Solarkollektoren auf Nürnbergs erstem Passivhaus

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Im Jahr 2002 wurde in Nürnberg deutschlandweit das erste Mehrfamilienhaus in ein Passivhaus umgewandelt. Bei dem Umbau des Gebäudes aus den 1930er Jahren lag der Fokus insbesondere auf einer Reduktion des Heizbedarfs, bei dem die Errichtung einer Solaranlage eine entscheidende Rolle spielte. Das Mehrfamilienhaus mit 895 m2 Wohnfläche galt es zu einem sogenannten 3-Liter-Haus zu sanieren. Dahinter steckte das Ziel, jährlich nicht mehr als drei Liter Heizöl pro Quadratmeter zu verbrauchen.

In den Sommermonaten sammelt die 17 m2 große Solaranlage Wärmeenergie für die Heizung und Warmwasserbereitung. Ein Schichtenspeicher mit 1000 Litern Fassungsvermögen gewährleistet die zeitnahe Verfügbarkeit. Als Unterstützung für die Solarthermie kommt eine Gasbrennwerttherme mit 30 kW Leistung zum Einsatz.

Insgesamt erreichte die Bauherrin WBG Nürnberg GmbH auf diese Weise eine Reduktion des Wärmebedarfs um 87 Prozent. In Zahlen ausgedrückt entspricht dies 178 kWh m2a. Damit profitiert nicht nur die Umwelt; die Kosten für die Bewohner minimierten sich ebenfalls entscheidend.

Eine hochwertige Gebäudehülle mit 20 cm Polystyrol-Wärmedämmverbundsystem sowie wohnungszentrale Lüftungsanlagen sorgen für eine effektive Wärmerückgewinnung. Zu den zahlreichen Sanierungsmaßnahmen zählten darüber hinaus der Bau eines neuen Heizraums von sechs m2 im Dachbodenbereich, die Neueindeckung des Daches sowie der vollständige Austausch aller Fenster im Sinne des Passivhaus-Standards.

Das Mehrfamilienhaus in Nürnberg mit seinen sechs Wohneinheiten war zu Beginn mit Schwerkraftheizungen ausgestattet, in den 60er-Jahren dann mit einer dezentralen Etagenheizung. Dies war weder klimaschonend, noch wirtschaftlich von Vorteil. Dank des neuen energetischen Konzepts beträgt der Heizwärmeverbrauch nun nicht mehr 204 kWh m2a, sondern lediglich 24 kWh m2a. Aufklärungsgespräche mit den wohnhaften Familien führten zudem zu einer Optimierung des Nutzerverhaltens, insbesondere was das Heizen und die Belüftung der Räume betraf.

Der Einsatz von Passivhaus-Komponenten wie der Solarthermie ermöglichte einen erhöhten Wohnkomfort und gute Ergebnisse hinsichtlich des subjektiven Wohngefühls. Nach zwei Jahren hatten sich die energetischen Maßnahmen bereits amortisiert. Um die Qualität während der Konzeptions- und Bauphase stetig zu sichern, führte das Passivhaus Institut eine Begleitforschung sowie eine bauphysikalische Beratung durch.

Steckbrief
Projektnummer:
45
Objekt:
3-Liter-Haus
Ort:
Nürnberg
Beteiligte Unternehmen:
WBG, Schulze Darup, Ingenierubüro VIP, PHI, AnBUS, FIW
Größe/ Fläche Solarthermie-Anlage:
17,00 m2
Baujahr:
2002
Quelle:
3-Liter-Haus Nürnberg

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Steckbrief
Projektnummer:
45
Objekt:
3-Liter-Haus
Ort:
Nürnberg
Beteiligte Unternehmen:
WBG, Schulze Darup, Ingenierubüro VIP, PHI, AnBUS, FIW
Größe/ Fläche Solarthermie-Anlage:
17,00 m2
Baujahr:
2002
Quelle:
3-Liter-Haus Nürnberg
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