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Verbände weisen einseitige TV-Kritik an Wärmedämmung zurück

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Verbände weisen einseitige TV-Kritik an Wärmedämmung zurück (Foto: energie-experten.org)

Ende November wurde die NDR-Sendung "45 Minuten – Wahnsinn Wärmedämmung" ausgestrahlt. In diesem Beitrag wurde das Thema energetische Sanierung im Gebäudebestand behandelt und die Nachhaltigkeit von Wärmedämm-Verbundsystemen aus Expandiertem Polystyrol (EPS) hinterfragt. Insbesondere wurde hier auf die grundsätzliche Wirtschaftlichkeit, Algenbildung, Schäden durch Spechtlöcher und Brandschutz eingegangen. Verbände wehren sich nun gegen die einseitige Darstellung.

Der Industrieverband Hartschaum wie auch der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme sehen in der Sendung eine klare Verunglimpfung des seit mehr als vier Jahrzehnten in der Praxis bewährten Wärmedämm-Verbundsystems. Es besteht die Gefahr, dass durch die Falschberichterstattung viele Bürger, die bisher den Wärmedämm-Verbundsystemen vertraut haben, verunsichert werden. Diese einseitig negative Berichterstattung bedeutet auch eine klare Behinderung der von Europa und Deutschland geschuldeten Klimaziele. Darüber hinaus stellt sie unisono eine Verunglimpfung des Fachhandwerks in Deutschland dar, so die Verbände.

Aus Sicht der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) sind diese Darstellungen ebenfalls haltlos und weisen überwiegend auf eine unsachgemäße Verarbeitung der Materialien oder eine falsche Planung hin. Für optimale Ergebnisse sollte die Dämmung in ein energetisches Gesamtkonzept eingebettet sein, das auch Fenster und Gebäudetechnik beinhaltet, so die dena. Ebenso wichtig ist eine fachgerechte Ausführung durch qualifizierte Experten. Die dena hat bei den von ihr betreuten Modellprojekten nachgemessen, wie viel Energie mit einer solchen Komplettsanierung gespart werden kann. Der Energieverbrauch sank um 70 Prozent und entsprach damit genau den vorher berechneten Einsparprognosen.

Auch die Problematik der Algenbildung und Schäden durch Spechtlöcher sind laut dena nicht als wesentliche Beeinträchtigung anzusehen. Algenbildung ist vor allem eine optische Beeinträchtigung und kann entstehen, wenn der Außenputz der Fassade im Vergleich zur Luft kalt ist und sich dort Feuchtigkeit niedersetzt. Eine Algenbildung muss aber nicht zwangsläufig von der Dämmung verursacht sein, sondern kann zum Beispiel auch von einem zu dichten Pflanzenbewuchs in Fassadennähe oder einem stark verschatteten Bereich der Fassade herrühren. Ebenso macht die dena deutlich, dass auch das Auftreten von Spechtlöchern an gedämmten Fassaden als eher nebensächlich einzustufen ist.

Besonders kritisch sehen die Verbände jedoch den in der Sendung dargestellten Brandversuch. In diesem wurde laut der Schilderung der Reporter ein zum Brandversuch vorbereitetes Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) als fachmännisch korrekt ausgeführt bezeichnet. Der Industrieverband Hartschaum und der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme bemängeln aber, dass die dafür vorgeschriebenen Brandschutzmaßnahmen weggelassen wurden. Das durch einen Gasbrenner in Brand gesetzte WDVS konnte so ohne die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen wie Brandriegel oder Brandabschottung im Sturzbereich unkontrolliert abbrennen. Der im Film gezeigte Brandversuch entsprach also nicht den geforderten Brandschutzprüfungen für die Zulassung von WDVS, so die Kritik der Verbände.

Auch die dena verweist auf die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Ausführung der Brandschutzmaßnahmen: In Deutschland gibt es sehr hohe Sicherheitsstandards. Das gilt auch beim Brandschutz. Die fachgerechte Ausführung der Dämmmaßnahmen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Maßgebend dafür ist die Brandschutzverordnung, die die Verwendung der Baustoffe regelt und vorschreibt, wo an der Fassade Brandsperren angebracht werden müssen. Die Brandschutzverordnung wird regelmäßig aktualisiert und auf den Stand der Technik gebracht. Zudem unterliegen alle Baumaterialien in Deutschland einer Zulassungspflicht und werden intensiv von etablierten Instituten geprüft. So wird auch das Brandverhalten von Wärmedämmverbundsystemen in Brandversuchen im Originalmaßstab getestet, bevor sie auf den Markt kommen.

Der Industrieverband Hartschaum und der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme haben zur Darstellung des Brandverhaltens von WDVS in der NDR-Sendung unter Mitwirkung des renommierten Brandschutzexperten Dipl.-Physiker I. Kotthoff einen Fragen-und-Antworten-Katalog zur Wärmedämmung mit WDV-Systemen mit Styropor erstellt. Der umfangreiche Fragen-und-Antworten-Katalog steht unter der Rubrik "Downloads" zur Verfügung.

Eine weitergehende Informations-Broschüre "Sichere brandschutzechnische Anwendung von EPS-Hartschaum (Styropor)" des Industrieverbands Hartschaum e.V. steht » hier zum Download zur Verfügung.

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"Verbände weisen einseitige TV-Kritik an Wärmedämmung zurück" wurde am 17.12.2011 verfasst