Letzte Aktualisierung: 24.09.2013

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Wärmeschutzfenster: Sind drei Scheiben immer besser als zwei Scheiben?

Wer seine Fenster sanieren möchte, hat die Qual der Wahl. Dabei bietet nicht immer das dickste Fensterglas das beste Preis-Leistungsverhältnis. Bei der Fensterauswahl hilft daher nur eine fachmännische Beratung, die auch die Gebäudehülle mit einbezieht.

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Wärmeschutzfenster: Sind drei Scheiben immer besser als zwei Scheiben? (Foto: energie-experten.org)

Wärmeschutzfenster: Sind drei Scheiben immer besser als zwei Scheiben? (Foto: energie-experten.org)

Alte Fenster in unsanierten Häusern geben rund drei- bis fünfmal so viel Wärme nach außen ab wie eine moderne Wärmeschutzverglasung. Das sorgt für hohe Heizkosten und einen geringen Wohnkomfort. Neue Wärmeschutzfenster können hier gezielt Abhilfe schaffen. Doch welche Wärmeschutzfenster sollten man nehmen? Sind dreifachverglaste Fenster immer besser als zweifachverglaste? Welche Fenster sind am wirtschaftlichsten? Diese Fragen machen einen Fenstertausch kompliziert. Wir geben daher eine kleine Hilfestellung, was alles beachtet werden muss, um das Gebäude fenstertechnisch auf den neuesten Stand zu bringen.

Auswahlkriterien: Verglasung, Fensterrahmen und professioneller Einbau

Auf dem Markt gibt es Zweischeiben- oder Dreischeibenverglasungen und verschiedene Rahmenmaterialien. Bei der Auswahl neuer Wärmeschutzfenster zählen aber nicht nur die Höhe der Wärmeverluste des Fensterglases selbst, sondern auch die Wärmeverluste des Fensterrahmens sollten so niedrig wie möglich sein. Ein sogenannter Uw-Wert von insgesamt unter 1,3 ist dabei als gut zu bezeichnen. Uw-Werte von unter 0,9 verdienen bereits ein "sehr gut". Zudem spielt der fachmännische Einbau der Wärmeschutzfenster eine ebenso wichtige Rolle. Dabei sollte insbesondere auf die richtigen Wandanschlüsse geachtet werden, um Wärmebrücken zu vermeiden. Unsere Expertendatenbank kann helfen, einen Kontakt zu einen auf Fensterbau spezialisierten Betrieb vor Ort herzustellen.

Änderung der Dämmungsverhältnisse der Außenwand beachten

Neben diesen Auswahlkriterien von neuen Wärmeschutzfenstern sollte vor dem Austausch der Fenster zudem der Zustand der Außendämmung geprüft werden. Denn bei der Dämmung einer Außenwand gilt, dass die Fenster immer die kältesten Stellen der Wand bilden sollten. Werden nun Wärmeschutzfenster eingesetzt, so kann es bei einer schlechten Dämmung der Außenwand zu einer Verschiebung der thermischen Verhältnisse und zu einer Erhöhung der Schimmelgefahr kommen. Wird dann nicht im Zuge des Fenstertausches auch die Dämmung der Außenwand verbessert, muss der höhere Feuchtigkeitsanteil in der Luft mit regelmäßigem Lüften begegnet werden. Im Zweifelsfall sollten die Fenster zumindest in der Laibung weiter nach außen gesetzt werden, damit die Laibung künftig keine Schwachstelle bildet. Um die energetischen Gegebenheiten der Außenhülle nicht zum Nachteil zu verändern, ist es in jedem Fall sinnvoll, den Fenstertausch von einem Energieberater planen und begleiten zu lassen.

Dreifach- oder Zweifachverglasung mit wärmedämmendem Rahmen?

Dreifachverglaste Fenster sind zwar etwas teurer, aber wärmeeffizienter als eine Zweifachverglasung. Trotzdem können Wärmeschutzfenster mit einem sehr guten Wärmedurchgangskoeffizient weniger effizient wärmedämmen, wenn der Fensterrahmen Mängel aufweist. Daher kann auch ein zweifach verglastes Fenster in einem Edelstahl- oder thermoplastischen Verbund hohe U-Werte zu geringeren Kosten als eine dreifach-Verglasung aufweisen. Welche Fenster das höchste Einsparpotenzial bringen hängt aber auch von vielen weiteren Faktoren ab. Um eine Vorauswahl treffen zu können, können mit unserem neuen Fensterrechner alle individuellen Gebäudedaten erfasst und gezielt berechnet werden, wieviel ein Fenstertausch kostet und wieviel Heizenergie im Einzelfall damit eingespart werden kann.

Hintergrund: Welche U-Werte zeichnen Wärmeschutzfenster aus?

Wichtigstes Element moderner Wärmeschutzfenster ist die Verglasung. Dabei werden in der Regel entweder zwei oder drei Fensterscheiben über ein Edelgasgemisch mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit miteinander verbunden. Gemessen wird diese Leitfähigkeit anhand eines Wärmedurchgangskoeffizienten, einem sogenannten U-Wert. Alte Fenster mit einer Einfachverglasung weisen noch Werte von um die 5 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) auf. Holzverbundfenster, die bis Anfang der achtziger Jahre eingebaut wurden, haben U-Werte von rund 2,8 W/m2K. Die ersten Isolierglasfenster, die bis in die neunziger Jahre eingebaut wurden, weisen unwesentlich bessere U-Werte auf. Zweifach verglaste Fenster erreichen hingegen einen U-Wert von 1,5 bis 1,1, gute dreifachverglaste Fenster bereits 0,9 bis 0,5 W/m2K. Wird der Wärmeverlust des Fensterrahmens hinzugerechnet, so spricht man von dem Uw-Wert.

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