Vorstellung des Abwärmekonzepts mit Groß-Wärmepumpen im Wohnquartier „Westville“ in Frankfurt (Bild: Mainova AG)

Vorstellung des Abwärmekonzepts mit Groß-Wärmepumpen im Wohnquartier „Westville“ in Frankfurt (Bild: Mainova AG)

Frankfurter Wohnquartier Westville: Wärmepumpen nutzen IT-Abwärme

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Am südwestlichen Rand des Frankfurter Gallusviertels werden künftig 1.300 Neubauwohnungen sowie Gewerbeeinheiten des neuen Wohnquartiers „Westville“ zu mindestens 60 Prozent aus der Abwärme des benachbarten Rechenzentrums versorgt. 2 Großwärmepumpen mit je 320 kWth heben die Abwärme von 30 Grad Celsius auf ca. 70 Grad Celsius an.

Der Frankfurter Energieversorger Mainova AG, der Rechenzentrumsbetreiber Telehouse Deutschland GmbH und der Projektentwickler Instone Real Estate haben am 08.07.2021 bei einem Vor-Ort-Termin ihre Kooperation für das innovative Wärmekonzept im künftigen Wohnquartier „Westville“ offiziell vorgestellt.

Das Versorgungskonzept basiert auf einem Wärmecontracting der Mainova mit 15 Jahren Vertragslaufzeit. Die Wärmeversorgung selbst besteht aus einer Kombination aus Abwärme (mind. 60%) und Fernwärme (max. 40%). So soll der prognostizierte Wärmebedarf von rund 4.000 MWh/a mit mind. 2.400 MWh/a aus Abwärme gedeckt werden. Als Contractor plant und errichtet Mainova die technischen Anlagen.

Der Bau der Abwärmeleitung vom Datencenter der Telehouse zur Haupttechnikzentrale umfasst rund 500 Meter. Der Ausbau Fernwärmeleitung erfolgt auf etwa 260 Meter Länge entlang Rebstöcker Straße in Frankfurt. Der Bau des Nahwärmenetzes im Wohnquartier wird etwa 580 Meter lang.

Die Heizzentrale besteht aus 2 Großwärmepumpen jeweils 320 kWth Heizleistung. Die Abwärme kommt mit 30 Grad Celsius an, die Wärmepumpen heben Vorlauftemperatur auf ca. 70 Grad Celsius an. Die Fernwärme-Übergabestation besitzt eine Leistung von 3.210 kWth.

„Die geplanten rund 1.300 Neubauwohnungen sowie Gewerbeeinheiten am südwestlichen Rand des Frankfurter Gallusviertels mit einem Jahresbedarf von 4.000 Megawattstunden (MWh) werden künftig zu mindestens 60 Prozent aus der Abwärme des benachbarten Rechenzentrums versorgt“, erläuterte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Bis zu 40 Prozent werden durch die umweltschonende Fernwärme aus den hocheffizienten Heizkraftwerken der Mainova ergänzt. Der Beginn der Wärmelieferung ist ab Anfang 2023 vorgesehen.

„Klimaschutz lebt von guten Ideen“, betonte Feldmann, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Mainova AG ist. „Das Gemeinschaftsprojekt von Mainova und Partnern für die Nutzung der Rechenzentrumsabwärme zeigt, was zukünftig möglich ist. Mit der Hitze, die in den Serverfarmen entsteht, werden wir 3.000 Menschen mit Wärme versorgen – das ist in dieser Größenordnung deutschlandweit einmalig. Damit wird Frankfurt als weltweit größter Internetknotenpunkt und Datencenter-Hotspot zum Schrittmacher auf dem Weg zum klimaneutralen Rechenzentrum.“

Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG, sagte: „Mainova bietet gebündelte Energiekompetenz fürs Wohnquartier. Unsere innovative Lösung zusammen mit Telehouse und Instone für das Leuchtturmprojekt Westville gewährleistet eine langfristig günstige, sichere und nachhaltige Wärmeversorgung. Die Kombination aus der sonst ungenutzten Abwärme des Rechenzentrums sowie der umweltschonenden Mainova-Fernwärme zur Abdeckung von Spitzenlasten spart im Vergleich zu konventioneller Wärmeerzeugung 400 Tonnen CO2 im Jahr ein.“

Dr. Bela Waldhauser, Chief Executive Officer der Telehouse Deutschland GmbH, ergänzte: „Als ich hörte, dass in unmittelbarer Nachbarschaft 1.300 Wohnungen entstehen werden, war für mich klar, dass die Telehouse die Abwärme dafür bereitstellen muss. Die Verantwortlichen bei Mainova und bei Instone waren ebenfalls schnell von diesem nachhaltigen Konzept überzeugt. Und so gestalten wir gemeinsam ein deutschlandweit einzigartiges Leuchtturmprojekt für die Nutzung der ‚digitalen Abwärme‘.“

Ralf Werner, Chief Operating Officer Rhein-Main von Instone Real Estate, fügte hinzu: „Als einer der führenden deutschen Wohnentwickler ist es unser Selbstverständnis, bei Nachhaltigkeit Vorreiter in der Branche zu sein. Das im Gallusviertel realisierte Wärmekonzept beweist eindrucksvoll, dass pfiffige Ideen gefragt sind, um den ökologischen Fußabdruck unserer Projekte kontinuierlich zu verbessern. Bereits bis spätestens 2030 wollen wir die durch den Bau und die Nutzung von Wohnquartieren entstehenden CO2-Emmissionen im Vergleich zu heute um 50 Prozent senken.“

Steckbrief
Projektnummer:
109
Objekt:
Wohnquartier
Ort:
Frankfurt am Main
Beteiligte Unternehmen:
Mainova AG, Telehouse Deutschland GmbH, Instone Real Estate
Thermisch Heizleistung:
640,00 kW
Produzierte kWh thermisch pro Jahr:
2.400.000,00 kWh
Eingesparte Tonnen CO2 pro Jahr:
400,00
Baujahr:
2023


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Ort:
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Thermisch Heizleistung:
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Produzierte kWh thermisch pro Jahr:
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400,00
Baujahr:
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