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Wirtschaftlichkeit von Solarthermie-Anlagen

Lohnt sich die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage?

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Vorgehen zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit einer Solarthermie-Anlage hängt von den Erträgen der Anlage, den dafür aufzuwendenden Kosten und den letztlich daraus resultierenden Ersparnissen wie z. B. den eingesparten Öl- und Gaskosten ab. Um eine Aussage treffen zu können, ob sich eine Soalthermie-Anlage wirtschaftlich lohnt, können Kriterien wie die Amortisationsdauer oder die Wärmegestehungskosten herangezogen oder eine Gesamtkosten- bzw. Vollkostenrechnung durchgeführt werden.

Bestimmung der jährlichen Solarthermie-Erträge

In Deutschland kann man im Durchschnitt von einem Solarertrag von rund 900 bis 1100 kWh pro Quadratmeter (m2) Kollektorfläche pro Jahr ausgehen. Von diesen Werten müssen aber noch Wirkungsgradverluste und Wärmeverluste insbesondere des Leitungssystems abgezogen werden. So ergibt sich ein maximaler Kollektorertrag. Der nutzbare Solarertrag, also der in der Praxis wirklich realisierbare Solarthermie-Ertrag, hängt wiederum von der Art der Einbindung der Solaranlage in das Gesamtsystem und dem Nutzerverhalten bzw. Zweck der Anlage ab. Um im Vorwege die Wirtschaftlichkeit einer Solarthermie-Anlage zu beurteilen, können daher eher jährliche Erträge von etwa 350 bis zu 500 kWh pro m2 Kollektorfläche angenommen werden.

Schätzung der Kosten einer Solarwärmeanlage

Der zweite wichtige Faktor einer Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Solarthermie-Anlage nimmt die Bestimmung der Anschaffungs- und Betriebskosten ein. Die Kosten für die Solarthermie-Kollektoren, den Solarspeicher, die Pumpen sowie Zubauteile und z. B. Rohrleitungen machen dabei rund zwei Drittel der Anschaffungskosten aus. Insgesamt kann man für eine Solarthermie-Anlage mit rund 5 m2 Flachkollektoren mit rund 4.500 Euro rechnen. Mit Röhrenkollektoren müssen etwa 6.500 Euro aufgebracht werden. Ein weiteres Drittel der Anschaffungskosten entfällt auf die Montage der Anlage. Je nach baulichen Bedingungen betragen die Montagekosten etwa 2.000 bis 2.500 Euro. Für die Kosten des Betriebs der Anlage wie z. B. die Kosten für die Wartung, Reparaturen und Stromkosten für die Solarpumpen muss mit höchstens 100 Euro pro Jahr gerechnet werden.

Förderung des BafA und KfW verbessern Wirtschaftlichkeit

Von den Anschaffungskosten können dann noch Gelder von Förderprogrammen abgezogen werden. Neben Programmen einzelner Bundesländer, von Kommunen, Energieversorgern oder auch Herstellern bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BafA) Zuschüsse zu Solarthermie-Anlagen und die KfW-Förderbank Zuschüsse als auch zinsgünstige Kredite. Beim BafA werden je nach Anlagenzweck und bestimmten Voraussetzungen eine Basisförderung, ein Kombinationsbonus oder eine Innovationsförderung gewährt. Für eine Förderung der Solarthermie-Anlage durch die KfW-Bank steht das Programm "Energieeffizient Sanieren" zur Verfügung. In beiden Fällen muss die Förderung vor Kauf der Anlage beantragt werden. Bei der Beantragung und Kombination unterschiedlicher Förderprogramme ist die Hilfe von Energieberatern zu empfehlen, die sich mit den Förderungsmodalitäten auskennen. Gerade die Inanspruchnahme dieser Solarthermie-Förderungen verbessert die Wirtschaftlichkeit der Anlage bzw. führt erst zum Erreichen dieser.

Berechnung der Amortisation als Wirtschaftlichkeitskriterium

Diesen Kosten stehen natürlich auch Einsparungen gegenüber. Die Berechnung dieser Ersparnisse kann als erster Anhaltspunkt dazu dienen, die Amortisation der Anlage zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der Soalrthermie-Anlage herzuleiten. Hierzu ist es lediglich notwendig, den zuvor berechneten Solarthermie-Ertrag in die Kosteneinsparung des jeweiligen Heizungssystems zu übersetzen. Nimmt man dazu das Beispiel einer typischen Solarthermie-Anlage zur Brauchwassererwärmung für ein Einfamilienhaus in Kombination mit einer Ölheizung, so kommt man auf Ersparnisse pro Jahr von etwa 30 bis 50 Euro pro m2 Kollektorfläche. Eine Solarthermie-Anlage mit einer Kollektorfläche von 8 m2 spart pro Jahr also Heizölkosten von 240 bis 400 Euro ein und hätte sich bei Anschaffungskosten von 4000 Euro nach rund 10 Jahren amortisiert. Nimmt man die Amortisationsdauer zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit, so ist eine Unwirtschaftlichkeit einer Anlage erreicht, wenn die Amortisationsdauer die Nutzungsdauer der Anlage übersteigt.

Wirtschaftlichkeitsberechnung nach Wärmekosten pro kWh

Um zu beurteilen, ob sich die zusätzliche Anschaffung einer Solarthermie-Anlage lohnt, kann man auch die Wärmekosten pro kWh (Wärmegestehungskosten) als Vergleichsgrundlage heranziehen. Für einen einfachen Wirtschaftlichkeitsvergleich können die Anschaffungskosten und die Betriebskosten über die Nutzungsdauer aufsummiert und durch die gesamten kWh Wärme geteilt werden, die die Solarthermie-Anlage insgesamt erzeugt. So kommt man bei kleineren Anlagen zur Brauchwassererwärmung auf rund 10 bis 15 Cents pro kWh.

Gesamtkostenvergleich unterschiedlicher Heizungssysteme

Insbesondere bei einem Wirtschaftlichkeitsvergleich von Heizungssystemen mit sehr unterschiedlich hohen Anschaffungskosten und unterschiedlich langer Nutzungsdauer wie Holzpelletheizungen oder Erdwärmeheizungen empfiehlt es sich, zunächst die Summe der Betriebskosten, Finanzierungskosten und jährlichen Einsparungen auf den Barwert abzuzinsen. Bei der Bestimmung der jeweiligen Betriebskosten bzw. Einsparungen sollten dann auch die Brennstoff- bzw. Stromtypischen Preissteigerungsraten einbezogen werden. Von diesem Barwert können dann die jeweiligen Anschaffungskosten abgezogen, so dass man dann den Kapitalwert erhält. Ist dieser Kapitalwert positiv, kann von einer Wirtschaftlichkeit der Anlage ausgegangen werden.

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"Wirtschaftlichkeit" wurde am 01.06.2013 verfasst und am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.