Letzte Aktualisierung: 08.07.2022

Was bedeutet „klimaneutral“? Definition, Ziele & Maßnahmen

Ist vom Klimawandel die Rede, so taucht immer häufiger der Begriff „klimaneutral“ auf – sei es in Wahlprogrammen, auf Produktverpackungen oder in Unternehmensphilosophien. In jedem Fall ist die Klimaneutralität für eine erfolgreiche Energiewende unerlässlich.

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  • Klimaneutral leben und wirtschaften bedeutet, dass nur so viele Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, wie ihr auch wieder entnommen werden können.
  • Um Klimaneutralität herzustellen, können Emissionen vermieden und Treibhausgase aus der Atmosphäre in Senken eingelagert werden.
  • Die Europäische Union möchte bis 2050 CO2-neutral sein, treibhausgasneutral jedoch erst 2067. Deutschland plant laut Klimaschutzgesetz, bereits bis 2045 klimaneutral zu sein.
  • Auf dem Weg zur Klimaneutralität werden sogenannte Reduktionspfade verfolgt, die unterschiedliche Maßnahmenbündel vorsehen.
  • Um den CO2-Fußabdruck von Haushalten oder Unternehmen zu reduzieren, können auch Kompensationen gezahlt werden, die jedoch häufig als Greenwashing kritisiert werden.
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Definition & Bedeutung: Was ist klimaneutral?

Mit dem 2015 auf der 21. Weltklimakonferenz COP21 verabschiedeten Paris Agreement zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 °C wurde der Klimaschutz als zentrale strategische Herausforderung der Weltgemeinschaft anerkannt. Dazu soll in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ein Gleichgewicht zwischen Treibhausgasemissionen und deren Abbau durch Senken - eine Treibhausgas- bzw. Klimaneutralität erreicht werden.

Definition "klimaneutral"

Klimaneutralität beschreibt das Gleichgewicht zwischen den Treibhausgasemissionen und deren Aufnahme aus der Atmosphäre in sogenannten Senken. Daher spricht man diesbezüglich häufig synonym auch von Treibhausgasneutralität.

Nach der Definition des Weltklimarats IPCC handelt es sich bei der Klimaneutralität um einen Zustand, in dem die menschlichen Aktivitäten keinen Netto-Effekt auf das Klimasystem des Planeten haben. Diese Aktivitäten beinhalten klimawirksame Emissionen, Maßnahmen, die darauf abzielen, dem atmosphärischen Kreislauf Treibhausgase zu entziehen sowie durch den Menschen verursachte Aktivitäten, die regionale oder lokale biogeophysische Effekte haben (z.B. Änderung der Oberflächenalbedo).

Laut Umweltbundesamt bedeutet Treibhausgasneutralität hingegen „nur“ Netto-Null der Treibhausgasemissionen. Dementsprechend erfordert das Ziel der Klimaneutralität eine andere und ambitioniertere Politik als das Ziel der Treibhausgasneutralität, da neben den Treibhausgasemissionen auch alle anderen Effekte des menschlichen Handels auf das Klima berücksichtigt werden müssen, z.B. Flächenversiegelungen durch Straßen und Siedlungen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt daher die Begriffe Klimaneutralität und Treibhausgasneutralität nicht synonym zu nutzen.

Treibhausgase & CO2-Äquivalente

Zur Beantwortung der Frage, ob ein Handlungszusammenhang treibhausgas- bzw. klimaneutral ist, kann die klimaschädigende Wirkung von Treibhausgasen – das Treibhauspotential bzw. das Global warming potential (GWP) - in die Wirkung einer entsprechenden Menge CO2 umgerechnet werden (CO2-Äquivalent) und dann evtl. technisch oder biotisch kompensiert werden.

CO2-Äquivalente (CO2e) sind eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase. Die Berechnung des gesamten Treibhauspotenzials erfolgt dann über die Multiplikation der Gasmenge mit den CO2-Äquivalenten.

Berechnung-Beispiel: 4 Tonnen Methan haben das Treibhauspotenzial von 112 Tonnen CO2e (4 t x 28 CO2e = 112 t CO2e).

Tabelle: Liste der CO2-Äquivalente von Treibhausgasen (Quelle: Wikipedia)
Treibhausgas Summenformel GWP gemäß IPCC AR5 (bezogen auf 20 Jahre) GWP gemäß IPCC AR5 (bezogen auf 100 Jahre)
Kohlenstoffdioxid CO2 1 1
2,3,3,3-Tetrafluorpropen (R1234yf) C3H2F4 4,4
Methan CH4 84 28
Distickstoffoxid (Lachgas) N2O 264 265
1,1,1,2-Tetrafluorethan (R-134a, HFC-134a) C2H2F4 3710 1430
Tetrafluormethan (R-14) CF4 4950 7350
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) z. B. CClF3 10900 4660
Fluorkohlenwasserstoffe (FKW, HFKW) z. B. CHF3 10800 12400
Stickstofftrifluorid NF3 12800 16100
Schwefelhexafluorid SF6 17500 23500

Eine Verrechnung von verschiedenen THG gegeneinander geschieht üblicherweise nach dem sogenannten globalen Erwärmungspotenzial (GWP) über einen 100-Jahres-Horizont (also GWP100). Man kann aber GWPs auch für andere Zeithorizonte berechnen:

Je kürzer der Horizont, desto höher der „Wechselkurs“ kurzlebiger Gase. Liegt dieser sehr hoch, könnte es Anreize geben, kurzfristige Minderungsziele nahezu nur durch Anstrengungen im Bereich von kurzlebigen Gasen zu erreichen und die für die langfristige Klimaneutralität viel wichtigeren langlebigen Gase zu vernachlässigen. Angesichts einer Lebensdauer von CO2 im Bereich einiger Jahrhunderte erscheint aber das GWP100 relativ ausgewogen.

Tabelle: Anteile der Treibhausgase an den Emissionen (brechnet in Kohlendioxid-Äquivalenten) auf Basis einer Vorjahresschätzung für 2020 (Quelle: Umweltbundesamt, Nationale Treibhausgas-Inventare 1990 bis 2019 (Stand: 12/2020))
Treibhausgas Relativer Anteil Absoluter Anteil
Kohlendioxid 87,10% 644 Mio. Tonnen
Methan 6,50% 48 Mio. Tonnen
Distickstoffoxid 4,60% 34 Mio. Tonnen
F-Gase 1,70% 13 Mio. Tonnen

Reduktionspfad & CO2-Budget

Der konkrete Weg von den aktuellen Treibhausgasemissionen hin zur Klimaneutralität wird als „Reduktionspfad“ - auch teilweise Transformationspfad genannt - beschrieben, der aufzeigt, wie viele Emissionen in einem bestimmten Jahr noch verursacht werden sollen.

Der Reduktionspfad basiert dabei auf der Annahme, dass jedes Land nur noch eine begrenzte Menge an Treibhausgasen ausstoßen darf, um die Erderhitzung auf 1,5°C zu begrenzen. Diese Restmenge wird „CO2-Budget“ genannt.

Daten des Weltklimarats IPCC, die den gesicherten Stand der Forschung darstellen. Der IPCC hat seine Abschätzung des verbleibenden CO2-Bugets zuletzt im Sommer 2021 aktualisiert, mit der Vorlage des ersten Teils seines Sechsten Sachstandsberichts.

Laut Daten des Weltklimarats IPCC können, gerechnet ab Anfang 2020, noch 400 Gigatonnen (Gt) CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden, um das 1,5-Grad-Ziel nicht zu verfehlen.

Der jährliche Ausstoß von CO2 – durch Verbrennen fossiler Brennstoffe, Industrieprozesse und Landnutzungsänderungen – wird mit 42,2 Gt angesetzt - rechnerisch entspricht dies 1337 Tonnen pro Sekunde. Bei konstanten Emissionen wäre dieses Budget von jetzt ab gerechnet in weniger als acht Jahren aufgebraucht. Das Budget von 1150 Gt für das Zwei-Grad-Ziel wäre in etwa 25 Jahren erschöpft.

Wissenschaftler*innen der Helmholtz Klima-Initiative gehen von einem verbleibenden Budget von zirka 7,8 Gigatonnen CO2 für Deutschland ab 2021 aus.

Senken, Einsparungen & Gleichgewicht

Natürliche „Senken“ sind Kohlenstoffdioxidspeicher. Zu diesen zählen insbesondere Böden, Wälder, Moore und Ozeane. Laut Schätzungen aus dem Jahr 2019 regulieren diese CO2-Senken zwischen 9,5 und 11 Gigatonnen des Treibhausgases CO2 pro Jahr. In Relation gesetzt betrugen die jährlichen globalen CO2-Emissionen im selben Zeitraum allerdings 38 Gigatonnen.

Der in natürlichen Senken wie Wäldern gespeicherte Kohlenstoff wird etwa durch Brände, Veränderung der Landnutzung oder Abholzung wieder in die Atmosphäre abgegeben. Daher liegt es auf der Hand, dass die CO2-Emissionen (sowie jene von Methan und Lachgas) verringert werden müssen, um den Klimazielen gerecht zu werden.

Senken bezeichnen ein System, das der Umwelt die Schadstoffe insb. CO2 entzieht. Daher ist die Senke das Gegenteil einer Schadstoffquelle. Eine Senke ist zum Beispiel der Wald, wenn er mehr Kohlendioxid aufnimmt, als er abgibt.

Um klimaneutral zu werden, steht neben den natürlichen Senken aber noch ein zweites wichtiges Instrument zur Verfügung: Der Ausgleich von Emissionen anhand von Einsparungen der Treibhausgase an anderer Stelle.

Das Mittel der Wahl ist hierfür die Investition in erneuerbare Energien sowie Energieeffizienz und andere saubere und kohlenstoffarme Technologien. Auch das Emissionshandels- und das CO2-Grenzausgleichssystem spielen bei der Klimakompensation eine entscheidende Rolle.

Die gute Nachricht: Im Gegensatz zur Luftverschmutzung ist es nicht ausschlaggebend, wo die Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen und an welcher Stelle sie wieder ausgeglichen werden. Die Gase verteilen sich gleichmäßig, weshalb sich die Konzentration überall auf der Erde als nahezu identisch erweist.

Zudem gewinnen biologische, chemisch-physikalische und kombinierte Prozesse an Bedeutung, mit denen CO2aus der Atmosphäre dauerhaft entfernt werden kann.

So besteht die Möglichkeit, das eingefangene CO2 als Grundlage neuartiger Materialien in industriellen Prozessen oder bei der Produktion von langlebigen Baumaterialien zu verwenden (sogenannte Carbon Capture and Utilization, CCU), sofern aus einer Lebenszyklusperspektive klargestellt ist, dass das CO2 bei deren Lebensende nicht durch Verbrennen oder biologischen Abbau wieder in den Kohlenstoffkreislauf zurückgelangt.

Noch differenzierter ist der Einsatz der geologischen CO2-Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) zu bewerten. So würde ein mit Erdgas oder Kohle betriebenes Kraftwerk mit CCS eine Emissionsreduktion darstellen, während es sich bei einem durch Biomasse betriebenen Kraftwerk mit CCS um eine CO2-Entfernung handeln würde.

Ansätze wie Bioenergienutzung mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS) oder das direkte Einfangen von CO2 aus der Luft mit anschließender Speicherung (Direct Air Carbon Capture and Storage, DACCS), stellen weitere Minderungsoptionen dar, um klimaneutral zu werden.

Entscheidend dabei, klimaneutral zu werden, ist, dass die globalen Emissionen in ihrer Gesamtsumme abnehmen. Treibhausgaseffekte, die lokal unvermeidlich sind, können daher durch Klimaschutzprojekte oder technische Optionen an beliebigen Orten auf der Welt kompensiert werden.

Wichtige Begriffsabgrenzungen

„klimaneutral“ wird heute i.d.R. daher so definiert, dass keine Treibhausgasemissionen entstehen oder diese ausgeglichen bzw. kompensiert werden. Häufig werden jedoch Begriffe wie klimaneutral und CO2-neutral synonym verwendet. Das stimmt jedoch nicht, da bei CO2-neutralen Lösungen die CO2-Emissionen vermieden oder ausgeglichen/ kompensiert werden, die Emissionen an übrigen Treibhausgasen werden jedoch nicht berücksichtigt und entstehen ggf. weiterhin. In derartigen Fällen kommt es durch die Emission von sonstigen Treibhausgasen weiterhin zu einer unerwünschten Wirkung auf das Klima. Damit sind „CO2-neutrale“ Lösungen nicht automatisch auch „klimaneutral“. Nachfolgende Tabelle verschafft einen Überblick über die verschiedenen Begriffe, die in diesem Kontext häufig auftreten, jedoch unterschiedliche Dinge meinen:

Tabelle: Überblick über Bedeutung und Definition der Begriffe klimaneutral, klimafreundlich, klimaverträglich und weiterer Begriffe (Quelle: BBSR Online-Publikation 33/2021 "Klimaschutz im Gebäudebereich" Seite 24)
Begriff Definition
klimaneutral Klimaneutralität beschreibt einen Zustand, in dem menschliche Aktivitäten keine Nettoauswirkung auf das Klimasystem haben. Ziel ist es, dass sich die Menge an schädlichen Treibhausgasen in der Atmosphäre nicht weiter erhöht. Dafür müssen sämtliche Einflüsse, die der Mensch auf das Klima hat, kompensiert werden.
treibhausgasneutral Von Treibhausgasneutralität spricht man, wenn nicht nur Kohlendioxid, sondern auch Methan und Distickstoffoxid (Lachgas) kompensiert werden. Hinzu kommen verschiedene Fluoride sowie Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW). Treibhausgasneutral und klimaneutral werden im Sprachgebrauch oft synonym verwendet. Prinzipiell meinen sie tatsächlich das Gleiche.
CO2-neutral Hier ist lediglich die Kompensation des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) gemeint. In Deutschland werden mehr als 90 % aller Emissionen durch CO2 verursacht.
klimapositiv Werden etwa bei der Produktion eines Produktes mehr Emissionen ausgeglichen, als bei der Herstellung oder dem Gebrauch anfallen, ist das Produkt aufgrund der Überkompensation klimapositiv.
klimanegativ klimanegativ bedeutet, dass mehr Treibhausgase in natürlichen Senken eingebunden werden, als ein Land ausstößt. Übersteigen die negativen Emissionen die Resttreibhausgasemissionen wird von netto-negativen Treibhausgasemissionen gesprochen.
klimafreundlich Klimafreundlich bedeutet, dass verbleibende Treibhausgasemissionen geringer ausfallen als bei einer Referenzvariante (z. B. dem Marktdurchschnitt).
klimaverträglich Von Klimaverträglichkeit wird gesprochen, wenn die Ziele zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs sichergestellt werden. Insofern treten keine Effekte auf, die das Klima über die definierten Grenzen hinaus beeinträchtigen würden.
klimaschädlich Liegen die entstehenden Treibhausgasemissionen weit über dem Marktdurchschnitt, gelten sie als klimaschädlich. Insbesondere dann, wenn die Nutzung von Alternativen möglich wäre, aber dennoch darauf verzichtet wird.
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Klimaneutralität der Europäischen Union

Das Prinzip der Klimaneutralität basiert auf dem bereits 1997 beschlossenen Kyoto-Protokoll. Dabei handelt es sich um ein Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) mit dem Ziel des globalen Klimaschutzes.

Das 2005 in Kraft getretene Abkommen legte erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für den Treibhausgas-Ausstoß – der Hauptursache der globalen Erwärmung – fest.

Der Ausgleich von Emissionen, die an einem Ort verursacht und an einem anderen Ort eingespart werden sowie der Handel mit entsprechenden Emissionsrechten ist eines der wesentlichen Instrumente des Kyoto Protokolls.

Europäischer Emissionshandel (EU-ETS)

Der Europäische Emissionshandel (EU-ETS) wurde 2005 zur Umsetzung des internationalen Klimaschutzabkommens von Kyoto eingeführt und ist das zentrale europäische Instrument, klimaneutral zu werden.

Der EU-ETS funktioniert nach dem Prinzip des sogenannten „Cap & Trade“. Eine Obergrenze (Cap) legt fest, wie viele Treibhausgas-Emissionen von den emissionshandelspflichtigen Anlagen insgesamt ausgestoßen werden dürfen.

Die Mitgliedstaaten geben eine entsprechende Menge an Emissionsberechtigungen an die Anlagen aus – teilweise kostenlos, teilweise über Versteigerungen. Eine Berechtigung erlaubt den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid-Äquivalent.

Die Emissionsberechtigungen können auf dem Markt frei gehandelt werden (Trade). Hierdurch bildet sich ein Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen. Dieser Preis setzt Anreize bei den beteiligten Unternehmen, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren.

Klimaneutralität bis 2050

Das Parlament beschloss am 7. Oktober 2020 das 2050-Klimaneutralitätsziel sowie ein EU-Emissionsreduktionsziel von 60 % bis 2030 (gegenüber dem Niveau von 1990). Die Kommission sprach in ihrem Vorschlag zunächst von 55 %. Die Mitgliedsstaaten forderten die Kommission weiterhin dazu auf, ein zusätzliches Zwischenziel für 2040 festzulegen, um die Umsetzung des 2050-Ziels abzusichern.

Einzelne EU-Mitgliedstaaten appellierten ferner, bis 2050 Klimaneutralität auf nationaler Ebene zu erreichen. Zudem müsse aus Sicht der Abgeordneten der Abbau von Treibhausgasen nach 2050 die Emissionen übersteigen. Alle direkten oder indirekten Subventionen für fossile Brennstoffe sollten überdies bis spätestens 2025 auslaufen.

Wie vom Parlament vorgeschlagen, wurde ein unabhängiger europäischer wissenschaftlicher Rat für Klimaschutz eingerichtet, der die Fortschritte überwacht und sicherstellt, dass die beschlossenen Maßnahmen den Zielsetzungen entsprechen. Die Experten werden künftig alle zwei Jahre ein Gutachten über die bisher erreichten Ziele, Maßnahmen und Trends vorlegen.

Dänemark, Frankreich, Deutschland und Ungarn wollen die Netto-Null-Emissionen rechtlich gesichert bis 2050 erreichen; Schweden sogar schon 2045.

Der European Green Deal

Die Europäische Union hat erkannt, dass Klimawandel und Umweltzerstörung existenzielle Bedrohungen darstellen und sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Europa soll der erste klimaneutrale Kontinent werden.

Um dies zu erreichen, wurde von der Europäischen Kommission der European Green Deal am 11. Dezember 2019 ins Leben gerufen. Mit diesem soll der Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft geschaffen werden, welche bis zum Jahr 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr verursacht.

Das Ziel des Green Deal übertrifft damit sogar die IPCC Szenarien für das 1,5°C-Ziel, die zwar eine CO2-Neutralität bis 2050 anstreben, die Treibhausgasneutralität aber erst 2067. Das Ziel bedeutet, dass die EU 2050 die schwer zu vermeidenden Residualemissionen durch negative CO2-Emissionen kompensiert, so dass in einer Nettobetrachtung keine zusätzliche Erwärmung mehr von den europäischen Treibhausemissionen ausgeht.

Als Zwischenziel hat die EU mit der Senkung der Emissionen bis 2030 um 60 % gegenüber 1990 konkrete Vorschläge für eine neue Klima-, Energie-, Verkehrs- und Steuerpolitik vorgelegt:

  • saubere Luft, sauberes Wasser, einen gesunden Boden und Biodiversität
  • sanierte, energieeffiziente Gebäude
  • gesundes und bezahlbares Essen
  • mehr öffentliche Verkehrsmittel
  • saubere Energie und modernste umweltfreundliche Energien
  • langlebigere Produkte
  • zukunftsfähige Arbeitsplätze, gepaart mit der Vermittlung der für den Übergang notwendigen Kompetenzen
  • international wettbewerbsfähige und krisenfeste Industrie

CO2-Flottengrenzwerte für Pkw

Der Straßenverkehr verursacht etwa ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in Europa, und der CO2-Ausstoß ist in diesem Sektor in den letzten 30 Jahren gestiegen statt zu sinken. Hauptverantwortlich dafür ist der Pkw-Verkehr, mit immer mehr, immer größeren und leistungsstärkeren Fahrzeugen. Ohne eine rasche und deutliche Reduktion der Pkw-Emissionen kann Europa sein Ziel, klimaneutral zu werden, nicht einhalten, geschweige denn die 1,5°C-Grenze.

Die CO2-Flottengrenzwerte für Pkw waren und sind das zentrale Instrument der EU für die Antriebswende: Seit 2020 gilt ein Flottengrenzwert von 95 g CO2/km. Bei Überschreitung werden Strafzahlungen von 95 € pro verkauftem Auto für jedes Gramm über dem Grenzwert fällig.

Die Regulierung ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Marktanteil von (teil)elektrischen Pkw etwa in Deutschland auf rund 24% im Jahr 2020 stieg und weiter deutlich steigt. Zudem haben viele EU-Staaten Ausstiegsdaten für Verbrennungsmotoren festgelegt, und immer mehr Hersteller kündigen an, ihre Produktion zeitnah komplett auf rein batterieelektrische Pkw umzustellen.

Vor diesem Hintergrund hat die EU-Kommission im Juli 2021 einen Entwurf für eine Revision der CO2-Flottengrenzwerte für Pkw vorgelegt. Demnach müssten die Autohersteller die durchschnittlichen Emissionen ihrer in Europa neu verkauften Pkw bis 2030 um 55% gegenüber 2021 reduzieren (bislang waren 37,5% vorgesehen). Ab 2035 liegt die CO2-Minderungsvorgabe bei 100%, das heißt Neuwagen dürften dann kein CO2 mehr ausstoßen.

Klimaneutralität in Deutschland bis 2045

Deutschland bemüht sich seit Längerem, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dabei wurde viele Jahre – initiiert vom 1000-Dächer-Programm 1990 – der Schwerpunkt auf den Ausbau erneuerbarer Energien gelegt. Seit 2000 sorgte das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz – als Erweiterung des vorangehenden Stromeinspeisungsgesetzes – für die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantierte deren Erzeugern feste Einspeisevergütungen. Das EEG sorgte so maßgeblich für den Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen.

Klimapaket und Klimaschutzgesetz

Die Bundesregierung legte im September 2019 das Klimapaket vor. Dieses Maßnahmenbündel sah u.a. die Einführung eines CO2-Preises in Höhe von 25 Euro pro Tonne CO2 ab 2021 vor, der dann auf 55 € im Jahr 2025 ansteigt.

Tabelle: CO2-Preise in Deutschland bis 2025 und Beispiele für die Zusatzkosten für den Verbrauch von Heizöl und Erdgas
Jahr CO2-Preis 5.000 Liter Heizöl 10.000 kWh Erdgas
2021 25 Euro pro Tonne 330 Euro 51 Euro
2022 30 Euro pro Tonne 396 Euro 61 Euro
2023 35 Euro pro Tonne 462 Euro 71 Euro
2024 45 Euro pro Tonne 594 Euro 91 Euro
2025 55 Euro pro Tonne 727 Euro 111 Euro

Die Bepreisung von Kohlendioxid wird von vielen Fachleuten als wichtiges Instrument angesehen, um Deutschland klimaneutral zu machen. Allerdings ist strittig, ob der CO2-Preis den wahren Kosten pro Tonne CO2-entspricht. In einer im November 2018 veröffentlichten Kostenschätzung geht das Umweltbundesamt auf Basis der Treibhausgasemissionen Deutschlands 2016 von Schäden von rund 180 Euro pro Tonne Kohlendioxid aus.

Deutschlands Reduktionspfad wurde im am 31. August 2021 novellierten Klimaschutzgesetz (KSG) weitergehend konkretisiert, das vorsieht, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral sein soll. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Für das Jahr 2040 gilt ein Minderungsziel von mindestens 88 Prozent.

Auf dem Weg dorthin sieht das Klimaschutzgesetz in den 2030er Jahren konkrete jährliche Minderungsziele vor. Nach dem Jahr 2050 strebt die Bundesregierung negative Emissionen an. Dann soll Deutschland klimanegativ sein, also mehr Treibhausgase in natürlichen Senken einbinden, als es ausstößt.

Tabelle: Ausbaubedarf von Wärmepumpen, Wind- und Solarkraft zur Erreichung der Klimaziele 2030 (Quelle: McKinsey Energiewende-Index)
Erneuerbare Energien Status Quo 2021 Ziel 2030
Wärmepumpen 1,2 Mio. installierte Wärmepumpen 4,1 - 6 Mio. installierte Wärmepumpen
Solar (lt. EEG 2023) 59 GW 215 GW
Offshore-Wind 7,8 GW 30 GW
Onshore-Wind (lt. EEG 2023) 56 GW 115 GW

Wege zur Klimaneutralität

Doch so klar das Ziel ist, so offen ist der Weg dorthin. Die 2020 veröffentlichte Studie vom Öko-Institut, Prognos und Wuppertal Institut "Klimaneutrales Deutschland" modelliert einzelne Transformationspfade, die konkrete Wege aufzeigen, mit welchen Maßnahmen Deutschland klimaneutral werden könnte.

Der Ariadne-Report „Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045 - Szenarien und Pfade im Modellvergleich“ hingegen vergleicht sechs Gesamtsystem- und Sektormodelle in einer Studie, clustert diese in vier Szenariogruppen und leitet die wichtigsten Handlungsempfehlungen wie u.a. ab:

  1. Die zentralen Energieträger in einem klimaneutralen Energiesystem sind hauptsächlich erneuerbarer Strom, grüner Wasserstoff und grüne E-Fuels sowie nachhaltig erzeugte Biomasse.
  2. Eine zunehmend erneuerbare Stromversorgung ist die tragende Säule, um Deutschland auf Kurs zur Klimaneutralität 2045 zu bringen. Dabei spielt die direkte Elektrifizierung des Energieverbrauchs eine zentrale Rolle. Die Elektrifizierung trägt zudem maßgeblich zur Minderung der Endenergienachfrage bei.
  3. Aufgrund der bestehenden Unsicherheit über die zukünftige Senkenleistung der Biosphäre sowie des Risikos, dass durch Umwelteinflüsse wie Waldbrände oder Schädlinge der Kohlenstoffspeicher im Wald verloren geht, müssen auch technische CO2-Senken, entwickelt werden.

Das DIW Berlin hat 2022 die drei Szenarien „Elektrifizierung“, „Wasserstoff“ und „Synthetisches Gas“ miteinander verglichen. Um Klimaneutralität zu erreichen, muss die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien schnell massiv ausgebaut werden, so das DIW Berlin im DIW Wochenbericht 6 / 2022.

Eine weitgehende Elektrifizierung aller Wirtschaftssektoren ist demnach kostengünstiger als eine umfangreiche Verwendung von synthetischem Gas oder Wasserstoff, da das Verhältnis von Nutzenergie zu eingesetzter Energie – der Gesamtwirkungsgrad – bei einer direkten Elektrifizierung am höchsten ist.

Tabelle: Ausgewählte Studien zur Klimaneutralität in Deutschland und Europa
Beteiligte Institute Studie Veröffentlichung
Agora Energiewende Klimaneutrales Stromsystem 2035 - Wie der deutsche Stromsektor bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden kann 06/2022
Wuppertal Institut Heizen ohne Öl und Gas bis 2035 - Ein Sofortprogramm für erneuerbare Wärme und effiziente Gebäude 03/2022
Dena, IASS Potsdam und Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE Auf dem Weg zur Klimaneutralität - Neustrukturierung industrieller Wertschöpfungsketten 02/2022
15 Helmholtz-Zentren Net-zero CO2 Germany – A Retrospect from the Year 2050 01/2022
DLR-FK, DLR-VE, DLR-VF, Fhg-IEE, Fhg-IEG, Fhg-ISE, Fhg-ISI, Hereon, IER, MCC, PIK, PSI und RWI Deutschland auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045 10/2021
Prognos, Nextra Consultung und NKI (Institut für nachhaltige Kapitalanlagen) Beitrag von Green Finance zum Erreichen von Klimaneutralität in Deutschland 07/2021
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Rat für Nachhaltige Entwicklung Klimaneutralität: Optionen für eine ambitionierte Weichenstellung und Umsetzung (2021) 06/2021
Prognos AG, Öko-Institut e.V. und Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie Klimaneutrales Deutschland 2045 06/2021
Fraunhofer ISI, Consentec, TU Berlin und IFEU Langfristszenarien für die Transformation des Energiesystems in Deutschland 05/2021

Experten-Wissen: Die Wissenschaftsplattform Klimaschutz ist ein im Juni 2019 eingerichtetes Expertengremium, das die Maßnahmen der Bundesregierung, klimaneutral zu werden, evaluiert. Sie bewertet Themen, die für den Klimaschutz relevant sind und liefert Entscheidungswissen, mit dem der Klimaschutzplan 2050 und Maßnahmenprogramme wie das Klimaschutzprogramm 2030 überprüft und weiterentwickelt werden können.

Individuelle Möglichkeiten, klimaneutral zu leben

Der CO2-Fußabdruck

Aus individueller Perspektive spricht man hinsichtlich eigener CO2-Emissionen häufig auch vom CO2-Fußabdruck. Der CO2-Fußabdruck ist das Ergebnis einer Emissionsberechnung bzw. CO2-Bilanz und gibt an, welche Menge von Treibhausgasen durch eine Aktivität, einen Prozess oder eine Handlung freigesetzt wird.

Ein CO2-Fußabdruck lässt sich für sich selbst, einen Haushalt oder beispielsweise für Geschäfts- oder Produktionsprozesse von Unternehmen berechnen. Dieser kann dann als Grundlage dienen, CO2 einzusparen und so klimaneutral zu werden.

Dazu sind grundsätzlich alle Klimaschutzmaßnahmen geeignet, die den CO2-Fußabdruck von konsumierten Gütern oder Dienstleistungen auf Null reduzieren, um Treibhausgas- oder CO2-Neutralität zu erreichen. Die konsequenteste Form treibhausgasneutraler Energienutzung ist jedoch immer die Nutzung treibhausgasfreier Energiequellen wie der Sonnen-, Wind- und Wasserenergie.

Kompensation von Treibhausgasen

Um die heute noch „unvermeidlichen“ Emissionen zu kompensieren, kann ⁠Treibhausgas⁠ mindernde Investitionen (z.B. Windkraftanlagen in Entwicklungsländern) finanziell unterstützen. Aus diesem Blickwinkel sind freiwillige Kompensationszahlungen für Privatpersonen oder auch Firmen eine einfache und kurzfristig wirksame Möglichkeit, "tonnenweise" Treibhausgasemissionen zu vermindern und dadurch eigene Emissionen auszugleichen.

Viele Anbieter von Kompensationszahlungen bieten die Möglichkeit, die Treibhausgasemissionen konkreter Aktivitäten auszugleichen (etwa eine Flugreise). Teilweise ist die Kompensationszahlung fest an den Kauf eines „klimaneutralen“ Produktes gekoppelt.

Ein Beispiel: Eine Geschäftsfrau fliegt von München nach Hamburg, finanziert dafür im Gegenzug den Bau von Solaranlagen in Entwicklungsländern, und zwar solche Anlagen, die ohne ihre Finanzierung nicht zustande gekommen wären.

Ferner kann man auch seinen gesamten CO2e-Ausstoß mit einem CO2-Rechner z. B. dem UBA-CO2-Rechner bestimmen und kompensieren.

Tabelle: Beispiel-Produkte und -Dienstleistungen, die CO2-Kompensation als Marketing-Maßnahme nutzen
Produkt/ Dienstleistung Klimakompensation
Tomorrow Kreditkarte Man schützt 1 m2 Regenwald für jeden Euro, den man mit der Tomorrow-Karte bezahlt.
Ecosia Suchmaschine Verwendet die Einnahmen aus den Suchanfragen, um Bäume zu pflanzen.
Raidboxes Pflanzt für jede gehostete Website einen Baum.
ReviewForest Pflanzt pro Unternehmens-Bewertung ein Baum im Namen des Bewertenden.

Grundsätzlich gibt es zwei Angebotstypen für Kompensationszahlungen: Die meisten Anbieter finanzieren Klimaschutzinvestitionen v.a. in Entwicklungsländern (z.B. atmosfair oder myClimate). Für diese ist „The Gold Standard“ - eine schweizer Non-Profit Zertifizierungsorganisation - eine wichtige Orientierung für die Qualität der Projekte. Denn The Gold Standard-Projekte, dienen nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasen und sind gleichzeitig gut für die lokale Umwelt und soziale Belange der Bevölkerung.

Nur in einem sehr geringen Umfang werden zur Kompensation auch Emissionszertifikate aus dem Europäischen Emissionshandel (EU-ETS) aufgekauft und gelöscht (z. B. The Compensators).

Kritik: Das Ziel, klimaneutral zu werden, wird in der jetzigen Praxis häufig als „Greenwashing“ immer dann kritisiert, wenn Emissionen verursacht und wie beim Fliegen oder Bahnfahren mit dem Kauf sogenannter Emissionsreduktionszertifikate ausgeglichen werden.

Ein solcher moderner Ablasshandel durch das Finanzieren von Aufforstungen in anderen Ländern verschiebt jedoch die Einsparungen weit in die Zukunft, obwohl die Emissionen jetzt anfallen. Besonders brisant wird diese Art, klimaneutral zu handeln oder zu wirtschaften, wenn durch den fortschreitenden Klimawandel die aufgeforsteten Wälder durch Trockenheit bedingte Waldbrände zum Opfer fallen, bevor sie das emittierte CO2 überhaupt aufnehmen können.

Klimaneutrale Produkte

Auch Unternehmen können Kompensationszahlungen leisten, um klimaneutral zu werden. Der Begriff „klimaneutral“ auf Produkten ist jedoch nicht gesetzlich geschützt, sondern signalisiert nur, dass das Unternehmen für dieses Produkt Ausgleichszahlungen tätigt.

Die Bedingungen für diese Ausgleichszahlungen sind aber nicht normiert oder vorgeschrieben. Es kann sowohl der ganze Lebensweg des Produktes oder aber nur der Herstellungsprozess im Unternehmen berücksichtigt worden sein. Zudem erlaubt der Begriff „klimaneutrales Produkt“ weder eine Aussage darüber, ob sich das Unternehmen um eine Reduktion anderer Umweltbelastungen bemüht (z.B. Gewässerbelastungen) oder ob das Produkt selbst umweltfreundlich ist (z.B. energieeffizient in der Nutzung).

Tabelle: Beispiele für Einzelhändler mit klimaneutralgestellter Lieferkette einzelner Produkte
Hersteller Klimaschutzprojekte/ -zertifikate
Aldi ClimatePartner
dm HeimatERBE
Edeka Gold Standard / Verified Carbon Standard
Lidl Gold-Standard / ClimatePartner
Rossmann ClimatePartner

Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Qualität von Kompensationsanbietern kritisch zu prüfen:

  • Werden die Treibhausgasemissionen realistisch berechnet?
  • Sind die Klimaschutzprojekte von hoher Qualität?

Dabei gilt es insbesondere darauf zu achten, dass Kompensationszahlungen insbesondere durch Unternehmen nicht zum Greenwashing für umweltverschmutzende Tätigkeiten missbraucht werden oder einzelne Schritte im Herstellungsprozess in Länder mit weniger strikten Umweltauflagen ausgelagert werden ("Carbon Leakage").

Dazu beitragen kann auch das CO2-Grenzausgleichssystem, das eine CO2-Abgabe auf Importe bestimmter Waren aus weniger klimaambitionierten Ländern außerhalb der EU erhebt. Dies trägt dazu bei, eine Verlagerung von CO2-Emissionen durch Produktion in einem Land mit weniger strengen Regeln für Treibhausgasemissionen zu verhindern.

Häufige Fragen (FAQ) zur Klimaneutralität

Was bedeutet "klimaneutral"?

Klimaneutralität beschreibt einen Zustand, in dem menschliche Aktivitäten keinen Netto-Effekt auf das Klima der Erde haben. Dafür müssen sämtliche Emissionen, die der Mensch verursacht, durch Klimaschutz-Maßnahmen ausgeglichen werden.

Was ist der Unterschied zwischen klimaneutral und CO2-neutral?

Klimaneutralität befasst sich mit allen schädlichen Treibhausgasen, die in die Atmosphäre gelangen. Bei der CO2-Neutralität hingegen wird ausschließlich Kohlendioxid betrachtet, sodass es in CO2-neutralen Prozessen durch die Emission von sonstigen Treibhausgasen weiterhin zu einer unerwünschten Wirkung auf das Klima kommen kann.

Wann werden wir klimaneutral sein?

Der European Green Deal sieht vor, dass die EU bis 2050 CO2-neutral sein soll, Treibhausgasneutralität aber erst 2067. Gemäß dem deutschen Klimaschutzgesetz plant Deutschland bereits 2045 klimaneutral zu sein.

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