Letzte Aktualisierung: 18.11.2020

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CO2-Abgabe: So teuer werden Öl- und Gasheizungen 2021

Ab Januar 2021 werden Unternehmen aus den Bereichen Wärme und Verkehr verpflichtet, Verschmutzungsrechte für die von ihnen in Umlauf gebrachte Energie zu kaufen. Pro Tonne werden zunächst 25 Euro fällig. Damit verteuert sich ab Januar 2021 das Heizen mit fossilen Brennstoffen für private Haushalte. Mit der neuen CO2-Abgabe für fossile Brennstoffe leiten Bund und Länder den Wechsel auf klimafreundliche Heiztechnik ein. Denn während Öl- und Gasbrenner mit der neuen CO2-Abgabe Jahr für Jahr mehr Geld kosten, werden klimafreundliche Wärmepumpen immer günstiger.

Mit der neuen CO2-Abgabe für fossile Brennstoffe wird das Heizen mit Gas- und Ölheizungen ab Januar 2021 teurer. Das Heizen mit Wärmepumpen wird günstiger. (Foto: obs/STIEBEL ELTRON/Stiebel Eltron)

Mit der neuen CO2-Abgabe für fossile Brennstoffe wird das Heizen mit Gas- und Ölheizungen ab Januar 2021 teurer. Das Heizen mit Wärmepumpen wird günstiger. (Foto: obs/STIEBEL ELTRON/Stiebel Eltron)

CO2-Abgabe auf Sprit, Heizöl und Erdgas ab 2021

Der Bundestag hat im Oktober 2020 Änderungen am Klimaschutzgesetz beschlossen und einem höheren CO2-Preis zugestimmt. Sprit, Heizöl und Erdgas werden damit ab 2021 teurer.

So kostet eine Tonne des klimaschädlichen Gases im Jahr 2021 25 Euro. Das entspricht brutto

  • 7 Cent pro Liter Benzin,
  • knapp 8 Cent pro Liter Diesel,
  • 7,9 Cent pro Liter Heizöl und
  • 0,6 Cent pro Kilowattstunde Erdgas.

In den folgenden Jahren steigen die Abgaben dann schrittweise, bis sie 2025 einen Wert von 55 Euro pro Tonne erreichen.

Tabelle: CO2-Abgaben pro Tonne von 2021 bis 2025
Jahr CO2-Abgabe pro Tonne CO2-Abgabe auf Benzin CO2-Abgabe auf Diesel CO2-Abgabe auf Heizöl CO2-Abgabe auf Erdgas
2021 25 Euro pro Tonne 7,0 Cents pro Liter 8,0 Cents pro Liter 7,9 Cents pro Liter 0,6 Cents pro kWh
2022 30 Euro pro Tonne 8,4 Cents pro Liter 9,6 Cents pro Liter 9,5 Cents pro Liter 0,7 Cents pro kWh
2023 35 Euro pro Tonne 9,8 Cents pro Liter 11,2 Cents pro Liter 11,1 Cents pro Liter 0,8 Cents pro kWh
2024 45 Euro pro Tonne 12,6 Cents pro Liter 14,4 Cents pro Liter 14,2 Cents pro Liter 1,1 Cents pro kWh
2025 55 Euro pro Tonne 15,4 Cents pro Liter 17,6 Cents pro Liter 17,4 Cents pro Liter 1,3 Cents pro kWh

Unternehmen, die Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel in den Markt bringen, bezahlen ab 2021 den dafür festgelegten CO2-Preis und werden verpflichtet, für den Treibhausgas-Ausstoß, den diese Brennstoffe verursachen, Emissionsrechte zu erwerben. Das geschieht über den neuen nationalen Emissionshandel.

Mit den in 2021 geschätzten Mehreinnahmen von rund 7,4 Milliarden Euro soll der Strompreis durch eine Kürzung der Abgabe für erneuerbare Energien gedämpft werden. Ab 2024 sollen die zusätzlichen Erlöse zur weiteren Anhebung der Pendlerpauschale verwendet werden.

Laut Gesetz gibt es ab 2026 keinen Festpreis für Emissionsrechte mehr. Dann soll sich der CO2-Preis in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 am Markt durch Versteigerung der CO2-Zertifikate bilden.

Während der CO2-Preis den Verbrauch von fossilen Heiz- und Kraftstoffen teurer macht, wird die Nutzung klimaschonender Technologien wie Wärmepumpen und Elektromobilität, das Sparen von Energie und die Nutzung erneuerbarer Energie lohnender.

CO2-Preis verteuert Gas um 0,6 Cent pro Kilowattstunde

Zum Jahreswechsel haben laut Verivox bisher 104 Gas-Grundversorger Preiserhöhungen angekündigt. Für einen Musterhaushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet die CO2-Abgabe auf Erdgas Mehrkosten in Höhe von rund 120 Euro pro Jahr.

Grund für weiter steigende Gaspreise ist aber nicht nur der neue CO2-Preis. Gleichzeitig steigen nämlich auch die Gasnetzgebühren zum Jahreswechsel um durchschnittlich 2 Prozent an. Einen leicht preisdämpfenden Effekt haben die gesunkenen Großhandelspreise. Der Importpreis, der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erhoben wird, ist seit Januar 2020 um mehr als ein Drittel gefallen.

Laut Verivox sollen sich die zusätzlichen Gasheizung-Kosten für einen Musterhaushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh Erdgas nur auf rund 100€ in 2021 belaufen.

Heizölpreis steigt um 0,8 Cent/kWh - ab 2025 um 17,5 Cent pro Liter!

Ab 1. Januar 2021 wird Heizöl 7,9 Cent pro Liter teurer. Die von der Bundesregierung beschlossene CO2-Abgabe (Kohlenstoffdioxid-Abgabe), die die klimaschädigenden Auswirkungen beim Ausstoß dieses Gases mithilfe eines höheren Kohlenstoffpreises verringern will, schlägt dann auch beim Befüllen des Heizöl-Tanks durch.

Für eine Durchschnittsfamilie in einem Einfamilienhaus summiert sich das bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh – dies entspricht etwa 2.000 Litern Heiz-Öl - auf zusätzliche Ölheizungskostenvon 158 € im ersten Jahr der CO2-Abgabe.

Ölheizungsbesitzer sollten mittelfristig sowieso einen Umstieg auf andere Heizungssysteme überlegen. Denn die schrittweise Anhebung der CO2-Abgabe-Bepreisung wird im Jahr 2025 bei Heizöl einen Aufpreis von 17,5 Cent pro Liter im Vergleich zum heutigen Preisniveau ausmachen. Dann bezahlt der Ölheizer bei 2.000 Litern Verbrauch schon 350 € mehr.

Tabelle: CO2-Abgabe eines Musterhaushaltes mit Ölheizung und Gasheizung
Jahr CO2-Abgabe auf Heizöl (Heizölverbrauch 2.000 Liter pro Jahr) CO2-Abgabe auf Erdgas (Erdgasverbrauch 20.000 kWh pro Jahr)
2021 158 Euro pro Jahr 120 Euro pro Jahr
2022 190 Euro pro Jahr 144 Euro pro Jahr
2023 221 Euro pro Jahr 168 Euro pro Jahr
2024 284 Euro pro Jahr 216 Euro pro Jahr
2025 348 Euro pro Jahr 264 Euro pro Jahr

Heizung der Zukunft: Wärmepumen werden immer günstiger

Ganz anders der Trend bei Wärmepumpensystemen, die wie ein „umgekehrter Kühlschrank“ arbeiten. Sie werden mit Strom betrieben und nutzen zum Heizen einen Großteil Umweltenergie. Und der Strom ist von der neuen CO2-Abgabe nicht betroffen, weil im Strompreis mit der Ökosteuer seit Jahrzehnten eine CO2-Abgabe enthalten ist.

Im Gegenteil: Die Einnahmen aus der CO2-Abgabe werden für die Absenkungder EEG-Umlage und damit des Strompreises eingesetzt. Kommt der Strom für das Wärmepumpensystem sogar von einer Photovoltaikanlage vom eigenen Dach, lassen sich die Ausgaben für Heizen, Duschen und Baden noch einmal deutlich senken.

Der Blick in die Zukunft zum Heizen mit erneuerbaren Energien lohne aktuell besonders, weil die staatliche Förderung z. B. beim Umstieg auf eine Wärmepumpe bis zu 45 Prozent der anfallenden Kosten betrage.

„Die Bürgerinnen und Bürger haben die Chance, für die Energiewende im Heizungskeller sehr umfangreiche Förderung zu nutzen. Die Verbraucher sollten jedoch sorgfältig planen: Laut einer Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie sind über die Hälfte der Heizungen 20 Jahre alt oder älter. Hier kann schnelles Handeln erforderlich sein: Nach Ablauf von 30 Betriebsjahren unterliegen manche Ölheizungen einer gesetzlichen Austauschpflicht, dann ist keine Förderung mehr möglich“, rät Dr. Nicholas Matten, Geschäftsführer von Stiebel Eltron.

Eine Wärmepumpe lohnt sich daher in 2021 mehr denn je: Denn kurzfristig können Wärmepumpen im Marktvergleich sogar mit stabilen Strompreisen rechnen. So halten laut Verivox entgegen dem allgemeinen Energiepreistrend die meisten regionalen Stromanbieter ihre Preise zum Jahreswechsel 2020/ 2021 stabil. Rund 5 % der rund 820 regionalen Stromversorger senkt sogar ihre Strompreise um durchschnittlich 1,8 %.

Die gemeinnützige co2online GmbH aus Berlin schätzt daher, dass Verbraucher mit Wärmepumpen 2021 in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus schätzungsweise 240 Euro weniger für ihren gesamten Stromverbrauch zahlen als dieses Jahr. Im Jahr 2025 sind es voraussichtlich 275 Euro weniger.

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