Das Bild zeigt ein Wasserstoffhaus in Isny

Hausbesitzer Andreas Schulz (rechts) mit dem Planer Dieter Herz vom Planungsbüro Herz & Lang (links) seinen Mietern Dorothee und Andreas Stiehler (Foto: Roland Wiedemann/Jensen media)

Mit Solarenergie zum Wasserstoffhaus in Isny

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Im Isnyer Ortsteil Neutrauchburg befindet sich ein Wohngebäude, das mit Abschluss der Sanierungsarbeiten seines Gleichen sucht. Die Einzigartigkeit des zum Teil vermieteten Hauses im Allgäu lässt sich bereits auf den ersten Blick erkennen: Nicht nur auf dem Dach, sondern auch an der Fassade wurden zahlreiche Photovoltaikmodule angebracht. Gemeinsam erreichen sie eine sagenhafte Leistung von 32 kWp.

Andreas Schulz, Besitzer des hierzulande ersten Bestandsgebäudes, das nun nahezu vollständige Energieautarkie erreicht, berichtet von rund 32.000 Kilowattstunden, die die Solaranlage jährlich an Strom produziert.

Auch zwei Brennstoffzellen sowie zwei Elektrolyseure sind im Einsatz. Mithilfe der Sonnenenergie verwandeln sie Wasser in Wasserstoff, welcher im Winter zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt wird. Darüber hinaus dient der Wasserstoff als Speichermedium für den Solarstrom.

Hoher Dämmstandard reduziert den Bedarf an Wärmeenergie

„Das Wichtigste ist aber die hochwärmegedämmte Gebäudehülle. Ohne die würde ein Wasserstoffhaus nicht funktionieren“, erklärt Andreas Schulz. „Denn der Wärmebedarf wäre sonst einfach viel zu hoch.“

Gemeinsam mit Dieter Herz, Betreiber des Planungsbüros Herz & Lang im nahegelegenen Weitnau, sammelte der Hausbesitzer Ideen für eine effiziente Dämmung. Herz, der sich auf energieeffizientes Bauen und Sanieren spezialisiert hat, gilt als Passivhaus-Pionier – weit über die Grenzen des Allgäus hinaus.

Bei der Nachbesserung der Gebäudehülle lag der Fokus insbesondere auf der Reduzierung von Wärmebrücken und einer besonders luftdichten Bauweise. Im Keller wurde die alte Bodenplatte mit einer 16 cm dicken Dämmung aufgestockt.

Die Dämmstärke im Dachbereich beträgt insgesamt 24 cm, wovon 18 cm auf die Zellulosedämmung und 6 cm auf die Holzweichfaserplatte fallen. Die Putzfassade erhielt eine 20 cm dicke Steinwolledämmung.

Zusätzlich erfolgte der Einbau von dreifach-verglasten Passivhaus-Fenstern. Die Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung schafft ein angenehmes Raumklima.

Durch den hohen Grad an Wärmerückgewinnung lassen sich die Energieverluste bei der Frischluftzufuhr im Winter auf ein Minimum reduzieren.

Dank der sehr gut gedämmten Gebäudehülle sowie der Installation einer Wärmepumpe, die den alten Ölkessel ersetzt, ist das Gebäude in Isny zum Effizienzhaus 70 geworden. Somit waren die baulichen Voraussetzungen für ein Wasserstoffhaus geschaffen.

Im Wasserstoffhaus spielt die Photovoltaik eine Schlüsselrolle

Für die Nutzung von Wasserstoff liefern die Solarmodule in den Sommermonaten Strom im Überfluss. Ein kleiner Teil der elektrischen Energie wandert in einen Kurzzeitbatteriespeicher, um das Haus auch nach Sonnenuntergang versorgen zu können. Alternativ kommt sie für das Laden von Elektroautos zum Einsatz.

Mit dem restlichen Solarstrom werden die beiden Elektrolyseure versorgt, welche aus Wasser den gewünschten Wasserstoff produzieren. Die dabei entstehende Abwärme wird für den Brauchwasserspeicher genutzt.

Der Wasserstoff selbst gelangt über eine Leitung in Sammel-Stahlbehälter, die in einem kleinen Häuschen im Garten stehen. Dank dieses Verfahrens lässt sich die Sonnenenergie über Monate hinweg speichern und dementsprechend auch im Winter einsetzen.

Reichen die solaren Erträge an Wintertagen dennoch nicht aus, um genügend Strom und Wärme zu produzieren, wird Wasserstoff aus dem Brauchwasserspeicher den beiden Brennstoffzellen zugeführt. Diese wiederum wandeln den Wasserstoff in Strom um. Letzteren nutzt die Wärmepumpe. Die durch sie entstehende Abwärme wird anschließend über die Lüftung fürs Heizen genutzt.

Energiekonzept mit Potenzial nach oben

Mit 500 fehlenden Kilowattstunden reichte die Anlage im letzten Winter für eine komplette Autarkie noch nicht aus. Eine Vergrößerung des Wasserstoffspeichers wäre daher eine Option.

Andreas Schulz darf sich dennoch als Idealist und Vorreiter bezeichnen. Mit seinem Wasserstoffhaus beweist er, dass energieautarke Gebäude keine Utopie sind.

Steckbrief
Projektnummer:
3191
Objekt:
Wasserstoffhaus
Ort:
Isny im Allgäu
Beteiligte Unternehmen:
Planungsbüro Herz & Lang
Elektrische Leistung:
32,00 kW
Produzierte kWh elektrisch pro Jahr:
32.000,00 kWh
Baujahr:
1967
Quelle:
Wasserstoffhaus Isny im Allgäu


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3191
Objekt:
Wasserstoffhaus
Ort:
Isny im Allgäu
Beteiligte Unternehmen:
Planungsbüro Herz & Lang
Elektrische Leistung:
32,00 kW
Produzierte kWh elektrisch pro Jahr:
32.000,00 kWh
Baujahr:
1967
Quelle:
Wasserstoffhaus Isny im Allgäu
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