So finden Sie die beste Dämmung
Die denkmalgeschützte Backsteinsiedlung in Kiel: 74 Wohngebäude wurden im Rahmen des Quartiersprojekts energetisch durch Kerndämmung im Einblasverfahren saniert – ohne Veränderung des historischen Fassadenbildes. (Foto: Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kiel KiWoG)
Wer im Kieler Stadtteil Hassee wohnt, kennt die beschauliche Backsteinsiedlung , die in geschützter, zweiter Reihe an der Rendsburger Landstraße 143 - 155 liegt. Nur 5,9 km vom Herzen Kiels entfernt liegt die denkmalgeschützte Siedlung mit 74 Wohneinheiten.
Im Rahmen eines größeren Wohnquartiersprojekts hat die Kieler Wohnungsgesellschaft (KiWoG) die 74 denkmalgeschützten Reihenhäuser energetisch saniert. Im Fokus stand die Einblasdämmung zur Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks.
Sie hat sich in der Kieler Kleinwohnungssiedlung als kosteneffiziente und wirksame energetische Sanierungsmaßnahme erwiesen. Die Maßnahme wurde ohne Mietsteigerung und für insgesamt rund 80.000 EUR umgesetzt - ein starker Beleg für die soziale und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Kerndämmung.
Bei zweischaligem Mauerwerk besteht zwischen der tragenden Innenwand und der äußeren Ziegelschale eine Luftschicht, die ursprünglich dem Witterungsschutz dient, aber ohne Dämmung wenig energetischen Nutzen bringt.
Wird dieser Hohlraum durch geeignete Dämmstoffe - etwa Zellulose, Mineralwolle oder EPS-Granulat - gefüllt, reduziert sich der Wärmeverlust über die Außenwand signifikant. Dies verbessert den Dämmwert des Mauerwerks und führt zu einer messbaren Reduktion des Heizenergieverbrauchs.
Im Kieler Projekt fiel die Wahl auf Knauf Insulation Supafil, ein hochwertiger, weißer Einblasdämmstoff aus loser, ungebundener Glaswolle. Die Einblasdämmung erfolgte über kleine Bohrlöcher (etwa 2-Cent-Münzgröße) in der Vormauer, durch die der Dämmstoff mit Spezialtechnik in die vorhandene Luftschicht eingebracht wird.
Dieses serielle Verfahren erlaubt eine besonders schnelle Umsetzung – im Kieler Projekt konnte die Kieler Fachfirma Wärmedämmung Nord alle 74 Häuser innerhalb von 25 Tagen dämmen - und Störungen für die Bewohnerinnen und Bewohner minimieren.
Im Siedlungsprojekt in Kiel-Hassee konnte die Dämmwirkung der Außenwände um rund 70 % verbessert werden. Durch die Einblasdämmung der acht Zentimeter dicken Luftschicht sank der Wärmedurchgangskoeffizient von zirka 1,6 W/(m2K) auf 0,48 W/(m2K).
Die innenwandseitige Oberflächentemperatur stieg bei Außentemperaturen von –5 °C von etwa 12 °C auf 18 °C, was eine deutliche Reduktion von Wärmebrücken und Feuchtigkeitsrisiken sowie einen gesteigerten Wohnkomfort bedeutet.
Vor der Sanierung lag der durchschnittliche Heizenergieverbrauch der rund 60m2 großen Wohnungen bei etwa 200 kWh/m2 a, verursacht durch den schlechten Wärmeschutz der Außenwände. Durch die Kerndämmung konnten die Heizkosten spürbar gesenkt und damit auch die CO2-Emissionen vermindert werden.
Der heutige Jahres-Heizenergieverbrauch der Wohnungen liegt nun bei 150 bis 160 kWh/m2 a, was einer Einsparung von vier bis fünf m3 Erdgas pro m2 Wohnfläche und Jahr entspricht. Bei Kosten von unter 1.000 Euro pro Wohneinheit. Insgesamt sank der Gasverbrauch der alten Backsteinsiedlung um 25.000 m3 jährlich.
Ein zentrales Erfolgskriterium des Projekts war die gleichzeitige Berücksichtigung von drei wichtigen Aspekten:
Die energetische Sanierung der Bestandsbauten ist ein wesentlicher Baustein kommunaler Klimaschutzstrategien, da Gebäude einen hohen Anteil am Endenergieverbrauch und an Treibhausgasemissionen haben. Durch die Kerndämmung wird ein direkter Beitrag zur Reduktion des Energiebedarfs geleistet.
Die betroffenen Gebäude stehen unter Denkmalschutz, der äußere Fassadenveränderungen wie eine klassische Außendämmung ausschließt. Das Einblasverfahren ermöglicht daher eine energetische Verbesserung, ohne das historische Erscheinungsbild zu verändern – ein wichtiger Vorteil gegenüber konventionellen Sanierungsformen.
Die Wohnungsgesellschaft übernahm die Kosten vollständig selbst und verzichtete auf eine Umlage der Modernisierungskosten auf die Mieten. Dadurch profitieren besonders einkommensschwache Haushalte direkt von den gesenkten Heizkosten, ohne finanzielle Mehrbelastung.
Am 25. November 2025 wurde die Landeshauptstadt Kiel gemeinsam mit der KiWoG beim bundesweiten Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2025“ für das Projekt „Kerndämmung im Einblasverfahren in der Rendsburger Landstraße“ ausgezeichnet. Kiel erhielt in der Kategorie Großstädte ein Preisgeld von 40.000 Euro für weitere Klimaschutzaktivitäten.
Der Wettbewerb wird vom Deutschen Institut für Urbanistik mit Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums durchgeführt und würdigt Kommunen, die durch innovative, effektive Maßnahmen Treibhausgasemissionen reduzieren und klimafreundliche Stadtentwicklung vorantreiben.
Die Auszeichnung stärkt die Sichtbarkeit des Projekts als Modell für die Integration von Energieeffizienz, Denkmalschutz und sozialer Verantwortung. Sie positioniert die serielle Kerndämmung als attraktive Lösung für ähnliche Siedlungen in anderen Städten.
Durch die erfolgreiche Umsetzung und Anerkennung beim Wettbewerb wird die Kerndämmung zunehmend Teil der öffentlichen Debatte über klimafreundliche Sanierungsstrategien, insbesondere für den Gebäudebestand mit historischen Bausubstanzen. Die Landes- und Kommunalpolitik, aber auch private Eigentümer können daraus wichtige Impulse für ihre Sanierungsstrategien ableiten.
| Steckbrief | |
|---|---|
| Projektnummer: 3941 |
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| Objekt: denkmalgeschützte Reihenhaus-Siedlung |
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| Ort: Kiel-Hassee |
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| Beteiligte Unternehmen: Wärmedämmung Nord |
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| Hersteller: Knauf Insulation Supafil |
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| Baujahr: 2025 |
| Steckbrief | |
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| Projektnummer: 3941 |
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| Objekt: denkmalgeschützte Reihenhaus-Siedlung |
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| Ort: Kiel-Hassee |
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| Beteiligte Unternehmen: Wärmedämmung Nord |
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| Hersteller: Knauf Insulation Supafil |
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| Baujahr: 2025 |