Letzte Aktualisierung: 18.08.2022

Anzeige

Marke vs Hidden Champion: Welche Wärmepumpe ist die beste?

Anzeige

Wer sich für eine Wärmepumpe interessiert, der geht häufig nach einem bestimmten Schema vor. Wie z. B. beim Autokauf orientiert man sich nicht nur an der PS-Zahl, sondern vor Allem auch an der Marke. Audi, VW, Porsche, das alles sind Brands, die Vertrauen stiften und für hohe Qualität, Service, schlichtweg für ein gutes Produkt stehen. Im Wärmepumpen-Markt sieht es jedoch etwas anders aus.

Wärmepumpen-Interessierte haben es bei der Auswahl nicht leicht. Daher suchen sie häufig nach der besten Marke. Doch der deutsche Wärmepumpen-Markt hat viele gute Anbieter. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich. (Foto: energie-experten.org)

Anzeige

Wir werden häufiger gefragt, welche Wärmepumpen-Marke ist denn eigentlich die beste? Wir antworten dann: Das kommt drauf an! Denn die "Marke", die alle anderen in den Schatten stellt, gibt es nicht. Ganz im Gegenteil. Auf dem Wärmepumpen-Markt tummeln sich sehr viele innovative Anbieter, denen man eine Chance geben muss.

Bei der Auswahl einer Wärmepumpe stört daher eine zu starke Marken-Orientierung. Am Besten ist es, seinen Blick auch für vermeintlich unbekannte Anbieter offen zu halten. Wir möchten Ihnen daher hier einen Überblick über die wichtigsten Marken-Wärmepumpen-Hersteller geben und auch die vermeintlichen Underdogs und Hidden Champions der Wärmepumpen-Szene vorstellen, um ihren Entscheidungsraum zu erweitern.

Anzeige

Der deutsche Wärmepumpen-Markt: Spezialisten vs. Generalisten

In Deutschland finden sich seit Anfang der ersten Wärmepumpenwelle in den 1980er Jahren namhafte Hersteller. Ochsner oder Waterkotte sind schillernde Marken, die sich seit vielen Jahren am deutschen Markt etabliert haben.

Daneben gibt es die großen Elektroheizungs-Hersteller wie Stiebel-Eltron oder Dimplex, die sich der elektrischen Heizung an sich verschrieben haben und ebenso so lange ein eigenes Wärmepumpen-Angebot und auch eigene Marken wie z. B. tecalor pflegen.

Und dann gibt es die großen Heizungs-Hersteller wie Vaillant, Viessmann, Bosch mit der Tochter Buderus (früher auch Junkers), die aus dem klassischen Heizungsbereich kommen und die Wärmepumpe als eine Heizungsart in ihrem Portfolio anbieten.

Zu den Generalisten zählen aber auch die im direkten Vergleich etwas kleineren Hersteller wie Wolf, Remko, Brötje, Remeha, Weishaupt, MHG Heiztechnik, Roth Werke oder Kermi, die Wärmepumpen im Programm haben.

Über den Tellerrand: Marken-Wärmepumpen aus Europa und Asien

Europaweit sticht die schwedische NIBE Group als Platzhirsch hervor. Unter ihrem Dach stellen sowohl alpha innotec, Novelan (früher Siemens) oder seit 2008 auch der österreichische Hersteller KNV Wärmepumpen her. Danfoss Värmepumpar AB (Thermia) mit Sitz in Arvika, Schweden, zählt ebenfalls zu einem der größten Anbieter im nordischen Wärmepumpenmarkt.

Neben den deutschen und europäischen Platzhirschen gibt es aber auch eine Vielzahl von etablierten Marken-Anbieter aus "Asien". Ihre Ursprünge haben Mitsubishi, Panasonic, LG oder Daikin im Klimaanlagen-Bereich, wo sie jährlich Millionen von Geräten produzieren. Diese Expertise lassen sie vornehmlich in Luftwärmepumpen einfließen und aufgrund ihrer Produktionskapazitäten können sie zu häufig günstigen Konditionen anbieten.

Anzeige

Underdogs und Hidden Champions: Klein aber fein!

Der Wärmepumpen-Markt bestand viele Jahre aus sehr vielen kleinen Anbietern, die mehr oder weniger spezialisierte Wärmepumpen-Lösungen vor Ort für z.B. die Kühlung von Obst-Lagerhallen entwickelt haben.

Auch heute gibt es noch eine Vielzahl von kleineren, deutschen Herstellern wie Beglau aus Leezen oder Acalor aus Lübow. Zudem gibt es neue Start-Ups wie die Ovum Heiztechnik, die mit innovativen Lösungen in den Markt drängen.

In Österreich zählen unter anderem Drexel und Weiss, Heliotherm, M-TEC, Neura, Lambda Wärmepumpen, IDM Energiesysteme oder Solarfocus zu den Hidden Champions.

Auch europaweit gibt es interessante Hersteller, die über ihr Heimatland hinaus auch immer öfter in Deutschland eingesetzt werden. Hierzu zählt etwa Oilon, ein 1961 gegründeter Hersteller von u.a. Wärmepumpen aus Finnland, Nilan aus Dänemark, die europaweit Lüftungs- und Wärmepumpenlösungen anbieten, oder Tedom aus Tschechien.

Anzeige

Was spricht für die Platzhirsche, was für die Hidden Champions?

Die deutschen Marken-Hersteller sind - wie viele "Kleine" - allesamt seit vielen Jahren etablierte Unternehmen, teils mit Wärmepumpen-Erfahrung seit der ersten Wärmepumpen-Welle in den 80ern.

Ihre Größe geht häufig mit einem deutschlandweiten Netz an kundennahen Servicemöglichkeiten einher. Wer auf sie setzt, dürfte daher gute Karten haben, einen Garantiefall abzuwickeln, einen Servicetechniker zu finden oder die Wärmepumpe von einem mit dem Produkt vertrauten SHK-Unternehmen reparieren oder warten zu lassen.

Das sind alles Vorteile, die gerade dem typischen, nicht an der Technik interessierten Wärmepumpen-Heizer im Einfamilienhaus entgegenkommen.

Sie investieren zudem massiv in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten. Viessmann will in den nächsten drei Jahren rund eine Milliarde Euro in den Ausbau von Wärmepumpen investieren. Und kooperieren mit z. B. Anbietern aus dem PV-Bereich – wie z. B. Stiebel Eltron und Solarwatt. Wer auf eine Wärmepumpen-Marke vertraut, kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Produkt, dass auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden kann.

Wer weitergehende Ansprüche hat und sich auch mit der Technik auskennt, der wird aber gerade auch bei den innovativen Underdogs fündig, da viele sich auf ganz spezielle Anwendungsfälle konzentrieren.

So bietet LAMBDA Wärmepumpen - ein Start-up aus Tirol - hocheffiziente Wärmepumpen an, die mit natürlichem Kältemittel betrieben werden.

Oder Windhager, ein österreichisches Unternehmen aus dem Holzheizungsbereich, bietet spezielle Kombinationen aus Luftwärmepumpe mit Pellet- und Scheitholzkesseln an.

Die Acalor Technik Scheel KG aus Lübow in Mecklenburg-Vorpommern ist z. B. seit vielen Jahren bekannt für die Herstellung von Luftwärmepumpen mit Direktkondensation (Direktwärmepumpe). Wer dieser Technik vertraut, ist hier richtig.

Und das Start-Up Ovum bietet ein Wärmepumpen-System mit einem integrierten Stromspeicher an, das einen optimalen Eigenverbrauch von PV-Strom gewährleisten soll.

Fazit: Beratung, Planung und Installation sind entscheidend!

Letzten Endes muss man auch "die Kirche im Dorf lassen". Denn für normale Endverbraucher-Anwendungen zum monovalenten Heizen eignen sich Wärmepumpen von bekannten Marken-Herstellern aber auch von weniger bekannten deutschen oder europäischen "No Names" und natürlich von vielen alteingesessenen Herstellern aus Asien.

Viel wichtiger ist es, dass ein Fachunternehmen fachkundig und neutral berät, das Wärmepumpen-System stimmig, dem Haus entsprechend plant und fachmännisch einbaut und optimiert. Denn nur solche Systeme laufen langfristig effizient und auch (fast) ohne Wartung.

Sie haben eine Frage zu diesem Artikel? Wir sollten auch Ihre News bei uns veröffentlichen? Schreiben Sie uns unkompliziert eine Email an unsere Redaktion unter info[at]energie-experten.org

Sie wollen keine News von uns verpassen?

Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Energie-Experten-Newsletter!

NEWSLETTER ABONNIEREN!
Wärmepumpe

Kostenlos Angebote von Wärmepumpen-Experten in Ihrer Nähe anfordern

Kostenlose Angebote anfordern:

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Heizung planen

    Mit unserem Heizungsplaner ermitteln Sie einfach online ein Heizungskonzept, das Ihre Heizwärmeanforderungen am Besten erfüllt. Dabei richtet sich die…

    Heizung planen
  • Solarrechner

    Mit unserem Online-Solarrechner können Sie sofort prüfen, ob sich Ihr Dach für eine Photovoltaik-Anlage technisch eignet und finanziell lohnt. Mit nur wenigen…

    Solarrechner
  • Dämmung berechnen

    Mit unserer Online-App "Dämmkostenrechner" ermitteln Sie in wenigen Schritten einfach & unkompliziert, welche Dämmung in welcher Dicke wie viel kostet, was sie…

    Dämmung berechnen

Ihre Suchanfrage wird bearbeitet