Letzte Aktualisierung: 07.10.2022

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Mini-Wärmepumpe nachrüsten: Split-Klima oder Warmwasser-WP?

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Viele Wärmepumpen-Anbieter sind heillos ausgebucht. Dabei gibt es auch zwei kleinere Wärmepumpen-Lösungen, mit denen man seine Heizung unkompliziert erweitern kann: Die Warmwasser-Wärmepumpe und die Split-Klimaanlage. Beide Geräte sind vergleichsweise einfach zu installieren, am Markt verfügbar, kosten ungefähr das Gleiche und sparen Heizkosten, ohne auf Heizkomfort verzichten zu müssen. Aber welches Gerät spart mehr Energie und welche Lösung hilft in der Gaskrise?

Klimaanlage ARTCOOL Energy von LG Electronics (links) und Warmwasser-Wärmepumpe WWK 221 electronic von Stiebel Eltron (rechts) (Fotos: LG Electronics, Stiebel Eltron)

Klimaanlage ARTCOOL Energy von LG Electronics (links) und Warmwasser-Wärmepumpe WWK 221 electronic von Stiebel Eltron (rechts) (Fotos: LG Electronics, Stiebel Eltron)

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Die Folgen des russischen Angriffskrieges haben Deutschlands und Europas energiepolitische Grundsätze schlagartig ins Wanken gebracht. In vielen privaten Haushalten ist der weitgehende Stopp russischer Gaslieferungen und die Lage der Energieversorgung Topthema. Die überwiegende Mehrheit reagiert bereits mit geändertem Heizverhalten und möchte so schnell es geht auf eine Wärmepumpe umsteigen. Viele Fachhandwerker sind jedoch heillos ausgebucht. Dabei gibt es auch zwei kleinere Wärmepumpen-Lösungen, mit denen man Heizkosten sparen kann, ganz ohne Komfortverzicht.

Die Abluft-Wärmepumpe fürs Warmwasser

Warmwasser- oder auch Brauchwasser-Wärmepumpen erwärmen das im Haushalt benötigte Trinkwasser besonders effizient, indem sie die Abwärme der eigenen Öl- oder Gasheizung aber auch elektrischer Geräte wie Gefrierschrank, Waschmaschine oder Wäschetrockner zurückgewinnen und zur Brauchwasser-Erwärmung einsetzen. So kann die bestehende Heizung entlastet und Heizkosten eingespart werden.

Eine Warmwasser-Wärmepumpe wird in der Regel „steckerfertig“ geliefert und muss lediglich an die Wasserleitungen und an Strom angeschlossen werden. Für den Stromanschluss muss vom Stromverteiler ein eigener Stromkreis installiert werden, der nur für die Warmwasser-Wärmepumpe zuständig ist. Auch müssen entsprechende Schutzeinrichtungen sowie der Kabelquerschnitt zu den Empfehlungen des Herstellers passen.

Die Warmwasser-Wärmepumpe hat noch einen besonderen Vorteil: Der Raum, in dem das Gerät steht, wird durch dessen Betrieb um etwa zwei bis vier Grad abgekühlt und gleichzeitig entfeuchtet. In der kühlen, trockenen Luft halten sich Lebensmittel länger und die Wäsche trocknet schneller. Ein weiterer Vorteil ist, dass Warmwasser-Wärmepumpen wartungsarm sind: Die meisten Hersteller empfehlen lediglich alle zwei Jahre eine Überprüfung.

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Mit Split-Klimaanlagen kühlen und heizen

Eine weitere, einfache Möglichkeit, sich ein stückweit unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu machen, ohne die Öl- oder Gasheizung komplett gegen eine Luft/Wasser-Wärmepumpe austauschen zu müssen, stellt die Split-Klimaanlage dar. Sie ist einfach zu installieren, es gibt sie in fast jedem Baumarkt und mit Heizfunktion ausgestattet, schafft man sich eine kleine Luft/Luft-Wärmepumpe an.

Besonders in den Übergangszeiten und im Winter können solche kleinen Klimaanlagen zum Heizen in Verbindung mit einer Öl- oder Gasheizung für ein wohliges Raumklima sorgen. Beim Heizen kehren Luft-Luft-Wärmepumpen ihren Kältemittelkreislauf um, sodass der Außenluft Wärmeenergie entzogen und in Innenräume über die Luft abgegeben wird. Die Gasheizung muss dann erst an sehr kalten Wintertagen, bei Außentemperaturen von deutlich unter -5 °C, zum Einsatz kommen.

"Ein weiterer klarer Vorteil einer Klimaanlage ist, dass diese im Sommer angenehm kühlt. Besonders angesichts der steigenden Temperaturen in Deutschland und der damit einhergehenden gesundheitlichen Beschwerden, ist die Installation einer Luft-Luft-Wärmepumpe defintiv eine Empfehlung", erklärt Magnus Schmidt, Geschäftsführer der Klimeo GmbH, die ein Online-Portal für Split-Klimaanlage betreiben.

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Wie viel Heizenergie spart eine Warmwasser-Wärmepumpe?

Warmwasser-Wärmepumpen als auch einfachere Split-Klimaanlagen gibt es für rund 1.500 bis 2.000 Euro. Welche Wärmepumpen-Erweiterung sich lohnt, ist natürlich vom Einzelfall und vielen Parametern abhängig. Allerdings kann man in etwa eingrenzen, welchen Anteil sie am Heizwärmebedarf ersetzen können.

Durch eine Warmwasser-Wärmepumpe können bis zu 70% der zur Warmwasserbereitung benötigten Energie erzeugt werden. Die Energie, die zur Erhitzung des Brauchwasserbedarfs nötig wird, macht aber nur einen geringen Anteil an den gesamten Heizenergieverbrauch aus. In einem Altbau mit hohem Heizwärmebedarf, liegt der Anteil am Gesamtenergiebedarf bei rund 20 Prozent, in einem neueren, besser gedämmten Haus, kann der Warmwasserenergiebedarf aber durchaus auch bis zu 50% ausmachen.

Werden also 70% der zur Warmwasserbereitung benötigten Energie durch eine Warmwasser-Wärmepumpe ersetzt, so spart man rund 15 bis 35% des gesamten Öl- und Gasbedarfs.

Welchen Heizanteil kann eine Klimaanlage ersetzen?

Beim Abschätzen des Heizanteils der Split-Klimaanlage sieht es hingegen etwas anders aus, da diese direkt Heizwärme erzeugt, jedoch nur auf einzelne Räume wie z. B. das Wohnzimmer beschränkt ist. Mittels Multi-Split-Klimaanlage können hingegen mit einem Außengerät mehrere Innengeräte und damit auch mehrere Räume bedient werden. So kann die Gas- oder Ölheizung nahezu komplett ersetzt werden, allerdings steigen auch die Anschaffungs- als auch die Betriebskosten.

Nutzt man eine einfache Split-Klimaanlage mit einem Innengerät, die rund 60 m3 Raumvolumen beheizen kann, so kommt man in einem 4-Personenhaushalt mit in Summe 120 m2 beheizter Fläche grob geschätzt auf einen ähnlichen Heizanteil von rund 25%.

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Warmwasser-Wärmepumpe oder Split-Klimaanlage? Was lohnt sich?

Die Investition in eine Warmwasser-Wärmepumpe bzw. Split-Klimaanlage kann sich vor allem für Wohnungs- oder Hauseigentümer lohnen, die für ihr Zuhause eine kostensparende und schnelle Ergänzung zu ihrer bestehenden Gas-Heizung suchen, um im kommenden Winter Gaskosten zu sparen.

Kommt es allerdings wirklich zu einer Gasmangellage, ist die Split-Klimaanlage im Vorteil, da man eher auf warmes Wasser als auf einen warmen Raum verzichten kann. Wer es sich leisten kann, kann seine Gasheizung mit beiden Wärmepumpen-Addons erweitern.

Besonders günstig wird es, wenn man seinen Strom selbst produziert. Die Wärmepumpen-Zusatzheizung kann z. B. anteilig mit einem "Balkon-Modul" versorgt werden. Dieses ist nämlich ebenso einfach und schnell selbst zu installieren, ohne auf einen Fachmann und lange Lieferzeiten angewiesen zu sein.

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