energie-experten.org: Aktuelle Artikel https://www.energie-experten.org/ Die aktuellsten Artikel von den Energie Experten de energie-experten.org: Aktuelle Artikel https://www.energie-experten.org/fileadmin/relaunch/extensions/news/energie_rss.gif https://www.energie-experten.org/ 144 29 Die aktuellsten Artikel von den Energie Experten TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 09 Jan 2019 10:42:58 +0100 Blockheizkraftwerk: Wohnungseigentümergemeinschaft als Mitunternehmerschaft https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/blockheizkraftwerk-wohnungseigentuemergemeinschaft-als-mitunternehmerschaft-4771.html Der Bundesfinanzhof hat jetzt im Urteil vom 20. September 2018 IV R 6/16 festgestellt, dass eine... Eine Wohnungseigentümergemeinschaft kann beim Betrieb eines Blockheizkraftwerks, mit dem Strom an einen außenstehenden Abnehmer geliefert wird, selbst gewerblich tätig sein. Daher begründet sie selbst ertragsteuerrechtlich eine Mitunternehmerschaft, für die das erforderliche Feststellungsverfahren durchzuführen ist, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 20. September 2018 IV R 6/16 entschieden hat. Der Annahme einer von den Wohnungseigentümern zusätzlich konkludent gegründeten Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) bedarf es nicht.

Im vom BFH entschiedenen Fall war eine Wohnanlage errichtet worden, zu der ein Blockheizkraftwerk gehörte, mit dem der eigene Wärmeenergiebedarf gedeckt werden sollte. Der außerdem erzeugte und nicht von den Wohnungseigentümern verbrauchte Strom wurde gegen Erhalt einer Vergütung in das Netz eines Energieversorgers eingespeist. Das Finanzamt (FA) war der Meinung, die Wohnungseigentümergemeinschaft unterhalte mit der Stromeinspeisung einen Gewerbebetrieb, und erließ gegenüber der Gemeinschaft einen Bescheid, mit dem gewerbliche Einkünfte festgestellt wurden.

Hiergegen setzten sich die klagenden Eigentümer einer Wohnung zur Wehr. Sie meinten, der Bescheid sei rechtswidrig, weil nicht die Wohnungseigentümergemeinschaft, sondern allenfalls eine zusätzlich von den Eigentümern gegründete GbR hätte gewerblich tätig sein können. Im Übrigen sei der Gewinn auch zu hoch festgestellt worden, u.a. weil nicht die richtigen Folgen aus der Nutzung der selbst erzeugten Energie durch die Wohnungseigentümer gezogen worden seien.

Der nach Klageabweisung durch das Finanzgericht (FG) angerufene BFH bestätigte das FG darin, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft infolge ihrer zivilrechtlichen Verselbständigung ähnlich einer Personengesellschaft steuerrechtlich als Mitunternehmerschaft anzusehen sein könne, soweit sie innerhalb ihres Verbandszwecks tätig werde. Die Lieferung von Strom halte sich jedenfalls dann innerhalb dieses Zwecks, wenn der Strom von einem eigenen Blockheizkraftwerk erzeugt werde, das vornehmlich der Erzeugung von Wärme für das Wohnungseigentum diene.

Damit folgte der BFH nicht der zum Teil vertretenen Auffassung, eine Wohnungseigentümergemeinschaft könne nicht selbst eine Mitunternehmerschaft sein, sondern nur eine von den Wohnungseigentümern zusätzlich gegründete (GbR). Daher sind die gewerblichen Einkünfte aus der Stromlieferung in einem eigenständigen Verfahren gegenüber der Wohnungseigentümergemeinschaft, nicht aber gegenüber einer daneben bestehen GbR gesondert festzustellen. Die betreffende Steuererklärung habe der Hausverwalter abzugeben.

Ungeklärt blieb, von welchen Anschaffungskosten des Blockheizkraftwerks bei der Ermittlung des Gewinns Abschreibungen vorzunehmen waren. Dies hängt u.a. davon ab, in welchem Umfang die bei der Lieferung in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer vom FA erstattet werden konnte. Zur Ermittlung des richtigen Aufteilungsschlüssels verwies der BFH deshalb das Verfahren an das FG zurück.

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Wed, 09 Jan 2019 10:42:58 +0100
Löst die Magnesiumbatterie Lithium-Ionen-Batterien ab? https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/loest-die-magnesiumbatterie-lithium-ionen-batterien-ab-4770.html Magnesiumbatterien sind potenziell leistungsfähiger und sicherer als Lithium-Ionen-Batterien. Zudem... Eine Magnesiumbatterie hat im Vergleich zu konventionellen Lithium-Ionen-Batterien entscheidende Vorzüge: Magnesium als Anodenmaterial ermöglicht eine höhere Energiedichte. Zudem könnte eine breite Verfügbarkeit von Magnesiumbatterien die Elektrifizierung von Mobilität und den Ausbau dezentraler Heimspeicher entscheidend voranbringen.

Magnesiumbatterien sind außerdem viel sicherer, da sich z. B. an den Magnesium-Anoden keine Dendrite bilden. Solche elektrochemischen Ablagerungen an den Elektroden können bei Lithium-Ionen-Batterien nadelartige Strukturen bilden und Störungen oder sogar gefährliche Kurzschlüsse verursachen. Bei Magnesium gibt es keine vergleichbaren Prozesse. Deshalb kann Magnesium in metallischer Form verwendet werde und so die sehr hohe Speicherkapazität des Metalls direkt nutzen. Das steigert die Leistungsfähigkeit der Magnesium-Batterie.

Neben der größeren Sicherheit und Energiedichte könnte der Einstieg in die Magnesiumtechnologie bei der Batteriefertigung außerdem dabei helfen, die Abhängigkeit von Lithium als Rohstoff zu verringern: Als Element ist Magnesium auf der Erde etwa 3.000 Mal so häufig vertreten wie Lithium und kann im Gegensatz dazu einfacher recycelt werden.

Entsprechend wären Magnesiumbatterien auch günstiger als Lithium-Ionen-Batterien. Kommt Europa bei der Entwicklung zügig voran, könnten Magnesiumbatterien außerdem dabei helfen, die Dominanz der asiatischen Produzenten von Batteriezellen zu vermindern und eine konkurrenzfähige Batteriefertigung in Europa zu etablieren.

Magnesium-Batterien mit Luftelektroden

Forscher aus Bonn, Ulm und Berlin erarbeiten im Projekt MgLuft die Grundlagen für wiederaufladbare Hochenergie-Batterien. Diese verwenden Magnesium als negative und eine Luftelektrode als positive Elektrode wie sie aus Brennstoffzellen bekannt sind (Magnesium-Luft-Batterie).

Die Luftelektrode, an der Sauerstoff aus der Luft umgesetzt wird, hat den Vorteil, dass Schwermetalle allenfalls in kleiner Menge als Katalysator eingesetzt und nicht in stöchiometrischer Menge als aktive Masse benötigt werden. Gegenüber anderen Batterie-Systemen trägt dies ebenfalls zu einer gesteigerten Leistungsdichte und größeren Umweltfreundlichkeit bei.

Neue Festelektrolyte für Magnesium-Ionen

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa erforscht Natrium- und Magnesium-Batterien. Sein Team hat Testzellen basierend auf den beiden Metallen entwickelt. Dabei werden so genannte Festelektrolyte (nicht die bekannten Flüssigelektrolyte) eingesetzt. Dies ist äußerst anspruchsvoll, denn die Ionen – ob Lithium, Natrium oder Magnesium – müssen sich in diesem festen Umfeld bewegen können. Indem die (positiv geladenen) Ionen im Akku von einem Pol zum anderen wandern, ermöglichen sie die Bewegung der (negativ geladenen) Elektronen und erzeugen somit Strom.

Um die Mobilität der Ionen zu gewährleisten, entwickelten die Forschenden feste Elektrolyten, die eine kristalline chemische Struktur aufweisen. Als das Team um Arndt Remhof Lithium durch die Metalle Natrium bzw. Magnesium ersetzte, musste es diese Kristallstruktur komplett überarbeiten sowie auf neue Verbindungen und Herstellungsverfahren zurückgreifen.

Magnesiumakku erreicht vierfache Energiedichte

Durch ein neues Kathodendesign konnten Forscher der Universität Houston eine Energiedichte von 400 mAh/g erreichen, verglichen mit 100 mAh/g für frühere Magnesiumakkus und mit Li-Ion-Akkus, bei 200 mAh/g liegen. Das neue Design für die Akkukathode stellte die bisherigen Erkenntnis, dass die Magnesiumchlorid-Bindung aufgebrochen werden muss, bevor Magnesium in das Wirtsmaterial einfügt wird, auf den Kopf.

Denn die neue Magnesium-Batterie speichert Energie durch Einfügen von Magnesiummonochlorid (MgCl-) in ein Wirtsmaterial wie Titandisulfid (TiS2). Durch Beibehalten der Magnesiumchlorid-Bindung, zeige die Kathode, laut den Forschern der Universität Houston, viel schneller Diffusion als herkömmliche Magnesium-Versionen.

E-MAGIC bündelt Magnesium-Batterie-Forschung

Um die Entwicklung von Magnesium-Batterien zu beschleunigen, werden relevante Aktivitäten 10 verschiedener europäischer Wissenschaftsinstitutionen jetzt im Forschungsprojekt European Magnesium Interactive Battery Community (E-MAGIC) gebündelt. In E-MAGIC vereinen die Partner alle notwendigen Schritte zur Entwicklung von Magnesium-Batterien, von der Grundlagenforschung bis zu den Prozessen bei der Zellproduktion.

Mit dabei ist u.a. das Helmholtz-Institut Ulm (HIU), einem vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Kooperation mit der Universität Ulm und den assoziierten Partnern DLR und ZSW gegründetes Forschungsinstitut. Koordiniert wird E-MAGIC von der spanischen Fundación Cidetec.

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Thu, 03 Jan 2019 15:30:45 +0100
HanseWerk Natur: Wärmekunden sollten Preisänderungsklausel widersprechen https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/hansewerk-natur-waermekunden-sollten-preisaenderungsklausel-widersprechen-4769.html Verbrauchern, denen die HanseWerk Natur GmbH (HanseWerk) vor allem im Jahr 2015 per Brief eine... Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass Verbrauchern, denen die HanseWerk Natur GmbH (HanseWerk) vor allem im Jahr 2015 per Brief eine einseitige Umstellung der Preisänderungsklausel in ihrem laufenden Wärmelieferungsvertrag mitgeteilt hatte, eventuell Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche zustehen.

Die einseitig vorgenommene Umstellung der geänderten Klausel in Wärmelieferungsverträgen von HanseWerk Natur führte für viele betroffene Kunden zu deutlich höheren Preisen. So erhöhte sich der Arbeitspreis teilweise um 13 Prozent und der Grundpreis sogar um 49 Prozent.

Doch zum 31. Dezember 2018 könnten individuelle Ansprüche bereits verjähren. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat daher nun mit dem Energieversorger eine Vereinbarung geschlossen, wonach dieser unter bestimmten Voraussetzungen und befristet auf die Einrede der Verjährung verzichtet. Allen betroffenen Kunden raten die Verbraucherschützer weiterhin, der durch HanseWerk einseitig vorgenommenen "Umstellung der Preisgleitklausel" zu widersprechen und aus ihrer Sicht überhöhte Rechnungen nur unter Vorbehalt zu bezahlen.

"Wir meinen, dass Verbraucher einer so grundlegenden Vertragsänderung, wie sie HanseWerk Natur vorgenommen hat, zustimmen müssen, damit sie wirksam wird. Genau diese Möglichkeit hat das Unternehmen seinen Kunden jedoch nicht eingeräumt und damit unseres Erachtens rechtswidrig gehandelt. Wir haben HanseWerk deswegen verklagt", sagt Michael Knobloch, Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg.

Ansprüche könnten Ende 2018 verjähren

Sollten die Gerichte der Einschätzung der Verbraucherschützer folgen, hätten die Betroffenen gute Chancen, individuelle Erstattungsansprüche einzuklagen, da dem Verfahren der Verbraucherzentrale eine Signalwirkung zukommen könnte. Allerdings zieht sich der Rechtsstreit in die Länge.

Bereits Ende 2015 hatte die Verbraucherzentrale Hamburg Klage erhoben. Der erste Verhandlungstermin wurde jedoch mehrfach verschoben und soll nun am 15. Januar 2019 stattfinden. Bis eine endgültige rechtskräftige Entscheidung vorliegt, würden die Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche vieler Wärmekunden bereits verjährt sein.

Mit Ablauf des dritten Jahres nach Eingang einer überhöhten Abrechnung sind Ansprüche, wie sie Kunden von HanseWerk Natur in diesem Fall möglicherweise haben, verjährt. Am 31. Dezember 2018 trifft es alle Erstattungsansprüche, die sich aus im Jahr 2015 eingegangenen und bezahlten Rechnungen ergeben.

"Damit diese Kunden nicht leer ausgehen, haben wir eine Vereinbarung mit HanseWerk geschlossen", berichtet Knobloch. Darin verzichtet der Energieversorger unter bestimmten Voraussetzungen auf die Einrede der Verjährung. "Wer am Ende entschädigt werden will, sollte sich zuvor seine Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche vorbehalten und daher auch nur unter Vorbehalt zahlen", mahnt Knobloch.

Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet auf ihrer Internetseite unter www.vzhh.de/hansewerk einen Musterbrief zur Vorbehaltung von Ansprüchen gegenüber HanseWerk Natur an. Verbraucher, die individuelle Fragen zur Preisänderungsklausel haben und wissen möchten, ob ihr Vertrag von der getroffenen Vereinbarung zur Verjährung profitiert, können sich an die Energierechtsexperten der Verbraucherzentrale Hamburg wenden.

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Wed, 19 Dec 2018 11:02:42 +0100
Wallboxen im ADAC-Test: Gewinner und Verlierer im Vergleich https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/wallboxen-im-adac-test-gewinner-und-verlierer-im-vergleich-4768.html Wer sich ein Elektroauto zulegt, braucht eine Ladestation, eine sogenannte "Wallbox". Der ADAC hat... Wallboxen sind Ladeeinrichtungen für elektrisch angetriebene Kraftfahrzeuge, welche an einer Garagen- oder Carportwand angebracht und fest an das Stromnetz angeschlossen sind. Wer sich ein Elektroauto zulegt, braucht eine Ladestation für zu Hause – eine sogenannte Wallbox. Wallboxen sind meist beim Händler erhältlich, der das Elektroauto verkauft. Doch inzwischen gibt es auch viele Angebote auf dem freien Markt. Zwölf davon hat jetzt der ADAC auf einem eigens dafür errichteten Testfeld untersucht.

Testkriterien des ADAC Wallbox-Test

Eine "Wallbox" verbindet ein Elektroauto mit dem Stromnetz. Dazu benötigt die eine standardisierte Steckverbindung, eine standardisierte Kommunikation mit dem Elektroauto und einen elektrischen Schalter. Für einen sicheren Betrieb sind zudem elektrische Schutzeinrichtungen zwingend erforderlich und auch ausdrücklich vorgeschrieben.

Sind diese nicht in der Wallbox verbaut, müssen sie in der Hausinstallation, also außerhalb der Wallbox, vorgesehen werden. Das ist zulässig, verursacht aber zusätzliche Kosten. Einfacher ist es, wenn die Schutzeinrichtungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler bereits in der Wallbox verbaut sind. Der ADAC hat im Test die Testmuster daher nach der Herstellervorgabe unterschieden, welche Schutzfunktionen in der elektrischen Hausinstallation vorzusehen sind:

  • Kein Wechselstromfehlerschutz und kein Gleichstromfehlerschutz vorgegeben: Hier müssen beide Schutzfunktionen in der Wallbox integriert sein und vorschriftsmäßig funktionieren. Es wurden Auslösezeiten und Auslösewerte sowohl für AC-, als auch für DC-Fehler ermittelt und bewertet
  • Nur Wechselstromfehlerschutz vorgegeben: Hier muss ein Gleichstromfehler- schutz in der Wallbox integriert sein und vorschriftsmäßig funktionieren. Es wurden Auslösezeiten und Auslösewerte nur für DC-Fehler ermittelt und bewertet
  • Gleich- und Wechselstromfehlerschutz vorgegeben: Hier ist keinerlei Fehlerstromschutz in der Wallbox integriert und entsprechend erfolgte auch keine Überprüfung

Der ADAC Wallbox-Test untersuchte die Lieferumfang (Zubehörteile, Montagehilfen, Werkzeuge, Prüfzertifikate, Warnhinweise etc.), Komplexität der Montage, Bedienung und die Zuverlässigkeit beim Laden. Bei der Zuverlässigkeitsprüfung wurde getestet, ob jede Wallboxen neun verschiedene Elektrofahrzeuge (Hyundai IONIQ (Bj. 2018), Nissan Leaf I (2012), Nissan Leaf II (2018), Renault ZOE II (2018), VW e-Golf (2018), BMW i3 (2014), Opel Ampera-e (2017), Renault ZOE I (2015), TESLA Model S 75 (2014)) problemlos lädt. Dazu wurde mit jedem Fahrzeug an jeder Wallbox sechsmal ein Ladevorgang gestartet und getestet, ob dieser erfolgreich beginnt und binnen fünf Minuten nicht unterbrochen wird.

Die Sicherheit nahm im ADAC-Test einen besonderen Schwerpunkt ein. Das Gesamttesturteil konnte daher nicht besser sein als die Note der Sicherheit. In Anlehnung an die DIN VDE 0100 wurde die Ladekommunikation mit dem Fahrzeug, die ordnungsgemäße Funktion integrierter Schutzeinrichtungen sowie die korrekte Vorgabe erforderlicher externer Schutzeinrichtungen getestet.

Preislich wurden Wallboxen aller Größenordnungen getestet. Je nach Ladeleistung und Ausstattung kostet eine Wallbox beim Händler zwischen 500 und 2500 Euro. Einige Bausätze sind im Online-Handel sogar schon um die 300 Euro erhältlich. Die Preise der Testmuster lagen zwischen 302,80 Euro für einen „Bastelbausatz“ und 1.903,13 Euro für die „MENNEKES AMTRON Xtra 22 C2“, jeweils einschließlich Lieferung und Mehrwertsteuer.

Gewinner und Verlierer im ADAC Wallbox-Test

Das Testergebnis zeigt große Unterschiede. Sechs Boxen erhielten die Note "sehr gut" oder "gut" und sind damit empfehlenswert. Drei Boxen (mit "ausreichend" bewertet) hatten so große Schwächen, dass sie als nicht empfehlenswert eingestuft wurden. Und drei Geräte fielen aufgrund eklatanter Sicherheitsmängel im Test durch.

Testsieger wurde die 11-kW-Wallbox des deutschen Herstellers ABL, mit 865 € preislich im Mittelfeld (Note 1,0). Eine "1,3" erhielt die 4,6-kW-Wallbox von Keba (762 Euro). Ebenfalls ein "sehr gut" (Note 1,4) bekam die 22-kW-Box von Mennekes, die den Akku doppelt so schnell auflädt, aber mit 1903 Euro auch doppelt so teuer ist.

  1. ABL eMH1 (Max. Ladeleistung: 11 kW / Preis 865 Euro)
  2. KEBA KeContact P30 (Max. Ladeleistung: 4,6 kW / Preis 762 Euro)
  3. MENNEKES AMTRON Xtra 22 C2 (Max. Ladeleistung: 22 kW / Preis: 1903 Euro)
  4. INNOGY eBox 2 (Max. Ladeleistung: 11 kW / Preis: 707 Euro)
  5. WALLBE Eco 2.0 (Max. Ladeleistung: 3,7 kW / Preis: 499 Euro)
  6. SCHNEIDER ELECTRIC EVlink 2 (Max. Ladeleistung: 11 kW / Preis: 965 Euro)
  7. EV ONESTOP WallPod 2 (Max. Ladeleistung: 7,4 kW (unzulässig) / Preis: 386 Euro)
  8. VESTEL EVC02-AC3 2 (Max. Ladeleistung: 3,7 kW / Preis: 623 Euro)
  9. WALL BOX CHARGERS Commander 2 (Max. Ladeleistung: 22 kW / Preis: 1285 Euro)
  10. ALFEN ICU Eve Mini 3 (Max. Ladeleistung: 22 kW / Preis: 1378 Euro)
  11. ANNIES-CARPARTS Simple EVSE 2 (Max. Ladeleistung: 11 kW / 399 Euro)
  12. FRANZ RÖCKER SIMPLY EVSE Bausatz 2 (Max. Ladeleistung: 11 kW / Preis: 303 Euro)

Die Wallboxen von Innogy (Note 1,6) und die Schneider Electric (Note 1,8) haben laut ADAC-Test trotz ihrer recht hohen Preise keinen Gleichstromfehlerschutz (FI B) verbaut, welcher dann zwingend in der Hausinstallation nachzurüsten ist.

Die Kosten, allein für die Hardware, betragen hier zwischen 300 bis 400 Euro. Und der Arbeitslohn für den Einbau kommt noch obendrauf. Das heißt, das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser beiden Boxen ist längst nicht mehr so gut, wie es im Prospekt klingt.

Bei den Boxen von Keba und Wallbe (Note 1,7) muss lediglich der Wechselstromfehlerschutz (FI A) ergänzt werden. Das ist zumindest auf der Hardware-Seite deutlich günstiger, denn ein FI A-Schalter kostet nur zwischen 20 und 40 Euro, zuzüglich Installationsaufwand.

Der ADAC warnt im Test explizit vor den beiden im Internet erhältlichen Billiggeräten von Annies-Carparts und Franz Röcker (Note jeweils 5,5). Andreas Habermehl, Experte beim Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), der die Tests des ADAC fachlich begleitete: "Diese Ladeboxen schalten bei einer Fehlermeldung des Autos überhaupt nicht ab. Das ist extrem gefährlich, weil es zum Brand oder zu Personenschäden führen kann."

ADAC-Tipps zur Auswahl von Wallboxen

Der ADAC hat begleitend zu den Testergebnissen Tipps zur Auswahl und Kauf einer Wallbox formuliert.

Der ADAC empfiehlt universell einsetzbare Wallboxen. Am besten eigne sich eine 3-phasige 11-kW-Wallbox wie die vom Testsieger ABL. Mit einer solchen Wallbox kann das Elektroauto sowohl 1-phasig mit 3,7 kW (z. B. Nissan Leaf), 2-phasig mit 7,4 kW (z. B. VW e-Golf) oder auch 3-phasig mit 11 kW (z. B. Renault Zoe) geladen werden. Die 11-kW-Wallbox von ABL lädt selbst bei nur 3,7 kW Ladeleistung über Nacht rund 30 kWh in die Batterie. Das reicht für über 150 Kilometer – und das ist in den meisten Fällen mehr als die Strecke zur Arbeit.

Hilfreich ist ein fest an der Box angebrachtes Ladekabel. Auf nicht benötigte Ausstattungen sollte man verzichten. Diese können die Bedienung erschweren sowie zu Fehlern und Ausfällen führen.

Um hohe Zusatzkosten zu vermeiden, ist ein integrierter Schutz gegen Gleichfehlerströme wichtig. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass zusätzlich zu den Kosten einer Wallbox auch Anschlusskosten entstehen.

Wer sich für eine Wallbox entscheidet, sollte nicht zum Hobby-Elektriker werden: Der ADAC weist dringend darauf hin, dass die Installation einer Wallbox unbedingt von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden sollte.

Die kompletten Testergebnisse mit allen getesteten Wallboxen und einem Detail-Vergleich der Wallboxen finden sich unter » www.adac.de/infotestrat/tests/autozubehoer-technik/wallboxen

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Fri, 14 Dec 2018 14:53:59 +0100
Keine Mietminderung bei fehlender Wärmedämmung https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/keine-mietminderung-bei-fehlender-waermedaemmung-4767.html Der Bundesgerichtshof hatte am 5. Dezember 2018 zu beurteilen, ob Mieter von Wohnungen, die in den... Der Bundesgerichtshof hatte über die Klagen von Mietern zweier Wohnungen in Schleswig-Holstein zu entscheiden. Die Kläger, die in preisgebundenen Wohnungen desselben Vermieters wohnen, wollten die Miete mindern. Sie meinten, in den Wohnungen, die in den Jahren 1968 und 1971 nach den damals geltenden Bauvorschriften gebaut wurden, bestünde die Gefahr der Schimmelbildung. Das zuständige Landgericht hielt eine Mietminderung für rechtens, weil aufgrund von Wärmebrücken regelmäßig in den Monaten zwischen Oktober und März die Gefahr von Schimmelbildung bestehe. Diese Entscheidung hat der BGH nun gekippt.

Das Berufungsgericht hat zunächst eine Minderung der jeweiligen Bruttomiete festgestellt und die Beklagte Vermieterin zur Anbringung einer Innendämmung verurteilt. Dies hat es jeweils (unter anderem) maßgeblich auf die Erwägung gestützt, dass in den Wohnungen in den Wintermonaten aufgrund von Wärmebrücken in den Außenwänden eine "Gefahr der Schimmelpilzbildung" bestehe.

Zur Begründung führte das Gericht an, dass zwar zur Zeit ihrer Errichtung die Wohnungen den geltenden Bauvorschriften und DIN-Vorgaben sowie den damaligen Regeln der Baukunst entsprochen hätten. Nach der Verkehrsanschauung dürfe ein Mieter allerdings auch ohne besondere vertragliche Vereinbarung stets einen "Mindeststandard zeitgemäßen Wohnens" erwarten, der heutigen Maßstäben gerecht werde. Auf Grundlage der heute gültigen DIN-Vorschriften ergebe sich angesichts der Wärmebrücken in beiden Wohnungen jedoch ein konkretes Risiko der Schimmelpilzbildung, welches die Mieter allein mit "alltagsüblichem Lüftungs- und Heizverhalten" nicht verhindern könnten.

Mit ihren vom Landgericht zugelassenen Revisionen verfolgte die Beklagte in beiden Verfahren ihr Klageabweisungsbegehren weiter. Der unter anderem für das Wohnraummietrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass Wärmebrücken in den Außenwänden nicht als Sachmangel einer Mietwohnung anzusehen sind, wenn dieser Zustand mit den zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes geltenden Bauvorschriften und technischen Normen in Einklang steht.

Ein Mangel, der die Tauglichkeit der Mietsache zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt oder mindert und deshalb dem Mieter (unter anderem) ein Recht zur Mietminderung (§ 536 Abs. 1 BGB) sowie einen Anspruch auf Mangelbeseitigung (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB) gewährt, setzt eine für den Mieter nachteilige Abweichung des tatsächlichen Zustandes der Mietsache vom vertraglich vorausgesetzten Zustand voraus.

Ohne besondere Vereinbarung der Mietvertragsparteien kann der Mieter dabei nach der Verkehrsauffassung erwarten, dass die von ihm angemieteten Räume einen Wohnstandard aufweisen, der bei vergleichbaren Wohnungen üblich ist. Gibt es zu bestimmten Anforderungen technische Normen, ist jedenfalls deren Einhaltung geschuldet.

Dabei ist nach gefestigter Senatsrechtsprechung grundsätzlich der bei Errichtung des Gebäudes geltende Maßstab anzulegen. Diesem Maßstab entsprechen die Wohnungen der Kläger jedoch, so dass ein Sachmangel nicht vorliegt. Denn in den Jahren 1968 bzw. 1971 bestand noch keine Verpflichtung, Gebäude mit einer Wärmedämmung auszustatten und war demgemäß das Vorhandensein von Wärmebrücken allgemein üblicher Bauzustand.

Die gegenteilige Rechtsauffassung des Berufungsgerichts, das einen Mangel der Mietsache aus vermeintlichen Höchstwerten zumutbarer Lüftungsintervalle und von ihm aufgestellter "Grundsätze zeitgemäßen Wohnens" hergeleitet hat, hat der Senat als mit geltendem Recht nicht vereinbar angesehen.

Sie lässt sich auch nicht unter Rückgriff auf eine Senatsentscheidung begründen, die in einem speziellem Fall zu den Anforderungen an die Elektroinstallation einer Wohnung ergangen ist (vgl. Senatsurteil vom 26. Juli 2004 – VIII ZR 281/03, NJW 2004, 3174) und die darauf abstellt, dass nach der Verkehrsanschauung auch in einer Altbauwohnung ein Mindeststandard der Elektroinstallation erwartet werden kann, die den gleichzeitigen Betrieb von zwei Elektrogeräten ermöglicht. Auf die Beschaffenheit der Wohnung bezüglich der Wärmedämmung ist diese Entscheidung nicht übertragbar.

Die Berufung des Landgerichts auf Erfordernisse "zeitgemäßen Wohnens" rechtfertigt es insbesondere nicht, die geschuldete Beschaffenheit einer Mietwohnung hinsichtlich der Wärmedämmung nicht nach den oben genannten Maßstäben, sondern – unter einseitiger Berücksichtigung von Mieterinteressen – allein danach zu bestimmen, was der Mieter unter Zugrundelegung heutiger Bauvorschriften erwarten dürfe und ihm an Lüftungs- und Heizverhalten nach einem abstrakt-generellen Maßstab zuzumuten sei.

Letztlich läuft die Argumentation des Berufungsgerichts darauf hinaus, einen anderen als den im geltendem Recht vorgesehenen Mangelbegriff zu schaffen und auf diesem Wege auch für eine nicht sanierte oder eine nicht grundlegend modernisierte Altbauwohnung und unabhängig von entsprechenden konkreten Vereinbarungen der Mietvertragsparteien einen Neubaustandard zugrunde zu legen. Dies ist ersichtlich rechtsfehlerhaft.

Auch trifft die Annahme des Berufungsgerichts nicht zu, das den Klägern zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung abzuverlangende Lüftungsverhalten sei für einen Mieter unzumutbar. Das einem Mieter zuzumutende Wohnverhalten, insbesondere bezüglich der Lüftung der Wohnräume, ist jeweils unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls zu bestimmen.

Vorliegend ist der gerichtliche Sachverständige zu dem Ergebnis gekommen, dass ein täglich zweimaliges Stoßlüften von rund 15 Minuten bzw. ein täglich dreimaliges Stoßlüften von rund 10 Minuten ausreiche, um eine Schimmelpilzbildung an den Außenwänden zu vermeiden und sich im Falle von "Querlüften" (gleichzeitiges Öffnen mehrerer Fenster) die erforderliche Lüftungszeit auf ein Drittel der angegebenen Zeiten reduziere. Dafür, dass ein solches Lüftungsverhalten generell unzumutbar sei, sieht der Senat keine Anhaltspunkte.

Der Senat hat die Entscheidungen des Berufungsgerichts aufgehoben, soweit das Berufungsgericht wegen der in den Außenwänden vorhandenen Wärmebrücken und der dadurch verursachten Gefahr einer Schimmelpilzbildung einen Mangel der Wohnungen bejaht und den darauf gestützten Begehren der Kläger auf Feststellung einer Mietminderung bzw. auf Zahlung eines Kostenvorschusses für eine Innendämmung stattgegeben hat; diese Ansprüche stehen den Klägern nach den heutigen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs nicht zu.

In dem Verfahren VIII ZR 271/17, in dem das Berufungsgericht auch Durchfeuchtungen des Mauerwerks infolge schadhaft gewordener Bauteile festgestellt hatte, ist die Sache wegen der Höhe der hierfür anzusetzenden Minderung an das Berufungsgericht zurückverwiesen worden.

Die maßgeblichen Vorschriften lauten:

  • § 535 BGB Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags: Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. 2Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten.
  • § 536 BGB Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln: Hat die Mietsache zur Zeit der Überlassung an den Mieter einen Mangel, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt, oder entsteht während der Mietzeit ein solcher Mangel, so ist der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit aufgehoben ist, von der Entrichtung der Miete befreit. 2Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat er nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten. 3Eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit bleibt außer Betracht.

Der Vermieterverband Haus & Grund Deutschland begrüßte die BGH-Entscheidung, dass eine drohende Schimmelbildung in Wohnungen nicht zu einer Minderung der Miete berechtigt (Az. VIII ZR 271/17 und VIII ZR 67/18): „Wer in ein älteres Haus einzieht, kann keinen Baustandard von heute erwarten. Daher ist dieses Urteil angemessen und praxisgerecht“, kommentierte Haus & Grund-Präsident Warnecke. Er wies darauf hin, dass durch die Rechtsprechung der vergangenen Jahre die Möglichkeiten für Mietminderungen stark ausgeweitet wurden. Dies gehe sogar so weit, dass Mietminderungen bei Mängeln zulässig sind, die der Vermieter weder zu vertreten hat noch beheben könnte. Beispielhaft nannte er laute Nachbarn oder Lärm durch eine Straßenbaustelle.

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Wed, 05 Dec 2018 16:09:37 +0100
OVUM kombiniert Erdwärmepumpe mit PV-Stromspeicher https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/ovum-kombiniert-erdwaermepumpe-mit-pv-stromspeicher-4766.html Die Ovum Heiztechnik GmbH aus Kirchbichl in Österreich hat mit der STAR-LINE eine kompakte... Die STAR-LINE Wärmepumpe von der Ovum Heiztechnik GmbH ist eine smarte Wärmepumpenlösung für Einfamilienhäuser mit einem Heizbedarf bis 9,5 kW. Diese Energiezentrale bietet Heizen, Kühlen, Lüften und Warmwasserbereitung kompakt auf 1 m2 Stellfläche. Die geothermische Wärmepumpen-Heizzentrale enthält zudem einen bis zu 20 kWh fassenden PV-Stromspeicher, mit dem der Eigenverbrauch optimiert und Energieautonomie von 30 auf bis zu 65 Prozent gesteigert werden kann.

Der Warmwasserspeicher der OVUM STAR-LINE ist mit 500 Litern auf eine optimale PV-Stromnutzung ausgelegt, da er 24 Stunden überbrückt. So stellt er sicher, dass beim normalen Warmwasserverbrauch in einem Vierpersonenhaushalt die Nachladezeiten tagsüber liegen, wenn kostenloser PV-Strom zur Verfügung steht. Kleinere Speicher mit 200 Litern wie in anderen Kompaktsystemen können 24 Stunden nicht überbrücken und die Ladung erfolgt häufig außerhalb der Phasen, in denen Sonnenstrom genutzt werden kann.

Die Steuerungselektronik der OVUM STAR-LINE ist in das Komplettsystem integriert und optimiert den Eigenverbrauch an verschiedenen Stellen. Sie erkennt ein PV-Strom-Überangebot selbstständig und speichert die Energie als Wärme im Heizungspuffer, im Frischwasserspeicher und optional zusätzlich in der Fußbodenheizung. Zugleich steuert sie die Leistung der vollmodulierenden Wärmepumpe und passt sie optimal an das aktuelle PV-Stromangebot an. Alle Funktionen sind vom Nutzer bis auf Raumebene per Smartphone-App oder über ein selbsterklärendes Touch-Bedienfeld steuerbar. Raumthermostate überwachen die Temperaturen in jedem Wohnbereich.

Eine weitere Effizienzsteigerung erzielt die patentierte Thermotresor-Technologie. Als einziger Anbieter am Markt schützt Ovum Heiztechnik damit alle Komponenten der Anlage vor Wärmeverlusten. Standby-Wärmeverluste werden gegenüber Anlagen, bei denen nur ein Teil der Komponenten wärmegeschützt ist, um bis zu 50 Prozent reduziert.

Hohe Temperaturen von 50 °C für den Warmwasserspeicher erzeugt die OVUM Wärmepumpe über Heißgastechnik. Die niedrigen Vorlauftemperaturen von 35 °C für die Fußbodenheizung stellt der normale Wärmepumpenbetrieb bereit. Die Warmwassererzeugung über ein Frischwassersystem bietet Effizienzvorteile, da eine Speichertemperatur von 50 °C genügt.

Warmwasserspeicher müssen auf 60 °C gehalten werden – der Einsatzgrenze für normale Wärmepumpen. Sie verbrauchen daher mehr Energie. Auf der anderen Seite sind bei Frischwassersystemen Legionellenprobleme ausgeschlossen, da es kein stehendes warmes Brauchwasser gibt. Bei einem Überangebot von PV-Strom kann der Warmwasserspeicher dennoch bis auf 60 Grad geladen werden, um seine Speicherkapazität optimal auszunutzen.

Den Kühlbedarf des Hauses erkennt das OVUM Wärmepumpensystem selbstständig. Es nutzt die Erdsonde zum passiven Kühlen (Wellcooling) und Entfeuchten der Zuluft. Ein intelligentes Lüftungsmanagement sichert eine gute Luftqualität sowie ein angenehmes Raumklima zu jeder Jahreszeit.

Die STAR-LINE Wärmepumpen-Heizzentrale von OVUM besitzt kompakte Abmessungen von 1,94 m Höhe, eine Breite von 81 cm und eine Tiefe von 113 cm. Da die Einbringung zum Aufstellort ohne die Hülle geschieht, reichen Durchgänge mit lichter Breite von 60cm aus. Die Installation ist einfach und schnell durchzuführen, da vor Ort nur noch Stromanschluss, Kalt- und Warmwasseranschluss, das Heizungssystem sowie Temperatur-Außenfühler und die Energiequelle angeschlossen werden müssen.

Die Zeitersparnis gegenüber anderen Systemen beträgt etwa einen halben Tag. Auch die Inbetriebnahme ist ohne spezielles Know-how möglich, da die STAR-LINE durch Easy Start-Funktion und Entlüftungsautomatik Plug and Play-fähig ist. Durch die klar definierten Anschlüsse ist auch der Abstimmungsaufwand gering. Der Thermotresor ist abnehmbar, so dass alle Komponenten für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gut zugänglich sind.

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Wed, 05 Dec 2018 12:27:53 +0100
BOOSTHEAT Gasbrennwert-Gaswärmepumpe verdoppelt Wirkungsgrad https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/boostheat-gasbrennwert-gaswaermepumpe-verdoppelt-wirkungsgrad-4765.html Im Heizungskeller ist Erdgas einer der am meisten genutzten Energieträger: Rund die Hälfte aller... Mit einem komplett neu entwickelten Brenner- und Kompressorkonzept, dem Thermokompressor, sowie der Nutzung eines umweltfreundlichen Kältemittels ist boostHEAT Ende 2018 in den deutschen Markt eingetreten und erreicht einen bisher mit Gaswärmepumpen nicht erreichten Gesamtwirkungsgrad von bis zu 200%.

Die BOOSTHEAT Wärmepumpe wird nicht, wie üblich, mit einem Elektromotor angetrieben, sondern mit Gas. Als Heizgas können Erdgas, Flüssiggas, Biogas, Schwachgas, Synthesegas eingesetzt werden, in Planung sei auch der Einsatz von Wasserstoff. Damit wird der wärmetechnische Wirkungsgrad einer Brennwertheizung mit der Leistung eines Wärmepumpenkreislaufs verbunden. Diese Technologie ist hinlänglich praxiserprobt und wird seit vielen Jahren in Anwendungen von über 50 kW eingesetzt.

Die Gaswärmepumpe ist eine Wärmepumpen-Art, die mit Erdgas angetrieben wird. Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Arten von Gas-Wärmepumpen: Gasmotor-Wärmepumpen, Absorptions-Wärmepumpen und Diffusions-Absorbtions-Wärmepumpe. Die gebräuchlichste Art ist die Gasmotor-Wärmepumpe, bei der der Kompressor von einem Gasmotor angetrieben (in einer Elektrowärmepumpe ist dies ein Elektromotor) wird.

Der Gasmotor gibt, wie der Motor eines Autos, auch Wärme ab. Diese Abwärme geht aber nicht verloren, sondern wird ebenfalls zum Heizen verwendet. Durch die Nutzung von Umgebungswärme wird der Wirkungsgrad im Vergleich zum kondensierenden Gas-Brennwertkessel weiter gesteigert.

BOOSTHEAT basiert auf einer patentierten Thermokompressortechnologie. Die Verbrennungswärme wird zur Aktivierung eines thermischen Verdichtungszyklus anstelle einer elektromotorischen, verbrennungsmotorischen, adsorptiven oder absorptiven Kompression genutzt, wodurch sich die Energieeffizienz von Erdgas im Vergleich zu einem Brennwertkessel, der nur direkt die Verbrennungswärme dem Heizkreis zuführt, verdoppelt. Vereinfacht gesagt: BOOSTHEAT nutzt die Temperaturdifferenz zwischen der Flammtemperatur von etwa 1.300°C und der gewünschten Heizungsvorlauftemperatur von z.B. 65 °C für den Antrieb der Wärmepumpe.

Die BOOSTHEAT.20 Wärmepumpen-Heizung bietet eine stufenlos modulierende Heizleistung von 4 bis 20 kW und eine Warmwasserbereitung von bis zu 65 °C. Sie sei laut Hersteller die erste Generation von Gasheizungen, deren thermische Leistung (Energiefreisetzung bei der Verbrennung von Gas) fast 200% des unteren Heizwertes von Erdgas des eingesetzten Gases erreicht. Dies erhöht die Energieeffizienz und reduziert den ökologischen Fußabdruck der Gebäudebeheizung.

Anders ausgedrückt: Die BOOSTHEAT Brennwert-Wärmepumpe der neuen Generation reduziert den Gasverbrauch um bis zu 50% im Vergleich zu aktuellen Brennwertkesseln und bis zu 65% im Vergleich zu älteren Kesseln (ohne Umbaumaßnahmen an der Gebäudehülle), bei Nutzung einer Abwärmequelle sogar noch weiter.

Ökologisch fällt ebenso ins Gewicht, dass die BOOSTHEAT-Wärmepumpe mit natürlichen Stoffen wie Kohlendioxid (CO2) und Wasser als Ersatz für das ansonsten genutzte klassische Wärmepumpen-Kühlmittel betrieben wird.

BOOSTHEAT.20 wird seit Juni 2018 auch in Deutschland vertrieben. BOOSTHEAT bietet seinen Kunden alle Dienstleistungen (Planung, Herstellung, Verkauf, Installation und Wartung) selbst an. Die smarte Kombination aus Brennwertheizung und Gas-Wärmepumpe wird mit einer bis zu 10-jährigen Garantie auf Teile und Arbeitszeit angeboten.

BOOSTHEAT sitzt an einem führenden Industriestandort in der Region Lyon und betreibt seinen F & E-Standort neben Airbus in Toulouse. BOOSTHEAT beschäftigt heute 80 Mitarbeiter und plant bis Ende 2018 115 Mitarbeiter zu beschäftigen. Für die Entwicklung der thermisch angetriebene Gaswärmepumpe wurde BOOSTHEAT Ende 2018 mit dem Innovationspreis der Gaswirtschaft im Bereich „Innovative Produkte“ geehrt. Bereits im August wurde die Heizung BOOSTHEAT.20 mit dem Siegel „Efficient Solution“ durch Solar Impulse ausgezeichnet.

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Fri, 30 Nov 2018 12:15:19 +0100
Blockchain finanziert Solaranlage in Afrika https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/blockchain-finanziert-solaranlage-in-afrika-4764.html Solarstromanlagen sind teuer. Aber gerade in Afrika, wo es Sonne im Überfluss gibt und viele... Energieknappheit ist in Simbabwe ein massives Problem, Stromausfälle gehören mehrfach täglich zur Tagesordnung. Der Großteil der Energieversorgung basiert auf der Verbrennung von Holz und Kohle. Erneuerbare Energien spielen dagegen eine untergeordnete Rolle, der Anteil von Solarenergie liegt bei nur einem Prozent.

Angesichts der hohen Sonneneinstrahlung liegt es nahe, die Nutzung von Photovoltaik massiv auszubauen, um abgelegene Gegenden zu elektrifizieren und die Stromversorgung in städtischen Ballungsräumen zu stabilisieren. Da die Einspeisung von Solarstrom in das schwach ausgebaute öffentliche Netz nicht erlaubt ist, sind Inselanlagen zur Eigenversorgung das Mittel der Wahl.

Blockchain birgt große Potenziale für Afrika

Um eine Solarstromanlage zur Eigenversorgung finanzieren, hatten Dieter Ortmann und Tim Suchomel von maxx-solar aus Waltershausen eine Idee: „Wir hatten uns schon seit einiger Zeit mit dem Thema Blockchain beschäftigt und haben gleich die Potentiale für Afrika im Allgemeinen und für die Probleme in Simbabwe im Besonderen gesehen“, sagt Dieter Ortmann. Schnell stand ein Konzept und der Plan, eine Online-Plattform mit einer Blockchain zur Administration der Investitionsprozesse nach dem Crowdfunding-Prinzip aufzubauen.

Die Zielgruppe, an denen Photovoltaik-Anlagen errichtet werden sollen, sind Schulen und Krankenhäuser in Simbabwe. Spender und Investoren aus Deutschland können zur Anlage beitragen und erhalten einen Nachweis, dass das System installiert wurde und wie viel Strom aus der Spende bereits anteilig produziert wurde. Dieser Nachweis wird über die Corrently-Blockchain geführt.

Corrently regelt Anteile und Gewinnverteilung

Corrently ist der Stromtarif des Start-Ups StromDAO aus Mauer. Und er unterscheidet sich wesentlich von bisherigen Stromtarifen. Denn das bisherige Unterscheidungsmerkmal ist vor allem der Preis (Ökostrom ist meist der “Premiumstrom”). Beim “Corrently” Stromtarif erwirbt der Stromkunde für seinen monatlichen Abschlag von z. B. 50€ einen Anteil an der Solar- oder Windkraftanlage, den sog. “CORI-Token” auf sein Konto (“Wallet”). Als Anteilseigner erhält man einen Teil des Gewinns der Anlage wie bei einer Bürgerenergiegenossenschaft.

In afrikanischen Karanda, einem Krankenhaus etwa 2,5 Autostunden von Harare in Simbabwe entfernt, das mittels eines Photovoltaiksystems die Stromversorgung im Fall von Stromausfällen sicherstellen möchte, kam die Corrently-Blockchain hingegen in einer etwas abgewandelten Form zum Einsatz. Hier kann jeder Besitzer gutes tun, indem er seine Corrently gegen Spendenscheine die ganz analog zu den Anteilsscheine an einer Erzeugungsanlage funtkionieren eintauschen kann. Dafür erhält man auch Token - nur sind diese eben Spendenscheine. Wird nun Strom in ein Krankenhaus-Energiespeicher gespeist ist das für jeden Token-Holder sichtbar.

Raspberry Pi übermittelt Ertragsdaten an Blockchain

Mit dem 14,3 kW Photovoltaiksystem wurde ein Raspberry Pi Mini-Computer installiert, der die Produktionsdaten der Anlage dokumentiert und auf dem Blockchain basierten Regelwerk von Corrently hochlädt. Die Daten stehen dann online zur Verfügung. „Es ist schön zu sehen, dass das neuartige Stromprodukt Corrently, das schon heute Stromkunden in Deutschland zu unabhängigen Kleinstversorgern macht, nun auch in Afrika echte Werte schafft“ beschreibt Manuel Utz, Mitgründer der StromDAO die technische Umsetzung.

Die Nutzer der Solaranlage zahlen eine monatliche Nutzungsgebühr, die einem fairen Strompreis entspricht. Aus den Einnahmen wird ein Fonds angelegt, der für Wartungskosten aufkommt und langfristig die Basis für die Finanzierung weiterer Projekte bietet. Der Fonds wird durch die maxx|energy for Life Simbabwe gemanagt, eine gemeinnützige Firma, die die Partner gerade gemeinsam in Simbabwe gründen.

In Zukunft sollen so weitere Projekte für Krankenhäuser und Schulen in Simbabwe und im südlichen Afrika realisiert werden, deren Finanzierung über eine Blockchain per Spende erfolgt. Zudem soll für die Kunden ein Blockchain-integriertes Pay-as-you-go System eingeführt werden, das die Transaktionen im Projekt noch transparenter macht.

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Fri, 23 Nov 2018 10:17:09 +0100
Wiser Heat-Thermostate: Einbau & App im Test https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/wiser-heat-thermostate-einbau-app-im-test-4763.html Seit langem gibt es schon smarte Heizkörperthermostate, die das Heizen im Winter komfortabler... Erste Schritte und Vorbereitung der Montage

Das Wiser heat starter kit besteht aus 2 Thermostaten, dem sogenannten „Heat Hub“, quasi dem Gehirn des Wiser-Thermostat-Systems und Zubehör (4 x Batterien, 2 x Adapter, 2 x Ringmuttern). Für den schnellen Start, orientieren Sie sich am besten am beigefügten Faltbogen, der Sie Schritt für Schritt durch die Installation führt.

Als erstes wird der Wiser Heat Hub installiert, der selbst online gesteuert wird und die Befehle an die Wiser Heizkörper-Thermostate weitergibt. Hierzu muss der Mini-USB-Stecker zunächst an der Rückseite in den Heat Hub gesteckt werden. Auf der Rückseite sind hierzu Pfeile erkennbar, in welche Richtung die Plastikabdeckung geschoben werden muss. Mit ein wenig Kraft ist die Abdeckung leicht entfernt. Dann kann der Mini-USB-Stecker eingesteckt, das Kabel in die Kabelführung geklemmt und die Abdeckung wieder aufgesetzt werden. Jetzt muss nur noch der Netzstecker in die Steckdose gesteckt werden.

Dann muss die Wiser Heat App auf das Smartphone oder Tablet installiert werden. Die App selbst kann ganz einfach im App-Store von Apple oder im Google Playstore für Android-Systeme heruntergeladen werden. Da es mehrere ähnlich aussehende Wiser-Apps gibt, sollte darauf geachtet werden, dass man auch die „Wiser Heat“-App und nicht z. B. die „Wiser Energy“-App herunterlädt. Beide Apps werden dort mit "Schneider Electric SE“ gekennzeichnet, dem Unternehm, zu dem auch Eberle gehört.

Einrichtung der Wiser App und Anlernen der Thermostate

Vor dem Einbau der Thermostate sollten Sie die App einrichten und die Wiser Thermostate kurz „anlernen“. Dazu müssen Sie den Batteriedeckel am Thermostat abnehmen und die Batterien einsetzen. Genaue Infos hierzu finden Sie unter Punkt 5 „Batteriewechsel“ auf der Rückseite der Wiser Heat Installationsanleitung.

Jetzt öffnen Sie die Wiser Heat-App und klicken auf „Neues System einrichten“. Jetzt wählen Sie die Option „Heat Hub“ - die Variante Heat HubR ist nicht im Starter Kit beinhaltet – und verbinden den Hub mit Ihrem Smartphone. Achtung, der Hub muss natürlich an sein und die grüne LED auf dem Hub blinken (nicht konstant leuchten!). Hierzu muss man den Hub über die WLAN-Einstellungen ansteuern, quasi so, als wenn man sich in ein fremdes WLAN einloggen möchte.

Im ersten Versuch hat es bei uns nicht geklappt („Wir können das WLAN des Heat Hub nicht finden. Bitte prüfen Sie, ob die LED grün blinkt und ob ihr Smartphone mit dem Wiser WLAN verbunden ist.“). Nachdem wir den Hub resettet haben (Kleinen Knopf oben am Rand kurz drücken) erscheint nun auch das Wiser WLAN in unseren Smartphone-Einstellungen („WiserHeat81-02XXXX“). Wir verbinden uns, und warten. Nichts passiert. Was nun?

Wir loggen uns jetzt wieder in unser WLAN ein und klicken erneut auf das Icon der Wiser Heat-App. Wir starten die gesamte Prozedur neu. Auch ein Klick auf „WLAN hat keine Internetzugriff“ hilft uns jetzt nicht weiter. Leider helfen uns jetzt auch nicht die beiden Anleitungen weiter. Wir probieren es nun nochmal, indem wir nicht über die App die WLAN-Einstellungen öffnen, sondern direkt die Einstellungen im Smartphone öffnen, verbinden uns und können nun auch wieder nach Aufruf der App die Verbindung erfolgreich herstellen. Schade, dass es hier etwas kompliziert wurde. Aber weiter geht’s!

Jetzt folgt bereits die Einrichtung des Wiser-Heizsystems. Zuerst fügen wir die beiden Wiser Heizkörper-Thermostate hinzu. Um ein Thermostat „anzulernen“, dreht man den Regler (einige Sekunden!) nach rechts in Richtung +, so lange bis die LED grün blinkt. Falls das „Anlernen“ nicht beim ersten Mal klappt, sollte man nicht gleich aufgeben, sondern die Prozedur wiederholen. Dann kann man bereits Räume in der App einrichten und die Wiser Thermostate diesen Räumen zuordnen.

Demontage und Montage der Wiser Heat Thermostate

Nun können die Thermostate entsprechend der vorher festgelegten Raumzuordnung auch physisch montiert werden. Daher folgt zunächst die Demontage der alten Thermostate. Wie Sie das Wiser Heat Heizkörperthermostat installieren, wird unter Punkt 3a der Installationsanleitung beschrieben.

Hinweis: Wenn Sie zur Miete wohnen, dann sollten Sie die alten Heizkörperthermostate unbedingt aufbewahren, da diese (sofern Sie nicht selbst oder der Vormieter eigene Thermostate installiert haben) das Eigentum des Vermieters sind!

Um die alten Thermostate zu demontieren, sollten Sie eine Rohrzange bereithalten und die alten Thermostate auf die höchste Position bzw. Nummer drehen. Dann lösen Sie mit der Rohrzange die Ringmutter und drehen diese solange, bis Sie das alte Thermostate abnehmen können.

Jetzt können Sie bereits das neue Wiser Heat Thermostat montieren. Mit evtl. der Hilfe einer Rohrzange entfernen wir wie beschrieben die alten Thermostate. Dann setzt man den kleinen schwarzen Ventiladapter mit der gezackten Fläche auf das Ventil. Dann wird die Metallringmutter darüber „geworfen“ und handfest festgedreht.

Wenn Sie ein Danfoss RA-Ventil besitzen, dann benötigen Sie zur Montage der Wiser Heat Thermostate die mitgelieferten Adapter.

Nun wird der Wiser Heat Heizkörperthermostat in den kleinen Ventiladapter (bzw. Kunststoffadapter für Danfoss-Ventile) geschraubt. Achtung! Hierbei benötigen Sie etwas Kraft, da Sie den Ventilstift dabei in das Heizkörper-Ventil drücken müssen.

Um nun das neue Wiser Heat Thermostat mit den LEDs nach oben auszurichten, müssen Sie den Metallring wieder etwas lösen, das Wiser Heat Thermostat justieren und den Metallring wieder festschrauben. Fertig. Die Ganze Montage eines Wiser Heat Thermostates hat nur etwa 5 Minuten gedauert und ging sehr einfach von der Hand. Dies ist also auch von Laien mit "zwei linken Händen" problemos zu schaffen.

Inbetriebnahme der Wiser Heat Heizkörperthermostate

Nun können wir wieder die App weiter einrichten. Hierzu muss man das entsprechende Netz auswählen und das Kennwort eingeben. Wir haben mehrfach versucht, das Kennwort einzugeben, leider hat es zunächst aber nicht geklappt, eine Verbindung zum WLAN herzustellen. Wir empfehlen hier das Try and Error-Prinzip: Versuchen Sie es einfach weiter und geben Sie nicht auf, irgendwann wird es schon klappen.

Nach mehrfachen Versuchen hat es wohl geklappt und wir können uns endlich in der Wiser Heat-Cloud registrieren. Hierzu müssen wir unsere Email bestätigen. Aufmunternd begrüßt uns die Email mit: „Du hast es fast geschafft.“

Nach Bestätigung der Email-Adresse soll man nun allerdings auch seine physische Adresse eingeben. Unserer Meinung nach ist dies für die Funktionalität des Wiser Heat-Systems irrelevant und für Jene, die sehr auf ihre Daten achten, vermutlich ein Ausschlusskriterium.

Nun gut, wir geben nun auch unsere Anschrift ein. Und siehe da, wir landen tatsächlich auf unserer Raumübersicht mit den „angelernten“ Thermostaten und den aktuellen Raumtemperaturen! Hurra, wir haben es geschafft. Mit vielem Rumprobieren haben wir nun nach knapp einer halben Stunde die Wiser Thermostate an den Heizkörpern montiert und unsere Wiser-App installiert.

Erstes „Warmwerden“ mit der Wiser Heat App

Bei den ersten Gehversuchen, sprich, das Einstellen von Raumtemperaturen, hilft die Wiser „Erste Schritte“-Anleitung. Man erkennt sehr schnell, wie die App funktioniert und wie man sie grundsätzlich bedient. Man kann dort einfach die Wunschtemperaturen einstellen oder mit dem Abwesenheitsmodus die Raumtemperatur in allen Räumen auf eine voreingestellte Temperatur absenken (Mehrzonenregelung).

Nun kommt allerdings das etwas komplexere Thema der Zeitprogrammierung der Räume. Wenn man in der Wiser Heat App die Zeitprogrammierung pro Wochentag aufruft, dann kann man dort Zeitintervalle mit der jeweiligen Wunschtemperatur festlegen. Wir empfehlen, dort alle Zeiträume und Temperaturen zu prüfen, ob diese wirklich so gewünscht sind. Hilfreich bei der Programmierung der Wochentemperaturen ist die Kopierfunktion, mit der man schnell eine Einstellung auf mehrere andere Wochentage kopieren kann. Das spart Zeit.

Ebenso sollte man prüfen, ob die voreingestellte Abwesenheitstemperatur von 16 °C den eigenen Präferenzen entspricht.

Ob nun diese Zeitprogrammierung überhaupt zur Anwendung kommt, kann in der Raumansicht eingestellt werden, indem man auf das Kalendersymbol bzw. Handsymbol klickt. Dort kann man dann „Man“ (Manuelle Regelung) bzw. „Auto“ (Automatische Regelung) nach eingestellter Zeitprogrammierung und „Edit“ wählen. Über Edit springt man dann in die Zeitprogrammierung und kann dort die grundsätzlichen Einstellungen bearbeiten.

Ebenso sollte man in den jeweiligen Raumeinstellungen prüfen, ob man die „Fenster offen Erkennung“ aktivieren will. Diese sorgt für ein Herunterregeln der Wiser Heizkörperthermostate, wenn es einen plötzlichen Temperaturabfall gibt. Wir haben uns für das Aktivieren dieser Option entschieden, um so wenig Heizenergie wie möglich zu verschwenden.

Leider geben die Anleitungen nicht viel mehr Hinweise, wie man denn nun die Wiser Heat App und die Wiser Heat Thermostate wirklich smart bedient und den Thermostaten das „Erlernen“ der persönlichen Heizpräferenzen beibringt, um dann so optimiert zu heizen, dass man überhitzte Räume und das Heizen von nicht genutzten Räumen so gut es geht vermeidet, um dann auch wirklich Heizkosten einzusparen.

Nachdem wir uns auf der Wiser Support-Webseite (https://wiser.eberle.de/support) das Wiser Erklärvideo angeguckt haben, wird klar, dass man hierzu wohl den Eco-Mode verwendet. Im Eco-Mode wird „das Wärmeprofil Ihrer Wohnung mit lokalen Wetterdaten abgeglichen und die Heizung entsprechend angepasst.“ Diesen kann man – ebenso wie den Comfort Mode, der aber auch nicht weiter erläutert wird – in den Einstellungen der Wiser-App einfach per Schieberegler aktivieren. Mehr Informationen zum Funktionsprinzip dieses Modi finden wir leider nicht. Wir entscheiden uns trotzdem für die Aktivierung des Eco-Modes.

Wer mit mehr als einem Smartphone oder Tablet auf das Wiser Heat-System zugreifen will, braucht nur die App herunterladen und sich mit den gleichen Zugangsdaten im bestehenden Wiser-Account einloggen. Die Synchronisierung der Accounts klappt reibungslos.

Eine auf den GPS-Daten des Smartphone aufbauende Geofencing-Funktion ist zudem nicht in der App enthalten und muss mit den mit Wiser kompatiblen "If This Then That" (IFTTTT) Befehlen extra realisiert werden. Dies ist für den Otto Normalverbraucher vermutlich zu kompliziert. Auch eine Anleitung hierzu haben wir nicht bei Wiser gefunden.

Die App an sich ist übersichtlich aufgebaut und lässt sich leicht und intuitiv bedienen. Leider scheint die Zeitzoneneinstellung nicht ganz zu funktionieren, sodass es zu Unstimmigkeiten bei der Zeitprogrammierung kommen kann. Dies scheint ein kleinerer Bug zu sein, den Wiser aber wohl sicher in einem nächsten Update beheben wird.

Alles in Allem sind wir von den Möglichkeiten der digitalen Steuerung der Heizkörperthermostate begeistert. Auch die etwas teurere WLAN-Lösung anstelle eines Bluetooth-Systems oder manuell zu programmierenden Thermostaten macht auf jeden Fall Sinn. Denn gerade die Möglichkeit, von überall die Temperaturen anpassen zu können – sei es eine Änderung der Zeitprogrammierung, wenn man länger unterwegs ist, oder das Aufheizen, wenn man es bei der Ankunft richtig warm haben möchte – ist eine der wichtigsten Komfort-Funktionen, an der man unserer Meinung nach nicht sparen sollte.

Unser Fazit: Wiser Heat Starter Kit bietet solide Grundfunktionen

Das Wiser Heat Starter Kit kostet in diversen Online-Shops rund 229 Euro und gehört damit zu den etwas teureren Systemen. Schade ist, dass man keine voreingestellte Geofencingfunktion hat. So muss man leider die Temperaturen immer manuell regeln, wenn es mal zu ungeplanten Abweichungen von den voreingestellten Temperaturen kommt.

Zudem wichen im Test die Zeiteinstellungen in der App immer mal wieder von der eigentlichen Uhrzeit ab. Laut Wiser sei dies unproblematisch, weil die Systemzeit für den Hub durch die Cloud gesteuert wird und immer aktuell sei. Leider stimmte das bei uns nicht, da die Heizkörper zB runterfuhren, obwohl sie laut Zeitprogrammierung noch oder schon wieder heizen sollten.

Das Wiser Heat Starter Kit bietet unserer Meinung nach solide Grundfunktionen. Die Bedienung ist leicht verständlich und auch im familiären Kreis von allen Familienmitgliedern gleichermaßen zu bedienen. Wer es aber noch etwas komfortabler mit einem größeren Funktionsumfang möchte, der sollte auch andere smarte Thermostate in die Kaufentscheidung mit einbeziehen.

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Fri, 16 Nov 2018 17:23:55 +0100
BGH-Urteil: Heizkostenabrechnung bei ungedämmten, nicht freiliegenden Heizungsleitungen https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/bgh-urteil-heizkostenabrechnung-bei-ungedaemmten-nicht-freiliegenden-heizungsleitungen-4762.html Gemäß BGH-Urteil vom 15.03.2017 ist die Anwendung von § 7 Abs. 1 Satz 3 Heizkostenverordnung auf... Der Einsatz des Korrekturverfahrens bei niedrigen, unter 34% liegenden Erfassungsraten (in der VDI 2077 Blatt 3.5 Rohrwärme „Verbrauchswärmeanteil“ genannt) war und ist ein probates Mittel und führt im Ergebnis dazu, dass bei Einrohrheizanlagen einzelne Mieter nicht die Heizkosten für andere Mieter ungerechterweise mittragen müssen. Die Rohrwärme wird mittels unterschiedlicher Verfahren berücksichtigt und dem verbrauchsabhängigen Anteil der Heizkosten pro Wohnung im geeigneten Verhältnis zugerechnet.

So sollen Verzerrungen in der Heizkostenabrechnung von Wohnungen in unterschiedlichen Lagen und mit unterschiedlichen Benutzerprofilen ausgeglichen werden. Mit Urteil vom 15.03.2017 verneint der Bundesgerichtshof jedoch die Anwendung dieses Korrekturverfahrens im Falle von ungedämmten, aber nicht freiliegenden Wärmeleitungen.

Für Gebäude mit ungedämmten, nicht freiliegenden Heizungsleitungen bedeutet das BGH-Urteil, dass die Heizkostenverteilung nicht mehr fair ausgeglichen werden kann. Die auf alle Haushalte zu verteilenden Verbrauchskosten des Rohrleitungssystems werden hauptsächlich auf die Bewohner Wärme-ungünstiger Wohnungen verteilt. Wärme-günstig gelegenen Wohnungen, die ausreichend mit Rohrwärme grundversorgt werden, mit dem Ergebnis niedriger Heizverbräuche, wird ein geringerer Anteil an den umzulegenden Verbrauchskosten zugerechnet.

Dies kann gemäß Beispielen aus der Rechtsprechung für Mieter oder Eigentümer zu einer deutlichen Mehrbelastung von bis zu 1.000 Euro jährlich führen. Obwohl gar nicht bekannt ist, wie viele der geschätzten 1,5 Mio. Wohnungen mit Einrohrheizsystem davon betroffen sind, kann das BGH-Urteil das ohnehin vorhandene Streitpotenzial verschärfen.

Die mit dem DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft 2017 ausgezeichnete indiControl stellt zur Realisierung eines höheren Verbrauchswärmeanteils (in der Regel über 60%) in Wohnräumen eine Systemlösung dar, die die Regelung von Einrohrheizungen optimiert, indem Volumenströme bedarfsgerecht gesteuert werden.

Dies führt dazu, dass in Räumen der Anteil der Wärmegrundversorgung über die Heizungsleitungen sinkt und verstärkt die Heizkörper aktiviert werden. Wird die Raumwärme nicht nur über die Heizungsleitungen sondern auch über die Heizkörper gestaltet, messen die Heizkostenverteiler mehr Wärmeeinheiten. Der tatsächliche Wärmebedarf der Bewohner kann so besser registriert werden.

Die Verbrauchskosten des Rohrleitungssystems, die auf alle Mieter umzulegen sind, reduzieren sich. Das Korrekturverfahren nach VDI-Richtlinie 2077 Blatt 3.5 Rohrwärme, ganz gleich ob bei sichtbaren oder nicht sichtbaren Heizungsleitungen, würde mit indiControl nicht mehr notwendig sein. Heizkostenabrechnungen bei Einrohrheizungen mit indiControl basieren auf einem gerechteren, individuelleren Verbrauchsanteil, da die Höhe der über die Heizkörper gemessenen Wärmeeinheiten steigt.

indiControl lässt sich mit minimalem Aufwand in bestehende Einrohrheizsysteme nachrüsten. Arbeiten in den Wohnungen sind dafür nicht nötig. Die erforderliche Investition in Höhe von knapp 1.000 Euro brutto pro Wohnung amortisiert sich schnell. Insbesondere auch durch die Förderfähigkeit dieser Optimierungsmaßnahme. Die Mieter profitieren ebenfalls, da in der Regel die Kosteneinsparung für den Mieter höher ist als der Modernisierungszuschlag, und es so zu einer Senkung der Gesamtmiete kommen kann.

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel mbH (GWG Kassel) ist Patentinhaberin und setzt indiControl seit 2012 im eigenen Bestand ein. Die GWG Service GmbH vermarktet die Systemlösung indiControl und hat sie bereits bei diversen Wohnungsunternehmen in Deutschland und in Österreich erfolgreich in Betrieb genommen.

Für das größte deutsche Wohnungsunternehmen Vonovia SE konnten innerhalb eines Jahres an mehreren Standorten Einrohrheizanlagen optimiert und ein kontinuierlicher Umsetzungsprozess für die Zukunft etabliert werden. Die Vorteile sind vielfältig: Neben der Erhöhung des Verbrauchswärmeanteils, der eine gerechtere Abrechnung ermöglicht und damit zu einer Reduzierung von Streitfällen beiträgt, führt der Einsatz von indiControl auch zu Energieeinsparungen von 20 bis 30 Prozent.

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Thu, 15 Nov 2018 17:06:36 +0100
Power-to-Gas: Wirtschaftlicher Wasserstoff aus Wasserkraft https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/power-to-gas-wirtschaftlicher-wasserstoff-aus-wasserkraft-4761.html Wasserstoff aus Ökostrom kann die Mobilität klimafreundlicher machen und dort auch zu weniger... Die neue Power-to-Gas-Anlage, die am 15.11.2018 offiziell eingeweiht wurde, produziert Wasserstoff aus Strom aus dem benachbarten Wasserkraftwerk am Rhein. Die Power-to-Gas-Anlage der Energiedienst AG besitzt eine elektrische Anschlussleistung von einem Megawatt. Pro Tag kann sie rund 500 Kilogramm Wasserstoff erzeugen. Genug für eine durchschnittliche Tagesfahrleistung von mehr als 1.000 Brennstoffzellen-Pkw.

Wirtschaftlicher werden soll die Wasserstoffproduktion vor allem durch drei Faktoren: Die Anlage der Energiedienst AG bezieht den Ökostrom ohne Umweg über das Stromnetz direkt aus dem nur wenige Meter entfernten Laufwasserkraftwerk Wyhlen. Somit entfallen Netzentgelte und die EEG-Umlage. Da die Wasserkraft eine stetige erneuerbare Energiequelle ist, die bei praktisch jedem Wetter Energie liefert, lassen sich zudem die Volllaststunden im Vergleich zu Power-to-Gas-Anlagen, die auf Wind- oder Sonnenenergie basieren, erhöhen. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit ebenfalls.

Zusätzlich erprobt das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in einer angeschlossenen Forschungsanlage neue Komponenten, um den Wasserstoffpreis weiter zu senken. Zum Einsatz kommen etwa effizientere Katalysatoren und günstigere Elektroden. Die Elektrolyse zur Umwandlung des erneuerbaren Stroms macht mit rund 40 Prozent den größten Kostenanteil aus. Entsprechend hoch ist hier das Einsparpotenzial. Langfristiges Ziel der Forscher und Ingenieure ist es, die heutigen Produktionskosten in etwa zu halbieren.

Auch auf der Einnahmen-Seite kann sich "Wasserstoff aus Wasserkraft'" lohnen: Mit der Power-to-Gas Technologie wird die Teilnahme am Regelenergiemarkt attraktiver. Wer sich dort beteiligt, erhält bei drohendem Überangebot an Strom im Netz vom zuständigen Übertragungsnetzbetreiber eine finanzielle Entschädigung für die Drosselung des Wasserkraftwerks. Damit wird das Stromnetz stabilisiert. Betreiber, die zusätzlich eine Power-to-Gas-Anlage zur Verfügung haben, können in dem Fall die Wasserkraft-Turbinen mit voller Kraft weiterlaufen lassen, wandeln den nicht in das Netz eingespeisten Strom in Wasserstoff um und verkaufen ihn gewinnbringend an die Abnehmer.

Der Power-to-Gas-Technologie wird insbesondere eine große Bedeutung innerhalb der Mobilitäts(Energie-)wende beigemessen: Busse, Züge und Autos mit Brennstoffzellen können mit erneuerbarem Wasserstoff kohlendioxidfrei unterwegs sein, und das auch auf Langstrecken. Es entstehen keine gesundheitsschädlichen Stickstoffoxide (NOx), aus dem Auspuff kommt außerdem kein Feinstaub. Der Wasserstoff ist außerdem Ausgangsstoff für die synthetischen Kraftstoffe e-Methan und e-Diesel.

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Thu, 15 Nov 2018 11:20:29 +0100
Berlin TXL: LowEx-Netz soll dezentraler Wärme-Marktplatz werden https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/berlin-txl-lowex-netz-soll-dezentraler-waerme-marktplatz-werden-4760.html Auf dem Areal des Flughafen Berlin-Tegel soll der Forschungs- und Industriepark "Berlin TXL – The... "Berlin TXL – The Urban Tech Republic" sowie das neue das Schumacher Quartier gehören zu einem der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas und soll mit einer hochinnovativen Kombination umweltfreundlicher Technologien mit Kälte und Wärme versorgt werden. Die Versorgung erfolgt über ein neuartiges Niedrigtemperaturnetz. Dieses sogenannte LowEx-Netz wird mit Temperaturen bis 40 Grad Celsius betrieben. Durch die im Vergleich zu einem klassischen Fernwärmenetz niedrigere Betriebstemperatur können Wärmeverluste reduziert werden.

Weiter können bei den Verbrauchern installierte Wärmepumpen bei Bedarf höhere Temperaturen sowie auch Kühlenergie erzeugen. Das LowEx-Netz kann überschüssige oder selbsterzeugte Energie (z.B. Produktionsabwärme aus den Gewerbe- und Industriebetrieben des Standortes oder Energie aus erneuerbaren Quellen) aufnehmen und macht den Kunden so zugleich zum Produzenten.

Weil alles direkt vor Ort dezentral und nachhaltig aus einem Mix von Blockheizkraftwerken, Solaranlagen, Geothermie und Abwasserwärme erzeugt, gespeichert und verbraucht wird, fungiert das Netz als Energie-Tauschplatz. Dieser „Marktplatz“ für Wärme und Kälte, an dem sich alle Anlieger beteiligen können, soll konkurrenzfähige Wärmepreise ermöglichen und fungiert als Leitidee des nachhaltigen Energiekonzeptes für Berlin TXL.

Niedrigtemperaturnetz ermöglicht Einsatz von Solarthermie, Geothermie und Abwasserwärme

Ein Low-Exergie-Netz (kurz LowEx-Netz) ist ein Niedrigtemperaturnetz, das – je nach Bedarf – durch eine Anpassung der Netztemperaturen Wärme oder Kälte bereitstellt. So kann an heißen Sommertagen den Gebäuden Wärme entzogen und über das Netz abgeführt werden. An kühlen Wintertagen hingegen ändert sich für den Verbraucher gegenüber einer üblichen Wärmeversorgung zunächst nichts.

Die Temperaturen des LowEx-Netzes übersteigen dabei auch im Winter nicht 40°C und fallen im Sommer nicht unter 20°C. Dies wird realisiert durch ein – nach der Außentemperatur gesteuertes – Zweileitersystem, das im Sommerbetrieb mit 20°C im Vorlauf und im Winterbetrieb mit 40°C betrieben wird. Da z.B. bei einer Umschalttemperatur von 18°C von Sommer- auf Winterbetrieb Restenergie im System vorhanden ist, wird diese in einem Erdspeicher auf dem Areal aufgefangen.

Diese Betriebsweise setzt voraus, dass die Wärme- und Kälteversorgung bei der Planung der Gebäude von vornherein berücksichtigt wird, um dezentrale Nacherhitzungen bzw. Kühlungen weitestgehend zu begrenzen. Für die Trinkwassererwärmung ist die bedarfsgerechte Anpassung bereits dezentral konzipiert. Nur im Ausnahmefall soll, beispielsweise für Industrie- oder Gewerbekunden, die Temperatur auf das jeweils benötigte Temperaturniveau erhöht werden.

Da die Wärmeverluste in direktem Zusammenhang mit den Netztemperaturen (im Verhältnis zu den Umgebungstemparaturen) stehen, werden beim LowEx-Netz die Netzverluste niedrig gehalten. Damit steigt der nutzbare Anteil der erzeugten Wärme. Durch die niedrigen Temperaturen werden zum anderen nachhaltige Energiequellen wie Solarthermie, Geothermie und Abwasserwärme einsetzbar, die bei konventionellen Wärmenetzen wegen ihres eher geringen Temperaturniveaus nicht optimal genutzt werden können.

Verbraucher können dezentral Wärme ins LowEx-Netz einspeisen

Der Einsatz von erneuerbaren Energien im LowEx-Netz kann durch die angeschlossenen Verbraucher selbst ergänzt werden: Indem sie dem Netz Energie zuführen – beispielsweise durch die Einspeisung von Abwärme, die in Industrie und Gewerbe anfällt. Die Einspeiser erhalten hierfür eine faire Vergütung und können auf eigene Anlagentechnik zur Abführung der Wärme verzichten. So kann vermieden werden, dass Energie ungenutzt in die Umgebung abgegeben wird und die Wärmebilanz verschlechtert.

Mit fortschreitendem Netzausbau tritt die zentrale Erzeugungstechnik des Konzessionsnehmers (Berliner Stadtwerke/E.ON) immer weiter in den Hintergrund. Das LowEx-Netz kann sich auf diese Weise zu einem Marktplatz für Wärme und Kälte entwickeln, wobei das Energieversorgungsunternehmen zum Plattformbetreiber wird. Ein dezentrales Verbundsystem löst die klassische zentrale Energieerzeugung ab.

Im Ergebnis wird der Anteil von zentral erzeugter Wärme und Kälte auf ein Mindestmaß reduziert. Diese Residuallast wird durch eine komplexe Konfiguration modularer Blockheizkraftwerke und Geothermie gedeckt. Das System ist in sich stimmig – wegen der niedrigen Netztemperaturen können die eingesetzten Brennstoffe durch eine konsequente Nutzung der bei der Verbrennung freigesetzten thermischen Energie optimal ausgenutzt werden.

Vorgesehen ist neben der nahtlosen Nachnutzung und Integration der bestehenden Anlagentechnik auch die kreative Umnutzung bestimmter Komponenten – beispielsweise die Aktivierung nicht mehr benötigter Wärmeversorgungsleitungen als horizontale, abschnittsweise geladene Warmwasserspeicher.

Der effiziente Umgang mit Ressourcen spielt für die optimale und nachhaltige Energieversorgung eine zentrale Rolle. Dafür wird ein ausgefeiltes Nachhaltigkeits-Monitoring eingesetzt. Grundlage für die hervorragende Effizienz des LowEx-Netzes von Berlin TXL ist der Anteil erneuerbarer Energien von über 80 % – nur ein Fünftel der gelieferten Wärme stammt aus fossilen Energieträgern.

Smart Grid-Plattform soll Wärmeversorgung digitalisieren

Um aus der Verknüpfung von dezentraler Energieumwandlung zu einem Marktplatz für Wärme und Kälte einen echten Mehrwert für die Beteiligten zu schaffen, werden alle Prozesse über eine intelligente Zählerinfrastruktur mit der „Smart Grid-Plattform“ des Standorts Berlin TXL verknüpft.

Mit Hilfe der gewonnenen Daten lassen sich dann Effizienzpotenziale erkennen und nutzbar machen. Startups, Unternehmen der Technologiebranche und Drittanbieter können auf diesen verknüpften Informationen aufbauen, eigene Angebote und Dienstleistungen entwickeln und das so generierte Know-how verwerten. Das Projekt hat deshalb auch im Bereich der Digitalisierung der Wärmeversorgung Vorbildcharakter.

Mit dem Energiekonzept werden konkurrenzfähige Wärmepreise bei sehr guten Nachhaltigkeitswerten möglich. Die Jahreskosten für Abnehmer von LowEx-Wärme werden bei Berlin TXL sogar deutlich unter denen vergleichbarer Fernwärmesysteme liegen. Im Gegenzug werden die Einmalzahlungen für die Errichtung eines Anschlusses im Vergleich etwas höher ausfallen. Dies ist den größeren Investitionen in das Netz mit großen Rohrdurchmessern, flexibler Anlagentechnik und individuell konfigurierten Übergabestationen bei den Endkunden geschuldet.

Dies gilt insbesondere für Kunden, die das gesamte Leistungsspektrum in Anspruch nehmen wollen, d.h. Versorgung mit Wärme, Kälte, individuelle Anpassung der Temperaturen sowie die Möglichkeit zur Rückeinspeisung in das Netz. Diese Leistungen kann der Nutzer aber in der für ihn passenden Konfiguration zusammenstellen und dabei auch die eigenen Kosten im Blick behalten.

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Wed, 07 Nov 2018 10:28:58 +0100
Bioenergiefassade jetzt kompatibel zu marktüblichen Fassadensystemen https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/bioenergiefassade-jetzt-kompatibel-zu-marktueblichen-fassadensystemen-4759.html Eine Fassade, die mittels Mikrolagen zur Wärmeversorgung des Hauses beiträgt? Keine Utopie, sondern... Zur Messe Glasstec stellte das Forschungsteam FABIG – ein Verbundprojekt der Technischen Universität Dresden, Arup Deutschland GmbH, SSC GmbH, Pazdera AG und ADCO Technik GmbH – die neue Generation der Bioenergiefassade vor. Ästhetisch und technologisch weiterentwickelt, eröffnet sie neue Möglichkeiten der architektonischen Gestaltung.

Das Funktionsprinzip ist weltweit einmalig: In den von einer Nährstofflösung durchströmten Glasfassadenelementen werden Mikroalgen kultiviert und so Wärme und Biomasse gewonnen. Mit dem BIQ-Haus in Hamburg war bereits 2013 bewiesen worden, dass dieses Fassaden- und Energiekonzept funktioniert. Das Pilotprojekt anlässlich der IBA hatte damals weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

Schlanker, leichter, flexibler einsetzbar

Während beim BIQ die Rahmen der Glaselemente noch geklemmt waren und die Bioreaktoren außenliegend realisiert wurden, sind die Glaselemente der Bioenergiefassade geklebt und die Reaktoren in die thermische Hülle eingebunden. Die gesamte Konstruktion wird dadurch schlanker, leichter und gestalterisch flexibler einsetzbar.

„Uns ging es nicht nur darum, die Bioenergiefassade technologisch zu optimieren, sondern auch den Gestaltungsspielraum für Architekten und Planer zu erweitern“, erläutert Dr.-Ing. Jan Wurm, Leiter Research & Innovation bei Arup. „Wir wollen die Bioenergiefassade als skalierbares Element zur Fassadengestaltung etablieren, um geschlossene Stoffkreisläufe auf Gebäude- und Stadtteilebene umzusetzen.“

Erweiterter Gestaltungsspielraum für Architekten

Drei Fassadenelemente erweitern den Gestaltungsspielraum: Bei der transluzenten Variante ist die Grünfärbung des Bioreaktors von innen sichtbar, bei der opaken von außen. Das transparente Fassadenelement gewährleistet ungestörte Durchsicht. Changierende Farben bei unterschiedlichem Lichteinfall sowie aufsteigende Gasblasen lassen die Glaselemente lebendig erscheinen.

„Die Bioenergiefassade verleiht Gebäuden einen hohen ästhetischen Wert“, ist Jan Wurm überzeugt. Eine vierte Option ergibt sich durch die Montage der Glaselemente vor einer gedämmten Wand.

Verbesserte Photobioreaktoren

Der Zusatznutzen der Bioenergiefassade ergibt sich aus der Verknüpfung von Ästhetik mit biologischen und technischen Kreisläufen. „Vereinfacht ausgedrückt, sind die Glaselemente der Bioenergiefassade Teile einer solarthermischen Anlage, mit der zusätzlich Mikroalgen zur Erzeugung von Biomasse und zur Absorption von CO2 gezüchtet werden“, erläutert Timo Sengewald, Energieexperte bei Arup. „Mit einer thermischen Effizienz von 38 Prozent und einer Konversionseffizienz der Biomasse von 8 Prozent ist die Bioenergiefassade mit herkömmlichen solaren Systemen vergleichbar.“

Um die Bedingungen für das Algenwachstum in den Reaktoren zu verbessern und gleichzeitig den Aufbau der Glaselemente zu optimieren, wurden Computational-Fluid-Dynamics (CFD) Simulationen angewendet, die die Strömungs- und Mischungsvorgänge innerhalb der Bioreaktoren abbilden. Außerdem verbesserten die Entwickler die Ausbildung der Bioreaktoren und die Integration der haustechnischen Systemkomponenten in marktübliche Fassadensysteme.

Durch Verklebung der Elemente konnte das Gesamtgewicht bei deutlich vergrößerten Maximalabmessungen wesentlich reduziert werden. Die Funktion und die Wirtschaftlichkeit der Anlage werden über ein Betreiberkonzept sichergestellt. Die geernteten Algen werden in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie verwendet.

Die Bioenergiefassade wird als Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und den Projektpartnern Arup Deutschland GmbH, SSC GmbH, Pazdera AG und ADCO Technik realisiert. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und soll im April 2019 mit der Erstellung eines Prototypen im Maßstab 1:1 abgeschlossen werden.

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Fri, 02 Nov 2018 11:42:03 +0100
Erstes bidirektionales Vehicle to Grid DC-Ladegerät von Wallbox https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/erstes-bidirektionales-vehicle-to-grid-dc-ladegeraet-von-wallbox-4758.html Wallbox hat auf der e-move360 in München den ersten Prototypen seines neuesten Home DC-Ladegerätes... Unter Vehicle to grid (V2G, zu Deutsch: Vom Fahrzeug zum Netz) bzw. Fahrzeugeinspeisung versteht man ein Konzept zur Abgabe von elektrischem Strom aus den Traktionsakkus von Elektro- und Hybridautos zurück in das öffentliche Stromnetz. Vehicle to home (V2H, zu Deutsch: Vom Fahrzeug ins Haus) ist im Konzept mit Vehicle to Grid vergleichbar. Hier wird zuvor gespeicherter Strom aber nicht in das Stromnetz eingespeist, sondern in das Hausstromnetz bzw. den dort befindlichen z. B. Photovoltaik-Akku.

Beide Konzepte setzen voraus, dass die Ladestation die Energie bidirektional steuern kann. Im Unterschied zu reinen E-Autos können bidirektional ladefähige Fahrzeuge nicht nur elektrische Energie aus dem Netz oder von der eigenen PV-Anlage aufnehmen, sondern als Teil eines intelligenten Energiesystems in Zeiten großer Netzlast auch in umgekehrter Richtung vom Auto-Akku über spezielle Ladestationen in das Netz oder das Haus einspeisen. Vehicle to grid (V2G) und Vehicle to home (V2H) ermöglichen somit eine intelligente Sektorenkopplung oder auch die Versorgung eines Hauses bei Stromausfall.

Wallbox hat jetzt auf der e-move360 in München den ersten Prototypen seines neuesten Home DC-Ladegerätes für E-Fahrzeuge vorgestellt. Dies ist die erste von Wallbox hergestellte Gleichstrom-Ladestation und die erste, die jemals für die häusliche Umgebung entworfen wurde. Die bidirektionale und zum Patent angemeldet Leistungselektronik der DC-Wallbox wandelt Wechselstrom (AC) in Gleichstrom (DC), und umgekehrt, um. Sie ermöglicht die Interaktion von Stromerzeugung, Speicherung und Laden des Fahrzeugs zu Hause. Die Einheit kann Wechselstrom und Gleichstrom umwandeln, ist intelligent - also lernfähig - adaptiert sich und kann sich autonom verwalten. Die Wallbox kann mit Strom aus hauseigenen Energiequellen, z.B. Photovoltaik das Elektroauto laden, um diesen später, je nach Bedarf, aus der Fahrzeugbatterie wieder ins Haus zur Nutzung abzugeben.

"Der Benefit von DC-Ladestationen im hauseigenen Bereich ist offensichtlich: Die Erzeugung und Speicherung von Energie in Eigenheimen werden zukünftig wichtige Energiespar-Parameter, da die Reichweite und die Batteriegröße von Elektrofahrzeugen zunehmen. Größere Batterien bedeuten, dass auch mehr Strom benötig wird. Im häuslichen Batteriesystem gespeicherte Energie, die entweder zu Hause erzeugt wurde oder in Zeiten mit geringem Energiebedarf kostengünstig erworben wurde, bedeutet eine konkrete Optimierung der Wirtschaftlichkeit des Systems. Es besteht keine Notwendigkeit Benzin oder Diesel oder teure Spitzenzeit-Elektrizität zu verwenden. Somit ist die in unserer neuen Wallbox entwickelte Technologie zukunftsweisend", erklärte Eric Asunción, CEO von Wallbox, bei der Präsentation der DC-Ladebox.

Der spanische Hersteller von Ladevorrichtungen Wallbox wurde von 2015 von Enric Asunción Eduard Castañeda gegründet. Beide waren vorher für Tesla tätig. Wallbox hat derzeit 80 Mitarbeiter von denen sich etwa die Hälfte um Software- und Hardwareentwicklung kümmern. Viele Mitarbeiter sind aus der IT-Branche in den Automobilsektor gewechselt und kommen von Unternehmen wie Apple und ebenfalls von Tesla. Wallbox ist in 30 Märkten aktiv und hat nach eigenen Angaben insgesamt fast 20.000 Installationen platziert.

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Thu, 01 Nov 2018 11:42:41 +0100
Energiewende: Social Media-Kampf gegen Halbwahrheiten https://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/energiewende-social-media-kampf-gegen-halbwahrheiten-4757.html Wenn man sich für Erneuerbare Energien interessiert und auch in den sozialen Netzwerken unterwegs... Hallo Christian, seit ein paar Monaten trittst Du den offensichtlichen Vorurteilen, Plattitüden und Halbwahrheiten in den sozialen Medien insbesondere auf Facebook mit Fachwissen aktiv entgegen. Für Dein Engagement und auch Ausdauer erntest Du viel Lob und Anerkennung von der "grünen" Netzgemeinde. Aber auch viel Kritik von den Energiewendegegnern, häufig auch unter der Gürtellinie.

Warum hast Du Dich dafür entschieden, persönlich, mit vollständigem Klarnamen, den direkten Dialog mit Energiewende-Kritikern in verschiedenen Facebook-Gruppen zu suchen?

Ich bin 2009 mit meinem Start bei der SMA Solar Technology AG das erste Mal so richtig mit den erneuerbaren Energien in Kontakt gekommen. In meinem Beruf - ich leite Entwicklungsprojekte im Bereich der Solartechnik - hatte ich seitdem die Gelegenheit, mehr als 9 Jahre lang Projekte zu begleiten, in denen neue Produkte entwickelt und marktreif gemacht, und neue Technologien untersucht und erprobt wurden. Ich habe in dieser Zeit auch viele Kollegen kennen gelernt, die ich zu allen möglichen Spezialthemen fragen kann. Für diese Chance bin ich sehr dankbar.

Je mehr ich über die vorhandenen Technologien erfuhr, desto mehr stellte ich fest, dass viele der Positionen gegen erneuerbare Energien nicht der Realität entsprechen. Ein Großteil der Bürger hat aber leider nicht 9 Jahre lang Zeit, sich beruflich und in Vollzeit mit dem Thema zu beschäftigen. So kann man leicht auf die einfachen Positionen gegen die Energiewende herein fallen.

Ich habe mich entschlossen, den vielen Mythen gegen die Energiewende entgegen zu treten. Dass ich meinen Namen und kein Pseudonym nutze hat damit zu tun, dass ich nichts zu verbergen habe. Ich versuche, die Menschen mit meinen Argumenten zu überzeugen. Und wenn jemand fragen hat, stehe ich auch gerne persönlich zur Verfügung.

Auch aus der Tatsache, dass ich bei SMA – einem Solartechnik-Unternehmen – arbeite und eine eigene Solaranlage betreibe, mache ich keinen Hehl. Viele Diskussionspartner unterstellen dann gleich Voreingenommenheit – Bezeichnungen wie „EEG-Profiteur“ oder „Subventionsgewinnler“ kommen dann häufig. Ich sehe das eher so, dass in Fragen der Teigmischung der Bäcker ein kompetenter Ansprechpartner ist. Genauso ist es mit der Energiewende: Bezüglich technischer Realisierbarkeit kann oft jemand, der sich täglich tiefgehend mit dem Thema beschäftigt, fundiertere Aussagen machen als andere, die sich in ihrer Freizeit und am Wochenende gelegentlich oberflächlich das Thema streifen.

Die Energiewende ist ein Projekt für alle Bürger. Jeder - von den ärmsten bis zu den reichsten - wird von den vielen Vorteilen der Energiewende profitieren. Aber die Bürger sind es auch, die einen großen Teil der Energiewende bezahlen. Daher halte ich es nur für fair, wenn ich einen Teil meiner Freizeit nutze, um mein Wissen zur Energiewende weiter zu geben und den Bürgern zu ermöglichen, beide Seiten zu hören und sich selbst ein Bild zu machen.

Wenn die Diskussion dann mal unter die Gürtellinie geht, stört mich das nicht besonders. Das ist eine sehr menschliche Reaktion vieler Leute. Wenn die fachlichen Argumente ausgehen, ziehen manche sich zurück, andere versuchen durch Provokation von den Schwächen der eigenen Argumentation abzulenken. Das spreche ich dann direkt an, und meistens kommt das Gespräch dann schnell wieder zurück auf eine sachliche Ebene.

Manche lassen sich auch durch die besten Argumente nicht überzeugen. Das ist zwar schade, aber auch nicht wirklich schlimm. In Deutschland darf ja zum Glück jeder seine eigene Meinung haben. Das halte ich eher für einen Vorteil unseres Landes als einen Nachteil.

Es freut mich dann immer wieder, wenn ich Nachrichten von stillen Mitlesern bekomme. Viele bedanken sich dafür, dass sie durch die Diskussionen die Zusammenhänge nun besser verstehen können. Und darauf kommt es mir an: ein Verständnis davon zu vermitteln, was heute möglich und realistisch ist, damit viele der Argumente gegen die Energiewende als das erkannt werden was sie sind: Mythen.

Als eine Art "Handbuch für den Stammtisch" ist Deine Webseite ee-mythen.de als Ergebnis Deines Social Media-Engagements entstanden, auf der Du die wichtigsten Mythen und typischen Vorurteile nachvollziehbar widerlegst oder zumindest ins rechte Licht rückst. Auf welche Vorurteile triffst Du am häufigsten?

EE-Mythen.de ist aus sehr praktischen Erwägungen heraus entstanden. Nachdem ich mir einige Monate teils bis tief in die Nacht die Finger wund getippt hatte, um doch immer nur stets ähnliche Kritikpunkte zu entkräften, habe ich mir gedacht: das muss auch einfacher gehen.

Ein sehr engagierter Kollege aus Abu Dhabi (Danke Mohammad!) hat mich dann auf ein interessantes Werkzeug für häufige Fragen und Antworten hingewiesen. Damit war die Webseite EE-Mythen schnell erstellt. Heute sind es gerade einmal 18 Mythen, die aber bereits mehr als 120.000 mal angesehen wurden.

Ich glaube, EE-Mythen.de wird auch deshalb gut angenommen, weil ich versuche, komplexe technische Sachverhalte sehr einfach zu beschreiben, damit ich viele Menschen damit erreichen kann.

Am häufigsten interessieren sich meine Besucher für folgende Top 3 Themen:

  1. Müssen Erneuerbarer Energien "grundlastfähig" sein oder "gesicherte Leistung" erbringen können?
  2. Was sind die Vorteile der Energiewende?
  3. Wird Strom aus Erneuerbaren Energien im Ausland entsorgt und wir zahlen auch noch dafür?

Wer sind die Leute, die Ökostrom, Windräder und PV-Anlagen als den falschen Weg der Energiewende ansehen? Kannst Du bestimmte Muster, Gruppen oder Typen erkennen, die sich da im Netz immer ähnlich kritisch verhalten?

Ich denke, es gibt da viele verschiedene Charaktere. Manchen ist der Tierschutz wichtig, anderen das ungestörte Landschaftsbild. Das sind begründete und berechtigte Bedenken die man ernst nehmen muss. Nimmt man beispielsweise den Vogelschlag an Windkraftanlagen, dann sind natürlich Planer und Hersteller gleichermaßen gefordert, die Gefahren für die Tierwelt möglichst gering zu halten.

Andererseits ist es mir aber auch immer wichtig, den Lesern ein vollständiges Bild zu geben. Natürlich ist jeder Verlust in der Tierwelt einer zu viel. Aber wenn man betrachtet, dass die Vogelschlagopfer im Vergleich zu Verlusten an Glasfassaden und Starkstromleitungen gerade einmal 1% der Opfer in der Tierwelt ausmachen, also 99% der Vogelopfer durch etwas anderes als durch Windkraft verursacht werden, bekommt dieses Argument ein anderes Gewicht.

Einen weiteren Blickwinkel wirft die Frage auf, wie die Europaweit etwa 2.500 Menschen zu bewerten sind, die jedes Jahr durch die Folgen der Schadstoffemissionen aus deutschen Kohlekraftwerken sterben.

Das Herauspicken von Teilaspekten ist ein häufig verwendeter Trick der Energiewende-Gegner. Ich denke, jeder Bürger sollte sich sein eigenes Bild machen. Und dazu möchte ich helfen, die Informationen zu ergänzen, sodass jeder Bürger selbst eine gute Entscheidungsgrundlage bekommt.

In Diskussionen stelle ich sehr oft fest, dass die Positionen - insbesondere des Vereins „Bundesinitiative Vernunftkraft e.V.“ - von besorgten Bürgern gerne übernommen werden. Das ist deshalb erstaunlich, weil die Argumentation dieses Vereins keiner näheren Betrachtung standhält. Trotz der niedrigen Argumentationsqualität hat der Verein viele Bürgerinitiativen unter sich versammelt, die diese Falschinformationen in die Öffentlichkeit tragen. So etwas halte ich für besonders schwierig, da Bürger ohne tieferes Vorwissen leicht auf solche Argumente herein fallen. Man ist vereint im „dagegen sein“, allerdings ohne eine Chance auf Erfolg, da die Argumente so schwach sind.

Was meinst Du sind die eigentlichen Gründe dafür, dass die Kritiker der Energiewende einen, grundsätzlich mit mehr Vor- als Nachteilen verbundenen Umstieg auf eine klima- und umweltfreundliche Energieversorgung ablehnen?

Ich denke, ein wesentlicher Grund für die Ablehnung der Energiewende ist die Angst vor neuem. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und warum etwas anders machen, wenn es doch heute schon gut funktioniert so wie es ist?

Die meisten Menschen sehen, dass der Strom heute mit den noch immer am Netz befindlichen konventionellen Kraftwerken gewohnt stabil immer zur Verfügung steht. Und die Menschen sehen, dass mit fortschreitender Energiewende der Strom teurer wird.

Was die Menschen nicht sehen ist, dass die energieintensive Industrie, die ihren Strom an der Börse einkaufen kann, seit Jahren von historisch niedrigen Strompreisen profitiert. Das ist interessant, da der Strom an der Börse gerade durch die Erneuerbaren Energien heute so billig ist. Über den Grund, warum die Stromkonzerne diese Preisvorteile nicht an Privathaushalte weiter geben, kann man nur spekulieren. Sicher ist aber, dass die Stromkonzerne kein großes Interesse daran haben, dass die Erneuerbaren Energien als günstig wahrgenommen werden.

Was die Menschen natürlich auch nicht sehen können ist, dass auch ohne konventionelle Kraftwerke der Strom weiterhin zuverlässig aus der Steckdose kommen wird. Technisch ist diese Herausforderung schon lange gelöst und gehört zu unserem Tagesgeschäft bei SMA. Während man sich im Umfeld der Energiewendegegner um die fehlende stabilisierende Wirkung der Kraftwerke Gedanken macht, bauen wir überall auf der Welt kleine Stromnetze mit deutlich höheren Last- und Erzeugungsschwankungen auf, in denen das tägliche Abschalten aller konventioneller Erzeuger nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist.

Interessant dabei: die Netzqualität ist dabei erheblich besser als man es im europäischen Verbundnetz gewohnt ist. In unseren SMA-Microgrids wären Produktionsausfälle, wie Papierfabriken und Produktionsbetriebe sie regelmäßig durch Frequenzschwankungen haben, gar kein Problem mehr.

Es gibt in den einschlägigen Gruppen, in denen sich die Energiewende-Gegner austauschen, mittlerweile hunderte von Kommentaren zu Deinem Engagement. Viele Kommentare sind natürlich negativ, es gibt Drohungen und sogar einige sicherlich strafrechtlich relevante Kommentare. Wie gehst du mit diesen Hasskommentaren um?

Ich spreche die Diskussionspartner darauf an. Ich versuche - auch wenn es persönlich wird - mich nicht selbst im Ton zu vergreifen. Das hat zwei Gründe: Zum Einen zeigt mein Diskussionspartner das Ende seiner fachlichen und sachlichen Argumente. Das sehen auch Mitleser und können es für sich entsprechend einordnen. Das spielt mir sogar in die Karten, denn wenn ein Diskussionspartner explodiert wie ein HB-Männchen, der andere aber sachlich argumentiert, tendieren die meisten Menschen dazu, dem ruhig und sachlich argumentierenden Diskussionspartner mehr Glauben zu schenken.

Zum Anderen gibt es verschiedene Gründe, warum Menschen so reagieren. Vielleicht ist es die Angst vor Veränderung, oft ist es auch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes in der alten Energieindustrie oder deren Zulieferern. Viele dieser Gründe sind nachvollziehbar und für diese Menschen in ihrer persönlichen Situation absolut begründet.

Leider ist die Energiewende zu wichtig, als dass man sie wegen solcher begründeter Ängste absagen kann. Daher versuche ich, sachlich zu argumentieren. Wenn sich jemand nicht überzeugen lassen möchte, ist das durchaus ok. Aber zumindest können sich dann die Mitleser ein besseres Bild machen.

Wenn man sich die Diskussionen auf Facebook so anschaut, dann werden dort vielfach auch Ängste geschürt. Dort wird immer wieder geschrieben, dass sich durch den weiteren Ausbau der Erneuerbaren die Strompreise (Stichwort "EEG-Umlage") weiter verteuern oder das Risiko von Stromausfällen (Stichwort "rotierende Massen") steigt bzw. allgemein die Versorgungssicherheit (Stichwort "Zappelstrom") auf der Kippe steht?

Wieso werden solche Ängste durch hinreichend widerlegte Erkenntnisse, die man ja auch in der Praxis an jedem wind- und sonnenarmen Tag selber nachvollziehen kann, immer weiter geschürt? Welche Energieversorgungsszenarien sind denn laut den Energiewende-Gegnern sinnvoller?

Richtige Alternativen für eine stabile Stromversorgung werden selten benannt. Meistens geht es um das „Weiter so wie bisher“ – mit Kohle und Kernkraft. „Das hat ja in der Vergangenheit auch funktioniert.“

Den Klimawandel halten manche für ein konstruiertes Problem, das in der Praxis gar nicht schlimm ist. Und in der Abwägung des Klimawandels gegenüber Strompreissteigerungen / Vogelschlag / Landschaftsbild / … überwiegen in der Wahrnehmung der Gegner oft die Veränderungen, und nicht so sehr der Klimawandel.

Was vielen Diskussionspartnern gar nicht bewusst ist, ist, dass hinter der Energiewende eine Vielzahl weiterer Vorteile stehen. Selbst ohne den Klimawandel ist eine vollständige Energiewende hin zu erneuerbaren Energien extrem Wertvoll für unsere Kinder und Enkel:

  • Reduktion des CO2 Ausstoßes durch Ersetzen fossiler Stromerzeugung
  • Reduktion des Schadstoffausstoßes fossiler Kraftwerke
  • Vermeidung der Kernkraftrisiken (Betrieb und Abfälle) durch Ersetzen atomarer Stromerzeugung
  • Reduzieren des Wasserverbrauchs durch konventionelle Kraftwerke
  • Ersetzen von endlichen Rohstoffe gegen unendliche Rohstoffe in der Energieerzeugung
  • Ersetzen von Rohstoffen aus politisch instabilen Gebieten gegen heimische Rohstoffe
  • Wertschöpfung aus den Händen weniger Großkonzernen in die Hände vieler kleiner Akteure und Bürger
  • Steigerung der Versorgungssicherheit
  • Import-Unabhängigkeit durch heimisch verfügbare Rohstoffe
  • Niedrige Strompreise für Verbraucher
  • Entwicklungshilfe mit erneuerbaren Energien

Mit der Sektorenkopplung lassen sich die Erneuerbaren Energien und ihre Vorteile auch auf die Bereiche Heizung und Verkehr ausdehnen.

Besonders beliebt ist ja auch das Thema "Stromnetzausbau". Dort tummeln sich dann eine Vielzahl von Mitstreitern mit den unterschiedlichsten Hinter- und Beweggründen. Diese Diskussionen scheinen immer wieder auf die Henne-Ei-Problematik hinauszulaufen:

Müssen wir zuerst die Netze ausbauen, bevor weitere EE-Kapazitäten gebaut werden können? Welche Alternativen gibt es?

Aus meiner Sicht ist das Kernproblem, dass zur Bestimmung des Trassenbedarfs nicht vom Strombedarf, sondern von der Stromerzeugung ausgegangen wird. Das Energiewirtschaftsgesetz §12 Abs. 3 lautet:

„Betreiber von Übertragungsnetzen haben dauerhaft die Fähigkeit des Netzes sicherzustellen, die Nachfrage nach Übertragung von Elektrizität zu befriedigen und insbesondere durch entsprechende Übertragungskapazität und Zuverlässigkeit des Netzes zur Versorgungssicherheit beizutragen.“

Im Klartext bedeutet das: Die geplanten Stromtrassen sind so ausgelegt worden, dass zeitgleich zu maximaler Produktion aus Wind und Sonne auch die Kohlekraftwerke weiter mit Volldampf durchlaufen können. Der deutsche Bürger hat davon erst einmal nichts – sehr wohl aber die alte Energiewirtschaft. So brauchen die Kohlekraftwerke nicht abzuschalten und können ihren überflüssigen Strom, der in Deutschland nicht gebraucht wird, ins Ausland exportieren.

Genau so war die Energiewende aber nicht gedacht. Wenn genug Strom aus Erneuerbaren Energien da sind, wollen wir ja gerade nicht dass die Kohlekraftwerke weiter CO2 ausstoßen, die Luft mit Giftstoffen verpesten und tonnenweise weiter Kohle verbrennen, für deren Abbau Wälder gerodet und Dörfer vernichtet werden müssen. Ziel der Energiewende ist ganz konkret, die konventionellen Kraftwerke – allen voran die Kohle- und Kernkraftwerke – abzuschalten.

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg für Dein Engagement in den sozialen Medien und viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Danke, ich werde weiterhin mit viel Freude dabei sein. Bei dieser Gelegenheit noch ein Aufruf in eigener Sache an alle Leser: EE-Mythen ist nicht als Werkzeug für mich allein gedacht. Ich möchte euch alle gerne einladen mitzumachen. Es ist ganz einfach.

Wenn ihr in eine Diskussion mit Energiewende-Gegnern geratet, schaut einfach bei EE-Mythen.de rein, ob ihr zu dem Thema etwas findet. Über die Stichworte im Reiter „Alle Kategorien“ ist das ganz einfach.

Wenn ihr einen passenden Beitrag gefunden habt, dann einfach den Beitrag öffnen, Link kopieren und in eurer Diskussion einfügen.

Wie das geht habe ich hier auf meinem Handy mal gezeigt: www.youtube.com/watch?v=Hh2KNnp5NSQ

Manch einer hat sich das schon zum Sport gemacht, Diskussionen der Energiewendegegner zu finden und ihre Positionen ohne viel Arbeit zu entkräften ;-)

Solltest du auf ein Thema treffen, dass bei EE-Mythen noch nicht berücksichtigt wurde, schreibe einfach eine Email an Info[at]EE-Mythen.de - und vielleicht trägt dann der nächste Mythos dann deinen Namen. Ich freue mich auf viele neue Mitstreiter!

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Tue, 30 Oct 2018 14:28:32 +0100