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Feierliche Inbetriebnahme der neuen Großwärmepumpe in Haselund (v.l.n.r.): Malte Carstensen (Projektleiter GP JOULE WÄRME), Ralf Thomsen (Geschäftsführer Bürgerwindpark Obere Arlau), Thomas Carstensen (Betreiber Biogasanlage und Eigner des Standorts der Wärmepumpe), Jan Thormählen (Bürgermeister von Haselund), Thomas Flemig (Geschäftsführer Renergiewerke Haselund) (Foto: GP JOULE)

Großwärmepumpe versorgt nordfriesisches Dorf mit Nahwärme

Die Renergiewerke Haselund haben gemeinsam mit GP JOULE WÄRME eine industrielle Großwärmepumpe in das bestehende regenerative Nahwärmenetz der Gemeinde Haselund im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein integriert und erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über eine thermische Leistung von bis zu 500 kW und stellt einen wesentlichen Baustein zur Steigerung von Effizienz, Kapazität und Versorgungssicherheit des Wärmenetzes dar.

Mit der Umsetzung wird das seit 2021 betriebene erneuerbare Wärmekonzept konsequent weiterentwickelt. Gleichzeitig handelt es sich um die erste Großwärmepumpe dieser Leistungsklasse, die GP JOULE in einem Wärmenetz in Norddeutschland realisiert hat.

Ausgangssituation und Zielsetzung

Seit Sommer 2021 wird die Gemeinde Haselund über ein regeneratives Nahwärmenetz versorgt. Das Netz basiert bislang auf der Nutzung von Abwärme aus zwei lokalen Biogasanlagen und ist als Gemeinschaftsprojekt zwischen der Gemeinde Haselund, dem Bürgerwindpark Obere Arlau und GP JOULE konzipiert.

Ziel der aktuellen Projektphase war es, das bestehende Erzeugungssystem zu erweitern, um:

  • die Wärmeerzeugungskapazität zu erhöhen,
  • die Betriebssicherheit des Netzes zu verbessern,
  • die Systemeffizienz durch Flexibilisierung von Erzeugung und Speicherung zu steigern sowie
  • die Grundlage für eine zukünftige Netzerweiterung zu schaffen.

Technische Umsetzung

Die neue Großwärmepumpe wurde auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Thomas Carstensen in Brook/Haselund installiert. Am gleichen Standort wurde ein zusätzlicher Pufferspeicher mit einem Volumen von 104 m3 Wasser errichtet. Der bereits bestehende Pufferspeicher wird zur Biogasanlage Thormählen verlagert.

Durch diese räumliche und funktionale Trennung stehen künftig zwei Heizzentralen mit jeweils eigener Wärmespeicherung zur Verfügung. Dies ermöglicht eine Entkopplung von Wärmeerzeugung und -abnahme und erlaubt einen bedarfsgerechten, effizienteren Anlagenbetrieb.

Zur weiteren Erhöhung der Versorgungssicherheit ist ergänzend die Installation eines Spitzenlast-Gaskessels vorgesehen. Die Standortplanung für diese Anlage befindet sich derzeit in Vorbereitung.

Bedeutung für die kommunale Wärmeversorgung

Die Integration der Großwärmepumpe stellt einen zentralen Entwicklungsschritt für das Nahwärmenetz Haselund dar. Neben der Optimierung des bestehenden Betriebs schafft sie die Voraussetzung für eine perspektivische Erweiterung des Netzes und die Anbindung zusätzlicher Verbraucher.

Aktuell werden rund 100 Haushalte und Gewerbebetriebe sowie öffentliche Einrichtungen wie Schule und Gemeindehaus mit lokal erzeugter, erneuerbarer Wärme versorgt. Seit Juli 2025 sind zudem erste Gebäude im Neubaugebiet „Na de Dannen“ an das Nahwärmenetz angeschlossen. In diesem Gebiet stehen 23 Bauplätze für Einfamilien- und Doppelhäuser zur Verfügung. Die Wärmeleitungen wurden im Rahmen der Erschließung bereits auf die Grundstücke vorverlegt, wodurch die zukünftigen Eigentümer*innen automatisch an das Nahwärmenetz angeschlossen sind und langfristig von einer CO2-freien Wärmeversorgung ohne zusätzliche CO2-Kosten profitieren.

Ausblick

Die Renergiewerke Haselund verfolgen das langfristige Ziel, weiteren Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde eine zuverlässige und klimafreundliche Wärmeversorgung anzubieten. Nach vollständiger Inbetriebnahme aller geplanten Erzeugungs- und Speicherkomponenten wird geprüft, ob und in welchem Umfang das Nahwärmenetz weiter ausgebaut und verdichtet werden kann. Über konkrete Erweiterungsschritte wird zu gegebener Zeit informiert.

Steckbrief
Projektnummer:
3930
Objekt:
Nahwärmenetz
Ort:
Haselund
Beteiligte Unternehmen:
GP JOULE
Thermisch Heizleistung:
500,00 kW
Baujahr:
2025


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Projektnummer:
3930
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Thermisch Heizleistung:
500,00 kW
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