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Photovoltaikanlage: Kennzahlen und Kriterien bei der Auswahl

Hier finden Sie die wichtigsten Kennzahlen und Kriterien, um die Anschaffung einer Photovoltaikanlage beurteilen zu können und eine PV-Anlage nach ihren Bedürfnissen auszuwählen.

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Kennwerte zur Nutzungsdauer einer Photovoltaikanlage

In der Regel hält eine Photovoltaikanlage rund 25 Jahre. Nur der Wechselrichter muss meistens schon früher ausgetauscht werden. (Foto: energie-experten.org)
In der Regel hält eine Photovoltaikanlage rund 25 Jahre. Nur der Wechselrichter muss meistens schon früher ausgetauscht werden. (Foto: energie-experten.org)

Die Nutzungsdauer sagt aus, wie lange eine Anlage fehlerfrei betrieben werden kann. Diese sollte natürlich immer möglichst hoch ausfallen.

  • Wichtigster Anlagenteil sind dabei die Solarmodule. Diese besitzen je nach Typ eine Lebensdauer zwischen 20 und 25 Jahren bei amorphen Versionen und 30 Jahre bei kristallinen Solarmodulen. Außerdem verlieren Solarmodule mit zunehmendem Alter an Leistung.
  • Der Wechselrichter hingegen hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 10 Jahren, vorausgesetzt es fallen keine Beschädigungen oder Defekte durch Fremdeinwirkung an. Je nach Konfiguration und Verschaltung sind hier aber auch Lebensdauern von bis zu 15 Jahren möglich.
  • Die immer beliebteren Solarspeicher besitzen ebenfalls eine Lebensdauer von ca. 10 Jahren, wenn sie im "normalen Rahmen" genutzt werden (200 Ladezyklen pro Jahr).
  • Das Montage-System selbst sollte eine Lebensdauer von über 25 Jahren besitzen.

Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen

Sie finden bei uns detaillierte Beispielrechnungen zur Kalkulation einer Photovoltaikanlage nach dem GuV-, dem Cashflowverfahren und der dynamischen Kostenrechnung mit Kapitalwertermittlung. (Grafik: energie-experten.org)
Sie finden bei uns detaillierte Beispielrechnungen zur Kalkulation einer Photovoltaikanlage nach dem GuV-, dem Cashflowverfahren und der dynamischen Kostenrechnung mit Kapitalwertermittlung. (Grafik: energie-experten.org)

Erst mit der Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage lässt sich feststellen, ob sich die Anschaffung auch wirklich lohnt. Verschiedenste Faktoren nehmen Einfluss auf die Kosten und den Ertrag der Anlage und müssen bei den Berechnungen beachtet werden.

Bei der Ermittlung der Anlagenkosten benötigt man genau Angaben zur Dachfläche, Dachneigung und dem Standort. Mit diesen Daten lassen sich dann mit z. B. unserem Online-Solar-Rechner die Kosten überschlägig ermitteln oder man fordert direkt ein detailliertes Angebot von einem Fachbetrieb an. Neben den Anschaffungskosten müssen jedoch noch die jährlichen Betriebskosten bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung berücksichtigt werden. Hierzu zählen u. a. die Versicherungskosten oder auch Reinigungskosten.

Für die genaue Berechnung der eigentlichen Erträge ist die Einspeisevergütung relevant, wenn man den Strom an Stromanbieter weiterverkauft. Nutzt man den PV-Strom zum Eigenverbrauch, rechnet man die eingesparten Kosten für den Haushaltsstrompreis als Ertrag.

Will man dann die genaue Rentabilität der Anlage berechnen, so kann man dafür eine GuV-Rechnung, eine Cashflowberechnung oder eine dynamische Investitionskostenrechnung nutzen. Beispiele dazu finden Sie unter "Berechnungsmethoden zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen".

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Lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Steuern beim Erwerb und Betrieb einer PV-Anlage

PV-Anlage auf nur einem Teil des Daches eines Zweifamilienhauses. (Foto: energie-experten.org)
PV-Anlage auf nur einem Teil des Daches eines Zweifamilienhauses. (Foto: energie-experten.org)

Auch beim Betrieb moderner Photovoltaikanlagen gibt es eine Reihe von steuerlichen Regelungen, die beachtet werden müssen. Da man als PV-Anlagenbetreiber auch meistens zum Unternehmer wird, muss eine Meldung beim Finanzamt vorgenommen werden. Dabei unterscheidet man

  • die Kleinunternehmerregelung, die einen minimalen organisatorischen Aufwand bedeutet, gleichzeitig aber keine Erstattung der Umsatzsteuer erlaubt,
  • von der die Regelbesteuerung für Unternehmer, bei der man gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer vom Finanzamt zurückfordern kann.

Je nach Wahl der Besteuerungsform ergeben sich dann entsprechende Änderungen hinsichtlich Umsatzsteuern und Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Co. Beim Thema Steuern und Finanzamt ist es sinnvoll, sich eingehend von einem Fachmann beraten zu lassen.

Fixe und variable Photovoltaikanlagenkosten im Überblick

Für eine sinnvolle Kostenkalkulation benötigt man genaue Angaben über alle Kostenpositionen der anzuschaffenden Photovoltaikanlage und über die regelmäßig anfallenden Kosten.

  • Zu den wichtigsten Anschaffungskosten zählen die technischen Elemente wie Solarmodule, Wechselrichter und Montagematerial.
  • Außerdem fallen Nebenkosten für die Planung, Inbetriebnahme und eventuell für den Batteriespeicher an.
  • Zu diesen einmaligen Kosten kommen dann noch variable Kosten in Form von jährlichen Wartungskosten, Reinigungskosten und Versicherungskosten dazu.

Grob geschätzt kann man bei den laufenden Kosten von ca. 2% der anfallenden Anschaffungskosten als regelmäßige Betriebskosten ausgehen.

Modelle und Beispiele zur Abschreibung der Photovoltaikanlage

Unternehmer haben die Möglichkeit, durch Abschreibungen die entstehenden Wertminderungen der Photovoltaikanlage als Kosten steuerlich geltend zu machen. Dabei hat der Anlagenbetreiber die Möglichkeit, eine von zwei bekannten Abschreibungsmethoden zu wählen bzw. verschiedene Modelle miteinander zu kombinieren:

  • Neben der linearen Abschreibung, bei der eine gleichmäßige Verteilung der Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer vorgenommen wird,
  • können Photovoltaikanlagenbesitzer mit der degressiven Abschreibung, bei welcher der Abschreibungssatz angefangen von einem Maximalwert jedes Jahr geringer ausfällt, ebenfalls recht flexibler agieren.

In der Regel kann man auch nach einigen Jahren von der degressiven zur linearen Abschreibung der Photovoltaikanlage wechseln.

Auswahl des Versicherungsschutzes von Photovoltaikanlagen

Die Versicherung der Photovoltaikanlage ist ein wichtiger Punkt, der bereits bei der Anschaffung berücksichtigt werden sollte. Neben Versicherungen der Hersteller, die man benötigt, um sich vor Betriebsausfällen im Falle von defekten Teilen abzusichern, gibt es hier eine Reihe von Zusatzversicherungen, die je nach Anlagentyp und Größe zwingend erforderlich sind. Neben der Absicherung vor Beschädigung, Diebstahl, Vandalismus, Blitzeinschlag und Witterungsschäden ist die Haftpflichtversicherung besonders wichtig. Diese schützt den Betreiber der Anlage vor Schadensersatzforderungen Dritter, wenn diese durch die Anlage verletzt werden. Oftmals sind solche Versicherungen bereits in der Gebäudeversicherung mit enthalten und müssen nicht zusätzlich abgeschlossen werden.

Preisvergleich von Photovoltaikanlagen in Ihrer Nähe

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Tipps zur Hersteller- und Anbieterauswahl

Auswahlkriterien beim Kauf einer Photovoltaikanlage im Überblick (Grafik: energie-experten.org)
Auswahlkriterien beim Kauf einer Photovoltaikanlage im Überblick (Grafik: energie-experten.org)

Vor dem Kauf einer Photovoltaikanlage müssen Angebote von Photovoltaikanlagenanbietern eingeholt werden. Im Idealfall holt man unterschiedliche Angebote verschiedener Anbieter ein und vergleicht diese vor dem Kauf.

Vor der Wahl der passenden technischen Anlagenelemente muss man sich genau über den Hersteller, die Leistung und die Garantie informieren. Außerdem ist es wichtig, entsprechende Infos über den Montagebetrieb einzuholen. Dieser sollte mindestens 5 Anlagenreferenzen zur Besichtigung anbieten können. Außerdem muss man auch die Finanzierungsangebote eingehend miteinander vergleichen und gegebenenfalls Gegenangebote der Hausbank einholen.

Unsere ausführliche Checkliste zum Kauf einer Photovoltaikanlage hilft, beim Vergleichen der Angebote nichts zu vergessen.

Auswahl der richtigen Photovoltaikanlagen-Finanzierung

Als zukünftiger PV-Anlagenbetreiber hat man die Möglichkeit, aus verschiedenen Finanzierungsoptionen wählen zu können. Die beliebteste Variante ist die Anlagenfinanzierung ohne die Eintragung einer Grundschuld. Diese werden von Banken und Finanzinstituten angeboten und setzen eine gewisse Bonität voraus. Der Jahreszins dieser Angebote richtet sich je nach Kredit-Summe, Bonität und zusätzlichen Vorgaben der Bank. Zur Finanzierung eines Stromspeichers bietet z. B. die KfW spezielle Programme an. Im Idealfall lassen sich die monatlichen Beträge zur Tilgung des Kredits komplett mit den Einnahmen der Photovoltaikanlage verrechnen. Dann trägt und finanziert sich das System selbst.

Preise für Photovoltaikanlagen im Vergleich

Herzstück der Anlage sind die Solarmodule und der Wechselrichter. Solarmodule bekommt man je nach Typ und Ausführungen für Preise zwischen 1.400 und 2.000 Euro pro Kilo-Watt-Peak. Wechselrichter kosten je nach Ausführung, Typ und Schaltung zwischen 250 und 3.000 Euro. Am teuersten sind die modernen Stromspeichersysteme. Diese liegen zwischen 7.000 und 20.000 Euro je nach Typ und Ausführung. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Preise für Bauteile in den letzten Jahren massiv gesunken sind und noch weiter sinken werden. Und dass, bei immer weiter ansteigender Leistung der Bauteile.

Preisbeispiele für PV-Komplettanlagen*
Anlagenleistung 10 kWp 15 kWp 20 kWp 50 kWp 75 kWp 100 kWp
Preis PV-Komplettpaket 15.600 Euro 23.900 Euro 30.900 Euro 76.500 Euro 116.900 Euro 166.900 Euro

* Unverbindliche Schätzepreise für Solar-Komplettanlagen mit Modulen, Wechselrichter und Montagesystem. Leitungen nach Bedarf. (Stand: Oktober 2014)

Möglichkeiten zur Förderung der Photovoltaikanlage

Die wichtigste Förderung für Betreiber von PV-Anlagen ist die EEG-Einspeisevergütung. Diese gibt an, wie viel man für den verkauften Strom ausgezahlt bekommt. Diese Förderung ist staatlich garantiert und wird oft auch als "garantierte Rendite" bezeichnet. Zusätzlich bieten einzelne Städte, Kommunen und Bundesländer spezielle Förderprogramme an, die die Bauteile oder auch die Montage subventionieren. Hier muss man sich bei der zuständigen Verwaltung eingehend informieren, welche Programme aktuell von Bund und Ländern angeboten werden. Oftmals zahlen auch Stromanbieter, an die man seinen Strom weiterverkauft, ebenfalls kleinere Förderungen für die Errichtung der Photovoltaikanlage.

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"Tipps zur Auswahl einer Photovoltaikanlage" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.