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Reihenhaus-Dachsanierung: Doppelte Wohnfläche, halbe Nebenkosten

Ein Reihenhaus-Dach in Bochum-Eppendorf wurde energetisch so saniert, dass sich die Wohnfläche des Hauses verdoppelt und die Heizkosten halbiert haben. Hier lesen Sie, welche Sanierungstricks angewendet wurden.

Bei der Dachsanierung des Reihenhauses in Bochum-Eppendorf konnte auch das historische Zollingerdach erhalten und ausgebaut werden. (Fotos: Rockwool)

Bei der Dachsanierung des Reihenhauses in Bochum-Eppendorf konnte auch das historische Zollingerdach erhalten und ausgebaut werden. (Fotos: Rockwool)

Seitdem Dachdeckermeister Christoph Konow mit seinem Schwager das Haus erworben hat, hat sich das Erscheinungsbild des Gebäudes gravierend verändert. „Eigentlich handelte es sich um ursprünglich drei Gebäudeteile. Der älteste Teil wurde 1927 errichtet, dann folgte 1965 ein zweigeschossiger Anbau. Daneben wurde 1980 noch ein eingeschossiger Vorbau gesetzt“, erläutert der erfahrene Dachdeckermeister. Im Zuge der Sanierung wurde ein Anbau um zwei Etagen, ein anderer Gebäudeteil um eine Etage erweitert. Schon bei diesem Schritt wurde das Bestandsmauerwerk des Reihenhauses und der Neubau mit energieeffizienter Steinwolle gedämmt. Wichtigster Bestandteil der Sanierungsarbeiten waren jedoch die Dachaufbauten des Reihenhauses.

Herausforderung: Drei unterschiedliche Dachkonstruktionen dämmen

„Analog zu den unterschiedlichen Gebäudeteilen haben wir es auch mit drei unterschiedlichen Dachformen zu tun. Die neuen Geschosse des Reihenhauses haben ein circa 65 m2 großes Flachdach mit zweiprozentigem Gefälle erhalten. Dort sorgt eine im Mittel 80 mm dicke Lage aus Gefälleplatten für einen zeitgemäßen Wärmeschutz.“ Daran anschließend erstreckt sich ein abfallendes Schrägdach, welches mit einer 140 mm dicken Aufsparrendämmung gedämmt worden ist. Auch hier wurde nichtbrennbare Steinwolle verwendet. Auch die geneigte Dachfläche des Schrägdaches erhielt zusätzlich eine Zwischensparrendämmung.

Dachsanierung des Zollingerdaches besonders anspruchsvoll

Eine besondere Herausforderung der Dachsanierung dieses Reihenhauses stellte der Dachstuhl des dritten Gebäudeteils dar. Denn der 1927 errichtete Gebäudekern besitzt ein so genanntes „Zollingerdach“, für das man sich aus Kosten- und Materialgründen zu dieser Zeit gerne entschied. Dieses hebt sich besonders optisch deutlich ab, da die gewölbte Form des Daches einen Verzicht auf Balken und Stützen und damit eine optimale Raumnutzung zuließ.

„Das Holz des Dachstuhls war noch vollkommen intakt und trocken. Daher haben wir uns entschieden, die Zollingerkonstruktion bestehen zu lassen und für den neuen Dachaufbau zu nutzen. Gemeinsam mit einem Statiker galt es allerdings, einige kleinere Hürden zu nehmen“, berichtet Christoph Konow. Eine neue, große Tragkonstruktion war nötig, die auf die in Rautenform angeordneten Holzbalken aufgeschraubt worden ist.

Rundungen des Reihenhausdaches wurden bei Sanierung erhalten

Komprimierter Dämmfilz mit einer Dicke von 60 mm komplettierte die Sanierung des dritten Reihenhausdaches, nachdem für eine zuverlässige Lastabtragung eine aufwendige Verschraubung der neuen Tragkonstruktion zusätzlich mit speziellen Betonankern im dahinter befindlichen Bimsgestein fixiert worden ist. Unmittelbar darauf erfolgte dann die von Beginn an vorgesehene Aufsparrendämmung mit einer Dicke von 80 mm. So sorgte Christoph Konows bereits unmittelbar nach Einbau der Dämmung für den ersten, zuverlässigen Witterungsschutz.

Die hierbei verwendeten Masterrock-Platten von Steinwolle-Spezialist Rockwool haben den Vorteil, dass sie mit einem Dämmstoffmesser sehr exakt zugeschnitten und angepasst werden können. Auch kleine Ausschnitte bei Anschlüssen an die Fenstergauben des Reihenhauses sind auch auf dem Gerüst leicht auszuführen.

Besonders bei der Verschraubung der Konterlattung, die ebenfalls der Rundung des Zollingerdachstuhls folgen sollten, wurde es noch einmal spannend. Deshalb wurde vor dem Verschrauben zunächst jede Konterlatte mit einem Nageldichtband beklebt und anschließend gesichert angeschlossen und abgedichtet werden. Dicke „Klemmrock“ Steinwolle von Rockwool sorgte dann zusätzlich von Innen für die notwendige Dämmung, bevor die gerundeten Dachschrägen mit faserarmierten Gipskartonplatten bekleidet wurden. Trotz der Verkleidung können nun die Rundungen des Daches auch so sehr schön ins Rauminnere übertragen werden.

Reihenhausdach-Sanierung zahlt sich auch energetisch aus

Berechnungen eines Energieberaters zufolge wird das neu gedämmte, historische Dach vermutlich einen U-Wert von 0,14 W/(m2K) erreichen. Damit werden alle Anforderungen erfüllt die für einen Kredit für eine energetische Sanierung eines Daches nötig sind.

Auch die Dachflächen über den anderen Gebäudeteilen wurden bei der Reihenhausdach-Sanierung energetisch optimiert. Das mit 14 cm zwischen und 14 cm Dämmung auf den Sparren versehene Schrägdach weist nun einen U-Wert von ca. = 0,14 W/(m2K) auf.

Schlusslicht ist das Flachdach, dass nach einer Dämmung mit einmal 8 und einmal 14 cm dicken Dämmplatten nun einen U-Wert von ca. = 0,19 W/(m2K) erreicht. Damit erfüllt das gesamte Gebäude nun also deutlich mehr, als es die aktuelle ENEV erwartet. Das Projekt zeigt, dass anspruchsvolle Dachsanierungen wie die eines solchen Reihenhauses auch moderne energetische Anforderungen berücksichtigen kann.

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"Reihenhaus-Dachsanierung: Doppelte Wohnfläche, halbe Nebenkosten" wurde am 19.04.2017 verfasst