernwärmeanschluss in einem Hamburger Mehrfamilienhaus (Foto: energie-experten.org)

Jedes Wärme erzeugende Unternehmen hat gegenüber Vattenfall Anspruch auf Zugang zum Fernwärmenetz und Durchleitung der erzeugten Wärme an Abnehmer. Das hat das Bundeskartellamt auf Beschwerde der Verbraucherzentrale Hamburg gegen Vattenfall festgestellt. "Das ist ein Sprengsatz für den verkrusteten Fernwärmemarkt und ein großer Erfolg für die Verbraucher", sagt Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Hamburg.

Vattenfall beherrscht den Fernwärmemarkt in Hamburg und Berlin. In Hamburg beträgt Vattenfalls Marktanteil 82 Prozent. Neben Vattenfall existieren hier nur noch kleinere Netze. Im eigenen Fernwärmenetz gibt es für Vattenfall keinen Wettbewerb. Zugang zum eigenen Netz hat Vattenfall bisher immer abgelehnt und dafür technische und wirtschaftliche Hindernisse genannt. Die Monopolstellung Vattenfalls als Wärmelieferant im eigenen Netz hat aus der Sicht der Verbraucherzentrale zu überhöhten Preisen geführt.

Daher hatte die Verbraucherzentrale Hamburg am 9. November 2011 die Vattenfall Europe Wärme AG wegen Verstößen gegen das Wettbewerbs- und Kartellrecht im Bereich der Fernwärme beim Bundeskartellamt angezeigt. In dem Schreiben wird das Kartellamt aufgefordert, das Verhalten des Unternehmens zu untersuchen, dieses zur Abstellung des wettbewerbswidrigen Verhaltens zu verpflichten und die zu Unrecht aufgrund der Wettbewerbsverletzung erzielten Gewinne abzuschöpfen.

Laut Verbraucherzentrale sei nun zu erwarten, dass jetzt Unternehmen wie Lichtblick und Dalkia oder auch Initiativen wie KEBAP, die dezentral im Netzbereich Vattenfalls Wärme erzeugen, ihren Anspruch auf Zugang zum Netz geltend machen. "Das ist gut für die Fernwärmekunden und den Klimaschutz. Denn mehr Wettbewerb drückt die Preise und sorgt für eine bessere Nutzung des Netzes als Wärmespeicher im Sinne der Energiewende", sagt Hörmann.

Hintergrund: Bei Strom und Gas können Verbraucher den Anbieter wechseln. Bei der Fernwärme dagegen hat man es mit einem Monopolisten zu tun. Die Verbraucherzentrale ist daher der Meinung, dass auch bei der Fernwärme ein Anbieterwechsel möglich sein muss. Dies hätte Vorteile für Verbraucher durch mehr Wettbewerb zwischen den Versorgern und wäre gut für den Klimaschutz, da dann auch dezentrale Einspeisung aus Blockheizkraftwerken möglich wäre. Als positive Beispiele verweist die Verbraucherzentrale auf Dänemark und Polen.

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