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Neue Miscanthus-Sorten auf dem Prüfstand

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Neue Miscanthus-Sorten auf dem Prüfstand - hier: Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann besucht Miscanthus-Feld der Uni Hohenheim (Foto: Oskar Eyb / 7aktuell)

Miscanthus ist eine vielversprechende Energiepflanze. Miscanthus wächst schnell und eignet sich zur Vergärung in Biogasanlagen, als Brennstoff zur Wärme- und Stromproduktion, als Rohstoff für Biotreibstoffe oder auch als Baustoff. Der Miscanthus-Anbau ist jedoch noch recht teuer und Landwirte können bisher nur eine einzige Sorte anbauen. Prof. Dr. Iris Lewandowski von der Universität Hohenheim forscht daher an neuen Züchtungen und Verwendungsmöglichkeiten und analysiert die Wertschöpfungskette jeder neuen Miscanthus-Sorte.

"Miscanthus hat als Energiepflanze an sich ein recht hohes Potenzial. Es bringt hohe Erträge und kann auch auf eher weniger fruchtbaren Böden wachsen", sagt Professorin Lewandowski von der Universität Hohenheim. Bisher gibt es mit Miscanthus x giganteus, eine natürlich entstandene Kreuzung von Miscanthus sacchariflorus und Miscanthus sinensis, nur eine einzige kommerziell verfügbare Sorte. Der großflächige, monokulturelle Anbau birgt daher die Gefahr von Pflanzenkrankheiten. Die Züchtung neuer Sorten kann dieses Risiko reduzieren.

Professorin Lewandowski erforscht neue Züchtungen mit Partnern in Holland und Großbritannien. Dabei steht gezielt die Robustheit von Miscanthus im Fokus: "Auf guten Böden sehe ich zwar, welches Potenzial in den neuen Sorten steckt. Wichtiger ist mir allerdings, wie sie auf schlechten Böden gedeihen. Denn genau dort sollen sie die Landwirte anbauen. Gute Böden sollten möglichst der Nahrungsmittelproduktion vorbehalten bleiben", so Lewandowski. Die Biomassequalität wird dann mit der Biomasse-Heizung in der Versuchsstation Ihinger Hof gemessen. Am Ende soll eine Ökobilanz für jede neue Miscanthus-Kette stehen, das heißt für alle Genotypen, Standorte und Verwertungsalternativen der Biomassen.

Aber gute Ökobilanzwerte sind für Landwirte noch lange kein Grund, Miscanthus auf ihren Feldern anzubauen. Denn sie müssen gewinnbringend wirtschaften. Deshalb will Professorin Lewandowski die gesamte Wertschöpfungskette für jede einzelne neue Sorte in ihre Glieder zerlegen und die Kosten dem Nutzen gegenüberstellen: "Noch ist die Biomassenproduktion bei Miscanthus recht teuer. Wenn wir aber Alternativen zu den fossilen Energieträgern wollen, müssen wir die Kosten senken."

Miscanthus wird zurzeit häufig in Form von Häckseln als Brennstoff oder Tierstreu und Baustoff genutzt. Teilweise ist Miscanthus auch als Holzpellets verfügbar. Eine Stromerzeugung aus Miscanthus erfolgt meistens durch Dampfturbinen oder durch Vergärung in Biogasanlagen. Für die Kraftstofferzeugung aus Miscanthushäckseln bietet sich momentan nur der Weg über die Erzeugung von Synthesegas und die anschließende Synthetisierung des Kraftstoffes an.

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"Neue Miscanthus-Sorten auf dem Prüfstand" wurde am 17.03.2012 verfasst