Letzte Aktualisierung: 22.01.2024

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Grüne fordern CCS für Deutschland

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Die CO2-Emissionen und Temperaturen haben 2023 neue Rekordwerte erreicht. Die Einhaltung des 1,5°-Zieles wird mit der jetzigen Klimaschutz-Politik immer unwahrscheinlicher. Der IPCC sieht schon seit Längerem CCS in fast allen Szenarien vor. Die Grünen wagen sich nun mit einem schlüssigen CCS-Konzept vor. Nur beim Standort bleibt das Konzept vage.

Grafik der jetzt im Bau befindlichen Mammoth-Anlage auf Island

Auf Island gibt es mit „Mammoth“ bereits ein funktionierendes CCS-Projekt. Auch in Deutschland soll nun das KSpG geändert werden, um CCS sicher und umweltverträglich anzuwenden. (Grafik: Climeworks)

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CCS („Carbon Capture and Storage”) bezeichnet ein seit vielen Jahren bekanntes Verfahren, um CO2 im Untergrund – sei es an Land oder im Meeresuntergrund – zu deponieren. Die unterirdische Speicherung des Kohlendioxids soll so dazu beitragen, den CO2-Gehalt unserer ⁠Atmosphäre zu reduzieren und unsere Klimaziele doch noch einzuhalten.

Den Schuh „CCS“ wollte sich bislang keine Partei anziehen

Viele Jahre war CCS ein eher theoretisches Konstrukt. Im Zuge der weltweiten Klimakrise wurde das Konzept aber immer häufiger diskutiert und erste Pilotanlagen gebaut (wir berichteten). Letzter Stand in Deutschland war, dass CCS politisch – wie beim Endlagern von Atommüll – nicht durchsetzbar sei. Verständlich.

Denn wer möchte gerne ein CO2-Lager, das eventuell sogar Leck schlagen und z. B. das Grundwasser belasten könnte. Und der Praxisbeweis, dass ein CCS-Lager vollständig hermetisch und vor allem auf Dauer im Gestein verschließbar sei, konnte und wird natürlich nicht vollends erbracht werden. Das CCS-Thema hat daher politisch eine hohe Brisanz. Den „Schuh“ CCS wollte sich daher bislang keine Partei freiwillig anziehen.

Auf der anderen Seite führen die immer neuen Hiobsbotschaften über immer neue CO2- und Hitze-Rekorde auch zu einem zunehmenden Realismus unter den Parteien.

IPCC fordert CCS als Klimaschutz-Maßnahme

Aus Sicht der Klimarettung ist sich die Wissenschaft hingegen bereits einig: Für den IPCC ist die CO2-Abscheidung und -Speicherung im Untergrund im Beitrag der Arbeitsgruppe III zum AR6 ein zentrales Element, um die dringend nötige Klimaneutralität zu erreichen.

Unter den 97 bewerteten Pfaden, die die globale Erwärmung auf unter 1,5 ºC begrenzen, sind viele, die auf den Einsatz von CCS setzen. In den sieben spezifischen "Illustrative Mitigation Pathways" (IMPs) - vier, die 1,5ºC erreichen, und drei, die die Temperaturen "wahrscheinlich unter 2ºC" halten- sieht nur einer der sieben IMPs keine CO2-Abscheidung vor.

Dieses eine Szenario setzt jedoch voraus, dass sich die globale Energienachfrage in den nächsten 30 Jahren fast halbiert, was wiederum als sehr unwahrscheinlich eingestuft wird.

Allerdings sieht auch das IPCC CCS nicht als Freifahrtschein, um weiterhin fröhlich CO2 zu emittieren. Wie in Kapitel 11 des Berichts erörtert, ist CO2-Abscheidung und Speicherung vor allem von entscheidender Bedeutung zur Dekarbonisierung der Restemissionen wie z. B. schwer abbaubarer Industrieemissionen, die Hochtemperaturwärme benötigen oder von Natur aus Kohlendioxid erzeugen.

Grüne wollen CCS-Gesetz novellieren

Die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat jetzt wohl den nötigen Mut zusammengenommen und gemeinsam mit Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, ein Positionspapier zum Einsatz von Carbon Capture and Storage (CCS) erarbeitet. Ziel ist es, das Kohlenstoffdioxid-Speichergesetzes (KSpG), das den Transport und die Speicherung regelt, zu novellieren.

Dabei soll bei jedweder CCS-Anwendung der Schutz menschlicher Gesundheit und der Umwelt oberste Priorität haben und CCS ausschließlich zur Aufnahme von nach heutigen technischem Stand unvermeidbaren Restemissionen, die nicht mehr durch natürliche CO2-Senken wie Wälder, Moore und Seegraswiesen ausgeglichen werden können, zum Einsatz kommen (End-of-pipe-Technologie).

Zudem muss im Gesetzgebungsprozess ausgeschlossen werden, dass CCS als „lebensverlängernde“ Maßnahme der fossilen Industrie missbraucht wird, um vermeintlich „CO2-neutrales“ Erdgas oder „CO2-neutralen“ blauen Wasserstoff zu produzieren.

Grüne schlagen Standorte im In- und Ausland vor

Der Bau und Betrieb von CCS-Anlagen soll unter strengen Auflagen erfolgen und mögliche Standorte einer genauen Risikobewertung unterzogen werden. Die Antwort auf die Frage nach einem konkreten Standort bleibt das Konzept aber schuldig.

„Grundsätzlich sollte die Möglichkeit zur Deponierung des CO2 sowohl im Inland als auch im Ausland erwogen werden. Bei der Suche nach geeigneten Standorten zur Deponierung des CO2 im Inland müssen valide wissenschaftliche Kriterien zur Anwendung kommen. Bei der Suche im Ausland müssen ebenso klare Standards gesetzt werden.“

Lediglich eine Deponierung innerhalb des Nationalpark Wattenmeer schließen die Grünen bereits aus, ein Transport des CO2 durch das Wattenmeer allerdings nicht.

Die Kosten für das CCS sollen nach dem Verursacherprinzip zugeordnet werden. Dazu sollen auch zukünftig entstehende Kosten, wie z.B. für die Sanierung von Deponien, bei den Deponierungskosten einer Tonne CO2 berücksichtigt werden. So soll Lenkungswirkung erzielt werden, um auch wirtschaftlich Anreize zu setzen, Emissionen zu vermeiden oder anderweitig aus der Atmosphäre zu entfernen.

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