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Ein BHKW versorgt den Neubau der Universität Witten/Herdecke mit Heizwärme und Strom (Foto: Johannes Buldmann)

BHKW versorgt nachhaltigstes Uni-Gebäude in Witten/Herdecke

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Die Universität Witten/Herdecke hat ihren Neu- und Erweiterungsbau in Holzhybridbauweise eingeweiht. Das Gebäude gilt als das nachhaltigste Objekt unter den nationalen Hochschulgebäuden. Für die Energieversorgung erweist sich ein Blockheizkraftwerk als besonders wirtschaftlich. Auf nachhaltige Weise gewährleistet es die energetische Versorgung mit Wärme und Strom. Eine Photovoltaik-Anlage ist in Planung.

Der Gebäudekörper selbst reduziert durch die nord-südliche Ausrichtung den Sonneneintrag, während die montierten Ventilatoren den thermischen Komfort im Sommer gewährleisten. Die Methode im Gesamten wird als Lowtech-Energiekonzept bezeichnet.

Nachhaltig bauen mit Fichten- und Lärchenholz

Das verwendete Hauptmaterial beim Bau bildet das zertifizierte Fichtenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft; die Fassade besteht aus naturbelassenem Lärchenholz. Dank des gesunden, schadstoffarmen Bauens mit ökologischen Baustoffen im Inneren und Äußeren können 1.200 Tonnen CO2 gespeichert werden.

Eine nachhaltige Mobilität durch die optimierte Infrastruktur für Fahrräder, dem verkehrsarmen Campus sowie der besseren ÖPNV-Anbindung runden das nachhaltige Projekt ab.

Der Neubau bietet den Studierenden 300 Lernplätze in verschiedenen Variationen, neun Seminarräume und eine Bibliothek über mehrere Etagen. Weiterhin gibt es ein Café mit Lounge-Bereich, einen Veranstaltungsraum sowie fünf Büroflure mit etwa 100 Arbeitsplätzen.

Holzhybridbau günstiger als gedacht

Nach rund 18 Monaten Bauzeit konnte das als „Zukunftsraum“ bezeichnete Bauwerk pünktlich zum Beginn des Wintersemesters 2021/2022 fertiggestellt werden. Das kalkulierte Projektbudget von 28 Millionen Euro wurde mit einer Endsumme von 27 Millionen Euro leicht unterschritten.

Architekt des Neubaus ist das Büro Kaden+Lager aus der Hauptstadt, das bereits 2019 für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert wurde. Der Generalunternehmer war das Unternehmen ZÜBLIN Timber, das sich auf Holzbau spezialisiert hat und gemeinsam mit dem Architektenbüro den universitären Wettbewerb gewann.

Als prominenten Ehrengast lud die Universität zur Eröffnungsfeier die amtierende Präsidentin der EU-Kommission, Frau Ursula von der Leyen, ein. Sie betonte in ihrer Rede, dass die Universität mit diesem innovativen Holzhybridbau auf beispielhafte Weise die Themen Nachhaltigkeit und Bildung verbunden habe:

„Wir wollen den Europäischen Grünen Deal den Menschen näherbringen. Und hier in diesem neuen Gebäude der UW/H kann man spüren, wie es gehen kann. Dieser Bau ist ebenso nachhaltig wie funktional und schön. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Ideenreichtum und möchte Sie in Ihrem Mut bestärken, weiter jenseits ausgetretener Pfade zu arbeiten, zu forschen und zu denken.“

Steckbrief
Projektnummer:
2779
Objekt:
Universität
Ort:
Witten
Beteiligte Unternehmen:
Kaden+Lager, ZÜBLIN Timber
Baujahr:
2021
Quelle:
Neubau der Universität Witten/Herdecke


Bilder

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Projektnummer:
2779
Objekt:
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Ort:
Witten
Beteiligte Unternehmen:
Kaden+Lager, ZÜBLIN Timber
Baujahr:
2021
Quelle:
Neubau der Universität Witten/Herdecke
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