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Was bieten die Sonnen-Garantien von Innogy und E.ON?

Normalerweise kennt man eine Sonnenscheingarantie nur von Reiseveranstaltern. Falls es regnet, gibts Geld zurück. Jetzt buhlen auch die großen Energiekonzerne Innogy und E.ON mit Sonnengarantien um Kunden für Ihre Photovoltaikanlagen. Auch hier gibts Geld, wenn die Sonne zu wenig scheint. Doch die Garantiekonditionen unterscheiden sich.

Geld zurück, wenn nicht genug Sonne scheint? Solche Garantien bieten nun Innogy und E.ON als Zusatzservice zu ihren Solaranlagen an. (Foto: Innogy SE)

Geld zurück, wenn nicht genug Sonne scheint? Solche Garantien bieten nun Innogy und E.ON als Zusatzservice zu ihren Solaranlagen an. (Foto: Innogy SE)

Das hört sich zunächst einmal gut an. Die deutschen Energieriesen Innogy und E.ON bieten nun als Zusatzservice zu ihren PV-Anlagen eine Art Ertragsgarantie an. Scheint weniger Sonne als vertraglich fixiert, so gibt es von beiden einen Betrag für den entgangenen Sonnenschein erstattet. Während die Innogy "Sonnengarantie" direkt an die Sonnenscheindauer gekoppelt ist, knüpft E.ON die "Sonnenscheingarantie" hingegen an das Erreichen eines bestimmten Solarertrages.

Sonnengarantie von Innogy

In seinem neuen Werbespot wirbt Innogy mit einem kurzen Dialog, der so oder so ähnlich tausendfach unter Nachbarn stattfinden könnte, von denen einer eine Solaranlage besitzt und der andere keine. Im Spot sitzen zwei Männer nebeneinander auf einer Bank. Es fängt an zu regnen. Hämisch teilt der eine aus: "Und Du hast Dir ne Solaranlage bestellt". Der Solaranlagen-Besitzer antwortet gelassen: "Jo, wenns dauernd schüttet, gibts Geld." Innogy selbst bringt es dann auf den Punkt: Die Innogy Solaranlagen mit Sonnengarantie. Bei zu wenig Sonne gibts Geld zurück.

Die Innogy Sonnengarantie ist ein Baustein des Rundum-Services, der bei Innogy auch als "Ganz-einfach-Garantie" beworben wird. Diese umfasst beim Kauf einer Photovoltaik-Anlage u.a. die Beratung, Planung, Montage, Wartung und Versicherung. Die Innogy Sonnengarantie verspricht: Sollte die Sonne in Deutschland im Jahresdurchschnitt weniger als 1.500 Stunden scheinen, erhält der Anlagenbetreiber als Ersatz für den entgangenen Sonnenstrom 50 Euro in Form einer Gutschrift von Innogy erstattet. Die Innogy-Sonnengarantie gilt dabei nur bei Bestehen eines "innogy Strom Natur-Vertrags", der beim Kauf der Anlage mit abgeschlossen werden kann.

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass man von Innogy die 50 Euro Sonnenscheingarantie gutgeschrieben bekommt? Schaut man sich die durchschnittliche Anzahl der Sonnenstunden in den zurückliegenden 12 Monaten von Februar 2016 bis Januar 2017 an, so betrug diese laut Statista 1.597 Stunden. In diesem Fall wäre es, wenngleich sehr knapp, nicht zu einer Auszahlung der Innogy Sonnengarantie gekommen. Im vieljährigen Mittel liegt die Anzahl der Sonnenstunden bei 1.530 Stunden. Auch diesbezüglich käme es nicht zu einer Auszahlung. Jedoch ist die Sonnengarantie sehr nah an der Realität, sodass es sicherlich in einem oder anderen Jahr zu einer Auszahlung kommen wird.

Sonnenscheingarantie von E.ON

Auch E.ON bietet beim Kauf einer E.ON Aura Solaranlage innerhalb der E.ON SolarCloud Premium-Variante (26,99 € pro Monat) eine zusätzliche Sonnenscheingarantie an. Diese garantiert 95% des prognostizierten PV-Gesamtertrages in kWh über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren. Sollte die reale Stromproduktion unter diesen, über 10 Jahre saldierten Wert fallen, so wird dem Besitzer der Aura-Photovoltaikanlage die entgangene EEG-Einspeisevergütung zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der PV-Anlage gutgeschrieben.

Die Sonnenscheingarantie von E.ON ist im Gegensatz zur Sonnengarantie von Innogy nicht nur an die Sonnenscheindauer gekoppelt, sondern ist quasi eine "Leistungsgarantie" wie sie auch von vielen Modul-Herstellern angeboten wird. Im Vergleich zur z. B. linearen Leistungsgarantie von Solarworld sind die angesetzten 95% als vergleichsweise hoch zu bewerten. Solarworld bietet auf 10-Jahressicht nur eine Leistungsgarantie von 90% an. Allerdings gehen andere Leistungsgarantien weit über 10 Betriebsjahre bis häufig 25 Betriebsjahre hinaus. Und auch bei Nichterreichen der prognostizierten Modulleistung winken dem Anlagenbetreiber teilweise deutlich weitreichendere Ansprüche gegenüber dem Hersteller.

Bei der Inanspruchnahme einer Leistungsgarantie gibt es jedoch vielfältige Leistungstoleranzen und auch Messungenauigkeiten zu berücksichtigen. Zudem müssen die Solaranlagen-Betreiber i.d.R. durch einen Solarsachverständigen nachweisen, dass die Module trotz fachgerechter Montage und ohne äußere Fremdeinwirkung die verpflichtenden Leistungsgrenzen des Herstellers nicht eingehalten haben.

Vorteile der Zusatzgarantien von Innogy und E.ON

Die Inanspruchnahme der Innogy-Sonnengarantie oder E.ON-Sonnenscheingarantie ist vermutlich deutlich einfacher über E.ON bzw. Innogy als quasi Generalunternehmer zu realisieren, da die dafür nötigen Daten von beiden Anbietern über die enstprechende Anlagensoftware erfasst werden und dem PV-Kunden jederzeit online zugängig sind. Die Sonnenscheingarantien haben einen weiteren Vorteil: Sie beziehen sich indirekt auf die Funktionsfähigkeit aller Komponenten der Solaranlage und nicht nur auf einzelne wie die Solarmodule oder den Wechselrichter.

Zudem sind die Sonnengarantie von Innogy und die Sonnenscheingarantie von E.ON eher als Zusatzservices zu verstehen und können als Ergänzung zusätzlich zur selbstverständlich bestehenden Gewährleistung als auch etwaigen Produktgarantien in Anspruch genommen werden.

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"Was bieten die Sonnen-Garantien von Innogy und E.ON?" wurde am 04.04.2017 verfasst