Hier sehen Sie eine Kantine

Weißbeton und zwei organische Öffnungen mit dreieckigen Flüssigkristallfenstern prägen die Außenhülle der Kugel (Foto: FILMGESTALTEN)

Leipzig: Brillante Niemeyer Sphere mit Schaumglas gedämmt

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Einer der finalen Entwürfe des populären brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer wurde in Leipzig realisiert. Die beispiellose „Niemeyer Sphere“ zieht mit ihrem einzigartigen Charakter die Blicke auf dem Gelände der Techne Sphere Leipzig auf sich. Für die Innendämmung der aus Weißbeton gebauten Kugel fiel die Entscheidung auf einen Dämmstoff der Deutschen Foamglas GmbH.

Die gewählte Schaumglasdämmung erweist sich als effiziente Lösung für die eindrucksvollen räumlichen Gegebenheiten und bauphysikalischen Anforderungen. Kennzeichnend für das anorganische Material ist insbesondere die integrierte Dampfsperre sowie die simple Bearbeitbarkeit.

Die futuristische Kugel besteht aus einer 20 cm dicken Betonschale und misst zwölf Meter im Durchmesser. Der Baukörper erhebt sich auf einer alten Industriehalle und gleicht einem Himmelskörper, der auf der oberen Gebäudeecke der Halle gelandet ist. Tatsächlich aber wurde die Kugel aus statischen Gründen auf einem Turm aus Beton montiert, welcher in Anlehnung an das Backsteingebäude die passende rote Farbe erhalten hat.

Zwei organisch geformte Ausschnitte prägen die Weißbetonhülle, geschlossen werden sie mithilfe geodätischer Stahlmaßwerke und 234 Glasscheiben. Davon bestehen 147 Scheiben im oberen Teil aus Flüssigkristallglas. Dieses lässt sich angesichts der höheren Sonneneinstrahlung zur Verschattung und Vermeidung der Blendung wandelbar hell- bis dunkelgrau färben.

Faszinierende geometrische Gestaltung

Die Räumlichkeiten im Gebäudekörper verteilen sich auf drei Ebenen. Mittig wurde eine Bar mit einer roten Wand errichtet, eine geschwungene Treppe führt in den exklusiven Restaurantbereich. Über eine Tür erreichen Gäste und Besucher die Dachterrasse. Im Inneren wurde die Kugel minimalistisch gestaltet, um den Fokus auf die geschwungene Linienführung zu lenken. Auf diese Weise ist der Blick frei für die geometrische Besonderheit des Raumes.

Monolithische Sichtbetonbauwerke weisen eine eher geringe Dämmwirkung auf. Um einen zeitgemäßen Wärmeschutz gewährleisten zu können und zugleich den Weißbeton außen sichtbar zu machen, fiel die Entscheidung auf die Anordnung einer raumseitigen Dämmung. Mit Foamglas T4+ wurde hier eine bauphysikalische sichere Lösung gefunden.

Schaumdämmung bietet Schutz vor Feuchtigkeit

Bei Beton in Verbindung mit einer raumseitigen Dämmung stellt die Grenze zwischen den beiden Schichten immer einen herausfordernden Bereich dar. Denn wenn Wasserdampf die kalte Oberfläche des Betons erreicht, kann Kondensat anfallen, was ein Schadensrisiko für die Bausubstanz birgt.

Die Schaumglasdämmung verfügt hier über einen entscheidenden Vorteil: die geschlossene Zellstruktur ermöglicht neben der Wärmedämmung eine Dampf- und Luftsperre und kann so den Wandquerschnitt frei von Feuchte halten. Dementsprechend bleibt die Dämmwirkung konstant.

Weiterhin überzeugt das Material des Dämmstoffs durch seine Druckfestigkeit und Nichtbrennbarkeit. Hier erreicht Foamglas die Euroklasse A1 nach EN 13501-1.

Vereinfachung der Arbeitsschritte

Die Dämmplatten verfügen über eine Materialdicke von 160 mm. Um eine geschlossene und möglichst eng an der nach innen gewölbten Betonschale anliegende Dämmebene zu schaffen, fand zu Beginn eine entsprechende Vorkonfektionierung der Platten statt. Mit dem Ziel einer unkomplizierten Verarbeitung wurde das Standardmaß der Foamglas-Platten von 600 x 450 mm halbiert.

Im nächsten Schritt erfolgte das konische Anschleifen der kurzen Seite. Um diesen Verarbeitungsschritt zu vereinfachen, stellte Foamglas eine spezielle Schleif-Schablone zur Verfügung.

Durch die vorangegangene Bearbeitung ließen sich die Dämmplatten vollflächig und vollfugig auf dem gereinigten und vorangestrichenen Untergrund mittels Bitumenkaltkleber PC 56 verkleben.

Die verdeckte Montage der Dämmplatten erfolgte wärmebrückenfrei und mechanisch mittels PC Anker Typ F. Anschließend trug das ausführende Unternehmen einen Bitumendeckabstrich aus Bitumenkaltkleber PC 56 auf Foamglas T4+ auf. Oberhalb weist ein Dickschichtsystem eine sehr hohe Stabilität und Stoßfestigkeit auf, sodass die Wandoberfläche der Kugel ihre ansprechende Optik immerwährend beibehält.

2011 wandte sich Ludwig Koehne, Gründer von Techne Sphere Leipzig, mit einem Brief an den mittlerweile verstorbenen Niemeyer und berichtete über den vorhandenen Platz für eine Kantinenerweiterung auf dem Dach. Der brasilianische Architekt zeigte sich begeistert und setzte sich an den Entwurf. Die nun fertiggestellte Niemeyer Sphere ist für Feiern und besondere Anlässe vorgesehen.

Steckbrief
Projektnummer:
2851
Objekt:
Eventlocation
Ort:
Leipzig
Beteiligte Unternehmen:
Kirow Ardelt GmbH, KERN Architektur UG, Arquitetura e Consultoria LTDA, Dachbau Frank Schneidewind
Hersteller:
Deutsche Foamglas GmbH
Quelle:
Niemeyer Sphere


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Steckbrief
Projektnummer:
2851
Objekt:
Eventlocation
Ort:
Leipzig
Beteiligte Unternehmen:
Kirow Ardelt GmbH, KERN Architektur UG, Arquitetura e Consultoria LTDA, Dachbau Frank Schneidewind
Hersteller:
Deutsche Foamglas GmbH
Quelle:
Niemeyer Sphere
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