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Das Mehrfamilienhaus in Hamm wurde dank einer umfangreichen Sanierung zum Passivhaus Plus (Foto: Bernd Steinmueller)

Hamm: Vom Altbau zum Passivhaus dank effektiver Dämmung

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Das Zweifamilienhaus im nordrhein-westfälischen Hamm zählt zu den weltweit ersten Projekten, in denen der Passiv-Plus-Standard im Altbau/Bestand erreicht wurde. Die herausfordernde Renovierung und Sanierung des O-/W-orientierten Zweifamilienhauses im Massivbau mit mäßigem A/V-Verhältnis wurde nun verdient mit dem Passive House Award 2021 ausgezeichnet.

Die neuen passiven Maßnahmen senken den Primärenergiebedarf (PER) um den Faktor 7 – von 500 auf 70 kWh/m2a. Die installierten Solarkollekten produzieren 60 kWh/a pro m2 Grundfläche, sodass bereits Anfang 2017 der Plus-Standard erreicht und in den Folgejahren durch Messungen nachgewiesen wurde. Überschüsse dienen der Allgemeinverwendung über das öffentliche Netz.

Auf die richtige Dämmung kommt es an

Eine Vorbildfunktion nimmt auch die umfangreiche Dämmung des Zweifamilienhauses ein. Das Mauerwerk erreicht einen U-Wert von 0.12 W/(m2K).

Die betonierte Kellerdecke erhielt eine 22 cm starke Dämmung (WLG035). In Bestandsgebäuden gilt die Entstehung von Wärmebrücken als unvermeidlich. Dennoch konnten diese durch eine spezielle Dämmung der Flanken, Stürze, Abgangseiten und der Kellertür reduziert werden. Der U-Wert beträgt hier 0.15 W/(m2K).

Das pilzgeschädigte Dach wurde inklusive Kaminköpfen abgebrochen und mit einem neuen Dachstuhl aus 45 cm hohen, mit Mineralwolle ausgekleideten, Doppel-T-Trägern ersetzt. Damit ließ sich ein U-Wert von 0.09 W/(m2K) erreichen.

Bei der Dämmung der Fensterrahmen entschied man sich für PU-Schaum (0,030 W/(m2k)) und eine Rahmenverstärkung aus Polyamid mit 25% Glasfaser (0,30 W/(m2K). Der Uw-Wert wird mit 0.72 W/(m2K) angegeben. Die Verglasung (ClimaGuard Premium 2) erreicht einen Ug-Wert von 0.53 W/(m2K) sowie einen g-Wert von 53 %. Der Ud-Wert der dreifach verglasten Eingangstür (Brunkhorst Passiv 98 Portal) beträgt 0.8 W/(m2K).

Frische Luft im Passivhaus Plus

Das fünfgeschossige Wohnhaus wird mittels einer kontrollierten Lüftung (Maico, WS 320) mit hocheffizienter zentraler Wärmerückgewinnung (92 %) kaskadierend be- und entlüftet. Bestehende Schächte und Treppengänge eignen sich zur effektiven Luftführung.

Die Frischluft wird nach Bedarf unhörbar in die Schlafräume geleitet, in den Wohnräumen weiter genutzt und in Küche und Bad abgesogen. Von dort gelangt die verbrauchte Luft über einen freien Schacht zur Lüftungszentrale im KG und schließlich über eine Zu-/Abluft-Kombihaube ins Freie.

Heizenergie dank erdreich-gekoppelter Wärmepumpe

Um das Gebäude mit Wärmeenergie zu versorgen, ist eine erdreich-gekoppelte Wärmepumpe mit integriertem Warmwasserspeicher (Waterkotte Basicline 5005) im Einsatz. Die Pumpe bezieht ihre Wärme über einen Solekreislauf aus drei je 2 m tiefen Gräben im Garten, welche mit drei schlanken MEFA-Plattenkollektoren (700 cm x 120 cm x 1 cm) bestückt sind. Das Warmwasser wird über den integrierten 170 Liter Speicher der Wärmepumpe zur Verfügung gestellt.

Der Bund (KfW, BAFA) und das Land NRW förderten das Projekt mit ca. 350 €/m2, sodass die Investitionskosten am Ende nur 1.250 €/m2 betrugen. Dies entspricht knapp der Hälfte der Kosten eines typischen Neubaus.

Steckbrief
Projektnummer:
2765
Objekt:
Passivhaus Plus
Ort:
Hamm
Beteiligte Unternehmen:
Architekturbüro Igor Wispler, Firma J. Pampel, BSMC, Dr. Bernd Steinmüller, Ingenieurbüro Quantz, Terhalle
Baujahr:
2016
Quelle:
Passivhaus Plus in Hamm


Bilder

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Steckbrief
Projektnummer:
2765
Objekt:
Passivhaus Plus
Ort:
Hamm
Beteiligte Unternehmen:
Architekturbüro Igor Wispler, Firma J. Pampel, BSMC, Dr. Bernd Steinmüller, Ingenieurbüro Quantz, Terhalle
Baujahr:
2016
Quelle:
Passivhaus Plus in Hamm
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