Solarwärme heizt Straubinger Sonnenhaus

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Seit dem Einzug im Jahr 2003 versorgt die Sonne das Haus der Familie Lorenz mit Wärme. Eine Solarheizung mit 68 m2 Solarkollektoren bewährt sich in ihrer Funktion bis heute. Zum Nachheizen mit Holz muss die Familie gerade einmal 100 Euro im Jahr aufbringen. Im Durchschnitt können im Sonnenhaus aber 88 Prozent des Heizwärmebedarfs solar gedeckt werden. Folgen auf sonnige Zeiten einige trübe Tage, kommt der effiziente Solarwärmespeicher zum Einsatz. Zusätzlich lässt der große Wintergarten viel Sonnenwärme ins Haus. Auf diese Weise wird der Heizenergiebedarf grundsätzlich reduziert.

Heizen nur mit Sonne und Holz

Bei Familie Lorenz Einfamilienhaus handelt es sich um ein klassisches Sonnenhaus nach Sonnenhaus Standard mit einer großen Solarwärmeanlage und einer Holzheizung für die Nachheizung. Um einen solaren Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent in der Wärmeversorgung zu erreichen, wurde das Haus mit 170 m2 Wohnfläche zunächst einmal für die aktive und passive Nutzung der Sonnenenergie angepasst.

Der mit Zellulose gedämmte Holzbau ist nach Südwesten ausgerichtet, wodurch die Solarwärmeanlage viel Wärme produzieren kann. Weiterhin lässt der große Wintergarten auf dieser Seite viel Sonnenwärme ins Haus. Das reduziert den Heizenergiebedarf allgemein, da Sonne und Licht frei ins Haus hineinscheinen können.

Auf dem 45 Grad steilen Dach wurden 68 m2 Solarkollektoren installiert. Großflächig und symmetrisch montiert, fügen sie sich gestalterisch ansprechend in die Dachfläche ein. Wärme, die gerade nicht für die Raumheizung oder das Dusch- oder Trinkwasser benötigt wird, wird in einem Solarwärmespeicher zwischengespeichert. Der elf Kubikmeter große Kombispeicher mit einer Höhe von 6,2 Metern ist gut sichtbar, aber dennoch unaufdringlich im Haus platziert.

Im Vorfeld hatte Sonnenhaus-Planer Wolfgang Hilz einen solaren Deckungsgrad von 77 Prozent für das Sonnenhaus errechnet. Das Forschungsprojekt HeizSolar ermittelte jedoch, dass im Durchschnitt sogar 88 Prozent des Heizenergiebedarfs im Jahr solar gedeckt werden können.

Reicht die Solarwärme im Winter nicht aus, heizt die Familie mit einem Stückholzofen, der sich geschickt in einem Kachelofen verbirgt, nach. Dadurch können sie angenehme Strahlungswärme genießen. „Manchmal heizen wir auch einfach, weil wir Spaß daran haben, zum Beispiel zum Frühstück am Wochenende“, erzählt Monika Lorenz.

Mit der Sonne leben

Ihre Solaranlage kennen sie mittlerweile in all ihren Facetten. Sie leben mit der Sonne und den wechselnden Jahreszeiten. Wenn an einem kalten Wintertag der Himmel wolkenfrei ist und die Sonne scheint, produzieren die Solarkollektoren auf Hochtouren Wärme, welche für 2-3 Tage ausreicht.

„Wenn es mehrere Tage trüb ist, heizen wir kontinuierlich nach. Aber wir mögen das, weil es so gemütlich ist. Und wenn wir 85 sind, können wir das bisschen Stückholz immer noch scheiteweise ins Haus tragen“, sagt Christian Lorenz und lacht.

Und haben sich die skeptischen Stimmen aus der Anfangszeit bewahrheitet? Haben sie doch noch eine Gastherme eingebaut oder waren Reparaturen nötig? „Die Grundtechnik ist so geblieben, wie sie war“, sagt Christian Lorenz. „Es mussten mal Pumpen und ein Mischventil ausgetauscht werden, aber das ist der normale Verschleiß.

Überschüssige Wärme gut genutzt

Um die überschüssige Wärme im Sommer zu nutzen, hat sich Familie Lorenz einen Swimming-Pool in ihren Garten gebaut. „Wir schwimmen jeden Sommer darin, und die Nachbarskinder freuen sich auch“, erzählt Monika Lorenz. Außerdem gibt es an ihrem Wintergarten ein Sonnensegel, das über einen Sonnenfühler je nach Temperatur automatisch hoch oder herunterfährt. Je nach Wetter bleibt die Hitze entweder draußen oder sie darf ins Haus.

Wenn es doch mal zu warm wird, lüften sie mit einem Fenster im Obergeschoss und der Tür im Wintergarten durch. Wird der Außenwind dabei zu stark, fährt das Sonnensegel auf Befehl eines „Windwächters“ hoch.

Mittlerweile hat Familie Lorenz eine Photovoltaikanlage mit zwei Kilowattpeak Leistung auf ihrer Garage installieren lassen. Damit erzeugen sie den Strom, den der Swimming-Pool im Sommer benötigt. „Unser Schwimmbad verbraucht im Sommer so viel Strom, wie wir beiden zusammen“, erzählt Christian Lorenz. Sie selbst benötigen nur 2.000 kWh im Jahr für Haushalt, Beleuchtung und Haustechnik.

„Durch die großen Fensteröffnungen brauchen wir nicht viel Strom für die Beleuchtung, außerdem haben wir Halogenleuchten, die nicht viel Energie brauchen.“ Die Pumpen für die Heizung wurden vor einigen Jahren durch Hocheffizienzpumpen ersetzt, sodass auch noch Strom eingespart werden kann. Die Kosten haben sich innerhalb weniger Jahre durch die Einsparungen amortisiert.

Unabhängigkeit von Öl und Gas

„Eine Motivation, ein Sonnenhaus zu bauen, war die Unabhängigkeit, die wir damit haben“, sagt Christian Lorenz. „Bei der Wärme sind wir autark, und das ist ein sehr gutes Gefühl.“ Als Reaktion auf den ein oder anderen Stromausfall in der Vergangenheit, plant er die Anschaffung eines Notstromaggregats. „Wenn es dann einen Stromausfall gibt, können wir schnell reagieren und umschalten“, sagt er.

Auch die Holzständerbauweise gefällt ihnen nach wie vor gut. Die unbehandelte Lärchenholzverschalung hat sich je nach Himmelsrichtung bzw. Stärke der Sonneneinstrahlung optisch etwas gewandelt. Streichen war in den 15 Jahren aber nicht nötig, das haben sie auch in Zukunft nicht vor.

Für den Holzbau haben sie sich auch deshalb entschieden, weil ihnen die Baubiologie am Herzen lag. „Ich würde nirgends anders wohnen wollen“, sagt Monika Lorenz. Ihr Mann ergänzt: „Es ist wunderbar, im Winter im T-Shirt und ohne dicke Socken im Haus zu sein und gleichzeitig zu wissen, diese Wärme wird umweltfreundlich von der Sonne erzeugt. Bei anderen ist es uns gerade im Herbst und Frühjahr oft zu kalt, hier genießen wir rund ums Jahr Sonnenwärme.“

Steckbrief
Projektnummer:
16
Objekt:
Sonnenhaus
Ort:
Straubing
Beteiligte Unternehmen:
Architekturbüro Dasch, Architekturbüro Dirschedl, Wolfgang Hilz
Hersteller:
Soleg GmbH, Lorenz-Behälterbau
Thermisch Heizleistung:
5,00 kW
Größe/ Fläche Solarthermie-Anlage:
68,00 m2
Baujahr:
2003
Quelle:
Sonnenhaus Lorenz


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Steckbrief
Projektnummer:
16
Objekt:
Sonnenhaus
Ort:
Straubing
Beteiligte Unternehmen:
Architekturbüro Dasch, Architekturbüro Dirschedl, Wolfgang Hilz
Hersteller:
Soleg GmbH, Lorenz-Behälterbau
Thermisch Heizleistung:
5,00 kW
Größe/ Fläche Solarthermie-Anlage:
68,00 m2
Baujahr:
2003
Quelle:
Sonnenhaus Lorenz
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