Letzte Aktualisierung: 25.08.2022

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Mit steigenden Strompreisen zu steigenden Solar-Renditen – so geht’s

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Im laufenden Jahr 2022 ist bereits im August ein Anstieg der durchschnittlichen Börsenstrompreise am Day Ahead Markt um rund 155 % im Vergleich zu Januar zu verzeichnen. Die Beschaffungs- und Vertriebskosten beeinflussen zunehmend den Strompreis für Endkund:innen. Während der Anteil der Beschaffungs- und Vertriebskosten 2020 noch 24 % am Strompreis für Haushalte betrug, liegt der Anteil im Juli 2022 bei rund 49 %. Die Handlungsfolge für Besitzer:innen von Photovoltaik-Anlagen mit Überschusseinspeisung ist also: Eigenverbrauch erhöhen – Netzbezugskosten senken – Solar-Rendite steigern.

Dieses Bild zeigt eine PV-Fassade, in der sich das grüne Gras einer Wiese spiegelt

Die steigenden Börsenstrompreise werden zunehmend an die Endkund:innen weitergegeben. Je höher die Netzbezugskosten, also die Strompreise, desto höher wird die Solar-Rendite durch Eigenverbrauch. (Foto: energie-experten.org)

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Mit steigenden Strompreisen zu steigenden Solar-Renditen – so geht’s

Die durchschnittlichen Börsenstrompreise für Strom sind seit 2020 um ein Vielfaches gestiegen. Im Vergleich zu 2020 wurden 2021 am Day Ahead Markt an der EEX in Leipzig durchschnittliche Preisanstiege von über 216 % verzeichnet. 2022 liegen die durchschnittlichen Preise in den Day Ahead Auktionen bisher bei 222,22 €/MWh (volumengewichtet). Somit ist bereits im August 2022 ein prozentualer Preisanstieg von über 136 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Tabelle: Jährliche Börsenstrompreise am Day Ahead Markt für Strom und prozentuale Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr (Quelle: Energy-charts.info)
2020 2021 2022
Day Ahead (Arithmetisch) 30,47 €/MWh 96,84 €/MWh 228,63 €/MWh
Prozentuale Veränderung 100,00 % 217,82 % 136,09 %
Day Ahead (Volumengewichtet) 29,52 €/MWh 93,35 €/MWh 222,22 €/MWh
Prozentuale Veränderung 100,00 % 216,23 % 138,05 %
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Beschaffungskosten befeuern Strompreisentwicklung

Was das genau für die Endkund:innen bedeutet zeigt sich an der Zusammensetzung der Strompreise und der Strompreisentwicklung. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) lagen die Strompreise für Haushalte im Juli bei durchschnittlich 37,30 Cents/kWh, Industriekund:innen zahlten im Schnitt rund 40,05 Cents/kWh. Im ersten Halbjahr 2022 besteht der prozentuale Anteil der Beschaffungs- und Vertriebskosten am Strompreis für Haushalte 39 % für die Industrie 80 %. Die folgende Tabelle zeigt die entsprechenden Strompreisentwicklungen seit 2012.

Tabelle: Strompreisanalyse für Haushalte (Stand Juli 2022) (Quelle: BDEW)
Beschaffung, Vertrieb Anteil Beschaffung und Vertrieb an Endkundenpreis Endkundenpreis Haushalte
2012 8,16 Cents/kWh 32 % 25,89 Cents/kWh
2013 7,91 Cents/kWh 27 % 28,84 Cents/kWh
2014 7,38 Cents/kWh 25 % 29,14 Cents/kWh
2015 7,05 Cents/kWh 25 % 28,70 Cents/kWh
2016 6,26 Cents/kWh 22 % 28,80 Cents/kWh
2017 5,71 Cents/kWh 20 % 29,28 Cents/kWh
2018 6,20 Cents/kWh 21 % 29,47 Cents/kWh
2019 7,09 Cents/kWh 23 % 30,46 Cents/kWh
2020 7,51 Cents/kWh 24 % 31,81 Cents/kWh
2021 7,93 Cents/kWh 25 % 32,16 Cents/kWh
1. Hj. 2022 14,46 Cents/kWh 39 % 37,14 Cents/kWh
Juli 22 18,31 Cents/kWh 49 % 37,30 Cents/kWh
Tabelle: Strompreisanalyse für Industrie (Stand Juli 2022) (Quelle: BDEW)
Beschaffung, Vertrieb Anteil Beschaffung und Vertrieb an Endkundenpreis Endkundenpreis Industrie
2012 8,98 Cents/kWh 63 % 14,33 Cents/kWh
2013 7,85 Cents/kWh 52 % 15,11 Cents/kWh
2014 6,95 Cents/kWh 45 % 15,32 Cents/kWh
2015 7,19 Cents/kWh 47 % 15,23 Cents/kWh
2016 7,00 Cents/kWh 45 % 15,55 Cents/kWh
2017 8,02 Cents/kWh 47 % 17,09 Cents/kWh
2018 8,97 Cents/kWh 50 % 17,96 Cents/kWh
2019 9,48 Cents/kWh 51 % 18,43 Cents/kWh
2020 8,48 Cents/kWh 48 % 17,76 Cents/kWh
2021 12,30 Cents/kWh 58 % 21,38 Cents/kWh
1. Hj. 2022 26,58 Cents/kWh 80 % 33,02 Cents/kWh
Juli 22 37,33 Cents/kWh 93 % 40,05 Cents/kWh
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Stromgestehungskosten für Solarstrom im Abwärtstrend

Die Stromgestehungskosten (Levelized Cost of Electricity kurz: LCOE) von Photovoltaikanlagen bilden den vergleichbaren Kennwert zu den Netzbezugskosten durch den Strompreis. Die Stromgestehungskosten ergeben sich aus dem Verhältnis von Gesamtkosten (€) zu Stromproduktion (kWh). Dabei wird jeweils die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Komponenten berücksichtigt.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) veröffentlichte zuletzt im Juni 2021 eine Studie zu den Stromgestehungskosten aus PV. Da die Kosten für Solarmodule nur noch zu 40 % zu den Gesamtkosten einer Photovoltaik-Anlage beitragen, wirkt sich die stetige Kostendegression der Module geringer auf die Gesamtkosten aus. Die Kosten für die sog. Balance of System inklusive Wechselrichter und Installationskosten machen den Großteil der Gesamtkosten aus. Durch Lieferengpässe und Handwerker:innen-Mangel blieben die Kosten seit 2020 relativ konstant.

Die Angaben des Fraunhofer ISE für die Stromgestehungskosten von PV spiegeln demnach die aktuellen Kosten für PV wider. Nach den Aktuellen Fakten zu Photovoltaik kostet eine Kilowattstunde aus einer kleinen Dachanlage zwischen 6,5 – 11,5 Cents.

Die Börsenstrompreise beeinflussen zu einem steigenden Anteil den Endkund:innenpreis, der Strompreis ist im laufenden Jahr von Januar bis August 2022 bereits um über 155 % angestiegen.

Tabelle: Monatliche Börsenstrompreise am Day Ahead Markt für Strom und prozentuale Entwicklung im Vergleich zum Vormonat (Quelle: Energy-charts.info)
Januar Juli August
Day Ahead (Arithmetisch) 167,73 €/MWh 315 €/MWh 431,57 €/MWh
Prozentuale Veränderung 100,00 % 87,80 % 157,30 %
Day Ahead (Volumengewichtet) 165,42 €/MWh 304,44 €/MWh 422,47 €/MWh
Prozentuale Veränderung 100,00 % 84 % 155,39 %

Solar-Rendite durch Eigenverbrauch

Anlagenbetreiber:innen kleiner Dachanlagen < 10 kWp erzielen die höchste Wirtschaftlichkeit durch Überschusseinspeisung und einem hohen Eigenverbrauchsanteil. Die Differenz zwischen Netzbezugskosten, also dem Strompreis und der Stromgestehungskosten aus der eigenen Solaranlage bildet das wirtschaftliche Potential aus Solar. Die Vergütung der Überschusseinspeisung trägt im Vergleich nur zu einem geringen Teil zur Solar-Rendite bei.

Unter der Annahme von Stromgestehungskosten in Höhe von 11,5 Cents/kWh und einem Strompreis von 37,30 Cents/kWh können mit jeder eigens verbrauchten Kilowattstunde aus der eigenen PV-Anlage 25,80 Cents eingespart werden. Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh, einer Solaranlage mit 7.500 kWh Erzeugung und einem Eigenverbrauchsanteil von 30 % können insgesamt 580,0 € im Jahr eingespart werden. Im Jahr 2020 betrug die jährliche Kostenersparnis im Schnitt bei gleichen Stromgestehungskosten rund 456 €. So ergibt sich ein 27-prozentiger Anstieg der Solar-Rendite durch Kostenersparnis in nur zwei Jahren.

Je höher der Strompreis und je höher der Eigenverbrauchsanteil, desto höher die Solar-Rendite. Mit sinkenden Preisen für Photovoltaikanlagen steigt bei dem Verhältnis die Solar-Rendite der eigenen Anlage weiter an.

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