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Trumps Wahlsieg: Wie klimafeindlich wird die US-Energiepolitik?

Der Republikaner Donald Trump hat die US-Präsidentschaftswahl überraschend gewonnen, nachdem Umfragen einen komfortablen Vorsprung für seinen demokratischen Gegner, Hillary Clinton, prognostizierten. Welchen Weg Trump in der Energiepolitik einschlagen wird, hat er bereits während seiner Wahlkampfkampagne deutlich gemacht: Er will wieder mehr fossile Brennstoffe nutzen, energiepolitische Regulierungen der Industrie verringern und einige weitere von Vorgänger Barack Obama getroffene Klimaschutz-Maßnahmen des "Clean Power Plan" ändern.

Die USA galt bislang nicht als Vorreiter der Klimapolitik. Von Präsident Trump wird erwartet, dass er fossile, klimaschädliche Brennstoffe dennoch deutlich ausbauen wird. (Foto: energie-experten.org)

Die USA galt bislang nicht als Vorreiter der Klimapolitik. Von Präsident Trump wird erwartet, dass er fossile, klimaschädliche Brennstoffe dennoch deutlich ausbauen wird. (Foto: energie-experten.org)

Trump hat während seines Wahlkampfes deutlich gemacht, dass er alle Energie-Formen unterstützen will. Letztlich solle jedoch der Markt entscheiden, wie sich die Energieversorgung in den USA zukünftig gestaltet. Dabei fokussiert Trump klar die Nutzung fossiler Energien. Denn Trump will erlauben, dass man in ganz USA nach Öl und Gas bohren darf. Dies steht im krassen Widerspruch zu den Versprechen Hillary Clintons, die strengere Grenzwerte für die Öl- und Gasproduktion auf öffentlichen Grundstücken gefordert hatte und darauf hinwies, dass sie die US-Offshore-Produktion nur auf den Golf von Mexiko beschränken will.

US-Analysten deuten Trumps Aussagen als klare Kampfansage gegen die bisherige Energie- und Umweltpolitik Obamas. Denn Trump gilt als vehementer Unterstützer der Öl- und Erdgasindustrie, der nicht zulassen wird, dass die Produktion von fossilen Brennstoffen in den USA weiter eingeschränkt wird. Trump wird US-Medien zufolge versuchen, die On- und Offshore Öl- und Gas-Produktion derart zu deregulieren, sodass die Produzenten Öl- und Gas noch billiger anbieten können, um so fossile Brennstoffe am US- und Weltmarkt weiter zu etablieren.

Das Trump auch den Klimawandel an sich abstreitet, ist nicht neu. Er hat im Wahlkampf immer wieder den weitverbreiteten wissenschaftlichen Konsens, dass menschliche Aktivitäten den Klimawandel verursachen, angezweifelt. Daher wird erwartet, dass Trump die Bemühungen der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA und des amerikanischen Innenministeriums, die Methanemissionen aus Öl- und Gasbetrieben zu regulieren, aufgeben oder zumindest schwächen und auch die zukünftigen Grenzwerte beim Kraftstoffverbrauch anheben wird.

Darüber hinaus wird vermutet, dass Trump die Anreize für die Entwicklung alternativer Energien einschränken wird, was wiederum zu einer kurzfristigen Erhöhung der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen führen würde. So wird beispielsweise befürchtet, dass ein möglicher Abbau der Investitionssteuergutschriften auf 10% von den derzeitigen 30% den Solarinstallationsbedarf um 60% senken könnte, so S&P Global Market Intelligence. Auch Biokraftstoffe dürften es zukünftig schwerer haben. So hat Trump im Wahlkampf angedeutet, dass er den Wettbewerb zwischen fossilen und biologischen Kraftstoffen kritisch sieht.

Diese klimafeindliche Energiepolitik widerspricht klar den Grundsätzen der auf zahlreichen Weltklimagipfeln getroffenen Vereinbarungen. „Die Welt muss sich nun ohne die USA vorwärts bewegen auf dem Weg zur Begrenzung von Klimarisiken und zu sauberen Technologie-Innovationen", kommentierte Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), bereits Stunden nach Bekanntwerden von Trumps Wahlsieg.

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"Trumps Wahlsieg: Wie klimafeindlich wird die US-Energiepolitik?" wurde am 09.11.2016 verfasst