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Außenansicht des Freiburger Rathaus im Stühlinger (Foto: Yohan Zerdoun / Stadt Freiburg)

Freiburger Rathaus nutzt Grundwasser als Wärmequelle

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Das neue Freiburger Rathaus im Stühlinger wurde im Dezember 2015 fertiggestellt und im November 2017 für die Bürgerschaft eröffnet. Es ist das erste öffentliche Netto-Plusenergiegebäude der Welt, das im Laufe eines Jahres mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Die überschüssige Energie wird dabei ins Stadtnetz eingespeist. Die Beheizung erfolgt über eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe, die das Freiburger Grundwasser als umweltfreundliche Wärmequelle nutzt.

Das Rathaus im Stühlinger ist wegen der höchsten Umwelt- und Energiestandards ein Bekenntnis zum kommunalen Klimaschutz: Das Freiburger Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie über regenerative Quellen als es für Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchten benötigt und deckt damit seinen Energiebedarf selber. Rund 800 Solarpaneele an der Fassade und auf dem Dach produzieren Strom, überschüssige Energie wird ins Netz eingespeist.

Im Einklang mit den strengen Kriterien des Passivhausstandards liegt der Primärenergiebedarf des Rathauses für Heizung, Kühlung, Belüftung und Warmwassererzeugung bei nur etwa 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr – das sind nur 40 Prozent des Primärenergiebedarfs vergleichbarer moderner Bürogebäude.

Aufgrund der energiesparenden Konstruktionsweise reicht für die Heizung des sechsgeschossigen Gebäudes eine Solarthermie-Anlage zusammen mit Wärmepumpe, die ihre Energie aus dem Grundwasser über einen über Saug- und Schluckbrunnen bezieht. Der dazu notwendige Strom wird über die Photovoltaik auf dem Dach und an der Fassade erzeugt.

Durch Erdwärme wird die Energie für die Heizung aber auch für die Kühlung gewonnen. Die Heizung nutzt thermische Bauteilaktivierung und kann individuell pro Büro geregelt werden. Für die Verteilung der Kühlung kommt ein Hochtemperaturkühlsystem mit Plattenwärmetauschern zum Einsatz. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduziert den Energiebedarf zusätzlich.

Das Raumklimakonzept der Büroräume mit den Komponenten der Bauteilaktivierung, des Heizkühlsegels, außenliegendem Sonnenschutz, Dreifachverglasung und mechanischer Grundlüftung mit Wärmerückgewinnung setzt das Energiekonzept energiesparend um. Individuell bedienbare Lüftungspaneele geben dem Nutzer, bei entsprechenden thermischen Bedingungen, zusätzlich die Möglichkeit der Raumklimaverbesserung.

Monitoring: Gebäude versorgt sich primärenergetisch selbst

Nach Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 2017 wurde es in den ersten Betriebsjahren vom Fraunhofer ISE detailliert vermessen und analysiert. Das Monitoring ergibt ein positives Ergebnis: die meisten ermittelten Kennzahlen stimmen mit den Zielwerten der Planung überein – bei neuen Gebäuden mit komplexer Anlagentechnik keine Selbstverständlichkeit.

Die Ziele wurden beim Heizwärmeverbrauch, trotz bereits niedriger Verbrauchswerte nicht vollständig erreicht. Auch die Beiträge aus der solarthermischen Anlage liegen unter den Erwartungen. In Summe geht die Primärenergiebilanz jedoch nahezu vollständig auf:

In den Jahren 2018 und 2019 wurde zwar knapp 5% mehr Primärenergie verbraucht als lokal erzeugt, dennoch wird das Ergebnis vom Fraunhofer ISE als großer Erfolg gewertet, da das Rathaus im Stühlinger eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass ein Gebäude dieser Größenordnung die Anforderungen an Klimaneutralität erfüllen kann.

Steckbrief
Projektnummer:
1399
Objekt:
Plusenergie-Verwaltungsgebäude (Rathaus)
Ort:
Freiburg im Breisgau
Beteiligte Unternehmen:
ingenhoven architects gmbh, Mohnke I Höss Bauingenieure, DS-Plan, Thost Projektmanagement
Baujahr:
2015
Quelle:
Stadt Freiburg


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Projektnummer:
1399
Objekt:
Plusenergie-Verwaltungsgebäude (Rathaus)
Ort:
Freiburg im Breisgau
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ingenhoven architects gmbh, Mohnke I Höss Bauingenieure, DS-Plan, Thost Projektmanagement
Baujahr:
2015
Quelle:
Stadt Freiburg
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