Letzte Aktualisierung: 06.01.2024

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Teurer Ablass: Mit der Pflichtberatung zurück zur Gasheizung

Im Gebäudebereich greift ab diesem Jahr das Gebäudeenergiegesetz gepaart mit der Förderung für klimafreundliche Heizungen. Fraglich ist nur, ob sich die Menschen für eine vorausschauende Heizlösung entscheiden, oder Ihnen doch das eigene Hemd näher ist als die Hose. Denn schon durch ein paar aufklärende Worte eines Fachmannes innerhalb einer im GEG vorgeschriebenen Pflichtberatung kann man wieder fossil weiterheizen.

Dank der FDP gibt es auch mit dem GEG ein paar Jahre die Möglichkeit, einfach eine Gasheizung einzubauen. Absehbar steigende CO2-Preise und eine ab 2029 geltende Grüne-Brennstoff-Quote könnte die jetzt bequeme Entscheidung ziemlich teuer werden lassen. (Bild: Bing Image Creator - Mit KI erstellt)

Gut die Hälfte der Haushalte in Deutschland heizt noch mit Erdgas, rund ein Viertel mit Öl. Jede dritte Heizung ist älter als 20 Jahre und damit alles andere als energieeffizient. Sie alle müssen in den kommenden rund 20 Jahren auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden.

Denn ab dem 1. Januar 2045 dürfen Heizsysteme nicht mehr mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Alle Heizungen sowie der Bezug aus Wärmenetzen müssen spätestens dann auf 100 Prozent Erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme umgestellt sein.

Seit dem 1. Januar 2024 gelten daher neue Regelungen im Gebäudeenergiegesetz (GEG), die beim Einbau einer neuen Heizung zu beachten sind. Grundsätzlich dürfen nur noch Heizungen neu eingebaut werden, wenn diese zu mindestens 65% mit Erneuerbaren Energien betrieben werden.

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Diese Heizungen erfüllen das Heizungsgesetz

Wenn Sie sich für eine der im Folgenden genannten Optionen entscheiden, erfüllen Sie die Voraussetzungen des „Heizungsgesetzes“:

  • Anschluss an ein Wärmenetz - Wärmenetzbetreiber müssen ihre Wärmeerzeugung bis 2045 vollständig auf Erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme umstellen
  • Elektrische Wärmepumpe - diese nutzt zum großen Teil Wärme aus der Umgebung, also aus Erde, Wasser oder Luft; der benötigte Strom wird schrittweise klimaneutral
  • Biomasseheizung – z. B. Pellets, Holz, Hackschnitzel
  • Stromdirektheizung – nur in sehr gut gedämmten Gebäuden, da sonst hohe Betriebskosten drohen
  • Heizung auf der Basis von Solarthermie – wenn sie den Wärmebedarf des Gebäudes komplett deckt
  • Wärmepumpen- und Solarthermie-Hybridheizung, die hauptsächlich mit Erneuerbaren Energien (mind. 65%) und anteilig z. B. mit fossilen Brennstoffen betrieben wird
  • Gas- oder Ölheizung, die klimafreundlichen Brennstoff nutzt – mind. 65 Prozent Biomethan, biogenes Flüssiggas oder grüner und blauer Wasserstoff, einschließlich daraus hergestellter Derivate

Darüber hinaus können auch andere Technologien und Kombinationen auf Basis Erneuerbarer Energien genutzt werden. In diesem Fall ist ein rechnerischer Nachweis durch eine „fachkundige“ Person zu erstellen.

Wärmeplanung verschiebt das GEG um mindestens 2 Jahre

Es gibt allerdings auch noch die Möglichkeit, eine neue Gasheizung einbauen zu lassen. Diese Option wurde erst auf Betreiben der FDP möglich, die eine zwangsweise Verzahnung des Gebäudeenergiegesetzes und des Wärmeplanungsgesetzes, das ebenfalls zum 1. Januar in Kraft getreten ist, vehement einforderte.

Die Absicht war, den Heizungseigentümer davor zu bewahren, eine „teure“ Wärmepumpen anzuschaffen, wenn in der Zukunft eventuell ein klimafreundliches Fernwärmenetz errichtet wird. Daher sollen zuerst die Städte und Kommunen eine kommunale Wärmeplanung erstellen, um für die Eigentümer der Heizungen sicherzustellen, welche Optionen sie haben.

Aus diesem Grund verzögert sich auch das GEG: Je nach Größe der Kommune endet die Frist für die Wärmeplanung Ende Juni 2026 (für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern) bzw. Ende Juni 2028 (für alle kleineren Kommunen). Ab diesen Zeitpunkten muss jede neue Heizung grundsätzlich 65 Prozent Erneuerbare Energien nutzen. Bis dahin dürfen also noch Gasheizungen eingebaut werden.

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Mit dem CO2-Preis werden die Gaspreise kontinuierlich steigen

Wer kein Freund des Heizungsgesetzes ist, könnte sich aber zu früh freuen. Denn neben der grundsätzlichen Entwicklung des Gaspreises, der nach Experten-Meinung weiter steigen dürfte, gibt es weitere, staatlich auferlegte Kostenrisiken. So wird auf den Verbrauch fossiler Energieträger eine CO2-Abgabe fällig.

So ist vorgesehen, dass der CO2-Preis ab 2024 auf 45 Euro und dann bis 2026 auf bis zu 65 Euro je Tonne steigt. Ab 2027 wird der europaweite Handel mit CO2-Emissionszertifikaten auf den Wärme- und Verkehrssektor ausgeweitet. Die CO2-Abgabe ist dann nicht mehr auf einen bestimmten Preis begrenzt, sondern bildet sich frei am europäischen Markt.

Da die Anzahl der jährlich verfügbaren Emissionszertifikate schrittweise abgesenkt wird, werden der CO2-Preis und damit die Kosten für Heizöl und Erdgas voraussichtlich kontinuierlich ansteigen. Dann kann es zu stärker schwankenden und auch deutlich höheren Aufschlägen auf den Gaspreis kommen. Überschlägig verteuert sich eine Kilowattstunde Gas bei einem CO2-Preis von 100 Euro pro Tonne um rund 2 Cent.

Tabelle: Mehrkosten eines 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 kWh Erdgas pro Jahr
CO2-Preis Mehrkosten
100 Euro pro Tonne 360 Euro pro Jahr
300 Euro pro Tonne 1.080 Euro pro Jahr

Ab 2029 gilt eine Quote für grüne Brennstoffe

Wer sich trotz CO2-Preis dennoch für eine neue Gasheizung entscheidet, muss allerdings weitere Kröten schlucken: Ab dem 1. Januar 2029 muss stufenweise mehr Biomethan bzw. biogenes Flüssiggas oder synthetische Brennstoffe auf der Basis von Wasserstoff verheizen. Die Verwendung dieser grünen Brennstoffe ist mit entsprechenden Lieferverträgen des Versorgers nachzuweisen und auf Verlangen den Behörden vorzulegen.

Der Markt für nachhaltig produziertes Biomethan und biogenes Flüssiggas ist allerdings deutlich kleiner als der für fossiles Gas und Heizöl. Hinzu kommt, dass Bioenergie auch im Verkehr oder für die Dekarbonisierung der Industrie benötigt wird. Daher ist zu erwarten, dass die Preise auch in Zukunft über denen für Erdgas oder Heizöl liegen und entsprechende Lieferverträge teuer sein werden.

Diese Grüne-Brennstoff-Quote gilt nur dann nicht, wenn Ihre Heizung auf 100 Prozent Wasserstoff umrüstbar ist (sog. H2-Ready-Gasheizung) und infolge der Wärmeplanung ein verbindlicher Fahrplan für die Umstellung des Gasnetzes auf Wasserstoff in Ihrer Gemeinde vorliegt, der von der Bundesnetzagentur genehmigt wurde. Aber auch klimaneutral hergestellter Wasserstoff ist bisher nur sehr begrenzt verfügbar und noch sehr teuer.

Pflichtberatung: Fachmann muss klimaunfreundliche Heizung absegnen

Um diese komplexen Zusammenhänge zu verdeutlichen und letztlich auch auf diese Kostenrisiken hinzuweisen, sieht das Gebäudeenergiegesetz vor dem Einbau einer neuen Heizung mit Verbrennungstechnik eine verpflichtende Beratung durch eine fachkundige Person vor. Im Gesetz heißt es dazu im § 71 Absatz 11 Gebäudeenergiegesetz:

„Vor Einbau und Aufstellung einer Heizungsanlage, die mit einem festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoff betrieben wird, hat eine Beratung zu erfolgen, die auf mögliche Auswirkungen der Wärmeplanung und eine mögliche Unwirtschaftlichkeit, insbesondere aufgrund ansteigender Kohlenstoffdioxid-Bepreisung, hinweist. Die Beratung ist von einer fachkundigen Person nach § 60b Absatz 3 Satz 2 oder § 88 Absatz 1 durchzuführen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen stellen bis zum 1. Januar 2024 Informationen zur Verfügung, die als Grundlage für die Beratung zu verwenden sind.“

Wer sich also nicht von den möglicherweise deutlich steigenden Gaspreisen abschrecken lässt, muss sich also von einem Fachmann belehren lassen, der dann die klimaunfreundliche Heizung absegnet. Dazu füllt der Schornsteinfeger, Heizungsbauer oder Energieberater ein einseitiges Formular aus, in dem er bestätigt, seinen Kunden über mögliche Auswirkungen der Wärmeplanung im Gemeindegebiet, die mit dem Einbau einer Gasheizung verbundenen Kostenrisiken durch CO2- und Brennstoffpreise und die Grüne-Brennstoff-Quote ab 2029 unterrichtet zu haben.

Dieses Verfahren gibt es sogar bereits gegen Bezahlung innerhalb einer reinen Online-Beratung. Der formale Beratungsnachweis einer durchgeführten Pflichtberatung kostet bei einem Anbieter aus München allerdings auch 225 Euro. Aus dem fossilen Ablass wird so sogar ein fossiler Ablasshandel.

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