Letzte Aktualisierung: 22.09.2011

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Volkswirtschaftliche Bewertung der EnEV 2009

Volkswirtschaftliche Bewertung der EnEV 2009_Grafik_Prognos

Volkswirtschaftliche Bewertung der EnEV 2009 (Grafik: Prognos)

Das deutsche Energiekonzept aus dem Jahr 2010 hat zum Ziel, die energiebedingten Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 % gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Auf den Gebäudebereich entfallen heute rund 40 % des deutschen Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen. Auf die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser in Wohngebäuden entfallen rund 25 % des deutschen Endenergieverbrauchs. Der Gebäudebestand soll bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral sein. In Zahlen bedeutet dies eine Reduktion des Primärenergieverbrauchs bis 2050 um 80 % gegenüber 1990 und eine Verdopplung der Sanierungsrate von aktuell etwa einem Prozent auf künftig zwei Prozent. Die vorliegende Prognos-Studie hat nun einige grundlegende Fragen zu den ökonomischen Auswirkungen von Energieeffizienzanforderungen im Gebäudebereich und den volkswirtschaftlichen Chancen dieser Maßnahmen untersucht.

Im Rahmen der einzelwirtschaftlichen Untersuchungen wurden anhand von drei Mustergebäude die Differenzeffekte, die sich durch die Verschärfung der EnEV 2007 zur EnEV 2009 sowie durch eine mögliche weitere Fortschreibung der EnEV ergeben, untersucht. Da die Wirkung der EnEV im Fokus der Untersuchung steht, wurde nur der jeweilige zusätzliche Investitionsbedarf und die zusätzliche Energiekosteneinsparung in die Berechnung mit einbezogen. Die Untersuchungen zeigten, dass der Schritt von der EnEV 2007 zur EnEV 2009 unter aktuellen Rahmenbedingungen für den Neubau keine Verbesserung der energetischen Wirtschaftlichkeit gebracht hat. Die weitere Fortschreibung des Ordnungsrechts zu verschärften primärenergetischen Anforderungen ist für den Neubau aktuell nicht wirtschaftlich darstellbar. Die aktuellen Anforderungen der EnEV 2009 scheinen damit rein energetisch betrachtet dem wirtschaftlichen Optimum nahe zu kommen. Vor diesem Hintergrund besteht grundsätzlich die Gefahr, dass vom Ordnungsrecht getriebene Investitionsvorgaben die Neubauraten reduzieren, insbesondere dann, wenn die Vorgaben den wirtschaftlich optimalen Bereich verlassen.

Zur Bewertung der Gesamteffekte wurden mit Hilfe unterschiedlicher energiewirtschaftlicher und makroökonomischer Modelle der Prognos AG drei Szenarien zu unterschiedlichen Bauvolumina sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung untersucht. Die Referenz bildet die EnEV 2007 mit dem für das Jahr 2009 ermittelten Bauvolumen. Die drei Szenarien wurden auf Basis der energetischen Anforderungen der aktuell geltenden EnEV 2009 berechnet. Im Szenario "Status quo" wurde vom gleichen Bauvolumen wie in der Referenz ausgegangen. Das Szenario "Retention" unterstellt eine geminderte Bautätigkeit, insbesondere im Bereich der Gebäudesanierung. Mit dem Szenario "Chance" wurde eine Erhöhung der Sanierungsrate und der Neubautätigkeit auf das im Energiekonzept der Bundesregierung angestrebte Niveau abgebildet. Das Szenario "Chance" zeigt, dass eine Steigerung der Sanierungs-, Neubau-, und Ersatzneubauraten auf das zur Erfüllung der im Energiekonzept gesteckten Klimaschutzziele notwendige Maß und auf Basis der EnEV 2009 spürbare positive volkswirtschaftliche Effekte mit sich bringt. In Barwerten betrachtet ergibt sich für die Bruttowertschöpfung ein Nettoeffekt in Höhe von 528 Mio. EUR. Für die öffentliche Hand ergeben sich als Barwert ausgewiesene Mehreinnahmen in Höhe von 688 Mio. EUR. Diese positiven Effekte einer gesteigerten Bautätigkeit beruhen nicht zuletzt auf dem hohen heimischen Wertschöpfungsanteil der Baubranche.

Der Abschlussbericht der Prognos-Studie "Volkswirtschaftliche Bewertung der EnEV 2009" steht » hier zum Download zur Verfügung.

Quelle: Prognos AG

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